WORUM ES SICH HANDELT:

DIE REGIMENTSTOCHTER

Oper (Opéra-comique) in 2 Akten von Gaetano Donizetti. Uraufführung: 11. Februar 1840 in der Opéra-Comique (Salle des Nouveautés)

Die Protagonisten dieser Oper sind:

Marie **** Tonio **** Marquise de Berkenfield **** Hortensius**** Sulpice **** Herzogin von Crakentorp

Die Oper spielt in Tirol (Österreich) um 1815.

Die Sprache der Oper ist Französisch.

1. Akt

Die Marquise de Berkenfield, eine ältliche Dame, muss vor französischen Truppen flüchten. Die Flucht führt sie gemeinsam mit Hortensius, ihrem Hofmeister, nach Tirol in Österreich. Hier erlebt sie die Angst der Tiroler vor dem französischen Feind. Zu ihrem Erschrecken taucht eine Abordnung des 2. französischen Regiments auf. Im Schlepptau der Soldaten befindet sich die junge Marie. Sie ist Marketenderin beim Trupp und wurde als kleines Kind von diesem aufgenommen, nachdem sich niemand um sie gekümmert hat.

Marie erzählt ihrem Ziehvater Sulpice, gleichzeitig der Anführer der Truppe, dass sie sich in einen jungen Bauern verliebt hat. Nur ist dieser junge Mann Tonio, ein Tiroler. In eben jenem Moment wird dieser vor die Truppe gestoßen: Er sei ein Spion und habe den Tod durch Hängen zu erwarten. Marie wirft sich zwischen Sulpice und Tonio. Sie verteidigt ihn, indem sie zugibt, dass Tonio sie vor einigen Tagen in den Bergen vor dem Absturz gerettet habe. Die Soldaten ändern daraufhin ihre Meinung und stimmen sofort mit Marie und Tonio ihr Regimentslied an.

Die Marquise muss von Sulpice erfahren, dass Marie offenbar die Tochter ihrer Schwester ist. Sie besteht nun darauf, dass sie Marie in ihr Schloss mitnehmen kann. Dort möchte sie ihr inoffiziell die derben Soldaten-Manieren „abtrainieren“ lassen, die Marie sich im Laufe ihres Lebens angeeignet hat. Tonio ist indessen für Marie sogar bereit, in das Regiment einzutreten. Die Regel lautet nämlich: Nur ein Soldat des 2. französischen Regiments darf Marie ehelichen. Doch diese reist mit der Marquise ab, und Tonio und Sulpice bleiben traurig mit dem Trupp zurück.

2. Akt

Marie steht nun schon ein Jahr unter der Aufsicht der Marquise in ihrem Schloss. Sie quält sich mit Belcanto-Gesängen, ist aber inzwischen einigermaßen auf die Etikette vorbereitet. Sie soll, so der Plan, eine standesgemäße Ehe mit dem Sohn der Herzogin von Crakentorp eingehen. Sulpice ist zur Genesung einer Verletzung in das Schloss aufgenommen worden und beobachtet Marie, die immer noch lieber ihre Soldatenlieder singt als die Schäfer-Balladen, die ihr die eigens eingestellte Gesangslehrerin beibringt.

Der Regimentstrupp erscheint, um Marie und Sulpice zu besuchen. Tonio ist inzwischen zum Offizier befördert worden und nutzt den Besuch, um bei der Marquise um Maries Hand anzuhalten. Doch diese lehnt ab. Nun eröffnet ihr Tonio, dass er nach Recherche herausgefunden hat, dass Marie gar nicht ihre Nichte sei. Die Marquise muss nun mit einem zweiten Geheimnis herausrücken: Sie bittet Sulpice um ein Gespräch unter vier Augen. Sie offenbart ihm, dass Marie ihre leibliche Tochter sei. Sie wollte ihr den Stand nach der Heirat mit einem Herzog zurückverleihen, ohne ihren eigenen Fehler büßen zu müssen.

Der Tag der Hochzeit ist gekommen. Sulpice setzt Marie in das Hochzeitszimmer. Die Gäste, unter ihnen Herzogin von Crakentorp, und der Notar treffen ein. Der Einzige, der nicht kommt, ist der Bräutigam. Er ist verhindert. Marie willigt trotzdem ein, den Ehekontrakt zu unterschreiben. In letzter Minute lässt die Marquise diesen ändern: Tonio soll ihr Bräutigam werden, weil Marie ihn aufrichtig liebt. Dieser marschiert nun mit den Soldaten ein und das junge Paar ist überglücklich.

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Stimmlagen der Figuren:

Marie                   Sopran

Tonio                   Tenor

Marquise            Mezzosopran

Sulpice                Bass

Herzogin             Alt

Hortensius         Bass

Berühmte Arien:

Chacun le sait                 (deutsch: jeder weiß es)                Marie und Regiment

Quoi? Vous m´aimez?  (deutsch: Wie? Du liebst mich?)         Marie und Tonio

Il faut partir                    (deutsch: Ich muss gehen)             Marie

Ah! Mes amis!             (deutsch: Ah, meine Freunde!)         Tonio

Salut a la France!        (deutsch: Salut an Frankreich!)         Marie

Von außerordentlicher Schwierigkeit ist die Tenorarie Ah mes amis!, die gleich mit 9 (!) hohen C´s aufwarten kann. Da muss Tonio schon wahrlich ein tapferer Bursche sein.

Maries Salut a la France! ist ein hymnisches Lob an Frankreich und sie beweist damit ihre Zugehörigkeit.

Hier können Sie die Arie Ah mes amis! hören, gesungen vom peruanisch-österreichischen Tenor Juan Diego Flórez. Er verkörperte den Tonio in einer Aufführungsserie an der Wiener Staatsoper, gemeinsam mit seiner Bühnenpartnerin Natalie Dessay als Marie.

Das Video ist mit englischen Untertiteln versehen.

Quelle: Youtube

Man beachte die Strahlkraft der C´s!

Und hier gibt es Salut a la France, gesungen von der französischen Sopranistin Natalie Dessay als Marie in derselben Aufführung. (Wiener Staatsoper, 2007)

Quelle: Youtube

Hier können Sie Il faut partir hören, interpretiert von der österreichischen Sopranistin Daniela Fally:

Quelle: Youtube (Kanal von Daniela Fally)