KK sieht fern: KulTOUR mit Holender – die Wiener Festwochen 2014

KulTOUR mit Holender (Kulturmagazin von und mit Ioan Holender)

REZENSION der Sendung vom 14. Juni 2014

Servus TV

Der Ex- Operndirektor der Wiener Staatsoper, Ioan Holender, begibt sich in dieser Episode zu den Wiener Festwochen, wo er auf dessen Intendant Markus Hinterhäuser trifft, eine Ausstellung über Europa besucht und einigen Schubert-Proben lauscht.

Eine „großteils gelungene“ Saison haben die Wiener Festwochen unter der erstmaligen Intendanz von Markus Hinterhäuser zu vermelden. Diesem Umstand nahm sich auch die Sendung an und zeigte den über Glück und Gedeih der Festspiele philosophierenden Mann. Er meinte, man brauche auch ein wenig Glück, aber nicht solches, auf dem man sich ausruhe. Nein, disponiertes Glück. Holender äußert sich hierzu nur zurückhaltend.

Zwischen Interviewsequenzen mit Hinterhäuser sind teilweise Stiegengeländer und Innenräume zu sehen. Man wird optisch zum nächsten Programmpunkt übergeleitet. Das soll eine Ausstellung sein, aber keine, die unsereiner schon zu hunderten kennt. Sie ist sehr futuristisch gestaltet, wie Thomas Bellinek, der Ausstellungskurator, dem neugierig blickenden Ioan Holender erklärt. Er sei eigentlich Theatermacher, dies hier sei seine erste Ausstellung. Für die visuelle Konzeption zeichnet also allein er verantwortlich. Mit wachen Augen erklärt er seine Sicht der Dinge. Die europäische Union soll hier in der Ausstellung im Jahr 2060 gezeigt werden. Sie ist implodiert, und jedes zweite Exponat ist mit einer Folie verhangen. Holender interessiert sich für diese Sichtweise sichtlich, und lobt Bellineks Aussage: „Jeder kennt die europäische Union, aber niemand kennt sich aus!“

Die Kamera schwenkt auf eine dunkle Probebühne mit einigen Projektionen. Hier wird gerade Schubert geübt.

Im letzten Teil der Sendung besucht Holender also eine Probe zu Schuberts „Lindenbaum“ und der „Winterreise“ im Zuge der Festwochen. Er lauscht dem Bariton Matthias Goerne, wie er bedacht die Phrasen intoniert. Das „Konzept“ hinter Schubert sei eigentlich das „Second Hand Listening“, das folgendermaßen funktioniert. Eine Generation hört ein Lied von der vorherigen und so wird es immer wieder weitergegeben.

„Am Brunnen vor dem Tore“ steht Holender zwar nicht, dafür darf er gemeinsam mit Markus Hinterhäuser am Klavier noch die „Winterreise“, ebenfalls intoniert von Matthias Goerne, hören. Dieser probt den „Stürmischen Morgen“, „Die Nebensonnen“, „Die Wegweiser“ und den „Leiermann“. Alle diese stammen aus Schuberts Zyklus.

Zufrieden schließt Holender die Episode ab.

 

-Martina Klinger-

 

 

Link/Tipp:

KulTOUR mit Holender, jeden zweiten Samstag um 18:30 auf Servus TV.

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