KK sieht fern/TV-Rezensionen von Kultursendungen

Im Fernsehen ausgestrahlte Kultursendungen werden hier unter die Lupe genommen

Friedrich von Thun erzählt: „Habsburgs Adel – Die Esterházys“ (ORF III)

In einer neuen Fernsehreihe des österreichischen Senders ORF III erzählt Schauspieler und Publikumsliebling Friedrich von Thun (eigentlich Friedrich Ernst Peter Paul Maria Thun-Hohenstein, und adelshistorisch Graf von Thun und Hohenstein) von „Habsburgs Adel“. Den Anfang der mehrteiligen Reihe macht er mit den Esterházys.

Man stelle sich einmal Österreich „ohne alles“ vor, die ganze damalige Donaumonarchie mit ihren Feldherren und Staatsmännern. Österreich ohne die Schlösser. Maria Theresia drohte die Zerschlagung. Bayern, Sachsen und Preußen stellten sich gegen sie…..sie wollten lieber einen männlichen Thronerben.

So bildhaft und schicksalsschwer erfolgt die Einleitung der neuen Reihe durch Friedrich von Thun.

Pannonien, die ungarische Tiefebene, war die Machtbasis der Esterhazys. Das heutige Burgenland präsentiert sich als Naturparadies mit vielen kulturellen Einflüssen. Wer heute auf dem Neusiedler See unterwegs ist, ahnt vielleicht nicht, dass er sich über weite Teile auf Privatgewässer der Esterházys bewegt. Besondere Bauwerke der Esterházys sind das Schloss in Eisenstadt sowie die Burg Forchtenstein (erworben durch Nikolaus Esterházy).

Vielleicht war der ungarische Vizekönig Nikolaus schuld an einer verbogenen Stephanskrone der Habsburger? Am 14. Februar 1638 sollte in Pressburg Maria Anna, Frau von Ferdinand III gekrönt werden, doch die Truhe mit der Krone ließ sich nicht öffnen, weil aus Wien gleich drei falsche Schlüssel geliefert wurden. So ließ der Vizekönig die Truhe mit Brachialgewalt öffnen. Es resultierte die gebogene Krone, die – so erzählte man – das schwierige Verhältnis der Habsburger zu Ungarn repräsentierte.

Ende des 17. Jahrhunderts wurde Ungarn von einem türkischen Pascha regiert. Bei der Schlacht von Vezekeny gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Osmanen fiel das Oberhaupt der Esterházy, Ladislaus.

Die Burg Forchtenstein wurde zu einer uneinnehmbaren Festung ausgebaut. Die Kunst- und „Wunderkammer“ ist bis heute sehr gut erhalten, da sie gut versteckt liegt.

Im Burgenland, so erfährt man auch, gibt es heute sieben jüdische Gemeinden, aus dem Grund, weil Paul I Esterházy Juden aufnahm.

Die Esterházy zeichneten sich durch Loyalität und Kaisertreue aus. Auch das Schloss Esterháza in Fertöd, das ungarische Versailles genannt, wurde zu einem „Esterházy´schen Feenreich“, wie ob des großen Prunks Goethe schon bemerkte. Nicht nur der allgemeine Bauboom führte dazu, dass Nikolaus II Esterházy, verheiratet mit Maria von Liechtenstein, der zuerst nach Neapel ging, um Kunstschätze zu beschaffen und dann in Linz eine Militärausbildung absolvierte, 3,8 Millionen Gulden Verbindlichkeiten anhäufte.

Dieser revolutionierte aber auch das Postwesen, und war als Wollproduzent Herr über Bauern mit 200 000 Schafen. Seiner Affinität zu Kunst und deren Reproduktionen wegen wurde er „Il Magnifico“ genannt. Für die Orangerie im Schlosspark von Eisenstadt trug er exotische Blumen zusammen, und für Tochter Leopoldine errichtete er den Tempel im Park mitsamt einer Sitzstatue……

Wer nun neugierig geworden ist, was noch kommt und Teil dieser neuen Reihe sein wird und sich vom charmanten Friedrich von Thun Historie näher bringen lassen will:

„Habsburgs Adel – Folge 1: Die Esterházys“, 02.01.2019, ORF III

„Habsburgs Adel – Folge 2: Die Liechtensteins“, 03.01.2019, ORF III

„Habsburgs Adel – Folge 3: Die Schwarzenbergs“, 04.01.2019, ORF III

„Habsburgs Adel – Folge 4: Die Coburgs“, 05.01.2019 ORF III

Außerdem zeigt ORF III alle vier Folgen am 05.01.2019 ab 15:30 h am Stück.

Links:

http://www.esterhazy.at

http://tv.orf.at

KulTOUR mit Holender auf Servus TV – Plácido Domingo an der Scala in Mailand

KulTOUR mit Holender am 25. Februar 2016 – Placido Domingo an der Mailänder Scala in der Oper „I due Foscari“ von Verdi.

Eben noch stand Placido Domingo auf der Bühne der Mailänder Scala als Francesco Foscari in der Oper “I due Foscari”, die live auf ServusTV übertragen wurde. Gesungen hat er einfach unsagbar gut, aber gestorben ist sein Charakter nicht ganz so überzeugend. Mehr ließ er sich auf das Baldachin-Bett sinken. Frenetischer Jubel für Domingo, aber auch viele Buh-Rufe für andere SängerInnen. Michele Mariotti als Dirigent wurde auch nicht eben freundlich verabschiedet.

Es folgte nun im Anschluss eine Folge von KulTOUR mit Holender. Er besucht den Welten-Sänger Plácido Domingo bei seiner Vorbereitung zu „I due Foscari“.

Verdi, Callas und Domingo an der Scala. Davon schwärmt Ioan Holender in der heutigen Folge. Er besucht aber heute „nur“ Domingo, die anderen beiden können nicht besucht werden.

Wie denkt Maestro Domingo über dieses Werk?  Die einzige Oper, für die er noch zu jung ist, sie zu singen. Sagt Domingo. Francesco Hayez malte die due Foscari, die heute bekannter sind als die gleichnamige Oper. Wichtige geschichtliche Persönlichkeit. 4 Kinder verliert Foscari. Die Szenen seien schwer umzusetzen, meint Domingo.

Holender sucht das Gespräch mit Alexander Peireira: „I due Foscari“ ist wesentlich mehr ein Teil der Verdi Tradition, sehr anspruchsvoll für alle Sänger. Ein Stück, das genau im richtigen Moment kommt. Man hat eben so circa 20 Stücke als Intendant im Kopf und wartet bis „eines aus dem Kopf herauskommt“. Man darf Stücke nur dann spielen, wenn man die Besetzung parat hat, meint dazu Alexander Peireira, Intendant der Mailänder Scala.

Francesco Meli als Tenor steht Domingo seit Jahren zur Seite. Holender lobt ihn als den besten Verdi-Tenor unserer Zeit.

„Mein Stil ist, dass ich keinen Stil habe.“ Große Worte, Holender schaut skeptisch, aber der moderne, in einer Bikerjacke gekleidete Regisseur Alvis Hermanis erklärt ihm, dass jedes Tor einen anderen Schlüssel brauche.

Als Hermanis zum ersten Mal (in Salzburg) auf Domingo traf, lernte er ihn als eine offene, frische, verwundbare Person kennen, mit einem „heart in x-large“, wie er sagt.

1969 debütierte Domingo mit „Ernani“ an der Mailänder Scala. 21 Rollen sang er bisher hier. Heute, 2016, singt er also den alten Francesco Foscari hier.

Ein Ende ist nicht in Sicht, aber wir brauchen nicht mehr lange, bis wir dort ankommen. Sagt Domingo. Er spiele gedanklich bereits mit der nächsten Rolle für ihn.

Otello unter Carlos Kleiber lässt Domingo zur Höchstform auflaufen.Holender bekommt aus Emotion fast feuchte Augen. Wirklich mitreißend, die Interpretation.

Es folgt eine Einspielung von Cavalleria Rusticana 1981, ein Film von Zeffirelli mit Domingo.

Plácido Domingo wurde von Holender zu Alexander Peireira empfohlen.

Domingo singt, und auf einmal: Pagliacci ist so emotional, er singt es fast wahnsinnig. Man will das Ohr nicht mehr abwenden. Mit weißem Gesicht zieht er den Hörer in seinen Bann. Alle Tenöre einer Generation schaffen nicht zusammen, was Domingo schafft, so eine Meinung.

Eine weitere Einspielung, „Fedora“ 1993 mit der großen Mirella Freni. Das wirkt sehr romantisch.

Domingo denkt daran, als nächstes den Amfortas, den Gralskönig aus Parsifal, zu singen.

Domingo wird von Holender gefragt, warum es so ein spezielles Gefühl ist, an der Scala empfangen zu werden. Die Fans reden hier von allem, über Gestik und Mimik, über Phrasierung. Auch die Kritiker sagen ihm Dinge, die von unglaublicher Schönheit sind.

Holender ist merklich tief bewegt und bedankt sich herzlich bei Plácido Domingo.

 

KK sieht fern: KulTOUR mit Holender – das Slowakische Nationaltheater – Bratislava, Oper jenseits der Donau

ServusTV

In dieser Folge besucht Ex-Staatsoperndirektor und Moderator Ioan Holender die Stadt Bratislava, die eine wahrlich bewegte und abenteuerliche Geschichte vorzuweisen hat. Einst war es die Hauptstadt des ungarischen Königreiches, heute ist es die Hauptstadt eines unabhängigen Landes.

Es interessiert ihn besonders das Opernhaus. Drei Sparten deckt es ab: Oper, Schauspiel und Ballett. Die „neue“ thront hier neben der „alten“ Oper. Warum aber braucht Bratislava zwei Opernhäuser? Darüber ist sich Holender nicht im Klaren und befragt fachmännisch den Musikdirektor der Oper Bratislava, Friedrich Haider. Dieser offenbart ihm das Geheimnis: Verdi und Mozart werden im Alten Haus aufgeführt. Große Stücke im Neuen Haus, es ist das Alte nicht gemacht für Wagner und Strauss. Ein Stadttheater ist eben für große Werke nicht gebaut. Das Orchester spielt in beiden Häusern. Es gibt auch eine Philharmonie. In Bratislava pulsiert überdies das Musikleben: Die Stadt kann sich rühmen 3 Berufsorchester zu beherbergen, es existiert eine große Sängerszene. Wie kann eine Stadt nur so viele Sänger und Sängerinnen rekrutieren?, fragt sich Holender weiter. Brüder, Geschwister, Väter, Mütter, Töchter: Die Stimmen haben sie alle im Blut.

Holender lauscht den „Gioielli della Madonna“, einer Oper von Ermanno Wolff Ferrari. „Um Gottes Willen ist das schön, was hat das für ein hohes kompositorisches Niveau,wieso kennt man das nicht?“

Natalia Ushakova  und Daniel Captovich singen dieses Werk und versuchen, aus Bratislava ein „Bayreuth Wolff-Ferraris“ zu machen. Die Übersetzungen oberhalb, sind auf Slowakisch und Deutsch lesbar. Das liegt daran, dass auch das Wiener Publikum reges Interesse an Bratislava zeigt. Im Eingangsbereich sind die Sparten getrennt: Oper sowie Ballett rechts, und links das Schauspieltheater. Roman Polak leitet dieses. Die eigene künstlerische Freiheit ist ihm wichtig, man spielt etwa die „Almbraut“.  Oder „Moral 2000″, welches aktuelle Themen wie künstliche Lebensverlängerung, oder das Einfrieren von Eizellen beinhaltet. Holender wünscht sich daraufhin mehr aktuelle Thematiken auch in Wiener Häusern.

Unter der Habsburger Monarchie, 1920 sangen hier Berühmtheiten wie Marian Chudovsky, Lucia Popp, Anton Dermota. Mit der Straßenbahn reisten sie zu Vorstellungen an. Bratislava wurde als „Wiens drittes Opernhaus“ bezeichnet.

Holender macht sich auf zum jüdischen Gemeindemuseum. Pressburg wurde in der Habsburger Zeit als ungarisches Jerusalem angesehen. Bis heute ist Bratislava ein Zentrum des jüdischen Lebens.

Ioan Holender beendet diese Ausgabe mit einem hübschen Zitat von H.C. Andersen:  Die Slowaken wollten ein Märchen von ihm hören, darauf antwortete er: „Ihr wollt´s ein Märchen von mir? Die schönste Stadt habt ihr hier!“

Ioan Holender. Foto: ServusTV, 22.10.10

Ioan Holender. Foto: ServusTV

 

Kammersänger Heinz Zednik beim ORF III-Kulturwerk

Der beliebte Kammersänger Heinz Zednik besuchte das Kulturwerk-Studio des ORF und erzählte aus seinem Leben und von seiner Karriere.

Wieso ist seine Karriere so besonders?

Er ist seit 50 Jahren Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper. Quasi „nebenher“ hat er an der Scala, der Metropolitan Opera, in Amsterdam, Bayreuth, Japan und an vielen Orten mehr gesungen. Wie hat er das unter einen Hut gebracht? Nun, er hat einen umgemünzten Vertrag gehabt: 50 bis 60 Tage Proben an der Oper, dann Zeit für die internationalen Engagements.

Wie oft hat er schon in Wien gesungen?

Er hat schon 1923 Auftritte mit 102 Partien in insgesamt 68 Werken absolviert. Auch hat er öfter schon mehrere Partien in einem Werk gesungen. Um ein Beispiel zu nennen: In „Parsifal“ von Wagner hat er sowohl Knappen als auch Gralsritter gesungen. In „Ariadne auf Naxos“ hat er unglaubliche vier Partien gesungen: Den Tanzmeister, den Haushofmeister, Scaramuccio und Brighella. Kleinere, mittlere Rollen sind dichter gestreut, wie er meint.

Was bedeutet ein Werk für ihn?

Ein Werk verändert sich mit dem Sänger, es ist immer wieder neu. Das Werk an sich, so wie es geschrieben steht, ist für ihn wichtig. Man soll es lesen und mit den Korrepetitoren durchgehen und erarbeiten. Dann mit dem Dirigenten und mit Kollegen diskutieren und arbeiten. Man ist Diener am Werk, Diener des Komponisten. Eine bescheidene Sichtweise.

Mag er Oper und Operette gleichermaßen?

Zednik hat immer gerne Operette gesungen, mehr zuhause ist er allerdings in der Oper. Auch das Wienerlied liegt ihm als gebürtigem Wiener sehr am Herzen.

Wie verlief das erste Vorsingen in Graz?

Zednik wurde nach Graz empfohlen, er hat einen Knabensopran gehabt. Später, nach dem Stimmbruch, war er Tenor. Vorgesungen hat er in Graz allerdings die Arie „O Isis und Osiris“ aus der Zauberflöte, welche eine Bassarie ist. Es war ein Missverständnis, und seine spätere Gesangslehrerin hat ihm ebenfalls von den allzu tiefen Tönen abgeraten, und ihn den Papageno singen lassen. Der war schon besser für Heinz Zedniks Stimme geeignet.

Wie war es in Wien für Heinz Zednik?

Otto Schenk attestierte ihm eine großartige Singstimme und neben der harten Arbeit an den Rollen waren es auch das berühmte Quäntchen Glück, und der richtige Zeitpunkt für eine große Karriere.

Die Stimme von Heinz Zednik

Er verfügt über eine geschmeidige, leichte Höhe, sicher kam der Knabensopran auch zugute in späteren Jahren. Seine Gesangslehrerin meinte, er wäre ein Tenorbuffo, vielleicht werde er auch noch Charaktertenor. Ioan Holender schreibt im Vorwort von Zedniks Buch über „das Zednik-Fach“ : Nie hat er versucht über sein Fach hinaus zu singen. Gewiss auch eine Vernunftfrage: Sollte er denn einen dramatischen Tenor singen? Wenn auch am kleineren Haus, er hätte sich „selber in den Sack gelogen“, er wäre das nicht gewesen.

Was sagt er über Gesangsunterricht und Talent?

Gibt selten Unterricht. Aber wenn dann rät er dazu eine Rolle zu lassen, wenn  sie zu schwer ist. Was Oper oder Schauspiel angeht: Wirklich erlernen, nein, das kann man nicht, da muss ein Bauchgefühl her. Falsche Richtung. Alle Dinge muss man mit sich ausmachen. Intelligenz und Glückhaftigkeit gehören dazu genauso wie ein Direktor, der über den Sänger weiß: „Des mocht er mir, oder des mocht er mir nicht.“

Es gibt viele angehende Sänger, die es nicht geschafft haben. Aus irgendeinem Grund, ist die Karriere schiefgelaufen. Es gibt Leute mit zwei linken Füßen, oder linken Händen. Es gibt Einzelindividuen, und es ist Gottlob so. Wenn alle gleich wären, wäre das nicht gut.

Zednik und das Wienerlied

Gattungsmäßig einengen lässt sich Zednik nicht. Nein, das Wienerlied, der Humor, Gesellschaften unterhalten – Das sind Schicksale, in die man geboren wird.

 

KS Heinz Zednik singt „Wein – Weib – Wien“. Auch hier ist die besonders mühelose, leichte Höhe spürbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

KK sieht fern: Eröffnung der Bregenzer Festspiele 2014

Eröffnung der 69. Bregenzer Festspiele                                                23. Juli 2014
 ORF 2
 Die 69. Bregenzer Festspiele wurden heute, Mittwoch, eröffnet.
Zu sehen gibt es heuer unter dem Motto „Wien zartbitter“ unter anderem die relativ neue HK Gruber – Oper „Geschichten aus dem Wiener Wald“ nach dem Stück von Ödon von Horvath. Auch ein hübscher Hintergrundfilm wurde gezeigt, das Motiv, natürlich Wien. Vom Westen Österreichs reist man also gedanklich bei den Bregenzer Festspielen bis fast ganz in den Osten.
 
Ein weiteres Highlight ist die Mozart´sche „Zauberflöte“, in der letzten Saison David Pountneys als Intendant wieder nach 2013 als Märchenspiel auf dem großen See zu sehen. Ein wahrer Boom findet also in Österreich wieder einmal statt. Denn alle großen Bühnen des Landes haben schon oder werden in diesen Jahren Intendanz-Wechsel verzeichnen.
Die Bregenzer Festspiele profitieren von Gästen aus drei Ländern, auch internationale Gäste sind sehr interessiert am Kulturangebot am Bodensee.  1% der Gäste kommt aus Liechtenstein.
 
Konzerte, Matineen und Kinderprogramm ergänzen das vielfältige, auch modern geprägte Kulturangebot.
Auch was die Besetzung betrifft, kann Bregenz heuer mit arrivierten Sängern und Sängerinnen aufwarten: Angelika Kirchschlager, Jörg Schneider und Daniela Fally treten auf.
 Die Eröffnung wurde live aus dem Festspielhaus übertragen. Es spielten die Wiener Symphoniker unter der Leitung verschiedener Dirigenten. Eine abgespeckte Version des Strauss- Walzers „Geschichten aus dem Wiener Wald“ (op. 325) war zu hören. Dazu sehr unterhaltsame, auch nachdenklich stimmende Wien-Impressionen (Strauss-Denkmal, Gürtel und Rotlichtviertel, Riesenrad, Kartenverkäufer in Mozart-Perücken vor der Oper, das Haas-Haus, die Konditorei Demel, Handyshops, Bettler, Restaurants).

Hans Peter Metzler, Präsident der Bregenzer Festspiele, sprach in seiner Rede von Erwartung und Inspiration, die Leute sollen über den Tellerrand hinausschauen, sich der Kultur öffnen. Das hatte auch schon David Pountney in früheren Jahren seiner Intendanz bemerkt.

Das überwältigende Musiktheater in imposanter Natur – so werden die Festspiele genannt.

Nun zu einigen Darbietungen der Eröffnung nach Themen:

Geschichten aus dem Wiener Wald:

Natürlich zählt hier auch der vorhin erwähnte „abgespeckte“ (das heißt um einige Schlusstakte gekürzte) Walzer dazu.

Alexander Kaimbacher (Hierlinger Ferdinand) und Ilse Eerens (Marianne) traten mit dem Lied aus der Wachau auf. „Verlassenes Winzerhaus, die Donau fließ so blau, in der Wachau!“ Der Hierlinger fordert da Marianne auf, zu singen. „Lauter, lauter!“ ruft Kaimbacher ins Mikrofon. Dies soll einen Vorgeschmack auf die Premiere der „Geschichten aus dem Wiener Wald“ bieten. Die Figuren sind dieselben wie im Originalstück Ödon von Horvaths. Als Mariannes Mutter ist kurz Anke Vondung zu hören und zu sehen. Die Valerie (Trafikantin) singt Angelika Kirchschlager. Premiere ist am 23. Juli im Festspielhaus.

Die Oper wurde vom Wiener HK Gruber komponiert.

Denise Beck als „Eintröterin“ betätigte sich künstlerisch mit einer Art „Vuvuzela“. Später brachte sie gemeinsam einer Streetband „L´ hirondelle du Faubourg“ auf die Bühne. Französisches Chanson liegt der Auftretenden.

Christopher Hinterhuber am Klavier brachte die Gäste in Stimmung. Eine Prelude der Oper „Gloria von Jaxtberg“ am begeisterte.

Ein Interview mit Angelika Kirchschlager fiel launisch und informativ aus:

Sie sagte, am Premierentag würde sie eine große Portion Spaghetti essen, dann ausschlafen, sich einsingen, in die Maske gehen und schließlich ihren Auftritt haben.

-Martina Klinger-

 

Die wichtigsten Premieren der Bregenzer Festspiele im Überblick:

Geschichten aus dem Wiener Wald (Oper von HK Gruber) – Premiere am 23. Juli, 19.30 Uhr im Festspielhaus. Auf Deutsch und Wienerisch! mit deutschen Übertiteln. Dauer 2:20, eine Pause. Reprisen: 27.07. um 11 Uhr, 03.08. um 11 Uhr. Mit Ilse Eerens (Marianne), Alexander Kaimbacher (Hierlinger), Angelika Kirchschlager (Valerie). Die Premiere ist ausverkauft.

Die Zauberflöte (Oper von Mozart) – Premiere am 24. Juli, 21:15 auf der Seebühne. Auf Deutsch. Dauer: 2:20, ohne Pause. Reprisen: 25.07., 26.07., 27.07., 29.07. jeweils 21:15 Uhr. Mit Nikolai Schukoff, Anja-Nina Bahrmann, Bernarda Bobro, Daniela Fally, Alexander Kaimbacher. Die Premiere und die folgenden Reprisen sind ausverkauft. Karten gibt es noch für folgende Termine: 19.08., 20.08., 21.08., 23.08. ( –>hier 1. Kategorie Restkarten) jeweils um 21:15h.

Gloria von Jaxtberg (Oper von HK Gruber) – Premiere am 31. Juli, 19:30 auf dem Kornmarkt. Auf Englisch mit deutschen Erklärungen. Dauer 1:15, ohne Pause.

 

 

 

 

 

KK sieht fern: Serafin on Tour – operklosterneuburg

Serafin on Tour – operklosterneuburg

SERAFIN ON TOUR (Kulturmatinee von und mit Harald Serafin)

REZENSION der Sendung vom 13. Juli 2014

ORF III

In dieser Folge besucht Harald Serafin Klosterneuburg. Hier gibt es heuer ein Jubiläum zu feiern. Seit 900 Jahren existiert das Chorherren-Stift Klosterneuburg, und in dessen Kaiserhof wird jährlich im Sommer Oper gespielt. Nicht die kleine, sondern die große, schwere, wagemutige Oper. Der Intendant ist Michael Garschall. 2014 ist es eine Mozart-Oper, die das Publikum entzücken soll. Harald Serafin wirft einen näheren Blick auf die Produktion und die Darsteller.

Vor dem Stift werden die Zuseher auch schon begrüßt. „Heute möchte ich Sie nach Klosterneuburg entführen!“, so die launige Begrüßung. „Hier wird echte, gute, große Oper produziert!“ Der erste Interviewpartner des wissbegierigen Protagonisten ist auch gleich Herr Garschall, der herbeieilt. Warum er diese Produktion angesetzt hat? „Es ist ein ganz besonderes Geschenk zum Jubiläum, was gibt es Anderes , Prachtvolleres als die Zauberflöte?“, meint Garschall.

Es sind Ausschnitte zu sehen. Tamino, wie er vor der entsetzlichen Schlange (die hier gar nicht einmal so bedrohlich wirkt, sondern eher fast putzig) flieht und von den drei Damen gerettet wird, Papageno, erschöpft am Boden liegend. Alles das wird umrahmt von moderner Jazzmusik.

„Zeig uns dein Ensemble!“, bittet Serafin Garschall. Dieser leistet Folge und holt sogleich seine Königin der Nacht, Antje Bitterlich. An Garschalls Hand wird sie durch die Kulisse geführt. „So schön ist es nur in Klosterneuburg!“, meint Garschall. Darauf Serafin: „Das sagt jeder Intendant.“ Mit einem Lächeln wird der Witz untermalt. „Du weißt doch, Intendanten haben immer Recht, erstes Gesetz am Theater!“ komplettiert Garschall.

Bitterlich gibt „O zittre nicht, mein lieber Sohn!“ zum Besten. Der nächste Interviewpartner wartet aber schon: Es ist der türkische Tenor Ilker Arcayürek. Er gibt den Tamino. Ein zweites Mal sieht man ihn vor der „entsetzlichen Schlange“ fliehen. Wie er es mit dem Tamino hält, will Serafin wissen, „liegt er dir gut auf dem Hals ..?“ „Auf jeden Fall, jeder lyrische Tenor soll einmal den Tamino gesungen haben.“.

„Und, wie verstehst du dich mit deiner Pamina?“, fragt Serafin. Darauf antwortet nicht etwa Arcayürek, sondern die Sopranistin Valda Wilson, die ebendiese Pamina singt. Die beiden Herren begeben sich zu ihr auf die Bühne. Serafin: „Der Garschall hat schon eine gute Nase, dass er schöne Menschen besetzt!“ „Ja, für mich musste er nach Australien suchen gehen.“ sagt Wilson.

Auf einem Fahrrad kommt das „Herzstück der Zauberflöte“ angefahren. Papageno und Papagena alias Katrin Fuchs und Martin Achrainer. Sie tragen „federleichte“ Kostüme, diese sind eben über und über mit rot-weiß-blauen Federn bestückt. Dazu trägt Papagena noch eine türkise Strumpfhose und türkise Pumps. Also ist alles recht bunt.

Dann sieht man Papageno und Pamina im Duett. Als Nächstes interviewt Serafin Isabella Gregor, die fast nicht aufhören will, über die Zauberflöte zu reden. Mit moderner Musik und Einblendungen geht es weiter. (Papageno hüpft auf die Hand eines Darstellers, sehr actionreich).

Serafin verabschiedet sich für diese Episode vom Publikum: „Das war ein Besuch in Klosterneuburg bei der Zauberflöte-Ein wunderbarer Ort um Musik zu genießen….Adieu!“

-MK-

Link:

http://tvthek.orf.at/program/Serafin-on-Tour/6383583/matinee-Serafin-on-Tour/8174365

 

KK sieht fern: Serafin on Tour – die Sommerspiele Perchtoldsdorf

Serafin on Tour – die Sommerspiele Perchtoldsdorf

SERAFIN ON TOUR (Kulturmatinee von und mit Harald Serafin)

REZENSION der Sendung vom 06. Juli 2014

ORF III

In dieser Folge besucht Harald Serafin die Burg Perchtoldsdorf mit ihren Sommerspielen. Unter der Intendanz des früheren Volksopern- Regisseurs Michael Sturminger werden hier Sprechstücke aufgeführt. Die Sommerspiele existieren seit 30 Jahren. Heuer wird das „Käthchen von Heilbronn“ von Heinrich von Kleist auf die Bühne gebracht.

Am Anfang steht Serafin vor der noch leeren Tribüne der Burg. Er stellt aufgeregt das Ziel der ersten Tour vor: die Burg Perchtoldsdorf. Es ist ein „liebes“ Städtchen außerhalb von Wien. Hier führt im heurigen Jahr die Burgtheaterschauspielerin Maria Happel Regie. Und diese muss erst aufwändig gefunden werden. Es wird eine Lauf-Tour, bis Serafin Happel an einem gut gefüllten Tisch, zusammen mit anderen Darstellern und Darstellerinnen, nämlich ihrer Familie, antrifft.

Happel verkörpert gleich drei Rollen (Köhlersfrau, Nachtwächter und Tante), und so ganz nebenbei „schupft“ sie Familie und Haushalt. Ihre Töchter Paula und Annemarie sowie ihr Mann Dirk Nocker mischen kräftig im Stück mit. Paula wirkt während des Interviews abwesend, ihre Mutter sprüht vor Energie.

Sobald alle über ihre Rollen befragt sind, macht sich Serafin auf zu den Hauptdarstellern 2014, das Käthchen und Graf Wetter vom Strahl.

Das Haupt-Paar dieser Produktion ist zwar auf der Bühne sehr innig miteinander, privat seien sie nur „gute Kollegen“, wie Anna Unterberger und Nikolaus Barton versichern. Als Käthchen und Graf Wetter von Strahl werden sie diesen Sommer auf der Burg Perchtoldsdorf das Publikum in ihren Bann ziehen. Sechs Wochen Probenzeit liegen hinter den beiden.

Man sieht immer wieder Aufnahmen der Bühne mit moderner Musik, wo sich die Schauspieler und Schauspielerinnen nach Kräften verausgaben. Kondition ist im „Käthchen“ von großer Bedeutung. Diese zeigt auch der Theaterkenner Serafin, als er durch die Gänge der Burg eilt (manchmal kann man kaum folgen) um seine nächste Interviewpartnerin aufzusuchen: Es ist Veronika Glatzner, die die Kunigunde darstellt. Sie verrät schon einmal, dass sich der Graf und sie am Ende nicht bekommen werden. Wolfgang Hübsch, der im Käthchen den Kaiser mimt, kommt leider nicht zu einem Interview.

Danach folgen nocheinmal Sequenzen aus dem Stück: Kämpfe, Fluchtversuche und harsche Aufforderungen. Da müssen die Protagonisten (Happel, Unterberger, Barton) wohl diesen Sommer durch.

 

– MK-

 

Links:

http://tvthek.orf.at/program/matinee-Serafin-on-Tour/8144173/Serafin-on-Tour-Sommerspiele-Perchtoldsdorf/8138712/Serafin-on-Tour-Sommerspiele-Perchtoldsdorf/8147273

 

 

 

 

 

KK sieht fern: KulTOUR mit Holender – die komische Oper in Berlin

KulTOUR mit Holender – die komische Oper in Berlin

KulTOUR mit Holender (Kulturmagazin von und mit Ioan Holender)

REZENSION der Sendung vom 28. Juni 2014

Servus TV

Ioan Holender besucht in dieser Folge die Komische Oper in Berlin. Er spricht mit Künstlern und Angestellten sowie dem Chefregisseur des Hauses, Barrie Kosky, Max Raabe und den Geschwistern Pfister.

Das Szenenbild am Anfang zeigt das Brandenburger Tor, inmitten Bautätigkeiten in der „hippen“ Stadt. Leute entspannen im Park rund um die Oper. Der Bahnhof Friedrichstrasse wird gezeigt, ein küssendes Pärchen kommt ins Bild. Das Stadt-Bild wird so vorab gezeichnet. Auf den Stufen vor der Oper sitzen ganz casual – essende Menschen. Und schon kommt der Protagonist ins Bild, gehüllt in einen schwarzen Mantel, und stellt das Brandenburger Tor vor. Am Ende der Lindenallee befindet sich die komische Oper. Mit der Tradition des Metropol-Theaters wird dieses laut Holender „wunderschöne“ Haus vorgestellt.

Neben Mozarts „Zauberflöte“ und Dostals Operette „Clivia“ werden auch Kinderkonzerte in der komischen Oper Berlin gespielt. Immer wieder launige Szenenbilder huschen über den Bildschirm. „Die Stadt entsteht neu“, so Holender. Was die Oper betrifft: Walter Felsenstein eröffnete sie 1947 wieder. Man spielt aber hier „nicht nur komische Werke, aber auch tragische“. Holender muss schmunzeln. Auch Operette als Nachfolge des Metropol-Theaters, aus dem die Komische Oper Berlin früher bestanden hat, wird gegeben.

Holender trifft seinen ersten Interviewpartner Barrie Kosky, den jetzigen Intendanten der komischen Oper, dem er sogleich attestiert, er „sehe gar nicht aus wie ein Intendant oder Vorsteher, aber er ist es!“. Kosky ist auch Oberspielleiter. Kosky korrigiert Holender: „Ich bin Chefregisseur!“ Chefregisseur, na, wieviele Stücke inszeniert er pro Saison? „Minimum zwei“, antwortet Kosky knapp.  Man sieht Ausschnitte aus „Ball im Savoy“, in der Inszenierung von Kosky an der komischen Oper. Holender interpretiert die komische Oper als ein „spätes Jugendstilhaus“. Kosky ergänzt: „Mit einem Berlin-Twist“. Es ist eine sehr intime Oper, mit nur 1200 Plätzen.

Walter Felsenstein revolutionierte die Oper in dem Sinn, dass man nicht nur stand und sang. Die nächste gezeigte Inszenierung ist „Ritter Blaubart“ von Offenbach in der Regie von Felsenstein.  Man spricht wieder über Koskys Inszenierungen, jüngst „West Side Story“ und die „Zauberflöte“. 3 1/2 Jahre Konzeptionszeit und 8 Wochen Probenzeit waren es für Mozarts Werk.

Eine charmante Interviewpartnerin trifft Holender als nächstes: Es ist die rumänische Sopranistin Adela Zaharia, sie ist im 2. Jahr des Opernstudios der Komischen Oper. Sie studierte in Klausenburg (Cluj). Holender möchte wissen, wie man von Cluj an die Komische Oper Berlin kommt. „Direkt und komisch“, so die Antwort der schlagfertigen Sängerin. Als erste „echte, große Partie“ sang sie die Pamina. Die Zauberflöte, die logischerweise als nächstes eingeblendet wird: Die Königin der Nacht singt als Skelett. Gewöhnungsbedürftig, würde man meinen. Sie wirft virtuelle Messer auf ihre Tochter Pamina.

Nächste Szene: Holender und Kosky sitzen wieder einmal zusammen im Zuschauerraum. Die Inszenierungen, so der Chefregisseur, bräuchten Kosky-Touch. Holender nickt. Sie schauen ein Stück der Zauberflöte an. Papageno und Papagena könnten durchaus als Laufstegmodels durchgehen, so durchtrainiert sind sie. Eine Anforderung an heutige Opernsänger? Nicht immer, aber immer öfter. Am Ende sind sie singend eingeengt von der virtuellen „Kinderschar“, erzeugt von der englischen Theatergruppe „1927“, die mit der Komischen Oper Berlin in dieser Inszenierung kooperiert.

Wieder auf dem Gang erklärt Kosky Holender die Geschichte des Vorraumes, dieser war in der Zeit des Metropol-Theaters ein Restaurant. Das erstaunt Holender. Man konnte hier essen und rauchen und drei bis vier Stunden die großen Stücke hier sehen. Auch erotische Abenteuer sind hier passiert, wie Kosky erzählt. Interessiert hört Holender zu, wie Kosky beteuert, „nicht in der Felsenstein-Zeit und nicht bei mir!“. Es gab nur Tische. „Was außerhalb der Vorstellung Erotisches passiert“, so Kosky, läge „nicht in seiner Verantwortlichkeit“. Holender lacht.

Man konnte also während der Vorstellung essen und trinken. Holender klärt auf: „Wir reden von der Zeit des Richard Tauber, der Fritzi Massary, der Mitzi Günther“.  Die Operettenkomponisten Lehár, Kálmán und Abraham waren schon hier.

1933 verschwand die deutsch-österreichisch-ungarisch-jüdische Tradition von Operetten aus Berlin. Das Haus hatte in diesem Bereich eine lange Tradition.

Koskys erster Erfolg in der Oper war „L´incoronazione di Poppea“ von Monteverdi. Sie wurde für den aus Melbourne, Australien stammenden Regisseur auch in Wien zum Erfolg. Er inszenierte in Wien auch „Lohengrin“. Holender warnt vor einem Lohengrin, der allen gefällt und der bei allen Anklang findet.

Man gelangt zu einem Ausschnitt von Dostals „Clivia“, nirgends ist die Tradition von Vergangenem und Gegenwärtigem so verwoben wie hier an der Komischen Oper Berlin.

Die nächsten Interviewpartner des interessierten, akkuraten Ioan Holender sind die „Geschwister Pfister“. Wie sie erklären, ein beliebter Schweizer Name. Vier Waisenkinder aus Zermatt, die es nach Las Vegas verschlagen hat. Sie treten auf, ein Mann als Frau singt die Clivia, und bis er singt „Ein süßer Duft erfüllt die Luft“, vermutet man nicht, dass es sich um einen Mann handelt.

Max Raabe ist Holenders nächster Interviewpartner. Er hat nur eine kurze Sequenz, bis wieder die Geschwister Pfister quasi ersuchen, im „Ball im Savoy“ auftreten zu dürfen. Holender leitet das voller Güte per TV an Barrie Kosky weiter.

Zum Schluss attestiert der kundige Berlin-Besucher Ioan Holender dem Herrn Kosky, eine neue Berliner Theatertradition gemacht zu haben.

-MK-

 

Links:

http://www.servustv.com/at/Medien/kulTOUR-mit-Holender

 

KK sieht fern: KulTOUR mit Holender – die Wiener Festwochen 2014

KulTOUR mit Holender (Kulturmagazin von und mit Ioan Holender)

REZENSION der Sendung vom 14. Juni 2014

Servus TV

Der Ex- Operndirektor der Wiener Staatsoper, Ioan Holender, begibt sich in dieser Episode zu den Wiener Festwochen, wo er auf dessen Intendant Markus Hinterhäuser trifft, eine Ausstellung über Europa besucht und einigen Schubert-Proben lauscht.

Eine „großteils gelungene“ Saison haben die Wiener Festwochen unter der erstmaligen Intendanz von Markus Hinterhäuser zu vermelden. Diesem Umstand nahm sich auch die Sendung an und zeigte den über Glück und Gedeih der Festspiele philosophierenden Mann. Er meinte, man brauche auch ein wenig Glück, aber nicht solches, auf dem man sich ausruhe. Nein, disponiertes Glück. Holender äußert sich hierzu nur zurückhaltend.

Zwischen Interviewsequenzen mit Hinterhäuser sind teilweise Stiegengeländer und Innenräume zu sehen. Man wird optisch zum nächsten Programmpunkt übergeleitet. Das soll eine Ausstellung sein, aber keine, die unsereiner schon zu hunderten kennt. Sie ist sehr futuristisch gestaltet, wie Thomas Bellinek, der Ausstellungskurator, dem neugierig blickenden Ioan Holender erklärt. Er sei eigentlich Theatermacher, dies hier sei seine erste Ausstellung. Für die visuelle Konzeption zeichnet also allein er verantwortlich. Mit wachen Augen erklärt er seine Sicht der Dinge. Die europäische Union soll hier in der Ausstellung im Jahr 2060 gezeigt werden. Sie ist implodiert, und jedes zweite Exponat ist mit einer Folie verhangen. Holender interessiert sich für diese Sichtweise sichtlich, und lobt Bellineks Aussage: „Jeder kennt die europäische Union, aber niemand kennt sich aus!“

Die Kamera schwenkt auf eine dunkle Probebühne mit einigen Projektionen. Hier wird gerade Schubert geübt.

Im letzten Teil der Sendung besucht Holender also eine Probe zu Schuberts „Lindenbaum“ und der „Winterreise“ im Zuge der Festwochen. Er lauscht dem Bariton Matthias Goerne, wie er bedacht die Phrasen intoniert. Das „Konzept“ hinter Schubert sei eigentlich das „Second Hand Listening“, das folgendermaßen funktioniert. Eine Generation hört ein Lied von der vorherigen und so wird es immer wieder weitergegeben.

„Am Brunnen vor dem Tore“ steht Holender zwar nicht, dafür darf er gemeinsam mit Markus Hinterhäuser am Klavier noch die „Winterreise“, ebenfalls intoniert von Matthias Goerne, hören. Dieser probt den „Stürmischen Morgen“, „Die Nebensonnen“, „Die Wegweiser“ und den „Leiermann“. Alle diese stammen aus Schuberts Zyklus.

Zufrieden schließt Holender die Episode ab.

 

-Martina Klinger-

 

 

Link/Tipp:

KulTOUR mit Holender, jeden zweiten Samstag um 18:30 auf Servus TV.

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