Alexander und Peter Edelmann in concert – unter dem Motto „Family Business“ -彼得 并 亚历山大 君子 唱歌

Vater und Sohn Edelmann – Peter und Alexander – boten ein geschmackvoll arrangiertes Konzert mit Duetten und Solo-Liedern. Dabei plauderten sie auch aus dem „Nähkästchen“, wie es sich in einer Künstlerfamilie abspielt und was man mitbringen sollte, wenn man Opernsängerin oder Opernsänger werden möchte. Die Übertragung erfolgte per Livestream, organisiert wurde vom Kulturforum Peking. Pianist Manfred Schiebel begleitete die beiden am Klavier.

Wer sind die beiden Sänger des Konzerts?

Peter Edelmann ist neben seiner Tätigkeit als Opernsänger und Künstlerischer Direktor auch Professor am Institut für Gesang und Musiktheater der mdw Wien. Hier bildet er im Rahmen seiner Lehrtätigkeit junge SängerInnen aus und bereitet sie auf den Beruf vor.

Alexander Edelmann (geboren 1999) hat einen klaren Berufswunsch: Der Gesangsstudent – Bariton – will unbedingt auf einer der großen Bühnen dieser Welt den Papageno singen.

Programm – Duette und Liederzyklus-Exzerpte, Wienerlieder

Das Programm des Live-Konzertes beinhaltete Duette wie „Wasserfahrt“ (Felix Mendelssohn Bartholdy), „Mein Mädel hat einen Rosenmund“ (Johannes Brahms), aber auch Schuberts berühmte „Winterreise“ – natürlich daraus der „Lindenbaum“, oder der von Alexander Edelmann lieblich dargestellte „Musensohn“. Auch Wienerlieder haben es in die Auswahl geschafft: „Mein Vater war ein Hausherr und ein Seidenfabrikant“, „Es wird a Wein sein“. Die vorhandene Flexibilität im Ausdruck und dass es augenscheinlich ist, dass diese anders gesungen werden als ein Liederzyklus, wurden eindrücklich demonstriert.

Auch nach Ausklang eines Liedes im Liederzyklus ist noch in der „Nach-Stimmung“ zu verweilen. Dies mag ein Nebenelement sein, ist aber genauso wichtig, wie ein Beginn mit Verve.

Im anschließenden Interview mit den beiden Sängern wurden die anstrengenden, fordernden und inspirierenden Seiten des Sängerberufes erläutert.

Interviewt von Evelyn Schörkhuber gaben die beiden so einiges zu Protokoll:

Was sind Herausforderungen einer Sängerin / eines Sängers?

Das Künstlerleben sei ein schwieriges Leben, da man bei einer etwaigen PartnerInnensuche darauf achten müsse, dass diese(r) Verständnis für den/die ständig übende(n), ständig gedanklich in einer Intonation oder Rolle befindliche(n) PartnerIn haben müsse. Es sei gut, wenn der/die PartnerIn auch besonders diesen Beruf verstehen würde. Unterstützend und mit dabei bei Konzerten und Auftritten sein würde. Natürlich sei es auch fordernd, weil man ständig unterwegs sei und überall auf der Welt Auftritte warten – im Idealfall.

Peter Edelmann zitiert eine erfahrene Opernsängerin: „Wenn man Sänger sein will, muss man leben wie ein Kleinbürger. Kaum Partys, viel Schlaf, nicht viel sprechen, den Körper fit halten, viel Sport machen, immer auf sich achten.“

Man stehe ja nicht nur auf der Bühne und trage vor, das sei nur die „Spitze des Eisbergs“. Die mannigfaltige Vorbereitung, das Üben, Textlernen, die Rolleninterpretation, seien die Vorarbeit, die man nicht sieht.

Das wichtigste Instrument der Sänger(innen)

Das ist natürlich unbestritten die Stimme. Sie sei sehr delikat, müsse ständig gepflegt werden. Man könne auch nicht zehn Stunden am Tag singen üben. Im Kehlkopf drinnen sieht es fragil aus, obwohl man damit die höchsten Töne produzieren kann. Wenn man müde sei, sei auch die Stimme müde. Das höre und spüre man sofort.

Was lernt man an der Universität, wenn man Gesang studiert?

Peter Edelmann prägt diesen Spruch: Er sage seinen Studenten immer, „Was Du kannst, musst Du lernen!“. Das bedeutet, dass man auch wenn man von „Haus aus“ die Stimme mitbringt, da Talent zum Singen mitbringt, immer die Entwicklung erst stattfinden muss, und man die Intonation, den Ausdruck, das Phrasieren, alles das erst lernen muss. An der Universität wird die Technik, das Handwerk gelehrt, und für eine lange Karriere gehören ebenso viel Fleiß und Ausdauer dazu. Das Wichtigste an all dem: DU musst es wirklich wollen! In DIR muss ein Feuer dafür brennen, zu singen, den Leuten mit deinem Gesang etwas zu geben, einer Rolle Leben einzuhauchen.

Der junge Bariton Alexander wurde nicht dazu gezwungen, Gesang zu studieren, etwa um die Tradition fortzusetzen. Er macht es, weil er es aus freien Stücken will.

Alexander Edelmann findet es sehr wichtig und profitiert davon, den kulturellen Austausch mit vielen anderen KollegInnen auf der ganzen Welt zu haben. Man habe immer ein Netzwerk und könne sich austauschen.

Sein großer Traum: Der Papageno an einem berühmten Opernhaus zu sein.

China als eine Hochburg klassischer Musik bringt viele außergewöhnlich talentierte StudentInnen hervor, die an sich feilen und arbeiten. Im Rahmen einer an das Konzert anschließenden Master-Class wird von Peter Edelmann (hat bereits in Macao den Papageno gesungen, hat die Hongkong Opera miteröffnet) mit jungen chinesischen Studierenden gearbeitet.

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