SPECIALS & CONCERTS

Innovative Veranstaltungen und Konzerte mit speziellem Programm

Fresken, Myrthen, Maschera – Gediegen in das Neue Jahr – Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2018.

 

442599_cms2image-fixed-561x315_1pFLDy_ah3VpM

(c) APA

 

 

Der Italiener Riccardo Muti dirigiert 2018 zum fünften Mal das traditionsreiche Neujahrskonzert aus dem Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. Die Wiener Philharmoniker üben sich heuer in Gediegenheit und dem Glamour von Italianitá. Die Wiener Stadtgärten stellten auch in diesem Jahr den Blumenschmuck in weiß, apricot und zartrosé.

Als Auftakt wählt man heuer Operette. Genauer gesagt den sehr oft verwendeten Einzugsmarsch aus dem Zigeunerbaron von Johann Strauss (Sohn). Im 3. Akt der Erfolgsoperette kommt dieser zum Einsatz. Muti legt über das eigentlich zackige Stück eine Art „Puccini-Schleier“. Es klingt somit einmal ganz anders.

Mit einer Spieldauer von acht Minuten und dreißig Sekunden zählt der Walzer Wiener Fresken (op. 249) von Josef Strauss zu den längeren Stücken. Eine Herausforderung vor allem für Violinen und Blechbläser. Wohlklingend, aber auch ein bisschen „lang“.

Wieder aus Motiven vom Zigeunerbaron (Zsupans Auftrittscouplet mit Borstenvieh und Schweinespeck, sowie der Schatzsuche von Saffi, Barinkay und Czipra) „bastelte“ Johann Strauss Sohn den nächsten Beitrag: Die Polka francaise Brautschau (op. 417). Ein leicht irreführender Name für Operettenfans: Mit der zu verheiratenden Arsena, die „mindenstens einen Baron“ heiraten soll, hat dieses kleine Stück nichts zu tun. Zum Schluss lässt man noch gepflegt die Pauke hören. Dass der Dirigent damit nicht seine aller-hellste Freude hat, ist auf gewisse Weise spürbar.

Als Nächstes wendet man sich einem anderen Werk vom gleichen Komponisten zu: Und zwar der Operette Wiener Blut. Die Schnell-Polka hierzu heißt Leichtes Blut (op. 319). Inspiriert ist sie vom „Tanzen, Dudeln, Lachen“ und dem „Remasuri in Hietzing“. Leichtfüßig wird sie auch interpretiert. Hier schenkt Christoph Koncz (Violine) dem Dirigenten ein kurzes Lächeln.

Von Vater Strauss dürfen ja auch manchmal die Werke nicht zu kurz kommen, man erinnere sich an frühere Neujahrskonzerte: 2018 ist er mit dem Marienwalzer (op. 212) ebenso wie mit einer Bearbeitung der Rossini-Oper Wilhelm Tell vertreten.

Beim Marienwalzer regieren gleichzeitig die Elemente wie Drama und Klang, Instrumente antworten aufeinander, an manchen Passagen ein wenig zünftig mit Trillern sogar. Eine Spieldauer von neun Minuten und fünfzig Sekunden sorgt für Entzücken. Diesmal ist es Tibor Kovac (Violine – Stradivari Cremona 1724), der verschmitzt lächelt.

Der Wilhelm Tell Galopp (op. 29b) ist rasant. Von fein-zurückhaltend bis aufbrausend ist mit einer tollen Variation dieser Version alles dabei. Man hat das Gefühl, die Oper kann bereits losgehen. Das Tempo ist eher das Spezialgebiet von Riccardo Muti. Wilhelm Tell, der tollkühne Held, den man nicht nur von der „Apfel-Story“ her kennt. Gioacchino Rossini widmete diesem eine Oper. Strauss ging ans Werk und steuerte seinerseits einen hübschen Galopp aus Motiven bei. Keine unübliche Vorgangsweise.

Und wieder ist die Operette gefragt: Diesmal bedient man sich eines anderen Komponisten, Franz von Suppé mit Boccaccio. Die Ouvertüre ist ein treffliches Stückchen für ein Neujahrskonzert. 1879 in Wien uraufgeführt, hat „Florenz immer noch schöne Frauen“.

Floral wird es mit dem Myrthenblüten-Walzer (op. 395) von Strauss Sohn. Die ältere Schreibweise, heute würde man die Myrte ohne „h“ schreiben, ist der Zeit geschuldet. Der immergrüne Strauch wurde vom jungen Strauss gepriesen. Auch hier findet man das Talent zu leisen Tönen wieder, die aber viel Elan und Kraft hervorbringen.

Ein Komponist, der erstmals beim Konzert zu hören war, ist Alphons Czibulka. Czibulka war österreichisch-ungarischer Militärkapellmeister. Er war eine Art Mozart, schon als Kind ein „Wunder“. Seine Komposition, die Stephanie-Gavotte (op. 312), entstand zu Ehren Prinzessin Stephanie von Belgien, und ferner Kronprinz Rudolf. Ein edles Stück Geschichte.

Ein ganzer „Block“ ist darauffolgend wieder dem Strauss gewidmet, und zwar dem „Schani“.

Seine Freikugeln (op. 326) lassen sich besonders schnell abfeuern, das beweisen die Philharmoniker einmal mehr. Oft hört man das kleine „Gustostück“ in der Operette Wiener Blut. 

Gut, die Geschichten aus dem Wienerwald (oder Wiener Wald)  (op. 325), werden immer und immer wieder gespielt. Später wurde dieser Walzer auch mit einer sehr tragischen Thematik überzogen. Natürlich, an der Umsetzung, fein gespielt, und mit einer Solistin an der Zither (Barbara Leister-Ebner) kann man nichts aussetzen. Wunderbar – die Häufigkeit der Aufführung ist allerdings wiederum auffällig.

Zum Fest-Marsch (op. 452) bittet das Orchester hernach. Hier lässt Ödön Racz mit konzentrierten Blicken seinen Bogen über den Kontrabass (M.I. Stadlmann, 1781) gleiten. Was ein prachtvolles Musikstück, kurz und wirklich sehr, sehr gut.

Zur Polka Mazurka Stadt und Land (op. 322) hört man schon beinah, wenn man wieder tiefer in die Operetten-Kiste greift, den Grafen Balduin Zedlau aus Wiener Blut zu seiner Geliebten Cagliari singen: „Dann und wann muss man doch auch bei der Frau sein, siehst du das ein?“ Ganz hübsch akzentuiert, auch von den Violinen.

„In hohem Maß in Verdis Diensten“ begreift sich der junge Strauss bei seiner Quadrille Un ballo in maschera (op. 272). Jetzt wird es (viel) italienischer! Aufrüttelnd und mit viel Glanz fließt dieses Werk, die Musiker haben daran viel Freude.

Meiner Meinung nach ein Meisterstück des Konzertes –  Der große Strauss´sche Konzertwalzer mit viel Italianitá: Rosen aus dem Süden (op. 388). Etwas leise zwar fast, feiner geht es aber kaum!

Eine frische Schnellpolka: Eingesendet (op. 240) heißt es dann für eine (Brief-)Sendung vom jüngeren Bruder Josef Strauss. Auch ein entzückendes, kleines Stück, zu welchem sich ganz hervorragend tanzen lässt. Und ein köstlicher Muti, als wollte er in Richtung Violinen sagen: „Was ist denn nun? Senden wir schon? Che c è?“ Ein ganz ordentlicher Trommelwirbel wird am Ende noch als I-Tüpfelchen draufgesetzt.

Ein fröhliches Lachen des Dirigenten kündigt eine Zugabe an: Die hinlänglich aus der Strauss´schen Fledermaus bekannte Schnellpolka Unter Donner und Blitz (op. 240), die musikalische Präzision erfordert.

Und nun: Der Donauwalzer (op. 314), der durch die Version 2018 eine opernhafte und sehr italienische Note erhält. Eine Neuinterpretation, kann man beinah sagen. Ein ganz interessanter und feinnuanciger, anderer Blickwinkel. Man spürt das Rauschen, aber auf eine andere Weise.

Der Radetzkymarsch von Strauss Vater (1848 am Wasserglacis in Wien uraufgeführt) komplettiert das Konzert. Hier dirigiert Riccardo Muti das Publikum sehr präzise und macht dann die sehr italienische „Weg-Wisch-Bewegung“. Besonders edle Führung ist hier angesagt.

Vielleicht hätte man an der Zusammenstellung der Stücke etwas arbeiten können. Es war sehr Strauss-lastig, besonders für einen italienischen Maestro.

Ein sehr nobles und auf das Wesentliche reduziertes Konzert ohne große Überraschungen, mit sehr wirksamer Musik. Riccardo Muti als Dirigent, welcher das letzte Mal 2004 am Pult der Philharmoniker stand, betonte bereits, dass er keinen Klamauk mit spaßigen Einlagen machen wolle. Die Musik an sich beinhalte den Humor. Eine äußerst angenehme Sichtweise, muss es nicht jedes Jahr Lustbarkeiten geben. Variatio delectat.

 

 

 

 

 

 

 

 

Tradition gemischt mit „Coolness“, Filmmusik und Polka – Das Jahresrückblickkonzert 2017 des Musikvereins Schottwien

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Alljährlich ist es liebgewonnene Tradition: Der Musikverein Schottwien bat wieder am 8.Dezember zum Jahresrückblickkonzert nach Schottwien. Viele Besucher folgten der Einladung, darunter auch Schottwiens Bürgermeister Wolfgang Ruzicka. Ein stimmungs- wie auch schwungvolles Konzert boten die überaus motivierten Musiker und Musikerinnen.

Mit der „Washington Post“ startete man in einen heiteren Abend. Besonders die Bläser waren hier gefragt, amerikanische Attitüde zu verbreiten. Komponiert von John Philip Sousa 1889, erinnern die Takte an Pferdegetrappel. Der Kapellmeister-Stellvertreter Johann Pratscher führte nach den Grußworten des Obmanns Günter Frass charmant durch das Programm.

„California“ (aber nicht „here we come“) im Arrangement von Karl Safaric (aus Niklasdorf) wurde vorgetragen. Hört sich nicht nur toll an, auch ein wenig Samba-Gefühl im letzten Teil macht den besonderen Reiz dieser Version in Schottwien aus.

Es folgte ein Auftritt des Schulchors mit zwei entzückenden Liedern: „Oma liebt Opapa – sie sind ein verliebtes Paar“, wo der Alltag eines älteren Pärchens besungen wurde und „Das eine Kind ist so“, für mehr Toleranz in der Gesellschaft.

Josef Schwendt, der auch gleichzeitig an diesem Tag Geburtstag feiert, erfreute das Publikum mit Anekdoten von Alfred Josef Ellinger, der nach den Angaben des Jubilars „nicht so bekannt sei“ wie H.C. Artmann, aber doch einiges in Sachen Versmaß geliefert hat: „Sogenannte Bänkelsänger stiegen auf hohe Bänke und sangen im Stehen – ich werde das aus Sicherheitsgründen unterlassen und hier auf der Bühne bleiben“. Heiteres über den Wiener Ringturm und über das Parlament kann man doch immer gebrauchen.

Die Jugend des Musikvereins Schottwien präsentierte sich eindrucksvoll mit einem wieder sehr amerikanisch-puristischen „March“ von Frank W. Meacham mit dem sehr klingenden Namen „American Patrol“ . Als zweites Stück und doch großen Kontrapunkt dazu setzten die jungen Musiker und Musikerinnen die „Fuchsgraben-Polka“ von Karel Vacek. „Meine kleine Welt, war der Böhmerwald so grün – Vieles auf der Welt hab´ ich gesehn, doch ich denk nur an ihn. Meine kleine Welt, war mir einmal so vertraut, jeden Weg und jeden Baum seh´ ich heute noch in meinem Traum. Die schönsten Stunden hab am Fuchsgraben ich verbracht, denn dort hat mich die Liebste einst geküsst in der Nacht, die schönsten Blumen sah am Fuchsgraben ich erblühn´, wo ich mit meinem Herz noch heut´ zuhause bin.“ Der Gesangstext wurde diesmal ausgespart.

Verdient wurden zwei Mitglieder des MV (Obmann Günter Frass für 40 Jahre Mitgliedschaft mit der Ehrennadel in Gold des NÖ Blasmusikverbandes, sowie Obmann-Stellvertreter Lukas Schneider für 15 Jahre mit selbiger in Bronze) ausgezeichnet.

Mit der „Aufgehenden Sonne“, einem wunderbar lyrisch-impressionistisch geprägten Walzer von S. Andraschek (oftmaliger Arrangeur und erstmalig musikalischer Leiter des Musikfestivals Steyr/OÖ), welcher einen großen Konzertwalzer darstellt, rückt sich der MV ins rechte Licht.  Das hübsche Werk „Summer Evening“ und dann wiederum ein Kontrapunkt mit dem „9er Alpenjäger Marsch“ (R. Kummerer) beschlossen den ersten Teil des Abends.

Nach einer Pause rüttelte ein Medley bekannter Melodien von Hans Hölzel auf: „The Best of Falco“ in einem Arrangement von S. Conte. Die „Rock me Amadeus“ – Rufe ließ man bewusst vermissen.

Eine neue Strömung präsentierte das „Under the Bridge Orchestra“, ebenso eine junge Abordnung des MV. Jazzige Klänge mit Blasorchester werden präsentiert. Eine Anspielung natürlich, auf die Brücke von Schottwien. Das Gehör wird gefordert mit „Birdland“ (von J. Zawinul) und ebenfalls vom selben Künstler „Mercy, mercy, mercy“. 

Frisch und fröhlich wurde vom gesamten MV Disneys „How To Train Your Dragon“ – zu Deutsch „Drachenzähmen leicht gemacht“, die Filmmusik mit dem putzigen kleinen Drachen Toothless – „Ohnezahn“ gespielt.

Es folgten Meilensteine der Filmmusik (Komponist: der berühmte Hans Zimmer): „Movie Milestones“ etwa mit dem Einzug aus „Gladiator„, oder aber auch „He´s a Pirate“ aus „Fluch der Karibik“ (Disney).

Josef Schwendt, der wie erwähnt das Wiegenfest beging, wurde mit einem eigens komponierten kleinen Lied, gesungen von Mitgliedern des MV, Peter Pranzl und Johann Pratscher, Tribut gezollt: „Is da Pepi Do?“, „Ist der Josef (schon) hier?“.

Eine hübsche Polka „Ein Herz für Blasmusik“ von M. Rauch sowie der „44er Regimentsmarsch“ bereiteten vor den heftig eingeforderten Zugaben noch Freude.

Die „Hymne“ der Schottwiener Musikanten, der „Rainermarsch“ mit eigenem Text „Wir sind die Musikanten, vom Felsennest Schottwien, wir wollen euch erfreuen, mit uns´ren Melodien, zum Musiziern´ und Singen, sind wir gemeinsam hier, die Freude soll hoch leben, keine Sorgen haben wir!“ ist unumstößlich.

 

 

B wie Buntgemischt – Jahresabschlusskonzert des Kreuzberger Musikvereins im Theater Reichenau.

 

 

Jährlich gibt sich der Kreuzberger Musikverein die Ehre und lädt Gäste ins Theater Reichenau ein, um das Jahresabschlusskonzert zu zelebrieren. Im heurigen Jahr wurden auch einige Ehrengäste geehrt, sowie langgediente Musiker.

Das Konzert unter dem langgedienten Kapellmeister Franz Stranz (über 30 Jahre) begann mit dem 1. Teil. Alt-Österreich kam zu Ehren mit dem Marsch „Unter dem Doppeladler“ von Josef Franz Wagner. Der mit der Moderation betraute Dr. Christoph Kainz (stv. Vorsitzender des Kuratoriums des Zukunftsfonds Österreich) verlor immer wieder kundige Worte über das kommende Stück.

Zur Ouvertüre der Oper „Il finto Stanislao“ von Verdi („Un giorno di Regno“) – „König für einen Tag oder Der falsche Stanislaus“ gab es einiges anzumerken: Zufolge einer unzulänglich studierten Erstaufführung, und nicht zwingend der mangelnden Kompositionskunst Verdis, fiel diese Oper beim Publikum durch. Der Chevalier Belfiore soll für eine kurze Zeit in die Rolle des Stanislaus Leszczynski (abgesetzter König von Polen) schlüpfen, damit der echte aus dem Exil nach Polen zurückkehren kann. Dadurch ist er „König für einen Tag“.

Der allseits bekannte Bedric (der Frederic, wie er „eingedeutscht“ hieß) Smetana war ebenso nicht frei von Kritik, als er sein doch sehr populäres Werk „Die verkaufte Braut“ schrieb. Er soll abgeschrieben haben, sogar von Richard Wagner. Bewahrheitet haben sich diese Gerüchte aber nicht. Vom Kreuzberger Musikverein, der sich zu diesem Zwecke auch sehr feinen Klängen widmet, hörte man die „Polka“, das „Finale“ und den „Springtanz“.

Dr. Kainz fachsimpelte inzwischen auch über die böhmische und die österreichische Küche („Ist sie nicht quasi dieselbe?“) Er selbst, fügte er schmunzelnd hinzu, könne „nicht kochen und sei froh darum, denn: Bei ihm würden Kaiserschmarrn und Powidl-Tatschkerl immer nur staubtrocken auf dem Teller landen.“

Um das Land Slowenien zu ehren, wurde die symphonische – und sehr wohlklingende – Ouvertüre „Slovenia“ von Alfred Bösendorfer komponiert. Die Musiker des MV Kreuzberg intonierten auch diese mit einer gewissen Portion Verve und einer großen Ernsthaftigkeit.

Ein deutscher Militärmarsch folgte schließlich noch zum Abschluss des ersten Teiles: „Hoch Heidecksburg“,  von R. Herzer, dessen Melodie sehr eingängig und auch manchen Fernsehzusehern von einem gewissen Herrn Silbereisen geläufig ist…“Hallo, wie geht´s euch?“

Dem scheidenden Bürgermeister des Kurorts Reichenau an der Rax, Nationalrat a. D. Hans Ledolter, wurde mit der Fördernadel in Gold des NÖ Blasmusikverbandes Tribut gezollt.

Im zweiten Teil des gut besuchten Konzerts begaben sich die Mitglieder des MV auf eine Fantasiereise durch das „Wunderland“ mit der lieben Alice. Komponiert von Sammy Fain, ist dieses Stück auch gewissermaßen eine Hommage an die Märchen von früher.

Sehr pariserische und Musical-Klänge werden mit „The Phantom of the Opera“ von A.L.Webber (Medley) laut. Dr. Kainz brachte hier den Originalschauplatz, die Oper Garnier in Paris ins Spiel. Diese verfügt über eine unterirdische Wasseransammlung, auch „geheimer See“ genannt. Gelegentlich muss diese abgepumpt werden.

Modern Times brechen an mit „The Best of Falco“ in einem Arrangement von Stefano Conte. Rock me Amadeus, auch ausgerufen, das haben die Musiker bereits verinnerlicht. Der Sound muss hier angepasst werden, rockiger soll es klingen, Wolfgang Floner entert die Bühne und übernimmt das Dirigat.

Ein ganz liebliches „Stückerl“ Geschichte folgt mit der „Sternen Polka“ von F. Manas.

Am Ende zeigen sich die Mitglieder des MV ganz traditionell, und mit den Marketenderinnen an ihrer Seite singen sie und spielen sie ihren „Kreuzberger-Marsch“, komponiert von Ehrenkapellmeister Leo Perner. Es kamen noch etliche Zugaben dazu, gefordert vom enthusiastischen Publikum.

 

 

 

Gala-Eintritt zum Weintritt, alle Stars machten mit! Benefizgala des Autohauses Weintritt in Eisenstadt

Ein fulminanter Galaabend, sowie die Verlosung eines Kleinwagens, und der ganze Abend für den guten Zweck. Das war die diesjährige Licht ins Dunkel-Charity  im Haydnsaal des Schlosses Esterházy in Eisenstadt, mit dem bemühten und geistreichen Moderator Dr. Sepp Gmasz, der nicht müde wurde, alle Leistungen entsprechend zu würdigen. Landeshauptmann Hans Niessl wandte sich zudem mit Grußworten an seine Burgenländer und Burgenländerinnen. Die Familie Janoska (v.a. die Brüder Frantisek, Ondrej und Roman, welche gemeinsam mit Schwager Julius das Janoska Ensemble bilden) lädt wie jedes Jahr hochkarätige Künstler-Gäste zur Licht ins Dunkel Gala ein. 

Einen schwungvollen Auftakt lieferte der Chor der 3c der NMS Theresianum Eisenstadt, alle jungen Damen in rosa Charleston-Tops und junge Herren in weißen Hemden, sie interpretierten „You Raise Me Up“ (Du ermutigst mich) des Norwegers Lovland, das unter anderem der Boygroup Westlife zugeschrieben wird, und von der Rockband Coldplay „Viva la Vida“. Dazu noch inspiriert von Martin Luther King „I have a Dream“.

Das siebenjährige und sehr ambitionierte „Wunderkind“ Heidi Schuszter begeisterte auf dem Piano, nachdem ihr der Hocker erhöht und zurechtgerückt wurde, mit schwerer Bach-Kost und mit dem leider früh taub gewordenen Ludwig van Beethoven.

Die Gruppe Dance Passion Burgenland (Viktoria Hotwagner, Daniela Pfeffer, Tamara Kalcher, Walter Ehrenhöfer und Petra Hrachovina) bewegte ihre begnadeten Körper zu dem bekannten Lied „Gold von den Sternen“ aus dem Musical „Mozart!“. Außerdem stiegen zwei Mitglieder der Gruppe aus ihren Capes und präsentierten in einem zweiten Durchlauf noch eine erotischere Darbietung aus dem Musical „Dreamgirls“: „One night Only“. Romantisch und feurig zugleich.

Die Schauspielerin und neuerdings auch Chanson-Sängerin Lilian Klebow (merklich stark erkältet) trat gemeinsam mit Entertainer- und Komponistenlegende Bela Koreny auf und versuchte sich an Hildegard Knef.  Sprich: „Für mich soll´s rote Rosen regnen“. Ihrer Stimme tat das an diesem Abend vermutlich nicht sehr gut. Dennoch „markierte“ sie nicht und versuchte all ihre Ausdruckskraft zusammenzunehmen. Den „Abschiedsbrief“ an einen fiktiven „Schatz“ hatte sie auch noch im Portfolio. Scherzhaft sagte sie: Bela hat mich fesseln und knebeln müssen, damit ich mit ihm auftrete!“

Das talentierte und über alle Maßen spielfreudige Janoska-Ensemble dominierte den zweiten Teil des Programmes: Frantisek, Roman, Ondrej (Brüder) und Julius (Schwager) geigten und spielten auf. Stampfen gehört bei ihnen als Ausdruck der Spiel- und Lebensfreude immer dazu, gefolgt von nahezu atemberaubender Virtuosität. Fritz Kreisler ist ihnen nicht als einziger Komponist ein Anliegen, zu Anfang spielten sie sein „Präludium“ und „Allegro“.

Dann stieß zum Ensemble Bariton und Kulturmanager Daniel Serafin dazu, der ein Medley zum Besten gab. Nach der Phrase „Come to Danny“, wurde es immer ausgelassener. Einfühlsam und mit toller dunkler Stimme folgte auch sehnsuchtsvoll: „Besame Mucho“, wobei auch auf Englisch, nicht nur auf Spanisch gesungen wurde (El Señor Daniel habla muy bien español!), sowie „Fly me to the Moon“ oder „Bei mir bist du Schen“, wobei auch dieser Umstand gleich auf Englisch erläutert wurde: „Please let  me explain, bei mir bist du schen, means you are Grand!“ Daniel Serafin erhielt vom Moderator Dank für sein jahrelanges Engagement für Licht ins Dunkel.

Das Janoska Ensemble spielte auch noch mit weiteren Gästen auf: Ferry Janoska am Bandoneon, wobei hier der Fokus klar auf Astor Piazzolla gelegt wurde.

Dann der Weltstar aus Pottenstein in Niederösterreich, was nicht ohne Stolz erwähnt wurde: Daniela Fally, die Top-Sopranistin mit Weltkarriere, an allen wichtigen Opernhäusern. An diesem Abend zeigte sie ihre schmachtende und temperamentvolle Seite mit den beiden Arien aus zwei wunderbaren Operetten von Stolz und Dostal. Einmal wandte sie sich vertrauensvoll an den Violinisten Roman Janoska, und dann noch einmal an Ondrej, seinen Bruder, als sie zweierlei Geigen-Lieder intonierte und nach Spitzentönen, die ihresgleichen suchen, auch noch tanzte. „Spiel mir das Lied von Glück und Treu“ (von der „Ungarischen Hochzeit“, Dostal) und „Spiel auf deiner Geige das Lied von Leid und Lust“ („Venus in Seide“, R. Stolz).

Die Verlosung eines Kleinwagens erwies sich noch als humoristischer Höhepunkt des Abends mit einem sehr launigen Prof. Harald Serafin, der bei der Ziehung assistierte und der Automarke, doch eine recht gute Qualität attestierte, als ein Modell verlost wurde. Der Gewinner konnte schließlich per Telefon ausfindig gemacht werden, auf den Anruf und der Mitteilung: „Es hören Ihnen 700 Leute zu, Sie haben einen Wagen gewonnen!“ reagierte dieser charmant burgenländisch: „Machn´s mi net narrisch!“

Zum großen Finale fand sich zur Verzückung aller auf der Bühne auch der Nachwuchs der Familie Janoska ein (u.a. Amadeus, Leonidas und Melody) zum gemeinsamen Singen und Musizieren von Leonard Cohens: „Hallelujah!“

Ein schöner Abend im tollen Schloss Esterházy mit einem köstlichen Buffet und himmlischen Petits Fours.

 

 

 

 

 

 

 

„Unser Oscargewinner“ und (s)ein neuer Film: Tulpenfieber mit CHRISTOPH WALTZ.

 

waltz

Christoph Waltz als Kaufmann Sandvoort in „Tulpenfieber“ (c) ProKino Filmverleih 2017

 

Die Zeit beginnt wieder. Die Leute werden durch die Straßen laufen und verkünden: „Ich hab´ den neuen Waltz-Film schon gesehen, du auch?“ Das Multitalent und der 2-fache Oscargewinner Christoph Waltz macht Filme, inszeniert Oper und fasziniert uns, oder die meisten von uns. Steile Karriere in Hollywood und immer eine gefestigte Meinung, so kennt man ihn.

Der neue Film Tulpenfieber (Tulip Fever): Er bietet Raum für Historie, auch für Spekulationen. Das Werk fußt auf der Tatsache, dass exklusive Tulpenzwiebeln im Amsterdam des 17. Jahrhunderts teuer waren, und ja, by the way, man trug Halskrause. Justin Chadwick als Regisseur macht daraus eine Romanze, mit durchaus tragischem Hintergrund. Ein Tulpenboom um 1630, die Gewächse (oder besser deren Zwiebeln) verkauften sich wie die sprichwörtlichen „warmen Semmeln“.

Der reiche und kunstsinnige Kaufmann (Waltz) will nicht alleine sein und holt sich eine blutjunge Gefährtin. Von ihr möchte er ein Porträt anfertigen lassen. Dummerweise verliebt sich Sophia (A. Vikander) in den armen, bestellten Kunstmaler Jan. Die Geschichte endet tragisch… Kunst und Museen spielen ebenso eine bedeutende Rolle. Gar als Kostümfilm wurde das Werk schon bezeichnet, der Anspruch einer Vermittlung (der Kunst) geht aber tatsächlich weit darüber hinaus.

Kunst muss man einfach lieben? Ist es tatsächlich so einfach, oder hat jeder seinen eigenen Zugang dazu, kann Kunst in schwierigen Zeiten, in turbulenten Gegebenheiten, helfen oder eher nicht? Bildet sie die Realität ab oder gibt sie uns ein Scheinbild mit auf den Weg? Auch hier gibt der Film einen Denkanstoß.

Im Rahmen eines Interviews bestätigte Waltz: >>Ein etwaiger Exklusivitätsanspruch, ein Kunstwerk zu besitzen, ist per se eigenartig. Kunst sollte mit möglichst vielen Menschen geteilt werden.<<

 

 

„Bello come un angelo“. Konzert mit Clemens Unterreiner im Castello Duino.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Principessa Veronique della Torre e Tasso lud auf das Schloss Duino bei Triest. Welche Location für ein wunderbares Sommerkonzert mit Ernsthaftigkeit sowie Heiterkeit. Organisiert von Pro Cultura Lafnitz unter dem Vorstand Rudolf Wilfinger gab sich Clemens Unterreiner, Bariton der Wiener Staatsoper und vielgeliebter Künstler, die Ehre. Man lauschte und genoss.

Der Bariton und Publikumsliebling gestaltete ein abwechslungsreiches Programm von Mozart bis Puccini und wurde musikalisch begleitet vom frischgebackenen Preisträger des Klavierwettbewerbs in Lyon, Pavel Kachnov. Natürlich durfte das italienische Repertoire nicht fehlen.

Im Sala Cavalieri des Schlosses servierte Unterreiner den Gästen zur Begrüßung Giordanos Caro mio ben. Mit einer edlen Haltung und leidenschaftlich gerne intonierend, so kennt man den Sänger. Mit mimischer Glaubwürdigkeit werden alle seine Arien gewürzt, was einen besonderen Zauber verleiht. Senza di te languisce il cor – das war wahrhaftig.

Auch dem Komponisten Giulio Caccini (genau an der Schnittstelle zwischen Spätrenaissance und Frühbarock) wurde mit zwei Stücken Raum gegeben: Das bekannte Amarilli, interpretiert mit Verve sowie auch das Ave Maria am Klavier.

Gerne und oft verwendet: Die diebische Elster mit dem typischen Rossini-Eifer, gelang Pavel Kachnov am Klavier sehr zum Gefallen des Publikums.

Amore per Mozart: So verlief es weiter, berühmte Opernfiguren kamen durch Unterreiner zu Wort. Der wohl bekannteste Frauenverführer Don Giovanni, wie auch der „kluge“ Masetto. Deh, vieni alla finestra fällt bei dieser Kulisse wohl auch leicht, das blaue Meer, das romantische Schloss tun ihr Übriges.

Genauso vergnügt wie Giovanni selbst ist Clemens Unterreiner beim Intonieren der Champagnerarie: Finch´han dal vino, calda la testa.

Nach der Ouvertüre zu Le nozze di Figaro tauchte schließlich der Graf Almaviva auf. Ob dieser Prozess schon gewonnen war? Clemens Unterreiner tat jedenfalls stimmlich alles dazu. Hinzu kam noch köstliches und rollentypisches Schauspiel.

Auch der Komponist Puccini – eigentlich ist sein Gebiet Lucca, aber der Sänger erwähnte, man habe ihn für heute nach Duino geholt – wurde von Unterreiner mit einer fulminant gesungenen Arie des Frank aus Edgar geehrt und Kachnov schloss sich mit Caruso am Klavier an.

Einfach weil es wie geschaffen ist für diesen besonderen Ort, kündigte Clemens Unterreiner noch „Bello come un angelo“ an. Zart und kraftvoll – dieser Wechsel gelang ihm bestens.

Die schönen wie fidelen Canzoni italiane gerieten dann auch zu einer Einlage. Unterreiner erlaubte dem Publikum mitzusingen. Klassiker wie O sole mio, Rondine al nido, Torna a Surriento und Funiculi, Funicula lassen Herzen höher schlagen.

Fulminante Klassik mit Meeresblick, lässt sich konstatieren.

 

 

 

 

 

Pfeifenwind & Saitenklang im Wallfahrtsort Maria Schutz

 

Zum wiederholten Male gastiert das erfolgreiche Duo „Pfeifenwind und Saitenklang“ mit einem Konzert im Dorf im niederösterreichischen Wallfahrtsort Maria Schutz (zur Gemeinde Schottwien im Bezirk Neunkirchen gehörend).

Maximilian Schöner an der Violine und Georg Stockreiter an der Orgel werden wieder in der Wallfahrtskirche konzertieren. Die beiden konzentrieren sich auf das Repertoire der „weltlichen Musik“. Die Verbindung der Kirche mit ihrem innewohnenden Instrument, der Orgel, interessiert die beiden Musiker sehr. In diesem Rahmen haben sie bereits zahlreiche Orte in Österreich bereist.

Diesmal wird das Konzert zum Zweck einer CD-Produktion mitgeschnitten.

 

Information:

Pfeifenwind & Saitenklang – Maximilian Schöner (Violine) und Georg Stockreiter (Orgel)

Termin: 16. Juli 2017, 15:30

Wallfahrtskirche Maria Schutz, Göstritz 4, 2641 Schottwien

Eintritt: 15 Euro

 

 

 

Hitze, Wasser & stolze Preisträger! Der österreichische Musiktheaterpreis 2017 in der Wiener Volksoper.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Bei nahezu glühendem Sonnenschein wurden am Sonntagvormittag die Statuetten zum Österreichischen Musiktheaterpreis zum fünften Mal vergeben. Die künstlerische Promidichte war hoch, die Hitze war groß.

Unter den wachsamen Augen von Präsident Karl-Michael Ebner und Vorstand Daniel Serafin spazierten die Gäste über den eigens vor der Wiener Volksoper eingerichteten Red Carpet. Erstmals fand die Veranstaltung als Matinee statt. Es gab auch Musiktheaterpreis-Limousinen, die Preisträger und Gäste chauffierten. Die Nominierten konnten es kaum erwarten, zu erfahren, wer gewonnen hatte. So mancher Gast hatte indes mit Hitze oder Wasser zu kämpfen. Grande Dame Guggi Löwinger wusste ihr Getränk nicht so recht loszuwerden, was für einen heiteren Moment sorgte. Schließlich standen die Preisträger nach der launigen Moderation von bewährter Hand – Christoph Wagner-Trenkwitz – fest und durften sich freuen:

 

Beste weibliche Hauptrolle: Hailey Clark in der Partie der Alma in „Brokeback Mountain“ am Salzburger Landestheater

Beste männliche Hauptrolle: Robert Meyer in der Partie des Don Quixote in „Der Mann von La Mancha“ an der Volksoper Wien

Beste weibliche Nebenrolle: Elsa Benoit als Micaëla in „Carmen“ am Stadttheater Klagenfurt

Beste männliche Nebenrolle: Wilfried Zelinka als Grigoris in „Die griechische Passion“ an der Oper Graz

Beste Gesamtproduktion: „Die griechische Passion“ an der Oper Graz

Beste musikalische Leitung: Alfred Eschwé für „Fürst Igor“ an der Volksoper Wien

Beste Regie: Lorenzo Fioroni für „Die griechische Passion“ an der Oper Graz

Beste Ausstattung: „Die Sache Markopulos“ am Tiroler Landestheater: Heinz Hauser (Bühne) und Gera Graf (Kostüme)

Beste Ballettproduktion: Mei Hong Lin für „Schwanensee“ am Landestheater Linz

Beste Nachwuchskünstlerin: Anna Brull als Rosina in „Der Barbier von Sevilla“ an der Oper Graz

Bester Nachwuchskünstler: Michael Hauenstein als Timur in „Turandot“ am Tiroler Landestheater

Die Gewinner der Sonderpreise

Lebenswerk: Grace Bumbry

ORF III Medienpreis: René Pape

Bester Chor: Chor der Volksoper Wien

Bestes Festival: Tiroler Festspiele Erl

Off-Musiktheaterpreis (neu): Sirene Operntheater für  „Chodorowski“

Musicalpreis der Kronenzeitung: Drew Sarich

 

Die Preisträger und Preisträgerinnen freuten sich sehr, auch die künstlerischen Darbietungen überzeugten. Etwa René Pape mit einer Interpretation der „Hallenarie“ aus Mozarts Zauberflöte, das Werk selbst spannt den Bogen zum Musiktheaterpreis, dem Goldenen Schikaneder.

Wieder ein erfolgreiches Jahr für den Österreichischen Musiktheaterpreis in 2017!

Nicht nur Elgar: Die Sommernachtsgala 2017 in Grafenegg.

 

dmitry aida

Dmitri Hvorostovsky und Aida Garifullina (c) T. Jantzen

 

 

An dem mehr als lauen Sommerabend – viele Besucher hatten sich Picknickdecken mitgebracht wie schon traditionell üblich – gaben sich in Grafenegg unter der Patronanz von Rudolf Buchbinder Künstler-Berühmtheiten die Ehre. Unter ihnen der russische Bariton Dmitri Hvorostovsky (Дмитрий Александрович Хворостовский) und die tatarische junge Wunderstimme Aida Garifullina.

Das Tonkünstler Orchester Niederösterreich unter der Leitung von Yutaka Sado, dem engagierten und energischen Dirigenten, ist heuer in Grafenegg sehr intensiv eingesetzt. So begleitete es die Sopranistin Garifullina bei ihrem gefühlvollen „Wiegenlied“ der Maria aus Tschaikowskis Mazeppa (inspiriert von Iwan Mazeppa). Eine Oper mit unglaublich grausamer Handlung. Garifullinas ätherisch hohe Töne sprechen für sich.

Die georgische Pianistin Khatia Buniatishvili musste krankheitsbedingt ihren Auftritt in Grafenegg absagen.

Der große russische Bariton Hvorostovsky macht eine schwere Zeit durch, wie viele wissen. Nichtsdestotrotz bewies er stimmliche Festigkeit, ein schön gefärbtes dunkles Timbre sowie Eleganz und Spielfreude. Im Duett mit Garifullina bei Mozarts „La ci darem la mano“ strahlen beide, und Garifullina outriert gewollt.

Durch die Reihen der Festgäste schreitet die Sopranistin bei Musettas wundervollem Walzerlied „Quando m´en vo“ aus Puccinis La Bohéme. Ihre Schönheit und auch ihre stimmliche Präsenz kann man tatsächlich bewundern.

Hvorostovsky lässt mit der „Abrechnung“ des Rigoletto „Cortigianni, vil razza dannata“ aufhorchen. Der bucklige Hofnarr bei Verdi fordert seine Tochter zurück. Der Bariton macht eindrucksvoll klar, dass sich die bösen Günstlinge warm anziehen können.

Yutaka Sado treibt „sein Orchester“ bei Ouvertüren zu „Don Giovanni“ (Mozart), „La forza del destino“ (Verdi) und dem Intermezzo aus „Cavalleria Rusticana“ (Mascagni) zu guten Leistungen.

Aida Garifullina legt bei der „Mattinata“ von Leoncavallo noch eine „Schaufel“ nach und begeistert. Großer Applaus an dieser Stelle.

Mit Tagliaferris „Passione“ und „Ochi chornye“ (Schwarze Augen) in einer Bearbeitung von Reynolds liefert Dmitri Hvorostovsky leidenschaftliche Werke.

Als „Abschluss“ der Sommernachtsgala besingen Garifullina und Hvorostovsky die „Moskauer Nächte“ von Sedoi. Der Kreis wird (wie immer in Grafenegg) mit dem populären Marsch „Pomp and Circumstance“ von Edward Elgar geschlossen.

Anja Harteros: Recital in Paris / Opéra Paris

 

Anja-Harteros

Anja Harteros (c) dpa Picture Alliance

 

 

Star-Sopranistin Anja Harteros (neugriechisch: Χάρτερος) kann sich über einen leeren Terminkalender nicht beklagen: Für 2018 finden sich bereits zahlreiche Projekte in Opern auf ihrer Agenda. Darunter etwa: Amelia („Un ballo“), Tosca („Tosca“) Arabella („Arabella“) oder auch Elisabeth de Valois („Don Carlos“).

Diesen Monat ist sie an der Opéra Paris, im Palais Garnier für ihre zahlreichen (nicht nur französischen) Fans zu erleben. Sie wird ein Programm präsentieren, dessen Bogen sich von Werken von Franz Schubert über jene von Richard Strauss bis zu etwaigen von Alban Berg spannt.

Das Programm im Detail:

Franz Schubert
Fischerweise Op.96 nr.4

Die Forelle Op.32, D550

Schwanengesang 0p.23

An die Laute op. 81 Nr.2

Im Haine op. 56. Nr.3 D738

Robert Schumann
Zwei Venetianische Lieder

Ich wandelte unter den Bäumen op.24 Nr.3

Stille Tränen op.35 Nr.10

Was will die einsame Träne

Der Hidalgo op.30 Nr.3

Alban Berg
Sieben frühe Lieder

Richard Strauss
Allerseelen op.10 Nr.8

Meinem Kinde

Waldseligkeit op.49 Nr.1

Seitdem dein Aug´in meines schaute op.17 Nr. 1

Cäcilie op.27 nr 2

Am Klavier begleitet wird Anja Harteros von Wolfram Rieger.

 

Anja Harteros Recital

Opéra Paris / Palais Garnier

18. Juni um 20:00 Uhr

Karten unter: http://www.operadeparis.fr