Kunst und die Fußball-WM – das Runde muss ins Eckige?

Während der Fußball-WM in Russland ist die Klassik nicht so gefragt? Naja! Es gibt schließlich viele Leute, die den Beruf des Künstlers, der Künstlerin ausüben und sich trotzdem für den Sport des runden Leders begeistern können. Somit wird ihnen auch in dieser Zeit nicht langweilig!

Pro König Fußball ist etwa der berühmte Kammersänger, Tenor Plácido Domingo. Er feuert regelmäßig seine Mannschaft Spanien an. Schon 2008 prophezeite er die Teilnehmer des Finalspiels: „Spanien gegen Deutschland“. Er ist enthusiastischer Fan von Real Madrid. Aber auch eine österreichische Fußball-Ikone, „Goleador“ Hans Krankl (mit eigener Band Monti Beton), darf sich über Zuspruch von Domingo freuen.

Zur Fußball-WM 1990 fanden sich die drei Tenöre Domingo, Pavarotti und Carreras in den römischen Caracalla-Thermen ein, um ein FIFA-Konzert zu geben. Das löste einen Klassik-Trend zu Stadienkonzerten aus.

Im 52. Jahr des Wiener Opernballes sorgte das „Fußballett“ für gute Unterhaltung unter den Tanzenden. Es wurde eine musikalische Auftragsarbeit des deutschen Komponisten Moritz Eggert mit dem Titel „Am Ball“ gespielt. Die künstlerische Zusammenführung von Ballett und Fußball, prophezeite Ex-Staatsoperndirektor Ioan Holender damals.

Der Brite Benedict Mason schrieb eine Fußball-Oper, welche von einem Spieler handelt, der seine Seele verkauft, um ein Weltfußballer zu werden. Sie wurde 2007 bei den Bregenzer Festspielen von David Pountney inszeniert.

Es gibt also durchaus Überschneidungspunkte des beliebten Ballsports und der Bühnenkünste. Der eine Künstler auf dem Rasen, der andere auf der Bühne. Das gilt natürlich genauso für die weiblichen Virtuosinnen.