SPECIALS & CONCERTS

Innovative Veranstaltungen und Konzerte mit speziellem Programm

„Kaiser“ Robert Heinrich Palfrader als Moderator im Fernsehen ? In der Dramedy – Serie „Walking on Sunshine“ im ORF.

Die Vielschichtigkeit mancher Künstler wird immer wieder aufs Neue bewiesen. Robert Palfrader, ursprünglich Autor und Gestalter von Sendungen, auch Caféhaus-Betreiber, steht ganz aktuell im Mittelpunkt einer neuen Serie im österreichischen Rundfunk.

Einem breiten Publikum wurde Palfrader bekannt als Comedy-Man, der sich kein Blatt vor den Mund nahm. Auf einem US-amerikanischen Filmfestival („Indie Fest“) wurde er für seine Rolle des Bürgermeisters der (fiktiven) verschuldeten Gemeinde „Braunschlag“ (gleichnamige Fernsehserie) mit dem Preis als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Letztes Jahr, 2018, präsentierte er sein erstes Soloprogramm „Allein“ im Wiener Rabenhof Theater.

Zwei Rollen am Wiener Volkstheater gehören ebenso zu Palfraders Repertoire: Die Titelrolle in Liliom (Franz Molnar) und der Oskar in Geschichten aus dem Wiener Wald (Ödön von Horvath).

Ebenso sehr bekannt ist die Sendung „Wir sind Kaiser“, in welcher Robert Palfrader in die Rolle des „Kaisers von Österreich“, Robert Heinrich I., schlüpft. Seine nasale Sprache wurde zum Kult, seit 2007 läuft diese Sendung, für die Palfrader mit zwei Goldenen Romys (österreichischer Film- und Fernsehpreis) ausgezeichnet wurde. Insgesamt kann er vier „Romys“ vorweisen.

Ganz aktuell mimt er nun den durch Alkoholprobleme aus dem Sender ausgeschiedenen ehemaligen Nachrichtenmoderator Otto Czerny-Hohenburg. Diesen holt man zurück, teilt ihm aber zu seiner Unzufriedenheit erst die Moderation der Lottozahlen (was er strikt ablehnt) zu, dann soll er in die Wetterredaktion.

Was Robert Palfrader im Folgenden in dieser Serie abliefert: Man nimmt ihm einen Moderator ab. Diesen würzt er mit einer Prise Hochmut, Ironie und man sieht öfters sein typisches spitzbübisches Grinsen. Absolut überzeugt ist er in der Serie davon, dass ihn „die Leute lieben“.

Der Serienstart erfolgte am Montag, 7. Januar mit 789.000 Zuschauern.

Info: Die Serie „Walking on Sunshine“, ORF 1, jeden Montag, 20:15h

DarstellerInnen: Robert Palfrader, Proschat Madani, Aaron Karl, Miriam Fussenegger, Stefanie Dvorak, Selina Graf, Natalie Alison, Martin Zauner, Joseph Lorenz…. Regie: Andreas Kopriva, Drehbuch: Mischa Zickler

„Concerto di Fine Anno“ – Konzert im Teatro Nuovo Giovanni da Udine mit dem Strauss Festival Orchester Wien

Zu Silvester fand ein kleiner „Kulturexport“ aus Wien bei unserem südlichen Nachbarn Italien statt. Das Strauss Festival Orchester Wien gastierte in einem vollen Teatro Nuovo Giovanni da Udine mit einem Konzert zum Jahresausklang, mit Musik der Strauss-Dynastie.

Auf sozialen Medien konnte man einen übervollen Konzertsaal sehen, nicht nur die ItalienerInnen lieben Wiener Musik sehr. Unter dem Titel „Dolci di Vienna“ übersetzt: „Süßigkeiten aus Wien“ dirigierte Violinist und Dirigent Daniel Auner das Strauss Festival Orchester. Gesanglich wurde man von der Udineser Sopranistin Giulia della Peruta unterstützt.

Walzer, Polka und Operette standen auf dem Programm. Csárdás und Arien brachten die Besucher zum Schwärmen. Auch mit einem „Bacio“ (Luigi Arditi) wartete man auf.

Besonders auch das Finale mit dem „Radetzkymarsch“, welches alle Mitwirkenden gemeinsam mit einem Marsch durch das begeisterte Publikum feierten, kam gut an.

„Transactionen, Nordseebilder, Elfenreigen, Tänzerin und Sphärenklänge, gründlich und intellektuell“ – Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2019

Der sehr begehrte deutsche Dirigent Christian Thielemann, Chef der Sächsischen Staatskapelle Dresden, gab sein Debut im Wiener Musikverein als Dirigent des Neujahrskonzertes 2019. Die Wiener Philharmoniker strahlten ob der glücklichen Symbiose.

Thielemann sollte bereits Jahre zuvor am Pult des Orchesters stehen, doch er war immer in Dresden verpflichtet. Heuer hat es erstmals funktioniert! Mit dem stets zu einhundert Prozent akribisch vorbereiteten Dirigenten leitete eine Größe der Musikszene das traditionelle Konzert aus dem Goldenen Saal des Wiener Musikvereins.

Auffällig war zunächst in diesem Jahr eine recht schnelle Programmfolge, zumindest im ersten Teil des Konzertes. Die Wiener Stadtgärten sorgten auch 2019 für den Blumenschmuck. Rosen in Tieforange und Frischgrün dominierten dabei, auch Hellgelb und Magenta mischten sich darunter. Wobei, nur als Hinweis gesagt: Der Farbmix war etwas ungewöhnlich.

Den Auftakt des Konzertes bildete einer der bekanntesten Märsche der Habsburger-Monarchie, der Schönfeld-Marsch (op. 422) von C.M. Ziehrer. Ehrlich: Dieser war kaum vorhersehbar gestaltet, wirkte trotz der „Angestaubtheit“ in der Umsetzung erfrischend. Neben dem vollen Klang setzten Posaunen feine Akzente. Der Marsch erlebte seine Erstaufführung beim Neujahrskonzert.

Der erste große Walzer des Vormittages war Transactionen (op. 184) von Josef Strauss. Er lief sehr ruhig ab und verleitete zum Tagträumen, so wie es sein soll. Querflöten leiteten zart ein, es übernahm die Harfe (Anneleen Lenaerts). Präzise und fließend mit kaum „zügellosen Ausbrüchen“. Zum Finale durfte es dann etwas Dramatik sein. Aus diesem Werk, und nicht nur aus diesem, entsteht allgemein der Eindruck, dass Josef Strauss der melancholischere der Brüder war. Er war auch Ingenieur und Erfinder neben seiner Kompositionstätigkeit.

Mit dem Elfenreigen von Josef Hellmesberger Sohn zeichneten die Wiener Philharmoniker ein lebhaftes Bild in die Köpfe der Menschen: Elfen mit champagnerfarbenen Flügeln und blattgrünen Kleidern tanzen und strecken sich. Die Pizzicato-Elemente kommen sehr konzentriert. Ein bezauberndes und sehr präzise umgesetztes Werk.

Gut darauf macht sich die Express-Polka (Polka schnell, op. 311) von Johann Strauss Sohn – ebenso eine Erstaufführung. „Hüpfend und leichtfüßig“ ist hier das Motto der Wahl. War Christian Thielemann vorhin noch sehr zurückgenommen, kann hier bemerkt werden, dass er sich zu dieser Polka etwas rhythmisch bewegte. Ist auch zu verführerisch, ohnehin verkörpert der Dirigent nicht den äußerst trockenen Typus.

Der große, ausladende und wunderbare Walzer Nordseebilder (op. 390) von Johann Strauss Sohn wurde durch dessen Hochzeitsreise geprägt. Der kleine Ort Wyk an der nordfriesischen Insel Föhr gefiel dem Komponisten derart, dass er dieses Werk verfasste. An eine symphonische Dichtung angelehnt und mit einer sehr langen Introduktion vermag der Walzer die Bilder von Küste und Wellen zu vermitteln. Flöten geben die Richtung vor. Ein gewagtes Gedankenexperiment: Stellenweise würde man dem vollmundigen und ausdrucksstarken Werk fast – aber nur fast – Ziehrer-Elemente unterstellen. Hörner folgen, und es gibt dramatische Momente, an denen man Gischt peitschen hört. Dann folgt wieder zucker-lastige Romantik.

Heraus aus den Nord-Träumereien, hinein in ein kleines Denkmal, welches der dritte Strauss-Bruder, Eduard, kreiert hat: Mit Extrapost, Polka schnell (op. 259) ist ein öfter zu hörendes Kleinod. Umgesetzt wird es mit Verve und Schärfe.

Nach der Pause geht es weiter mit Strauss´scher Operette, einem wichtigen Element nahezu jedes Neujahrskonzertes. Der Zigeunerbaron von Johann Strauss Sohn ist eines der bekanntesten Werke der Goldenen Operettenära (1860 – 1900). Er verbindet österreichische und ungarische Elemente mit der opernhaften Ouvertüre, die die Motive der Operette auf dramatische Weise in sich vereint. Daniel Froschauer (Erste Violine) wirft einen vielsagenden Blick ins Publikum.

Von Josef Strauss kommt ein entzückender wie meisterhaft umgesetzter Beitrag: Die Tänzerin, Polka francaise (op. 227) erfreut und unterhält. Elegant und leicht – ein Highlight des Konzerts. Thielemann hat auch hier seine helle Freude, und drückt das dezent durch seine Körpersprache aus. Bei der „Tänzerin“ handelt es sich um eine Erstaufführung beim Neujahrskonzert.

Der sehr bekannte Walzer Künstlerleben (op. 316) von Johann Strauss Sohn repräsentiert die Sorgen und Lüste dieser Berufsgruppe. Bei den Wiener Philharmonikern unter Thielemann wird zwischen zarten Andeutungen und strahlenden Höhen deutlich unterschieden.

Es folgt wiederum eine rasante, doch mit Bedacht gespielte Polka schnell, (op. 351), Die Bajadere von Strauss Sohn. Sehr schwungvoll, und sehr zackig umgesetzt. Eine treffliche Tanzmusik, wie man meinen könnte.

Auch von Bruder Eduard Strauss kommt ein launiger Beitrag zum Tanze. Niemand hielt es 1877 auf seinem Sitz, als Opern-Soiree, Polka francaise(op. 162) erklang. Dabei handelt es sich wieder um eine Erstaufführung im Rahmen des Neujahrskonzertes. Sehr verspielt, aber mit Konzentration.

Gleich drei Mal ist daraufhin wieder Johann Strauss Sohn, der bekannteste der drei Strauss-Brüder, am Werk: Und zwar wieder eine Novität am Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, der Eva-Walzer aus Ritter Pazman, der einzigen Oper, die Strauss Sohn je schrieb. Sie wurde leider zum Misserfolg. Nicht jedoch dieses Schmuckstück, getragen von jagdlichen Motiven. Demzufolge hört man oft das Horn. Dieser Walzer: Eine gute Idee, die Thielemann gemeinsam mit den Musikern umsetzte.

Populärer ist der Czardas (op. 441) aus der eben genannten Oper. Schwermut und Lebensfreude treffen hier direkt und ungeschont aufeinander. Besser kann man es nicht machen, als hier gehört. Wirklich nicht.

Der Egyptische Marsch (op. 335) stellte nahezu eine Wiederholung vom Jahr 2014, mit derselben Idee, dar. Fein musiziert, aber weit weg von einer Innovation. Auch hier sangen die Musiker leidenschaftlich mit. In dem Fall kann man aber den lateinischen Spruch abwandeln: Bis repetita placent. Voraussetzung: Thielemann steuert seine Pianissimi bei, die für einen eigene Note sorgen.

Abwechslung kommt mit noch einer Erstaufführung ans Pult: Die Zwischenaktmusik von Joseph Hellmesberger Sohn, der Entr´acte Valse, gefällt allen.

Die einzige und kostbare Polka Mazur (eigentlich Polka Mazurka) an diesem Tag ist Lob der Frauen (op. 315). Johann Strauss Sohn schrieb diese 1867 und sie wurde im Wiener Volksgarten uraufgeführt.

Konzertmeister Rainer Honeck wird seiner Euphorie nicht müde, ebenso wenig wie seine KollegInnen.

Zauberhaft holt Josef Strauss´ Walzer Sphärenklänge (op. 235) aus, um zu einem weiteren Highlight des Konzertes zu werden. Die Violinen haben hier ihr synchrones Plaisir. An keiner Stelle angestrengt, sondern leicht und virtuos, immer mit der Prise Marsch in sich. Jun Keller (Violine) verliert sich sichtlich in der Musik, was ein sehr positives Zeichen ist. Mit dem Großwerk endet der offizielle Teil des Konzertes.

Als erste Zugabe wählen Christian Thielemann und die Wiener Philharmoniker die hübsche und flotte Polka Im Sturmschritt (Polka schnell, op. 348) von Strauss Sohn. Diese macht Laune und freut, wirkt wie ein „Zuckerstreusel“ auf dem ohnehin feinen und über weite Strecken klar schnörkellosen Konzert.

Der Walzer An der Schönen Blauen Donau (op. 314) offeriert wieder einmal ganz andere Noten. Oft gehört, aber noch nie so. Nüchtern, aber nicht reizlos. Eine der klarsten und temporeichsten Interpretationen. Als ob man ein Exempel statuieren wollte. Gut. Anders. Aber gut. Hier hält man sich nicht auf. Genaues Hinhören ist hier Programm.

Für den Radetzkymarsch (op. 228) lässt sich der Dirigent etwas einfallen. Er erscheint erst zu den ersten Klängen im Saal und hält dann das frenetische „Mitklatschen“ des Publikums im Zaum. Mittels Handzeichen und Mimik leitet er es an.

Was ist abschließend zu sagen? Ein durchdachtes wie unterhaltsames Neujahrskonzert mit klarer Linie, das sich modern-traditionsbewusst und intellektuell präsentierte. Ein guter Jahresstart!

Wieder eine geschenkte Stunde: Otto Schenk präsentiert sein neues Buch!

Quod erat demonstrandum: Es gibt sowohl Straussianer als auch „Schenk-isten“. Der 88-jährige, umtriebige Theatermensch, den laut eigener Aussage eine Hassliebe mit selbigem verbindet, hat (wieder einmal) ein Buch geschrieben: Diesmal dreht sich alles um die Musik. Otto Schenk erfüllte sich im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins wieder den Traum vom Dirigieren. Sein Sohn Konstantin ist übrigens wirklich Dirigent. 

Zwei Dirigenten gab es an diesem Abend: Zusammen mit der Ungarischen Kammerphilharmonie (diesmal unter der musikalischen Leitung von Konrad Leitner) gab Otto Schenk ja in der Vergangenheit schon das eine oder andere „launige“ Konzert mit viel Körpereinsatz. So spüre er die Musik einfach besser. „Wer nicht hört, kann nicht selig werden.“, so der Tausendsassa auf der Bühne. Oder: „Musik hören muss man lernen.“. Das dazugehörige Programm hat einen hübschen Namen: Noten und Anekdoten. 

Schenk fühlte sich lange unmusikalisch. Er musste sich die Musikalität erarbeiten. Das kam ihm wiederum bei seinen zahlreichen Operninszenierungen zugute, wie an der New Yorker Metropolitan Opera. In einem früheren Interview mit Klingers Kulturpavillon erwähnte er auch seine Herangehensweise an eine Inszenierung: Klingers Kulturpavillon: M. Klinger im Gespräch mit Ksch. Prof. Otto SCHENK

Was das Dirigieren anlangt, wollte er immer diesen Beruf ergreifen. Aber es kam nie dazu. Was vielleicht eben oben genannten Grund haben mag, dass er sich nie wirklich bereit fühlte.

Nicht nur die eingefleischten Fans erfreuen sich immer wieder seiner Bücher. Aber: Eine Autobiographie weigert er sich zu schreiben. Das wäre nicht angebracht. Lieber widmet er sich den verschiedensten Bereichen: Ein Kochbuch mit Rezepten seiner Nonna hat er schon herausgebracht („Wer kocht, ist selber schuld“). Oder er schreibt über irrwitzige Begebenheiten, die Oper, das Theater, gerade jetzt über die Musik.

Wer´s hört, wird selig – Musikalisches und Unmusikalisches ist der Name seines neuesten Werkes.

Die Zuhörer durften sich unter anderem an der „Pizzicato Polka“ (Johann Strauss Sohn und Josef Strauss, op. 234) oder an dem kleinen Meisterwerk „Unter Donner und Blitz“ (Polka schnell v. Johann Strauss Sohn, op. 324)  erfreuen. Mozart und Rossini liebt er aber auch. So entstand eine fast gnadenlose Vielfalt an „Expressionismus“, die er vorführte. Er hüpfte, beugte sich nach vorne, ließ wieder die Musiker kommen….

Otto Schenk mag zwar kein Musiker sein, ein untrügliches Gespür für die Musik und die Bereitschaft, ja sogar überschäumende Freude, sich dazu zu bewegen, ist ihm in die Wiege gelegt.

Nach dem Konzert und der Lesung hatte Schenk jedenfalls viel zu tun: Sehnsüchtig wurde er bereits zum Signieren seiner Werke erwartet, und das von einer Hundertschaft.

Information:

Otto Schenks neues Buch: „Wer´s hört, wird selig. Musikalisches und Unmusikalisches“, erschienen im Amalthea Verlag.

Preis: € 26

Ein Einblick voller Humor und Informationen in die Welt der Oper, der Musik, ein Muss für alle „Schenk-isten“.

Link zum Buch: http://www.amalthea.at/produkt/wers-hoert-wird-selig/

Heiteres rund um das Tier vom Duo Karawane Salzburg.

„Tierisch“ geht es im aktuellen Programm des Duos Karawane Salzburg, Christa und Agilo Dangl zu. Eine Stunde lang unterhielten die beiden Künstler mit tierischen Geschichten und Anekdoten, es wurde viel gelacht.

„Wir sind auch wieder einmal da!“, so eine launige Begrüßung war von dem aus Salzburg nach Wien und Niederösterreich angereisten Duo zu hören. Von der kleinsten Laus über die Maus, von der Katze über das Schwein bis zum Nilpferd – alle unterhaltsamen Tiere waren vertreten. Mit einer großen Sorgfalt wurden Texte, Gedichte und Geschichten ausgewählt und auf lebhafte Weise dargebracht.

Überlegungen einer Schnecke zum Beispiel lauteten: „Sull i aus mein Haus raus, oder sull i nit raus?“, wohingegen ein Elefant bei der Begegnung mit einem Menschen, der keine Hose trägt, ganz andere Probleme hat. Elefanten essen ja bekanntlich mit dem Rüssel. Er tut sich schwer zuzuordnen, wie der Mensch denn dieses Instrument zum Essen verwenden will. Das ist doch „viel zu klein“.

Vom großen Heinz Erhardt war die „polyglotte Katze“ zu hören. Auch von einer „Kuh“ aus der Feder desselben, war die Rede. Und natürlich die Maus namens Zizibe, die gerne viel Käse isst und danach selber schwer im Magen liegt, diese durfte auch nicht fehlen.

Schön anzuhören war auch eine Geschichte, die sich – anrührend voller Menschlichkeit- um die Rettung von Katzenleben drehte (nämlich von lauter weißen Kätzchen mit schwarzen Schwänzchen).

Es waren Texte, die zwar viel Humor enthielten, wo viel gelacht werden durfte. Aber auch Elemente mit Tiefgang befanden sich darunter.

Zu den Künstlern:

Das Ehepaar Christa und Agilo Dangl aus Salzburg (Eltern von Josefstadt-Schauspieler Michael Dangl) verkörpert das Duo Karawane Salzburg. Ursprünglich als Schauspielgruppe geführt, treten die beiden heute nach langjähriger Theatererfahrung in dieser Formation auf. Beide sind Träger des Ehrenbechers der Stadt Salzburg. Agilo Dangl ist außerdem Träger des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Salzburg und des Salzburger Stadtsiegels in Gold. Das Ehepaar trat 22 Jahre lang bei der Eröffnung des Salzburger Rupertikirtages als Hanswurst und dessen weibliches Pendant auf.

Gemeinsam mit ihrem Sohn Michael schreiben sie auch Theaterstücke. Etwa „Tiramisu“ oder „Winterrose – Denn das Glück ist immer da.“ Mit ihrem aktuellen Programm besuchen sie auch Senioreneinrichtungen und sorgen für Heiterkeit.

 

Nathan Amaral als glücklicher Gewinner des CIMA Wiener Klassik Preises 2018.

Am 12. August fand das Galafinale der diesjährigen CIMA (Central International Music Academy) Meisterklassen im Haydn Saal der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien statt. Der glückliche Gewinner der Competition heißt Nathan Amaral.

Hart war es für die Fachjury (Vorsitz: O. Univ.-Prof. em. DDr. h.c. Michael Frischenschlager) aus den Darbietungen, die durchwegs auf einem sehr hohen Niveau stattfanden, einen Sieger zu wählen. Es wurden vornehmlich Werke von Mozart und Haydn zur Aufführung gebracht. Bei den Instrumenten handelte es sich um Violinen, Celli und Klavier.

Nathan Amaral, ein junger Violinist aus Brasilien, setzte sich am Ende mit Mozarts Violinkonzert in A-Dur (1. Satz) mit der höchsten Punktzahl durch. Er durfte sich über den Wiener Klassik Preis freuen. Auf Platz 2 lag die Moldawierin Alexandra Tirsu mit ihrer Interpretation des Mozart´schen Violinkonzertes. Platz 3 belegte der Kroate Mislav Brajkowic mit Haydns Cellokonzert in D-Dur (1. Satz).

Die Organisatoren Daniel Auner, MA und Mag. Tymur Melnyk freuten sich über ein äußerst gelungenes Galakonzert mit glücklichen Gesichtern. Nathan Amarals Jubelrufe waren kaum zu überhören. Ein vielversprechender, junger Künstler, der mit Leidenschaft interpretiert und glasklare Klänge produziert.

Links:

Nathan Amaral auf Video:

(c) Nextel Brasil

CIMA (Central International Music Academy):

http://www.cima-music.com

 

Sehr verschleyerte Märchen für Erwachsene: Brutalität, Erotik, Aktualität im Wiener Lustspielhaus

Im Wiener Lustspielhaus, wo gerade die Spielsaison mit „Der eingebildete Kranke – neu verschrieben“ läuft, geriet ein Gastspiel des Erzählers, Schauspielers und Kinderbuchautors Erich Schleyer, gemeinsam mit der Band SainMus zur Aufführung. „Wer hat Angst vorm bösen Wolf?“ ist ein Märchenpotpourri, welches nicht an brutalen Szenen und erotischen Anspielungen spart.

Deshalb ist auch extra ausgewiesen: Nur für Erwachsene. Aber Märchen, waren ursprünglich eben auch nicht für Kinder gedacht. Sie waren keineswegs harmlos. Sie hielten dem menschlichen Selbst einen Spiegel vor. Denn es läuft – auch laut Erich Schleyer – nicht immer alles im Leben so honigkuchen-mäßig. Die dunkle Seele wurde beleuchtet.

Schleyers erhobene und mächtige Stimme, die er immer wieder Grenzen ausloten lässt, wischt den Regen, der auf das Dach des Lustspielhauses enorm trommelt, einfach weg. Der Satz: „Glauben Sie mir ruhig, es wird heute auch noch bei uns donnern!“, sorgt für Gelächter im Publikum.

Die Blindschleiche und die Nachtigall eröffnen den Märchenreigen:

Ein äitologisches Tiermärchen der Gebrüder Grimm. Spannend in den ersten Zügen, lehrreich im Ausgang. Jedes der Tiere besitzt nur ein Auge. Als die Nachtigall sich schließlich von der Blindschleiche ein Auge leiht, und es nicht retourniert, droht die Schlange, sich zu rächen, an Kindern und Kindeskindern der Nachtigall. Aber diese spottet nur:
„Ich bau mein Nest auf jene Linden,
so hoch, so hoch, so hoch, so hoch,
da magst du’s nimmermehr finden!“

Die Brüder Grimm – Wilhelm und Jakob – wobei der Zuschauer erfährt, dass Wilhelm der Träumer war und Jakob der Exakte, sammelten also recht grausame Märchenstoffe.

Auch Rapunzel zählt zu den grausamen Märchen, weil ein Kind geraubt wird, und von der bösen Zauberfigur mitgenommen wird, nur weil die werdende Mutter unstillbare Gelüste hat. Wenn dann der Prinz zum Turme geritten kommt, tut er das nicht still und heimlich. Nein, der Erzähler unterstützt die Szene mit viel Körpereinsatz, indem er den trabenden Traumprinzen auf dem Pferd mit lüsternen Absichten nachstellt. Erst in der Wüste können die beiden dann miteinander glücklich werden. So manches Märchen folgt eben auch noch der Formel: ….und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!

Es ist nicht zu übersehen, dass Erich Schleyer mit Freude sein – diesmal erwachsenes – Publikum unterhält. Noch mehr freut er sich darüber, dass ihn zwei musikalisch sehr talentierte Herren begleiten: Philipp Erasmus und Clemens Sainitzer, zusammen das Duo SainMus, an der Gitarre und am Cello. Sie verausgaben sich und sind sogar manchmal etwas frech, wenn sie ein paar Märchenstrophen von selbst zu Ende erzählen.

Wenn es nicht eine schlimme Parabel auf eine Freundschaft mit Hintergedanken wäre, so müsste man bei der Begebenheit der Leberwurst und der Blutwurst Tränen lachen. Die Leberwurst besucht also nichtsahnend die Blutwurst. Eine verwurstete, und tragische Geschichte, hat doch die eine Wurst der anderen Wurst nach dem Leben getrachtet. Schleyer gestaltet dies so lebendig, dass man sofort ein konkretes Haus vor Augen hat, wo das abgelaufen sein könnte. Die innere Fantasie anzuregen, ist ein Talent des Künstlers (wohl seit Jahrzehnten kultiviert).

Hänsel und Gretel als Kannibalenmärchen, wo Hänsel erst gemästet werden müsste, um „schön fett zu werden“. Aber am Ende muss doch die böse Alte daran glauben.

Rotkäppchen, von diesem Märchen kam man an diesem Abend kaum los: Zahlreiche Adaptierungen, sogar eine, entstanden während der NS-Gräuelzeit, wurden vorgetragen.

Während der erste Teil des Märchenabends flott und locker, sowie sehr unterhaltsam und in angenehmer Länge abläuft, ist die zweite Hälfte dann eher ein wenig zähflüssig: eine Überlegung wäre es wert, hier ein paar Einsparungen bei sehr langen Passagen vorzunehmen.

Ein Abend, an dem bloße Berieselung stattfindet? Nein, wenn man das sucht, ist man hier falsch. Mitdenken und Reflektieren ist angesagt. Schleyer zeigt, dass Märchen genau genommen aktueller denn je sind.

 

Links:

http://www.erich-schleyer.com

http://www.sainmus.at

 

 

 

 

„Halb, so gut – Amadeus bewegt – Pädagogik inkludiert“ – DDr. Peter Wehle bei den Festwochen Währing

Einen genialen Künstler und Menschenkenner könnte man ihn nennen. Das greift aber ein wenig kurz für den Doppeldoktor Peter Wehle. Sohn von…? Das ist es auch nicht! Faktotum der Bücherschreiberei, der Psychologie, des Flügels? Bei einem umfassenden Auftritt im Festsaal der Bezirksvorstehung Wien-Währing im Rahmen der Währinger Festwochen zeigte er neben Halb, dem anwesenden Publikum (ich erkläre später wes-halb) sein Können. „Mord – Pause – Mozart“, so der Name des neuen Programms, geriet in der „Luxus-Version“ zu „Mord Halb aufgeklärt – Pause zur Reflexion – Mozarts tiefe Seeleneinblicke – Pädagogische Ansinnen – jazzige Vollendung“.

Kriminologie und Akribie vereint

Mit einem äußerst schwungvollen Einstieg in die Welt der Kriminologie, verbunden mit der Juristerei und der Psychologie, betritt DDr. Peter Wehle die Bühne. Und gleich ist man in der Welt des „strizzihaften“ Wien, bei den Ermittlerqualitäten des Hofrat Ludwig („Locken-Luzi“) Halb angekommen. In seinem Werk „Kommt Zeit, kommt Mord“ gesteht jemand auf dem Totenbett einen Dreifachmord. Doch leider sitzt ein anderer dieser Morde Angeklagte im Gefängnis. Das würde also bedeuten, dass dieser unschuldig die Strafe verbüßt und der andere, ebenjener im Krankenhaus befindliche, an Krebs leidende Mann, seiner gerechten Strafe durch natürliche Umstände entzogen wird. Auch den Hofrat Halb, Ermittler mit gewisser „Coolness“, erwischt es aber schwer. Er wird angeschossen….Überlebt er? Dazu muss man das Werk lesen, ist auch ein sachdienlicher Hinweis (neudeutsch: Ein Cliffhanger). Aber Peter Wehle ist einmal nicht so. Er befreit das Publikum von seiner Neugier: Halb überlebt – ganz und gar…..

Wolfgang Amadeus Mozart – ein Lehrstück

Ob heiß, ob kalt, ob halb, ob ganz: Vorhang auf für Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart. Bisschen latinisiert, der Name, es schadet aber sichtlich nichts. Peter Wehle erzählt mit Hingabe, Charme und voller Bewunderung seltene Details aus Mozarts Leben im zweiten Teil des Programms. Wussten Sie zum Beispiel, dass Mozart die Stadt Salzburg, „seine“ Stadt, nicht außergewöhnlich gerne leiden mochte?

Woran Mozart wirklich starb? Peter Wehle bittet seine Zuhörerschaft anzukreuzen:

Konkurrent Antonio Salieri (wie im Milos Forman-Film „Amadeus“ dargestellt)

Liebestechnischer Konkurrent und Schüler Franz Xaver Süßmayr (vollendete das Requiem)

Freimaurer

Frieselfieber (Umschreibung, Sammelbegriff für schlimme Krankheiten)

Aderlass (der mangels Fiebermessen darauf folgte)

Jedenfalls sind die Todesumstände von Mozart bis zum heutigen Tage nicht vollständig geklärt. Schade, dass der Himmel ein solches Talent in einem so jungen Alter (mit 35 Jahren) genommen hat, waren sich alle einig. Bestattet wurde er in einem mehrfach verwendbaren, josephinischen Klappsarg (von Reformkaiser Joseph II. im Jahre 1785 in Österreich aus Sparzwecken eingeführt). Ein sehr zurückhaltendes und einfaches Begräbnis also, für „unseren“ Mozart.

Ob Leopold Mozart ein „Eislaufvater“ aus heutiger Sicht gewesen wäre (nein, das hätte der kleine Wolfgang aufgrund seines Temperamentes nicht mitgemacht) und dass Mozart in seinem Leben 10 Jahre lang auf Reisen war und somit heute, 2018, mehr Vielfliegermeilen gesammelt hätte, als die Tourismusminister aller Länder zusammen…..das hat an diesem Abend auch beschäftigt.

(Nicht nur) leidenschaftliches, auch pädagogisches Klavierspiel

Peter Wehle spielt nun auf dem Klavier. Sein Lieblingsstück, wie er verrät, ist die Mozart-Sonate in C-Dur, KV 330 (andante cantabile). Daraus gibt er den bewegenden 2. Satz zum Besten.

Zum Abschluss des tollen Abends wird es noch „jazzig“. Wehle möchte der Zuhörerschaft pädagogisch das Klavierspiel vermitteln, indem er Variationen einer Grundmelodie demonstriert. Natürlich läuft das beneidenswert leicht von beiden Händen, kopfschüttelnd und staunend bleibt man erst einmal sitzen und muss das „verdauen“. Den zweckdienlichen Hinweis „Nehman S´ einfach des, was gut klingt!“ nimmt man auf mit rechtschaffenen Zweifeln, ob man selbst denn nur eine Viertelnote wie der erhabene „Klavierlehrer“ anschlagen könne.

Gratis Klavierunterricht vom Profi als Draufgabe, sozusagen. Dieser gipfelt in einer mitreißenden Jazz-Improvisation, die eine ganz neue Seite Wehles zeigt. Cool und markant. Es war also eine jede Stilrichtung vertreten. Wie ein Jazzpianist wirft er das Sakko über die Schulter und winkt zum Abschied.

Ein original wEhlerischer Abend. Wer nicht dabei war, hat etwas verpasst!

 

Info:

Mehr Informationen über DDr. Peter Wehles Krimi-Werke rund um den charmanten Ermittler Hofrat Halb:

https://www.haymonverlag.at/buecher/7815/mord-heilt-alle-wunden/

 

 

 

 

 

 

 

Arien, Duette, Operette: Im Mozartschloss Stuppach mit THOMAS WEINHAPPEL und LILLA GALAMBOS am 07. April 2018

Mozarts letztes Schloss in Stuppach (Niederösterreich) bot einen stilvollen Rahmen für ein seriös-heiteres Konzert aus Oper und Operette. Der Bariton Thomas WEINHAPPEL und die Sopranistin Lilla GALAMBOS (hochschwanger) boten ein fein abgestimmtes und unterhaltsames Programm in dem ausverkauften Haus. 

Das Schloss Stuppach wurde von der Familie Zellinger saniert und der „Schlossherr“ Reinhard Zellinger und seine Gattin freuen sich, das Schloss im Rahmen von Klassikkonzerten zugänglich zu machen. Im Schloss Stuppach befand sich lange Zeit das Requiem in d-Moll von Mozart. Es wird als Mozarts letztes Schloss vermarktet.

Zu Gast waren diesmal der Wiener Bariton Thomas Weinhappel und die ungarische Koloratursopranistin Lilla Galambos. Sie boten viele Mozart-Arien (was auch in diesem Schloss nicht verwunderlich ist). Auch Operette war prominent vertreten.

Thomas Weinhappel startete den Abend mit der spöttischen Darbietung „Se vuoi ballare, Signor Contino?“ (Kleiner Graf, willst Du tanzen?) aus Le nozze di Figaro. Eine energetische Vortragsweise gepaart mit Bühneneleganz.

Lilla Galambos sang die Blonde aus der Entführung aus dem Serail mit „Welche Wonne, welches Glück“. 

Die Moderation übernahm Emanuel Schulz (vielleicht eine Namens-Ähnlichkeit mit Schikaneder?!) und erzählte Parallelen von Mozarts Musikstücken: Monostatos´ Arie, die kleine Nachtmusik und das Flötenkonzert in G-Dur…

Ein schmachtender und fröhlicher, „verliebter“ Don Giovanni kam auf die Bühne, und bat um die „Hand seines Lebens“. Jeder weiß nun wohl, was gemeint ist. Das Bühnenpaar ergab sich dem Zauber des Duettes: „La ci darem la mano“, in welchem Don Giovanni die Zerlina umwirbt.

Genauso ging es auch weiter: Thomas Weinhappel lockte an das Fenster mit dem flehetlichen „Deh vieni alla finestra“ des Don Giovanni. Es gibt einen ähnlichen Beginn, bei der Rosenarie der Susanna aus Le nozze di Figaro. „Deh vieni non tardar..“ Das Motiv ist sehr ähnlich: Liebe und Sehnsucht nach dem „kurzen körperlichen Glück“.

Es folgte, wie es alle machen: Lilla Galambos interpretierte die Despina aus Cosi fan tutte. 

Thomas Weinhappel drehte energisch wieder den Don Giovanni in eine andere Richtung: „Fin ch’han dal vino“. Mit Champagnerglas.

Ein gebasteltes Schlussduett aus dem Figaro beschloss den Teil der Mozart-Da Ponte Trilogie („Don Giovanni“, „Le nozze di Figaro“ und „Cosi fan tutte“).

Lilla Galambos mit einer Arie der „Madame Silberklang“, einem recht selten gespielten „Stück“ leitete über zu….

„bei Männern, welche Liebe fühlen“, dem wundervollen Duett der Liebessuchenden, Pagageno und Pamina.

Thomas Weinhappel als Papageno lockt sein „Weibchen“ mit der Panflöte an. Lilla Galambos antwortet auf sein verzweifeltes Werben als Papagena mit den „Pa-Pa-Pa-Lauten“. Dann erleben auch sie „das höchste der Gefühle“.

Alsdann, Mozart, verabschiede er sich und lasse Johann Strauss (jun.) den Vortritt.

Thomas Weinhappel als schneidiger Graf Homonay (leider fehlt ihm für seine Darbietung nur das Fass) singt über das Ungarheer aus dem Zigeunerbaron. 

Die Koloratursopranistin wendet sich einer ihrer liebsten Aufgaben zu: Als Adele aus der Fledermaus rügt sie den imaginären Herrn Marquis Eisenstein mit „Mein Herr Marquis“. Sie setzt dabei, wie es im „Lehrbuch“ steht, den Fokus auf das Wort „Sollt´“ und nicht auf das Wort „besser“, wie auch manchmal in Aufführungen gebräuchlich. Die Textzeile hierzu lautet: „Ein Mann wie Sie, sollt´besser das verstehn´“.

Das bekannteste Duett von Strauss, aus seiner wohl bekanntesten Operette, folgt: Mit den Dialog-Einlagen sehr nett gestaltet, Graf und Gräfin Zedlau huldigen dem „Wiener Blut“, und was für ein kraftvoller Saft es nicht ist.

Als Graf Tassilo aus Emmerich Kálmáns Gräfin Mariza mit „Komm Zigany“, eigentlich für Tenor geschrieben, macht Thomas Weinhappel eine gute Figur.

Die beiden Sänger müssen sich – und dürfen sich in der nächsten Arie tanzwütig zeigen. Die romantische Darbietung: „…wer ist wohl seliger heute, als wir zwei?“ stammt aus der Emmerich Kálmán – Operette Die Csárdásfürstin. „Tanzen möcht´ ich“ verlangt den Darstellern eben Gesangs- und Tanzkünste ab.

Beim folgenden (einem der schönsten Stücke der Operettenliteratur) Vilja-Lied aus Lehárs Lustiger Witwe kommt das Publikum als summender Chor zum Einsatz. Eine hübsche Idee. Dass dabei von der Sopranistin Lilla Galambos in der Aufregung die Strophen verwechselt werden, ist nicht weiter schlimm.

Und jetzt kommt der Womanizer, auf den alle gewartet haben: DANILO. Mit einer witzigen, „betrunkenen“ Note und einem Augenzwinkern. „Da geh´ ich zu Maxim“ ebenso aus der Lustigen Witwe, kann wohl jeder nachvollziehen beziehungsweise mitsingen.

Dass die Lippen von Lilla Galambos „heiß küssen“, beweist sie in der wundervollen, großen Arie der Giuditta (Franz Lehár). „Meine Lippen, sie küssen so heiß“, der Klassiker.

Dass Lippen auch schweigen können und bei heiklen Entscheidungen wie jenen in der Liebe auch manchmal (oft) schweigen müssen, erzählen die beiden Sänger in dem romantischen Duett „Lippen schweigen“.

Als Zugabe nach großem Applaus für die tollen Künstler gibt es noch einmal die Gräfin Mariza, mit dem Duett „Komm mit nach Varasdin“.

Ein toller Konzertabend und ein wunderbares Ausflugsziel.

 

Links:

http://www.mozart-schloss.com

http://www.lillagalambos.com

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JosefStadtgespräch mit Alexandra Krismer und Harald Serafin

In der Reihe „JosefStadtgespräche“ am Theater in der Josefstadt (Sträusselsäle) – immer gut besucht – drehte sich diesmal vieles um Bob Larbey, den britischen Autor der Tragikomödie „Schon wieder Sonntag“. Aus diesem Anlass hatte ORF-Kulturredakteurin Eva-Maria Klinger zwei bekannte Schauspieler zur Matinee eingeladen.

Im Stück, das immer wieder vor ausverkauftem Haus stattfindet, geht es um zwei Bekannte im Altersheim. Einer hat körperliche Beschwerden, der andere kann sich nichts mehr merken und „schwächelt“ geistig. „Wir dürfen keine Zombies werden.“, so ein Satz. Zweifelsfrei ist es mit zwei so anspruchsvollen Rollen kein leichtes Unterfangen, eine Geschichte auf die Bühne zu bringen. Die beiden Hauptrollen im Stück spielen Otto Schenk und Harald Serafin, die Tochter von Otto Schenk auf der Bühne ist Alexandra Krismer. Die Bühnenkollegen sprachen in teils amüsantem, teils ernstem Ton über die Herausforderungen und die schönen Momente des Werkes und des Berufes.

Alexandra Krismer, die die Tochter des körperlich gebrechlichen Cooper (Otto Schenk) spielt, meint, es sei immer Teamarbeit, ein solches Stück auf die Bühne zu „stellen“. „Es kann nicht einer kommen und sagen, er ist Otto Schenk und trägt das Stück.“ Er muss die Rolle authentisch verkörpern, darum geht es. Auch verriet die gebürtige Innsbruckerin ein  dass Schenk in einer Szene, in der er auf den Boden fällt und dort liegen bleibt, seinen Mitspielern immer den Tipp gebe, jetzt nichts zu sagen, das sei ein Lacher.

Auch der Souffleur ist ein immer wieder stark beanspruchter Kollege im Theaterbetrieb. Er muss an einem Vorstellungsabend Großartiges leisten. Krismer absolvierte die Schauspielschule und ihr Traum war es schon immer, Schauspielerin zu werden. Genauso wie der Traum ihres sehr populären Bühnenkollegen Harald Serafin, der immer schon wusste, dass er Sänger und nicht Arzt (nach dem Wunsch der Eltern) werden wollte. Um ein Haar wäre es anders gekommen, bis er im OP ohnmächtig wurde, weil er kein Blut sehen konnte. Er setzte sich gegen die Eltern durch: Er sagte sogar seinem Vater, der mit der Bahn angereist war, um ihn zu überreden, in den elterlichen Textil-Betrieb einzusteigen: „Hast Du eine Rückfahrkarte? Dann gebrauch´ sie auch!“

Otto Schenk war am Opernhaus Zürich sein großer Mentor, den er lobend und bewundernd erwähnt. Er suchte damals für die Produktion der „Fledermaus“ von Johann Strauss einen (Gabriel von) Eisenstein, und fand ihn in Harald Serafin. Doch Otto Schenk war ein strenger Regisseur. Er triezte ihn und jeder Handgriff, jede Bewegung und jeder Ton musste nach seinen Vorstellungen sitzen.

Wie ist das für die beiden, auf der Bühne den Traumberuf ausüben zu können?

Alexandra Krismer betonte: „Seit dem Kindergarten, als ich als Maria im Krippenspiel auf der kleinen Bühne gestanden bin, will ich das tun. Da gab es so ein Strahlen, so einen Moment!“ Serafin meinte: „Der Drang zum Singen ist bei mir immer da! Ich singe überall. Ich singe beim Rasieren, im Bad, nur beim Zähneputzen geht das nicht! Es muss lebenswichtig werden, zu singen und tief in den Bauch die Stimme zu lassen!“ Auch Krismer bestätigte: „Jedes Mal, wenn ich vor Vorstellungsbeginn an seiner (Serafins) Garderobe vorbeigehe, höre ich lautes Singen, das gefällt mir sehr!“ Eva-Maria Klinger: „Er singt sich also ein für die Sprechrolle!“ Einen Mann zu spielen, der an Demenz erkrankt ist, ist für den lebensfrohen und fitten Serafin nicht leicht. Aber für seine leisen Töne wurde er sehr gelobt.

Auch persönliche Krisen waren Thema: Alexandra Krismer erlebte eine solche, als sie viele Jahre nicht mehr auf der Bühne stand. Die Münchner Kammerspiele sowie das Residenztheater waren ihr künstlerisches Zuhause, bis sie merkte, dass nichts mehr stimmte. Personell war nichts mehr im Reinen. Als sie zurückkehrte nach Österreich, kam sie an die Josefstadt. Spielfreude erlebte sie wieder in großem Maß.

Harald Serafin erholte sich nur langsam von einer Operation (Stimmbandkarzinom). Bei der „Nacht in Venedig“ 1989 merkte er, dass mit der Stimme etwas nicht in Ordnung war. Eine „Strafe“ und wie ein beruflicher Gau für einen Sänger. Er konnte nach der OP kaum hauchen. Felix Dvorak holte ihn für die Thoma-Komödie „Moral“ erstmals nach Berndorf zu den Festspielen, wo er mit Erfolg seine erste Sprechrolle hatte. Er versteht es wohl wie kein anderer, ein Schicksal zum Glück zu drehen.

Serafin erklärte: „Ich finde das Soziale gut und lustig, wie die Menschen miteinander umgehen, wie man sie packen muss.“ Er sei immer ein „Lächler“ gewesen, böse zu schauen vertreibt Kunden, so hatte schon seine Mutter gesagt. Man müsse „offen bleiben und sich immer umschauen, nach Managern, Sponsoren, Leuten, die einem helfen können“. Damit habe er nie ein Problem gehabt, auch nicht wenn es darum ging, auf Messen für „seine“ Seefestspiele Mörbisch zu werben, welche er 1993 übernommen hat. Gesanglich folgte operationsbedingt eine lange Pause, erst im Jahr 2001 stand er wieder in der Rolle des „Grafen von Lichtenfels“ im Land des Lächelns (Lehár) auf dieser Bühne.

Krismer aber sagte: „Ich könnte das nie. Ich bin eine zurückhaltende Person, ich würde nie laut rufen oder Ähnliches. Ich bin von Herzen gerne Schauspielerin, es ist einfach toll, sich in eine andere Rolle zu versetzen. In einen anderen Menschen hinein-hüpfen zu können, Abend für Abend!“ Auch von der psychologischen Seite her. Ein spannender Kontrast, wie sie die Divergenz zwischen zurückhaltender Privatperson und exaltierter Bühnenpersönlichkeit füllt. Auf der Bühne hat sie keine Schwierigkeiten mit Lautstärke und Extraversion. Das sieht man nicht nur in „Schon wieder Sonntag“, sondern auch in „Terror“ (F. von Schirach), wo sie den bedeutungsschweren Satz zu sagen hat: „Es ist nicht meine Aufgabe, Befehle zu hinterfragen!“. Mit diesem täte sie sich schwer, sagte sie.

Alexandra Krismer hat für die Zukunft auch Pläne abseits des Theaters: Sie möchte gerne in ein Land gehen, wo man eine andere Sprache spricht. Und zwar Englisch. Zum Film zu gehen, würde sie auch reizen. Sie weiß nicht, ob sie ihre ganze Karriere nur dem Theater widmen wird.

Serafin möchte sich wieder dem Lesen und auch dem Gesang zuwenden.

Harald Serafin als Aylott und Alexandra Krismer als Julia sind in Bob Larbeys Tragikomödie „Schon wieder Sonntag“ (der letzten Regiearbeit des verstorbenen Helmuth Lohner) in den Wiener Kammerspielen der Josefstadt aktuell zu sehen. Mit dem begehrten und fast immer ausverkauften Stück gehen sie auch in die nächste Spielsaison.

 

Info:

Homepage der Josefstadt

http://www.josefstadt.org