SPECIALS & CONCERTS

Innovative Veranstaltungen und Konzerte mit speziellem Programm

Niveauvoll und wienerisch: Der CIMA Wiener Klassik Wettbewerb 2019

Das Organisationsteam aus Daniel Auner, MA, Mag. Tymur Melnyk, Tracy Liu Wen, BA und Mag. Barbara de Menezes Galante Auner stellte wieder einen fulminanten Klassikwettbewerb auf die Beine, das Galafinale mit virtuosen Kandidaten fand im Joseph Haydn Saal der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien statt.

Die Central International Music Academy von 05.-12. August lud auch heuer junge talentierte MusikerInnen aus aller Welt und lockte in die Musikstadt Wien. In die finale Endrunde kamen sieben von ihnen und zeigten im Rahmen der noblen Gala ihr Können vor Publikum und einer Fachjury unter dem Vorstand von Prof. DDr. Michael Frischenschlager (der Violinist wirkte unter anderem bei den Wiener Philharmonikern). Weiters Matei Ioachimesco (Flötist und renommierter Künstler) oder Vida Vujic (Cellistin und Professorin für Kammermusik an der MDW) sowie Luca Monti (Pianist).

Der Gewinner (1. Preis, Wiener Klassik Preis) heißt dieses Jahr Samuel Niederhauser. Er überzeugte mit seiner äußerst musikalischen und flüssigen Interpretation von Haydns Cello Konzert Nr. 1 in C Dur (Moderato). Eigentlich hat es Haydn für einen Freund komponiert, der der erste Cellist beim Fürsten Esterházy war. Niederhauser blieb beim Wechsel der Solo- und Tutti-Blöcke in seinem Element. Er hat wesentliches Potenzial, wenn es um Interpretation typisch wienerischer Elemente geht. Der 2. Platz geht an den Violinisten Maksim Tzekov (CIMA Preis), der das 5. Violinkonzert in A Dur von Wolfgang Amadeus Mozart (Allegro aperto) präsentierte. Weiche und gesangliche Teile kennzeichnen dieses Stück, ohne dass die Violine anfangs das Allegro des Orchesters aufgreift. Tzekov zeichnet sich hier insbesondere durch hingebungsvolle Momente aus, in denen er sein Spiel voll auskostet. Den 3. Platz belegt Alberto Bonivento (CIMA Preis) auf der Klarinette mit Mozarts Klarinettenkonzert in A Dur (Allegro). Bonivento präsentierte sich lässig und mimisch vielseitig, er sprach durch sein Instrument. Eine besondere Hingabe und Sicherheit sind ihm zu attestieren.

Konzentriert: YiMing Mao gewann mit einer Darbietung von Mozarts Violinenkonzert Nr. 5 einen Thomastik-Infeld Preis. Ebenso ging ein Thomastik-Infeld Preis an den engagierten jungen Andrej Efimovsky am Cello (Cello Konzert Nr. 2 in D Dur). Der Wittner Preis ging an die berührende Marie-Sophie Hauzel mit dem Klavierkonzert in C-Dur KV 467 (inklusive Verzierungen – welche in der Musik uferlos sind). Den Thomann Preis konnte Wakana Kimura an der Violine mit Mozarts Violinenkonzert Nr. 4 in D Dur für sich verbuchen.

Nachwuchspreise wurden ebenso an die kleinen „großen“ MusikerInnen der Zukunft aus der Junior Category (u.a. Sophie Hu – Violine, Elisabeth Russell – Flöte, Emily Zeng – Violine) vergeben. Große Freude und Jubel!

Das wunderbar präzise aufspielende Orchester unterstützte nicht nur die Solisten in tragender Weise, sondern ist auch eine Klang-Klasse für sich! Voll, kräftig und vor allem frisch! Geleitet wird es von Barbara de Menezes Galante.

Die Fairness und die Transparenz spielen in diesem Wiener Klassik Wettbewerb eine große Rolle. Alles soll intersubjektiv überprüfbar sein, so auch die Organisatoren. Nicht nur das große Talent, das an diesem Galaabend bewiesen wurde, führt die musikalische Seite Wiens in die Zukunft. Auch die passenden Rahmenbedingungen werden mitgeliefert. Die Vorrunde des Wettbewerbs wurde so organisiert, dass Juroren rein aufgrund der Akustik bewerteten. Sie sahen die Kandidaten also nicht.

Der CIMA Wiener Klassik Preis bildet eine weitere Chance für die musikinteressierte Community und auch für Menschen aus aller Welt, sich in den Kosmos der klassischen Musik, der Wiener Musik, der Kammermusik entführen zu lassen. Auch die Kleinsten haben daran sichtlich Freude.

Info über CIMA – Wiener Klassik Preis:

http://www.cima-music.com

Organisatoren:

http://www.danielauner.com

http://www.tymurmelnyk.com

https://barbaramgalante.wixsite.com/vita

Universität für Musik und darstellende Kunst:

http://www.mdw.ac.at

Sommermusik # 3: Das Janoska Ensemble mit „Revolution“ beim Kultur.Sommer.Semmering im Südbahnhotel

Egal, wo diese Herren auftreten: Kalt lassen sie mit ihrem Style niemanden. Beim Kultursommer Semmering in der (neuen) alten Spielstätte, dem Südbahnhotel, ließen sie Saiten und Tasten klingen. Das Janoska Ensemble versucht die „Revolution“ klassischer Musik und lässt sich dabei nichts vorschreiben (außer von den Komponisten, natürlich).

Frantisek, Roman und Ondrej Janoska (drei Brüder) und Julius Darvas (Schwager) übernehmen beim Improvisieren von klassischer Musik das Zepter. Das Ensemble hat einen eigenen Janoska Style entwickelt. Dieser verbindet die Klassik mit der Moderne (zweideutig gesprochen). Es kommt durchaus vor, dass ein Beatles-Song mit einem Kanon gepaart wird. Dieser Mix klingt nicht nur, er schwingt auch. Sprechen mit den Augen, Stampfen mit den Füßen. Dabei Musizieren mit Leidenschaft, Virtuosität, Genialität.

Die weltweit gefragten Musiker lieferten eine furiose Show, die die Klassikwelt bereichert. Für ihr neuestes Werk, „Revolution“ kombinierten sie Pop und Kanon, Beatles und Pachelbel, Beethoven und Cole Porter. Wie das klingt? Ziemlich genial.

Im wunderbaren Ambiente des Südbahnhotels (wie aus der Zeit gefallen) gaben die vier Virtuosen einen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen und präsentierten gleich Mozarts Ouvertüre zu Le nozze di Figaro, gewürzt mit modernen Akkorden. Wienerische Nuancen spielt Frantisek am Bösendorfer aus, später sollte es ihn vor musikalischer Ekstase fast vom Klavierschemel reißen. Zeitweise hatte man wahrhaft den Eindruck, das Ensemble würde gleich vom Boden abheben, etwa bei Romans liebevoller Hommage an seinen Sohn Roman Jr. Hello Prince. Dieses Werk im 7/8 Takt ist dem Datum 07.08. geschuldet, an dem die Nachricht eintraf, dass Romans Frau schwanger sei. Roman, überhaupt, ist ein intuitiver Spieler, Notenblatt braucht er keines, genauso wenig wie die anderen. Nur Julius „überwacht den Prozess“ und übernimmt auch die Moderation. Er ist es auch, der mit seinem Kontrabass für einen tiefen Kontrast zu den Violinen sorgt. Bedauerlicherweise, so sagt er, wird die so bedeutende Improvisation der Musik heute nicht mehr unterrichtet. Früher war dies normal, und was man nicht alles mit Kadenzen angestellt hat…

Man kann getrost von Gesang sprechen, wenn sich Ondrej und sein Bruder Roman mit den Violinen unterhalten. Immer wieder laufen sie aufeinander zu, werfen sich Blicke hin, lassen die Bögen fliegen. Roman übrigens braucht nicht immer einen. Er funktioniert das Instrument kurzerhand zur Gitarre um und hat viel Spaß dabei. Ondrej scheint oft versunken in die Musik zu sein, wenn sein Einsatz kommt, ist er nicht zu bremsen.

Die Beatles kommen mit Versionen von Let it Be und Yesterday zu ihren Ehren. Dabei schließen manche Besucher andächtig die Augen. Und man muss sagen, dass es diese Versionen der Janoskas wert sind, dass sie auch die Beatles hören. Wenn man ganz aufmerksam zuhört, sagt Julius, hört man auch den Pachelbel-Kanon heraus. Sagenhaft!

Der gemeinsame Lieblingskomponist von allen vieren ist Johann Sebastian Bach. Und so liegt es nahe, dass sie sich auch seiner 3. Suite für Orchester, D-Dur, 2. Satz angenommen haben. Besser bekannt unter dem Namen Air. Auch diese gerät einfach zum Erlebnis. Muss man gehört haben!

František greift schließlich zum Mikrofon und kündigt ein eigenes Stück eines sehr gutaussehenden, talentierten Pianisten an: Er hat für seinen Sohn Leonidas, der „ihn zu Hause immer dirigiert“, den temperament- und gefühlvollen „Tanz“ Leo´s Dance geschrieben. Wie oft lassen sich alle konstituierenden Elemente eines veritablen Mix finden. Tolle Kombination.

Eine Herausforderung, die sich das Ensemble selbst auf den Leib geschrieben hat: Cole over Beethoven. Da findet sich die Mondscheinsonate neben Night and Day wieder.

Netterweise ließen die vier Herren das Publikum nach einer Runde frenetischen Applauses abstimmen, was für eine Zugabe erfolgen sollte. Der „Hummelflug“ verlor knapp gegen „Adios Nonino“ von Piazzolla.

Wer neu konstruierte Werke der Klassik in Verbindung mit Jazz und Pop schätzt, findet viel Mittelmaß auf diesem Sektor vor. Das Janoska Ensemble allerdings spielt in einer eigenen Spitzen-Kategorie. Sie haben ihren unnachahmlichen Style erschaffen. Nicht enden wollende Standing Ovations beweisen das.

Die nächste Gelegenheit, die Ausnahmemusiker zu erleben, bietet sich im südlichen Niederösterreich am 28. Juli in Pitten. Dazwischen machen sie aber noch Ausflüge nach Hong Kong und Salzburg.

Info:

Das Janoska Ensemble mit der neuen CD „Revolution“

www.janoskaensemble.com

Der Kultursommer Semmering

http://www.kultursommer-semmering.at

Der österreichische Musiktheaterpreis 2019 aus dem Tiroler Landestheater Innsbruck

Der Präsident des österreichischen Musiktheaterpreises, Karl-Michael Ebner, versammelte diesmal sein Team zur feierlichen Vergabe der Preise für die vergangene Spielsaison im Westen Österreichs, in Innsbruck. Auch heuer glänzte man mit einigen Neuerungen bei den „Oscars des Musiktheaters“.

An die Stelle des „Porzellan-Schikaneders“ der Manufaktur Augarten in Wien trat 2019 eine moderne 3-D-Pagagenoskulptur in Glas mit dem deutlichen Schriftzug „Österreichischer Musiktheaterpreis“ in Großbuchstaben.

Die Jury bestand aus namhaften Kulturjournalisten, nicht wie die letzten Jahre aus KünstlerInnen. Erstere sollten „eine breite Sichtweise auf die vielfältigen Facetten des österreichischen Musiktheaters“ gewährleisten. Peter Jarolin (Kurier) oder Dr. Robert Quitta (Die Bühne) waren unter den Jurymitgliedern.

Im Vorfeld der Veranstaltung präsentierte Staatsopern-Startenor Herbert Lippert die Vernissage „Maximilian und die Kunst“. Lippert wurde auch mit dem Medienpreis für seine Verdienste und sein multimediales Operettenkonzert „OMIA – Operette made in Austria“ ausgezeichnet.

Die PreisträgerInnen des Österreichischen Musiktheaterpreises 2019 im Überblick:

Lebenswerk – KS René Kollo

Medienpreis – Herbert Lippert

Bestes Orchester – Bühnenorchester der Wiener Staatsoper

Beste Nachwuchskünstlerin – Sonja Saric (Leonora in „Il Trovatore“; Oper Graz)

Bester Nachwuchskünstler – Unnstein Àarnason (Mr. Kofner in „Der Konsul“; Tiroler Landestheater)

Beste Gesamtproduktion Ballett – Romeo et Juliette (Volksoper Wien)

Beste Nebenrolle weiblich – Sophia Theodorides (Olympia in „Hoffmanns Erzählungen“; Tiroler Landestheater)

Bester Nebenrolle männlich – Stefan Cerny (Doktor in „Wozzeck“; Theater a.d.Wien

Beste musikalische Leitung – Lorenzo Viotti für „Werther“; Stadttheater Klagenfurt

Offtheaterpreis – Entführung aus dem Serail – Oper rund um

Beste Gesamtproduktion Musical – Ragtime (Oper Graz)

Beste Regie – Karl Markovics für „Das Jagdgewehr“; Bregenzer Festspiele

Beste Gesamtproduktion Operette – Der Vetter aus Dingsda (Tiroler Landestheater)

Beste weibliche Hauptrolle – Asmik Gregorian (Salome in „Salome“; Salzburger Festspiele)

Beste männliche Hauptrolle –  Pavel Petrov (Lenski in „Eugen Onegin“; Oper Graz)

Beste Gesamtproduktion Oper – Frau ohne Schatten; Landestheater Linz

Beste Ausstattung – Stefanie Seitz für „Cardillac“; Salzburger Landestheater

Dem Österreichischen Musiktheaterpreis ist ein rasantes Wachstum zu attestieren. Prominente Gäste wie Eva Lind, Markus Hinterhäuser, Peter Edelmann, Felix Mitterer oder Tobias Moretti wollten sich die Gala nicht entgehen lassen.

Der nächste Österreichische Musiktheaterpreis 2020 wird nach Salzburg weiterwandern – und zwar ans Landestheater. Man darf gespannt bleiben.

Kann man denn „seine“ Musik besitzen? Can you own your own music?

Man kennt das. Ein jeder Mensch hat Lieder, die ihn oder sie vielleicht schon seit Kindheit begleiten. Beigebracht, erlernt? In sie verliebt gemacht, vergessen, verloren, verlegt, erinnert, glückselig wieder gelauscht? Zärtlich oder forsch abgespielt. Klassisch, jazzig, poppig oder rockig. Manch eine(r) braucht sie, manch eine(r) sehnt sich danach, wieder andere mögen es nicht, beiläufig Musik zu hören. Wenn man denn wieder den alten Nietzsche bemühen will: Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. Wer stimmt zu?

Wissenschaftlich gesehen…

Musik hat unbestritten etwas, was den Menschen anzieht. Die Wissenschaftler rund um Herbert Bruhn untersuchten oftmals schon die Rezeption der Musik. Auch Hirnforscher Manfred Spitzer machte sich diese Thematik zu Eigen. Musik ruft Erinnerungen wach, das ist eine Funktion. Schon mal gesehen, schon mal gehört? Wie und auf welche Weise verarbeitet? Aber die Verarbeitung kann selbst gar nicht gesteuert werden. Sie erfolgt großteils unbewusst. Was man bewusst hört, vergisst man nicht. Ist das wahr? Man kann vergessen. Klarerweise ist eine Leistung des menschlichen Gedächtnisses auch das dazugehörige Erinnern.

Das Lieblingslied

Wenn man sich ans Lieblingslied erinnert, kommen von ganz alleine Gefühle in den Körper und die Seele (sofern man sich dem Seelenbegriff zuwendet). Eine andere Frage: Kann man überhaupt ein Lied zu seinem Lieblingslied erklären? Oder muss sich das Lieblingslied in eine Playlist unterordnen, mit anderen Liedern um die Gunst des Zuhörers streiten? Ist es am Anfang oder am Ende eingeordnet, oder auch in der Mitte der Liste. Spielt man es in Endlosschleife oder doch nur ein- oder zweimal? Verliert sich die Qualität des Empfindens durch das oftmalige Hören? Sollte man ein besonderes Lied oft hören oder eher selten, um seine Besonderheit zu erhalten? Nur zu besonderen Anlässen? Fragen über Fragen.

Oder verfügt man kognitiv gar über mehrere Speicherplätze für mehr Lieblingslieder, Sonaten, Walzerstücke, Popsongs? Übervorteilt man eines, und lässt das andere weg oder gibt man ihm eine schlechtere Note? Soll man mehrere Lieder nebeneinander haben? Jedes kann seinen eigenen Reiz, seine Stilistik haben und besondere Stimmungen hervorrufen.

Musik als etwas Privates

Es kann – so wie vieles andere auch – passieren, dass man eifersüchtig auf Musik reagiert, die man öffentlich hört. Frei nach dem Motto: „Dieses Lied gehört nur mir!“ (Und da muss man eigentlich gar nicht das Musical Elisabeth gehört haben). Wenn es dann öffentlich erklingt, fühlt man sich vielleicht sogar „angegriffen“ und verspürt den Wunsch, sich verteidigen – oder das besagte Lied – verteidigen zu müssen. Wenn man es für sich im Alltag hört, beansprucht man es vielleicht. Das ist meine Melodie, das ist mein Gesang, mein Lied. Sogar im Sprachgebrauch macht sich das mitunter bemerkbar. Also kann man sich getrost die durchaus auf Englisch rhythmische Formulierung denken: Can you own your own music? Damit soll nun nicht gemeint sein, dass man Stücke selbst geschrieben hat. Nein. Stücke von anderen Komponisten, Interpreten, sei es Johann Sebastian Bach, sei es Adele (nein, nicht aus der „Fledermaus“ von Strauss, sondern die britische Pop-Ikone) kann man für sich in Anspruch nehmen, sie mit besonderen Ereignissen verbinden. Lieder von Paaren – a lá „Sie spielen unser Lied“, sind auch verankert. Da reagieren Verliebte sicherlich auch „eifersüchtig“. Es ist schließlich ihr Lied, das auch andere Paare hören können. Aber wer vermag zu sagen, dass nicht ein Werk wie „Something Stupid“ oder auch „Dies Bildnis ist bezaubernd schön“ oder „Sweet Home Alabama“ oder Schumanns „Träumerei“ auch DAS Lied von anderen sein kann? Ist doch durchaus möglich. Aber egal ob Bruno Mars oder Vittorio Grigolo. „Wurscht“ ob Ariana Grande oder Anneliese Rothenberger. Jede(r) findet was er/sie braucht.

Musik als Antrieb für berufliche Tätigkeiten

Gar nicht wenige wollen und sollen Musik auch in jenem beschriebenen Sinne nutzen, sich zu stimulieren und auf kommende Aufgaben und Tätigkeiten vorzubereiten. Eine schwierige Verhandlung in der Chefetage? Man nehme seine Mini-Jukebox. Ein zweistündiger, fordernder Theaterabend in Haupt- oder Nebenrolle? Man bediene sich seiner Kopfhörer und schließe sich ein, verlasse sich auf seine Intuition. Was für ein Rezept. Musik gibt dem Menschen Ruhe, Aktivierung, Entspannung, Vertrauen, Rausch, Denken, Fühlen, Konzentration. Was gibt es Besseres? Wenn allerdings Opernsänger vor dem „Recondita Armonia“ noch schnell „Highway to Hell“ hören, wo soll denn das enden? Lustig? Nein, das eine kann das andere bedingen, hervorbringen. Zumindest die Energie ist übertragbar, wenn nicht der Musikstil. Das wäre dann doch zuviel des Guten.

Im Auge behalten sollte man stets: Für manche Menschen ist ein Lied Privatheit, für manche Öffentlichkeit. Ein sensibler Umgang mit den jeweiligen Referenzrahmen und nicht ein: „Was hörst Du denn Grauenhaftes?“ kann auch Wunder bewirken. Respect the Music of People.

Ein Gastspiel des Theaters in der Josefstadt in Kroatien…

Dobrodošli u nas – so oder ähnlich heißt es bald für die reiselustigen Ensemblemitglieder des Theaters in der Josefstadt. Die „Abordnung“ wird das internationale Theaterfestival in Rijeka/Kroatien besuchen und ein Stück zur Aufführung bringen.

Mit einigen Koffern und Kostümen geht es dann auch über die Küstenstraßen: „Die Reise der Verlorenen“ von Daniel Kehlmann (eine Uraufführung) thematisiert eine ernste Angelegenheit. Ein Schiff darf nicht anlegen…. Die Irrfahrt der „St. Louis“, an Bord jüdische Flüchtlinge, wird packend nachgezeichnet.

Josefstadt-Hausherr Herbert Föttinger selbst verkörpert den Kapitän Schröder. In der Regie von Janusz Kica sind zahlreiche weitere „Publikumslieblinge“ und auch Newcomer damit beschäftigt, der Geschichte Ausdruck zu verleihen. Es scheint kein Stück für schwache Nerven zu sein:

Raphael von Bargen als Stuart, Ulrich Reinthaller als Herr Doktor, Sandra Cervik als Arztgattin, Marcus Bluhm als Anwalt, Maria Köstlinger als dessen Frau, Matthias Franz Stein als Mr. Bergmann, Therese Lohner als die Tante, Marika Lichter als jüdische Sängerin, Joseph Lorenz als Konsul und Hapag-Direktor, Paul Matic als dessen Zweigstellenleiter, Oliver Rosskopf als dessen Stellvertreter, Michael Dangl als Präsident von Kuba, Wojo van Brouwer als kubanischer Minister für Einwanderung, Martin Zauner als Außenminister von Kuba, Lupo Grujcic als Hauptmann, Alexander Absenger als Polizeichef von Havanna, Martin Niedermair als amerikanischer Botschafter in Kuba, Claudius von Stolzmann als Mann vom Jewish Distribution Commitee, Patrick Seletzky als amerikanischer Finanzminister, Alexander Strömer als amerikanischer Außenminister, Michael Schönborn als britischer Staatssekretär, Lukas Spisser als amerikanischer Botschafter und Tamim Fattal (jüngster Neuzugang an der Josefstadt)als Polizist in Havanna machen sich auf die Reise.

Unterstützt von zahlreichen StatistInnen gelangt das Stück in Rijeka zur Aufführung.

Info:

Gastspiel: „Die Reise der Verlorenen“ von Daniel Kehlmann

Aufführung im Rahmen des Small Scene Festival Rijeka/Kroatien

4. Mai 2019, 19:30 Uhr

im
Hrvatski kulturni dom na Sušaku, Strossmayerova 1

Aufführung des Theaters in der Josefstadt, Beč, Austrija

„Kaiser“ Robert Heinrich Palfrader als Moderator im Fernsehen ? In der Dramedy – Serie „Walking on Sunshine“ im ORF.

Die Vielschichtigkeit mancher Künstler wird immer wieder aufs Neue bewiesen. Robert Palfrader, ursprünglich Autor und Gestalter von Sendungen, auch Caféhaus-Betreiber, steht ganz aktuell im Mittelpunkt einer neuen Serie im österreichischen Rundfunk.

Einem breiten Publikum wurde Palfrader bekannt als Comedy-Man, der sich kein Blatt vor den Mund nahm. Auf einem US-amerikanischen Filmfestival („Indie Fest“) wurde er für seine Rolle des Bürgermeisters der (fiktiven) verschuldeten Gemeinde „Braunschlag“ (gleichnamige Fernsehserie) mit dem Preis als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Letztes Jahr, 2018, präsentierte er sein erstes Soloprogramm „Allein“ im Wiener Rabenhof Theater.

Zwei Rollen am Wiener Volkstheater gehören ebenso zu Palfraders Repertoire: Die Titelrolle in Liliom (Franz Molnar) und der Oskar in Geschichten aus dem Wiener Wald (Ödön von Horvath).

Ebenso sehr bekannt ist die Sendung „Wir sind Kaiser“, in welcher Robert Palfrader in die Rolle des „Kaisers von Österreich“, Robert Heinrich I., schlüpft. Seine nasale Sprache wurde zum Kult, seit 2007 läuft diese Sendung, für die Palfrader mit zwei Goldenen Romys (österreichischer Film- und Fernsehpreis) ausgezeichnet wurde. Insgesamt kann er vier „Romys“ vorweisen.

Ganz aktuell mimt er nun den durch Alkoholprobleme aus dem Sender ausgeschiedenen ehemaligen Nachrichtenmoderator Otto Czerny-Hohenburg. Diesen holt man zurück, teilt ihm aber zu seiner Unzufriedenheit erst die Moderation der Lottozahlen (was er strikt ablehnt) zu, dann soll er in die Wetterredaktion.

Was Robert Palfrader im Folgenden in dieser Serie abliefert: Man nimmt ihm einen Moderator ab. Diesen würzt er mit einer Prise Hochmut, Ironie und man sieht öfters sein typisches spitzbübisches Grinsen. Absolut überzeugt ist er in der Serie davon, dass ihn „die Leute lieben“.

Der Serienstart erfolgte am Montag, 7. Januar mit 789.000 Zuschauern.

Info: Die Serie „Walking on Sunshine“, ORF 1, jeden Montag, 20:15h

DarstellerInnen: Robert Palfrader, Proschat Madani, Aaron Karl, Miriam Fussenegger, Stefanie Dvorak, Selina Graf, Natalie Alison, Martin Zauner, Joseph Lorenz…. Regie: Andreas Kopriva, Drehbuch: Mischa Zickler

„Concerto di Fine Anno“ – Konzert im Teatro Nuovo Giovanni da Udine mit dem Strauss Festival Orchester Wien

Zu Silvester fand ein kleiner „Kulturexport“ aus Wien bei unserem südlichen Nachbarn Italien statt. Das Strauss Festival Orchester Wien gastierte in einem vollen Teatro Nuovo Giovanni da Udine mit einem Konzert zum Jahresausklang, mit Musik der Strauss-Dynastie.

Auf sozialen Medien konnte man einen übervollen Konzertsaal sehen, nicht nur die ItalienerInnen lieben Wiener Musik sehr. Unter dem Titel „Dolci di Vienna“ übersetzt: „Süßigkeiten aus Wien“ dirigierte Violinist und Dirigent Daniel Auner das Strauss Festival Orchester. Gesanglich wurde man von der Udineser Sopranistin Giulia della Peruta unterstützt.

Walzer, Polka und Operette standen auf dem Programm. Csárdás und Arien brachten die Besucher zum Schwärmen. Auch mit einem „Bacio“ (Luigi Arditi) wartete man auf.

Besonders auch das Finale mit dem „Radetzkymarsch“, welches alle Mitwirkenden gemeinsam mit einem Marsch durch das begeisterte Publikum feierten, kam gut an.

„Transactionen, Nordseebilder, Elfenreigen, Tänzerin und Sphärenklänge, gründlich und intellektuell“ – Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2019

Der sehr begehrte deutsche Dirigent Christian Thielemann, Chef der Sächsischen Staatskapelle Dresden, gab sein Debut im Wiener Musikverein als Dirigent des Neujahrskonzertes 2019. Die Wiener Philharmoniker strahlten ob der glücklichen Symbiose.

Thielemann sollte bereits Jahre zuvor am Pult des Orchesters stehen, doch er war immer in Dresden verpflichtet. Heuer hat es erstmals funktioniert! Mit dem stets zu einhundert Prozent akribisch vorbereiteten Dirigenten leitete eine Größe der Musikszene das traditionelle Konzert aus dem Goldenen Saal des Wiener Musikvereins.

Auffällig war zunächst in diesem Jahr eine recht schnelle Programmfolge, zumindest im ersten Teil des Konzertes. Die Wiener Stadtgärten sorgten auch 2019 für den Blumenschmuck. Rosen in Tieforange und Frischgrün dominierten dabei, auch Hellgelb und Magenta mischten sich darunter. Wobei, nur als Hinweis gesagt: Der Farbmix war etwas ungewöhnlich.

Den Auftakt des Konzertes bildete einer der bekanntesten Märsche der Habsburger-Monarchie, der Schönfeld-Marsch (op. 422) von C.M. Ziehrer. Ehrlich: Dieser war kaum vorhersehbar gestaltet, wirkte trotz der „Angestaubtheit“ in der Umsetzung erfrischend. Neben dem vollen Klang setzten Posaunen feine Akzente. Der Marsch erlebte seine Erstaufführung beim Neujahrskonzert.

Der erste große Walzer des Vormittages war Transactionen (op. 184) von Josef Strauss. Er lief sehr ruhig ab und verleitete zum Tagträumen, so wie es sein soll. Querflöten leiteten zart ein, es übernahm die Harfe (Anneleen Lenaerts). Präzise und fließend mit kaum „zügellosen Ausbrüchen“. Zum Finale durfte es dann etwas Dramatik sein. Aus diesem Werk, und nicht nur aus diesem, entsteht allgemein der Eindruck, dass Josef Strauss der melancholischere der Brüder war. Er war auch Ingenieur und Erfinder neben seiner Kompositionstätigkeit.

Mit dem Elfenreigen von Josef Hellmesberger Sohn zeichneten die Wiener Philharmoniker ein lebhaftes Bild in die Köpfe der Menschen: Elfen mit champagnerfarbenen Flügeln und blattgrünen Kleidern tanzen und strecken sich. Die Pizzicato-Elemente kommen sehr konzentriert. Ein bezauberndes und sehr präzise umgesetztes Werk.

Gut darauf macht sich die Express-Polka (Polka schnell, op. 311) von Johann Strauss Sohn – ebenso eine Erstaufführung. „Hüpfend und leichtfüßig“ ist hier das Motto der Wahl. War Christian Thielemann vorhin noch sehr zurückgenommen, kann hier bemerkt werden, dass er sich zu dieser Polka etwas rhythmisch bewegte. Ist auch zu verführerisch, ohnehin verkörpert der Dirigent nicht den äußerst trockenen Typus.

Der große, ausladende und wunderbare Walzer Nordseebilder (op. 390) von Johann Strauss Sohn wurde durch dessen Hochzeitsreise geprägt. Der kleine Ort Wyk an der nordfriesischen Insel Föhr gefiel dem Komponisten derart, dass er dieses Werk verfasste. An eine symphonische Dichtung angelehnt und mit einer sehr langen Introduktion vermag der Walzer die Bilder von Küste und Wellen zu vermitteln. Flöten geben die Richtung vor. Ein gewagtes Gedankenexperiment: Stellenweise würde man dem vollmundigen und ausdrucksstarken Werk fast – aber nur fast – Ziehrer-Elemente unterstellen. Hörner folgen, und es gibt dramatische Momente, an denen man Gischt peitschen hört. Dann folgt wieder zucker-lastige Romantik.

Heraus aus den Nord-Träumereien, hinein in ein kleines Denkmal, welches der dritte Strauss-Bruder, Eduard, kreiert hat: Mit Extrapost, Polka schnell (op. 259) ist ein öfter zu hörendes Kleinod. Umgesetzt wird es mit Verve und Schärfe.

Nach der Pause geht es weiter mit Strauss´scher Operette, einem wichtigen Element nahezu jedes Neujahrskonzertes. Der Zigeunerbaron von Johann Strauss Sohn ist eines der bekanntesten Werke der Goldenen Operettenära (1860 – 1900). Er verbindet österreichische und ungarische Elemente mit der opernhaften Ouvertüre, die die Motive der Operette auf dramatische Weise in sich vereint. Daniel Froschauer (Erste Violine) wirft einen vielsagenden Blick ins Publikum.

Von Josef Strauss kommt ein entzückender wie meisterhaft umgesetzter Beitrag: Die Tänzerin, Polka francaise (op. 227) erfreut und unterhält. Elegant und leicht – ein Highlight des Konzerts. Thielemann hat auch hier seine helle Freude, und drückt das dezent durch seine Körpersprache aus. Bei der „Tänzerin“ handelt es sich um eine Erstaufführung beim Neujahrskonzert.

Der sehr bekannte Walzer Künstlerleben (op. 316) von Johann Strauss Sohn repräsentiert die Sorgen und Lüste dieser Berufsgruppe. Bei den Wiener Philharmonikern unter Thielemann wird zwischen zarten Andeutungen und strahlenden Höhen deutlich unterschieden.

Es folgt wiederum eine rasante, doch mit Bedacht gespielte Polka schnell, (op. 351), Die Bajadere von Strauss Sohn. Sehr schwungvoll, und sehr zackig umgesetzt. Eine treffliche Tanzmusik, wie man meinen könnte.

Auch von Bruder Eduard Strauss kommt ein launiger Beitrag zum Tanze. Niemand hielt es 1877 auf seinem Sitz, als Opern-Soiree, Polka francaise(op. 162) erklang. Dabei handelt es sich wieder um eine Erstaufführung im Rahmen des Neujahrskonzertes. Sehr verspielt, aber mit Konzentration.

Gleich drei Mal ist daraufhin wieder Johann Strauss Sohn, der bekannteste der drei Strauss-Brüder, am Werk: Und zwar wieder eine Novität am Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, der Eva-Walzer aus Ritter Pazman, der einzigen Oper, die Strauss Sohn je schrieb. Sie wurde leider zum Misserfolg. Nicht jedoch dieses Schmuckstück, getragen von jagdlichen Motiven. Demzufolge hört man oft das Horn. Dieser Walzer: Eine gute Idee, die Thielemann gemeinsam mit den Musikern umsetzte.

Populärer ist der Czardas (op. 441) aus der eben genannten Oper. Schwermut und Lebensfreude treffen hier direkt und ungeschont aufeinander. Besser kann man es nicht machen, als hier gehört. Wirklich nicht.

Der Egyptische Marsch (op. 335) stellte nahezu eine Wiederholung vom Jahr 2014, mit derselben Idee, dar. Fein musiziert, aber weit weg von einer Innovation. Auch hier sangen die Musiker leidenschaftlich mit. In dem Fall kann man aber den lateinischen Spruch abwandeln: Bis repetita placent. Voraussetzung: Thielemann steuert seine Pianissimi bei, die für einen eigene Note sorgen.

Abwechslung kommt mit noch einer Erstaufführung ans Pult: Die Zwischenaktmusik von Joseph Hellmesberger Sohn, der Entr´acte Valse, gefällt allen.

Die einzige und kostbare Polka Mazur (eigentlich Polka Mazurka) an diesem Tag ist Lob der Frauen (op. 315). Johann Strauss Sohn schrieb diese 1867 und sie wurde im Wiener Volksgarten uraufgeführt.

Konzertmeister Rainer Honeck wird seiner Euphorie nicht müde, ebenso wenig wie seine KollegInnen.

Zauberhaft holt Josef Strauss´ Walzer Sphärenklänge (op. 235) aus, um zu einem weiteren Highlight des Konzertes zu werden. Die Violinen haben hier ihr synchrones Plaisir. An keiner Stelle angestrengt, sondern leicht und virtuos, immer mit der Prise Marsch in sich. Jun Keller (Violine) verliert sich sichtlich in der Musik, was ein sehr positives Zeichen ist. Mit dem Großwerk endet der offizielle Teil des Konzertes.

Als erste Zugabe wählen Christian Thielemann und die Wiener Philharmoniker die hübsche und flotte Polka Im Sturmschritt (Polka schnell, op. 348) von Strauss Sohn. Diese macht Laune und freut, wirkt wie ein „Zuckerstreusel“ auf dem ohnehin feinen und über weite Strecken klar schnörkellosen Konzert.

Der Walzer An der Schönen Blauen Donau (op. 314) offeriert wieder einmal ganz andere Noten. Oft gehört, aber noch nie so. Nüchtern, aber nicht reizlos. Eine der klarsten und temporeichsten Interpretationen. Als ob man ein Exempel statuieren wollte. Gut. Anders. Aber gut. Hier hält man sich nicht auf. Genaues Hinhören ist hier Programm.

Für den Radetzkymarsch (op. 228) lässt sich der Dirigent etwas einfallen. Er erscheint erst zu den ersten Klängen im Saal und hält dann das frenetische „Mitklatschen“ des Publikums im Zaum. Mittels Handzeichen und Mimik leitet er es an.

Was ist abschließend zu sagen? Ein durchdachtes wie unterhaltsames Neujahrskonzert mit klarer Linie, das sich modern-traditionsbewusst und intellektuell präsentierte. Ein guter Jahresstart!

Wieder eine geschenkte Stunde: Otto Schenk präsentiert sein neues Buch!

Quod erat demonstrandum: Es gibt sowohl Straussianer als auch „Schenk-isten“. Der 88-jährige, umtriebige Theatermensch, den laut eigener Aussage eine Hassliebe mit selbigem verbindet, hat (wieder einmal) ein Buch geschrieben: Diesmal dreht sich alles um die Musik. Otto Schenk erfüllte sich im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins wieder den Traum vom Dirigieren. Sein Sohn Konstantin ist übrigens wirklich Dirigent. 

Zwei Dirigenten gab es an diesem Abend: Zusammen mit der Ungarischen Kammerphilharmonie (diesmal unter der musikalischen Leitung von Konrad Leitner) gab Otto Schenk ja in der Vergangenheit schon das eine oder andere „launige“ Konzert mit viel Körpereinsatz. So spüre er die Musik einfach besser. „Wer nicht hört, kann nicht selig werden.“, so der Tausendsassa auf der Bühne. Oder: „Musik hören muss man lernen.“. Das dazugehörige Programm hat einen hübschen Namen: Noten und Anekdoten. 

Schenk fühlte sich lange unmusikalisch. Er musste sich die Musikalität erarbeiten. Das kam ihm wiederum bei seinen zahlreichen Operninszenierungen zugute, wie an der New Yorker Metropolitan Opera. In einem früheren Interview mit Klingers Kulturpavillon erwähnte er auch seine Herangehensweise an eine Inszenierung: Klingers Kulturpavillon: M. Klinger im Gespräch mit Ksch. Prof. Otto SCHENK

Was das Dirigieren anlangt, wollte er immer diesen Beruf ergreifen. Aber es kam nie dazu. Was vielleicht eben oben genannten Grund haben mag, dass er sich nie wirklich bereit fühlte.

Nicht nur die eingefleischten Fans erfreuen sich immer wieder seiner Bücher. Aber: Eine Autobiographie weigert er sich zu schreiben. Das wäre nicht angebracht. Lieber widmet er sich den verschiedensten Bereichen: Ein Kochbuch mit Rezepten seiner Nonna hat er schon herausgebracht („Wer kocht, ist selber schuld“). Oder er schreibt über irrwitzige Begebenheiten, die Oper, das Theater, gerade jetzt über die Musik.

Wer´s hört, wird selig – Musikalisches und Unmusikalisches ist der Name seines neuesten Werkes.

Die Zuhörer durften sich unter anderem an der „Pizzicato Polka“ (Johann Strauss Sohn und Josef Strauss, op. 234) oder an dem kleinen Meisterwerk „Unter Donner und Blitz“ (Polka schnell v. Johann Strauss Sohn, op. 324)  erfreuen. Mozart und Rossini liebt er aber auch. So entstand eine fast gnadenlose Vielfalt an „Expressionismus“, die er vorführte. Er hüpfte, beugte sich nach vorne, ließ wieder die Musiker kommen….

Otto Schenk mag zwar kein Musiker sein, ein untrügliches Gespür für die Musik und die Bereitschaft, ja sogar überschäumende Freude, sich dazu zu bewegen, ist ihm in die Wiege gelegt.

Nach dem Konzert und der Lesung hatte Schenk jedenfalls viel zu tun: Sehnsüchtig wurde er bereits zum Signieren seiner Werke erwartet, und das von einer Hundertschaft.

Information:

Otto Schenks neues Buch: „Wer´s hört, wird selig. Musikalisches und Unmusikalisches“, erschienen im Amalthea Verlag.

Preis: € 26

Ein Einblick voller Humor und Informationen in die Welt der Oper, der Musik, ein Muss für alle „Schenk-isten“.

Link zum Buch: http://www.amalthea.at/produkt/wers-hoert-wird-selig/

Heiteres rund um das Tier vom Duo Karawane Salzburg.

„Tierisch“ geht es im aktuellen Programm des Duos Karawane Salzburg, Christa und Agilo Dangl zu. Eine Stunde lang unterhielten die beiden Künstler mit tierischen Geschichten und Anekdoten, es wurde viel gelacht.

„Wir sind auch wieder einmal da!“, so eine launige Begrüßung war von dem aus Salzburg nach Wien und Niederösterreich angereisten Duo zu hören. Von der kleinsten Laus über die Maus, von der Katze über das Schwein bis zum Nilpferd – alle unterhaltsamen Tiere waren vertreten. Mit einer großen Sorgfalt wurden Texte, Gedichte und Geschichten ausgewählt und auf lebhafte Weise dargebracht.

Überlegungen einer Schnecke zum Beispiel lauteten: „Sull i aus mein Haus raus, oder sull i nit raus?“, wohingegen ein Elefant bei der Begegnung mit einem Menschen, der keine Hose trägt, ganz andere Probleme hat. Elefanten essen ja bekanntlich mit dem Rüssel. Er tut sich schwer zuzuordnen, wie der Mensch denn dieses Instrument zum Essen verwenden will. Das ist doch „viel zu klein“.

Vom großen Heinz Erhardt war die „polyglotte Katze“ zu hören. Auch von einer „Kuh“ aus der Feder desselben, war die Rede. Und natürlich die Maus namens Zizibe, die gerne viel Käse isst und danach selber schwer im Magen liegt, diese durfte auch nicht fehlen.

Schön anzuhören war auch eine Geschichte, die sich – anrührend voller Menschlichkeit- um die Rettung von Katzenleben drehte (nämlich von lauter weißen Kätzchen mit schwarzen Schwänzchen).

Es waren Texte, die zwar viel Humor enthielten, wo viel gelacht werden durfte. Aber auch Elemente mit Tiefgang befanden sich darunter.

Zu den Künstlern:

Das Ehepaar Christa und Agilo Dangl aus Salzburg (Eltern von Josefstadt-Schauspieler Michael Dangl) verkörpert das Duo Karawane Salzburg. Ursprünglich als Schauspielgruppe geführt, treten die beiden heute nach langjähriger Theatererfahrung in dieser Formation auf. Beide sind Träger des Ehrenbechers der Stadt Salzburg. Agilo Dangl ist außerdem Träger des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Salzburg und des Salzburger Stadtsiegels in Gold. Das Ehepaar trat 22 Jahre lang bei der Eröffnung des Salzburger Rupertikirtages als Hanswurst und dessen weibliches Pendant auf.

Gemeinsam mit ihrem Sohn Michael schreiben sie auch Theaterstücke. Etwa „Tiramisu“ oder „Winterrose – Denn das Glück ist immer da.“ Mit ihrem aktuellen Programm besuchen sie auch Senioreneinrichtungen und sorgen für Heiterkeit.