WORUM ES SICH HANDELT:

DAS LAND DES LÄCHELNS. LAND OF SMILES. LE PAYS DU SOURIR.

Operette in drei Akten von Franz Lehár, Uraufführung 10. Oktober 1929 im Berliner Metropol-Theater.

Die Protagonisten in diesem Werk sind:

Lisa *** Sou-Chong *** Graf von Lichtenfels *** Gustav von Pottenstein, genannt Gustl ***Mi***

Das Werk spielt in Wien und Peking, im Jahr 1912.

1. Akt                                                                                          

Lisa, Wienerin und Tochter des Grafen Ferdinand von Lichtenfels, hat gleich zwei Gründe zu feiern: Erstens ihren Geburtstag, und zweitens ihren Sieg bei einem wichtigen Reitturnier. Zu diesem Anlass gibt ihr Vater ein rauschendes Fest, zu dem auch der chinesische Prinz Sou-Chong erscheint. Lisa ist sofort fasziniert von seinem zurückhaltenden, exotischen Auftreten. Er hingegen lässt sich keine Gefühlsregung anmerken. Auch Gustav von Pottenstein hat ein Auge auf die schöne Reiterin geworfen und möchte sie heiraten. Doch seine Annäherungsversuche lassen sie kalt. Sie lässt ihn wissen, dass sie doch gute Freunde bleiben können, aber nicht zusammen sein müssen. Gustl willigt ein. Bei einem Tee a deux schließlich verzaubert Sou-Chong Lisa, und sie möchte unbedingt mit ihm nach China kommen. Sou-Chong erfährt, inzwischen in seiner Heimat zum Ministerpräsidenten gewählt worden zu sein und muss abreisen. Lisa entscheidet sich, mitzukommen. Ihr Vater, der darüber wenig erfreut ist, ruft ihr nach: Vergiss nicht Dein Wien – und mich!

2. Akt

Lisa und Sou-Chong kommen in Peking im Palast des Prinzen an. Lisa ist überzeugt davon, hier heimisch und glücklich werden zu können. Die beiden sind sehr verliebt und Lisa beginnt sich häuslich einzurichten. Sou-Chongs Schwester Mi begrüßt sie und unterstützt sie bald in den Dingen des täglichen Lebens. Die Trommelrituale rund um Sou-Chongs Palast sind ihr jedoch nicht geheuer, ebenso die Regeln innerhalb der Familie. Denn der Onkel des Prinzen zwingt ihren Geliebten, nach alter Tradition eine Ehe mit mehreren Frauen einzugehen. Er würde niemals eine Partnerin aus Europa an der Seite des Prinzen akzeptieren, nicht einmal, wenn sie sich unter größten Mühen anpassen würde.

Lisa ist verzweifelt, hat sie sich ihr Leben in China doch gänzlich anders vorgestellt. Sou-Chong ist mit Trost zur Stelle und versucht seiner Liebsten zu erklären, dass die Heirat mit den vier Frauen seinerseits als ein reiner Formalakt geplant ist. Sie schenkt ihm zwar Glauben, fühlt sich aber fortan unwohl und meint, ihm nicht mehr so bedeutend zu sein. China betrachtet sie nun wieder als eigentlich fremdes Land, und sie beginnt einzusehen, dass sie die Traditionen entgegen ihrer Erwartung doch nicht begreifen konnte.

Ihre Freude ist groß, als plötzlich Gustl in Peking auftaucht. Er erzählt ihr von Wien, und ihre Sehnsucht erwacht wieder. Lisa will so schnell wie möglich mit Gustl das Land verlassen. Weil Gustl sich mit Mi angefreundet hat, ist die Schwester des Prinzen bereit, den beiden bei der Flucht behilflich zu sein.

3. Akt

Sou-Chong erfährt von Lisas Plänen und hält sie zurück. Er erklärt ihr wütend, dass er als Chinese über seine Frau bestimmen könne. Von nun an lässt er sie tagtäglich bewachen und hält sie gefangen. Trotz aller Bewachung gelingt es Gustl in den Palast zu gelangen und Mi assistiert ihm, Lisa aus dem Palast zu bringen. Doch sie haben nicht mit den Wachen gerechnet, überall lauern diese ihnen auf. Als sie den Hauptweg durch den Palast nehmen, stehen sie vor Sou-Chong.

Er entgegnet ihnen, dass er einsehe, dass Lisa in Europa besser aufgehoben ist als hier. Ohne eine negative Mine überlässt er Lisa Gustl, schließlich winken er und Mi den beiden Abreisenden lächelnd zu.

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Stimmlagen der Figuren:

Lisa                      Sopran

Sou-Chong          Tenor

Gustl                    Bariton

Mi                        Sopran oder Mezzosopran

Bekannte Arien/Duette:

Gern, gern wär ich verliebt (Lisa, Auftrittslied)

Immer nur lächeln  (Sou-Chong)

Es ist nicht das erste Mal  (Lisa und Gustl)

Bei einem Tee a deux (Lisa und Sou-Chong)

Von Apfelblüten einen Kranz (Sou-Chong)

Wer hat die Liebe uns ins Herz gesenkt (Lisa und Sou-Chong)

Meine Liebe, deine Liebe (Lisa und Gustl)

Dein ist mein ganzes Herz (Sou-Chong)

Die Arie Dein ist mein ganzes Herz ist die wohl berühmteste dieser Operette. Sie ist in Des-Dur verfasst und bringt die schwärmerische Liebe Sou-Chongs zu Lisa zum Ausdruck.

Lehár unterhielt eine Freundschaft zu Richard Tauber, der diese Arie meisterlich interpretierte. Deshalb wurde sie auch an manchen Stellen

das „Tauber-Lied“ genannt.

Noten zu "Dein ist mein ganzes Herz" mit persönlicher Widmung Lehárs an Richard Tauber  (c) Lehár Villa Bad Ischl
   Noten zu „Dein ist mein ganzes Herz“ mit persönlicher Widmung Lehárs an Richard Tauber
(c) Lehár Villa Bad Ischl

Widmung: „Lieber Richard, hier hast du dein Tauber-Lied. Dein Franz“

Hier eine Interpretation der Liebesarie des Sou-Chong vom Tenor Jonas Kaufmann:

Quelle: Youtube