Ui, nicht aufhaltsam

Volkstheater.Wien                                                                                                     21.02.14

Bert Brecht sprach schon im Jahr 1934 mit Walter Benjamin und verriet, dass er sich mit einem neuen Stück trage. Er brauchte wohl einige Jahre Bedenkzeit, denn er  verfasste erst 1941 eine „Historienfarce“, die er als Warnung gegen jedwede Diktatur verstanden wissen wollte.

Im Wiener Volkstheater wird am Premierenabend Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui zu einer Demonstration von Macht und wie sie ins Groteske abgleitet. Mit Maria Bill in der titelgebenden Rolle des Stückes hat sich das Theater einerseits sehr viel vorgenommen, andererseits wieder viel umgesetzt. Denn Bill spielt schonungslos. Sie schont niemanden, nicht das Publikum und nicht sich selbst. Es ist zugegebenermaßen ein herber Stoff eines herben Stückes. Die Regie von Michael Schottenberg ist insofern zielführend, als dass niemand wirklich aufhaltsam behandelt wird. Eher flott, resch und nicht sonderlich zögerlich. So bekommt das Stück Tempo, das an manchen Stellen nicht unpassend wieder herausgenommen wird. Die Bühne von Hans Kudlich ist geprägt von blau beleuchteten, kalt wirkenden Steinwänden und Special Effects wie Nebel treten auf.

Ganz bestimmt unterschieden werden muss laut Autor zwischen politischen Verbrechern und den Verübern politischer Verbrechen. Diese Trennlinie wird im Stück zwar wenig herausgearbeitet, dennoch gibt es eine stringente Handlung. Man muss Bert Brechts Stil nicht mögen, um die schauspielerischen Leistungen dieses Abends zu würdigen.

Die Züge von Al Capone, die der Hauptfigur ebenfalls immanent sein sollten, sind auf jeden Fall vorhanden, mag vermag es zu interpretieren. In weiteren Rollen sind sehr echauffiert Inge Maux, souverän Patrick O. Beck und Christoph F. Krutzler, bestimmt und herrisch Matthias Mamedof, man möchte sagen, ein Jungstar des Volkstheaters, und routiniert Rainer Frieb zu sehen.

-Martina Klinger-

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