SPECIALS & CONCERTS

Innovative Veranstaltungen und Konzerte mit speziellem Programm

„Bello come un angelo“. Konzert mit Clemens Unterreiner im Castello Duino.

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Principessa Veronique della Torre e Tasso lud auf das Schloss Duino bei Triest. Welche Location für ein wunderbares Sommerkonzert mit Ernsthaftigkeit sowie Heiterkeit. Organisiert von Pro Cultura Lafnitz unter dem Vorstand Rudolf Wilfinger gab sich Clemens Unterreiner, Bariton der Wiener Staatsoper und vielgeliebter Künstler, die Ehre. Man lauschte und genoss.

Der Bariton und Publikumsliebling gestaltete ein abwechslungsreiches Programm von Mozart bis Puccini und wurde musikalisch begleitet vom frischgebackenen Preisträger des Klavierwettbewerbs in Lyon, Pavel Kachnov. Natürlich durfte das italienische Repertoire nicht fehlen.

Im Sala Cavalieri des Schlosses servierte Unterreiner den Gästen zur Begrüßung Giordanos Caro mio ben. Mit einer edlen Haltung und leidenschaftlich gerne intonierend, so kennt man den Sänger. Mit mimischer Glaubwürdigkeit werden alle seine Arien gewürzt, was einen besonderen Zauber verleiht. Senza di te languisce il cor – das war wahrhaftig.

Auch dem Komponisten Giulio Caccini (genau an der Schnittstelle zwischen Spätrenaissance und Frühbarock) wurde mit zwei Stücken Raum gegeben: Das bekannte Amarilli, interpretiert mit Verve sowie auch das Ave Maria am Klavier.

Gerne und oft verwendet: Die diebische Elster mit dem typischen Rossini-Eifer, gelang Pavel Kachnov am Klavier sehr zum Gefallen des Publikums.

Amore per Mozart: So verlief es weiter, berühmte Opernfiguren kamen durch Unterreiner zu Wort. Der wohl bekannteste Frauenverführer Don Giovanni, wie auch der „kluge“ Masetto. Deh, vieni alla finestra fällt bei dieser Kulisse wohl auch leicht, das blaue Meer, das romantische Schloss tun ihr Übriges.

Genauso vergnügt wie Giovanni selbst ist Clemens Unterreiner beim Intonieren der Champagnerarie: Finch´han dal vino, calda la testa.

Nach der Ouvertüre zu Le nozze di Figaro tauchte schließlich der Graf Almaviva auf. Ob dieser Prozess schon gewonnen war? Clemens Unterreiner tat jedenfalls stimmlich alles dazu. Hinzu kam noch köstliches und rollentypisches Schauspiel.

Auch der Komponist Puccini – eigentlich ist sein Gebiet Lucca, aber der Sänger erwähnte, man habe ihn für heute nach Duino geholt – wurde von Unterreiner mit einer fulminant gesungenen Arie des Frank aus Edgar geehrt und Kachnov schloss sich mit Caruso am Klavier an.

Einfach weil es wie geschaffen ist für diesen besonderen Ort, kündigte Clemens Unterreiner noch „Bello come un angelo“ an. Zart und kraftvoll – dieser Wechsel gelang ihm bestens.

Die schönen wie fidelen Canzoni italiane gerieten dann auch zu einer Einlage. Unterreiner erlaubte dem Publikum mitzusingen. Klassiker wie O sole mio, Rondine al nido, Torna a Surriento und Funiculi, Funicula lassen Herzen höher schlagen.

Fulminante Klassik mit Meeresblick, lässt sich konstatieren.

 

 

 

 

 

Pfeifenwind & Saitenklang im Wallfahrtsort Maria Schutz

 

Zum wiederholten Male gastiert das erfolgreiche Duo „Pfeifenwind und Saitenklang“ mit einem Konzert im Dorf im niederösterreichischen Wallfahrtsort Maria Schutz (zur Gemeinde Schottwien im Bezirk Neunkirchen gehörend).

Maximilian Schöner an der Violine und Georg Stockreiter an der Orgel werden wieder in der Wallfahrtskirche konzertieren. Die beiden konzentrieren sich auf das Repertoire der „weltlichen Musik“. Die Verbindung der Kirche mit ihrem innewohnenden Instrument, der Orgel, interessiert die beiden Musiker sehr. In diesem Rahmen haben sie bereits zahlreiche Orte in Österreich bereist.

Diesmal wird das Konzert zum Zweck einer CD-Produktion mitgeschnitten.

 

Information:

Pfeifenwind & Saitenklang – Maximilian Schöner (Violine) und Georg Stockreiter (Orgel)

Termin: 16. Juli 2017, 15:30

Wallfahrtskirche Maria Schutz, Göstritz 4, 2641 Schottwien

Eintritt: 15 Euro

 

 

 

Hitze, Wasser & stolze Preisträger! Der österreichische Musiktheaterpreis 2017 in der Wiener Volksoper.

 

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Bei nahezu glühendem Sonnenschein wurden am Sonntagvormittag die Statuetten zum Österreichischen Musiktheaterpreis zum fünften Mal vergeben. Die künstlerische Promidichte war hoch, die Hitze war groß.

Unter den wachsamen Augen von Präsident Karl-Michael Ebner und Vorstand Daniel Serafin spazierten die Gäste über den eigens vor der Wiener Volksoper eingerichteten Red Carpet. Erstmals fand die Veranstaltung als Matinee statt. Es gab auch Musiktheaterpreis-Limousinen, die Preisträger und Gäste chauffierten. Die Nominierten konnten es kaum erwarten, zu erfahren, wer gewonnen hatte. So mancher Gast hatte indes mit Hitze oder Wasser zu kämpfen. Grande Dame Guggi Löwinger wusste ihr Getränk nicht so recht loszuwerden, was für einen heiteren Moment sorgte. Schließlich standen die Preisträger nach der launigen Moderation von bewährter Hand – Christoph Wagner-Trenkwitz – fest und durften sich freuen:

 

Beste weibliche Hauptrolle: Hailey Clark in der Partie der Alma in „Brokeback Mountain“ am Salzburger Landestheater

Beste männliche Hauptrolle: Robert Meyer in der Partie des Don Quixote in „Der Mann von La Mancha“ an der Volksoper Wien

Beste weibliche Nebenrolle: Elsa Benoit als Micaëla in „Carmen“ am Stadttheater Klagenfurt

Beste männliche Nebenrolle: Wilfried Zelinka als Grigoris in „Die griechische Passion“ an der Oper Graz

Beste Gesamtproduktion: „Die griechische Passion“ an der Oper Graz

Beste musikalische Leitung: Alfred Eschwé für „Fürst Igor“ an der Volksoper Wien

Beste Regie: Lorenzo Fioroni für „Die griechische Passion“ an der Oper Graz

Beste Ausstattung: „Die Sache Markopulos“ am Tiroler Landestheater: Heinz Hauser (Bühne) und Gera Graf (Kostüme)

Beste Ballettproduktion: Mei Hong Lin für „Schwanensee“ am Landestheater Linz

Beste Nachwuchskünstlerin: Anna Brull als Rosina in „Der Barbier von Sevilla“ an der Oper Graz

Bester Nachwuchskünstler: Michael Hauenstein als Timur in „Turandot“ am Tiroler Landestheater

Die Gewinner der Sonderpreise

Lebenswerk: Grace Bumbry

ORF III Medienpreis: René Pape

Bester Chor: Chor der Volksoper Wien

Bestes Festival: Tiroler Festspiele Erl

Off-Musiktheaterpreis (neu): Sirene Operntheater für  „Chodorowski“

Musicalpreis der Kronenzeitung: Drew Sarich

 

Die Preisträger und Preisträgerinnen freuten sich sehr, auch die künstlerischen Darbietungen überzeugten. Etwa René Pape mit einer Interpretation der „Hallenarie“ aus Mozarts Zauberflöte, das Werk selbst spannt den Bogen zum Musiktheaterpreis, dem Goldenen Schikaneder.

Wieder ein erfolgreiches Jahr für den Österreichischen Musiktheaterpreis in 2017!

Nicht nur Elgar: Die Sommernachtsgala 2017 in Grafenegg.

 

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Dmitri Hvorostovsky und Aida Garifullina (c) T. Jantzen

 

 

An dem mehr als lauen Sommerabend – viele Besucher hatten sich Picknickdecken mitgebracht wie schon traditionell üblich – gaben sich in Grafenegg unter der Patronanz von Rudolf Buchbinder Künstler-Berühmtheiten die Ehre. Unter ihnen der russische Bariton Dmitri Hvorostovsky (Дмитрий Александрович Хворостовский) und die tatarische junge Wunderstimme Aida Garifullina.

Das Tonkünstler Orchester Niederösterreich unter der Leitung von Yutaka Sado, dem engagierten und energischen Dirigenten, ist heuer in Grafenegg sehr intensiv eingesetzt. So begleitete es die Sopranistin Garifullina bei ihrem gefühlvollen „Wiegenlied“ der Maria aus Tschaikowskis Mazeppa (inspiriert von Iwan Mazeppa). Eine Oper mit unglaublich grausamer Handlung. Garifullinas ätherisch hohe Töne sprechen für sich.

Die georgische Pianistin Khatia Buniatishvili musste krankheitsbedingt ihren Auftritt in Grafenegg absagen.

Der große russische Bariton Hvorostovsky macht eine schwere Zeit durch, wie viele wissen. Nichtsdestotrotz bewies er stimmliche Festigkeit, ein schön gefärbtes dunkles Timbre sowie Eleganz und Spielfreude. Im Duett mit Garifullina bei Mozarts „La ci darem la mano“ strahlen beide, und Garifullina outriert gewollt.

Durch die Reihen der Festgäste schreitet die Sopranistin bei Musettas wundervollem Walzerlied „Quando m´en vo“ aus Puccinis La Bohéme. Ihre Schönheit und auch ihre stimmliche Präsenz kann man tatsächlich bewundern.

Hvorostovsky lässt mit der „Abrechnung“ des Rigoletto „Cortigianni, vil razza dannata“ aufhorchen. Der bucklige Hofnarr bei Verdi fordert seine Tochter zurück. Der Bariton macht eindrucksvoll klar, dass sich die bösen Günstlinge warm anziehen können.

Yutaka Sado treibt „sein Orchester“ bei Ouvertüren zu „Don Giovanni“ (Mozart), „La forza del destino“ (Verdi) und dem Intermezzo aus „Cavalleria Rusticana“ (Mascagni) zu guten Leistungen.

Aida Garifullina legt bei der „Mattinata“ von Leoncavallo noch eine „Schaufel“ nach und begeistert. Großer Applaus an dieser Stelle.

Mit Tagliaferris „Passione“ und „Ochi chornye“ (Schwarze Augen) in einer Bearbeitung von Reynolds liefert Dmitri Hvorostovsky leidenschaftliche Werke.

Als „Abschluss“ der Sommernachtsgala besingen Garifullina und Hvorostovsky die „Moskauer Nächte“ von Sedoi. Der Kreis wird (wie immer in Grafenegg) mit dem populären Marsch „Pomp and Circumstance“ von Edward Elgar geschlossen.

Anja Harteros: Recital in Paris / Opéra Paris

 

Anja-Harteros

Anja Harteros (c) dpa Picture Alliance

 

 

Star-Sopranistin Anja Harteros (neugriechisch: Χάρτερος) kann sich über einen leeren Terminkalender nicht beklagen: Für 2018 finden sich bereits zahlreiche Projekte in Opern auf ihrer Agenda. Darunter etwa: Amelia („Un ballo“), Tosca („Tosca“) Arabella („Arabella“) oder auch Elisabeth de Valois („Don Carlos“).

Diesen Monat ist sie an der Opéra Paris, im Palais Garnier für ihre zahlreichen (nicht nur französischen) Fans zu erleben. Sie wird ein Programm präsentieren, dessen Bogen sich von Werken von Franz Schubert über jene von Richard Strauss bis zu etwaigen von Alban Berg spannt.

Das Programm im Detail:

Franz Schubert
Fischerweise Op.96 nr.4

Die Forelle Op.32, D550

Schwanengesang 0p.23

An die Laute op. 81 Nr.2

Im Haine op. 56. Nr.3 D738

Robert Schumann
Zwei Venetianische Lieder

Ich wandelte unter den Bäumen op.24 Nr.3

Stille Tränen op.35 Nr.10

Was will die einsame Träne

Der Hidalgo op.30 Nr.3

Alban Berg
Sieben frühe Lieder

Richard Strauss
Allerseelen op.10 Nr.8

Meinem Kinde

Waldseligkeit op.49 Nr.1

Seitdem dein Aug´in meines schaute op.17 Nr. 1

Cäcilie op.27 nr 2

Am Klavier begleitet wird Anja Harteros von Wolfram Rieger.

 

Anja Harteros Recital

Opéra Paris / Palais Garnier

18. Juni um 20:00 Uhr

Karten unter: http://www.operadeparis.fr

 

 

Ein Top-Schauspieler beehrt Österreich – Friedrich von Thun auf der ROMY-Gala

 

Kurier ROMY Gala 2017

Friedrich von Thun mit seiner Tochter Gioia von Thun auf der ROMY Gala 2017 in Wien; Foto: Andreas Tischler

 

 

Friedrich Ernst Peter Paul Maria Thun-Hohenstein, besser bekannt als Friedrich von Thun, wurde 1942 im Protektorat Böhmen und Mähren geboren. Er schlüpfte im Laufe seiner Karriere in viele Rollen, mimte jedoch (fast) immer einen feinen Herren von Welt. Davon muss man auch etwas in Echt mitbringen, sonst klappt die Rolle nicht. Als der perfekte Gentleman wurde er schon oft betitelt.

Es handelt sich um ein sehr bekanntes Fernsehgesicht im deutschsprachigen Raum. Zahllose Filme, darunter viele Romanzen, Dramen, Krimis liest man auf seinem Portfolio. Die Menschen, so meinte er in einem Interview, „behalten von einem Schauspieler nur das, was sie von ihm erwarten“. Pointierte Darstellungen liegen ihm sehr, sich auf einen bestimmten Charakter festzulegen, das ist eher nicht der Fall. Sei es als italienischer Zuckerbäcker in der Romanze „Mein süßes Geheimnis“; oder aber als Patriarch in „Das Beste aller Leben“. Studiert hat der Mime Theaterwissenschaft und Germanistik, aber bald hat er gemerkt: Ein Akademiker ist er nicht. Die Studiobühne und das Kabarett haben ihn mehr interessiert.

Er liebt die Abwechslung: So steht er einmal vor der Kamera und einmal auf der Theaterbühne. Der Kulturpavillon berichtete von Schillers „Räuber“ am Salzburger Landestheater mit von Thuns sehr erfolgreicher Beteiligung (Der Raub des Digitalen – „Die Räuber“ (F. von Schiller), Salzburger Landestheater).

Privat ist von Thun ein waschechter Familienmensch. Er liebt es, Zeit mit seinen Enkelkindern zu verbringen, und es eher ruhig anzugehen, wenn er nicht arbeitet. Seine beiden Kinder Max (ebenfalls Schauspieler) und Gioia sind ihm sehr wichtig.

Auf der Wiener ROMY-Gala traf man den bekannten Schauspieler mit seiner Tochter an. Zu Österreich hat er ohnehin eine ganz besondere Beziehung, dreht er doch sehr häufig hier und stammt auch aus einem altösterreichischen Adelsgeschlecht.

Ganz aktuell steht von Thun für die Verfilmung des Kinder-Helden Benjamin Blümchen vor der Kamera.

 

Er ist, was er ist! Uwe Kröger gastierte in Neunkirchen/NÖ

 

Uwe Kröger

Uwe Kröger; Foto: S. Gergely

 

 

Musicalstar Uwe Kröger versprach einen „intimate evening mit book-reading“. Viel Neunkirchner Prominenz war versammelt, dennoch blieben einige Plätze leer. Uwes Bühne bot ein stimmungsvolles Set-Up, wie man es annähernd von Musicalbühnen kennt, nur eben ganz intim und kammerspiel-haft. Ein Lesehocker, eine Lampe, ein Klavier. Der Kulturverein Neunkirchen begrüßte einen großen Star.

Da betritt Uwe Kröger die Bühne, zuerst „nur“ aus dem Off singend, dann sieht man ihn, begleitet von der jungen, talentierten Sandra Schennach am Klavier. Es gibt heftigen Auftrittsapplaus! Uwe trägt Schwarz, elegant und modisch, doch ein Blick auf seine Schuhe verrät: Oh, hoppla! Uwe trägt nicht etwa Budapester. Er präsentiert silbern glitzernde – High Heels! Als trüge er sie schon jahrelang, sitzt, spielt, tanzt, springt er in diesen. Er demonstriert eine Übung aus der Schauspielausbildung: Uwe wartet auf den Bus, es beginnt zu regnen, der Bus kommt, er hat kein Geld dabei. Mit bemerkenswerter Mimik spielt er die Übung durch, gelernt ist gelernt, und Talent ist Talent.

Dann spricht er über einen Liedtext aus „La Cage aux Folles“ (Käfig voller Narren): Es hat keinen Sinn, wenn man nicht sagt: ICH BIN, WAS ICH BIN. Ein Aufruf zur Freiheit, zur Fairness, zur Toleranz, nicht nur im Musical sollte es gelten, sondern auch im Leben. Jedem eine Chance zu geben, egal ob schwarz, weiss, groß, klein, dick, dünn, homo oder hetero.

Am Theater des Westens Berlin bewunderte er Helmut Baumann in der Rolle „Zaza/Albin“. Das Lied: „Ich bin, was ich bin“ begleitet ihn schon ein Leben lang.

Als man an Uwe herantrat, er solle doch ein Buch schreiben, fragte er: Wer wird es denn lesen? Jeder könnte doch eine spannende Lebensgeschichte schreiben. Natürlich hat Uwe Kröger viele Fans, und die möchten alles über ihren Star erfahren! Also ist ein Buch sicher keine schlechte Idee. In Neunkirchen rezitierte er aus seinem zum Geburtstag erschienenen Buch, das denselben Titel wie das Lied trägt: Ich bin, was ich bin.

Uwe war nicht immer der routinierte Schauspieler und Musicalstar, der er heute ist. Während des Zivildienstes lernte er, alleine zu leben und klarzukommen. Er arbeitete auch in der Jugendpsychiatrie. In seinen ersten Produktionen in seiner Heimatstadt Hamm hat er „Blut geleckt“. Die Initialzündung folgte auf die Revue „Dreams on Broadway“ in welcher er eher zufällig eine Rolle übernahm.

Was braucht es, um berühmt zu sein/werden? Auch Uwe Kröger, so sagt er, kann diese Frage nicht eindeutig beantworten. Aber auf jeden Fall sollte man den Ehrgeiz mitbringen, Regeln zu brechen. Er selbst gebe 200% Einsatz, wenn es eine Aufgabe verdiene. Es MUSS hinter allem ein Wille sein.

In der Rolle vollzieht Uwe Kröger dann den Wechsel von Mann und Frau („Albin/Zaza“) sehr elegant. Man muss dazu weiche Bewegungen machen und könne nicht „männlich“ dastehen.

Er erfreut mit Ausschnitten aus seinen Erfolgs-Musicals „The Addams Family“ (als Gomez Adams, weiterer Bericht hierzu The Addams Family (Uwe Gomez Addams Kröger) & Co. in Bremen), „Elisabeth“ (der Tod) und Kapitän Trapp (The Sound of Music) Edelweiß, jeder weiß, the Sound is fine. Sehr unterhaltsam; und auch zum Nachdenken brachte der große Musicalstar das Publikum! Nur schade, dass einige aus dem Publikum bereits zu früh den Saal verließen und Uwe keinen Applaus mehr spenden konnten.

 

 

„Golden Times“ in der neuen Elbphilharmonie – Thomas Hampson & The Philharmonics

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Das von den Architekten Herzog & de Meuron eben erst fertiggestellte Gebäude (Adresse: Platz der deutschen Einheit 1), auf dem Dach die Hamburger Hafenwellen nachahmend. Es kann sich über regen Zulauf freuen, wurde überall hoch gelobt. In großen, leuchtenden Lettern konnte man das Wort „Fertig!“  auf dem Komplex lesen, was überall für Erleichterung sorgte. Am 11. Januar wurde sie schließlich eröffnet.Einen ausführlichen Bericht über die Elbphilharmonie an sich lesen Sie bald auf Klingers Kulturpavillon.

Zweifellos ein Gebäude für Superstars! Und so kam es, dass der liebe Kammersänger Thomas Hampson die „Elphi“ gemeinsam mit „The Philharmonics“ beehrte. Er sagte im Vorfeld, wo die Philharmonie noch gar nicht fertig war: „Orte, an denen ich mich wohl fühle und immer gerne auftrete – Die Elbphilharmonie Hamburg zähle ich schon jetzt dazu!“

Sein Programm „Golden Times“ umfasst thematisch die 30er Jahre in Amerika. Die Musik von Cole Porter, Irving Berlin, George Gershwin und auch dem Operettenkomponisten Kurt Weill beeinflusst diese Zeit. Kammermusikalisch reiche Arrangements waren zu hören. Hampsons Stimme, gepaart mit der Virtuosität der Philharmonics, ergibt eine tolle Kombination.

Mit Titeln wie „Shark in the Danube“, „Marche miniature viennoise“ oder „Caribe“ bricht noch einmal eine wilde und goldene Zeit an. Die Musiker der „Philharmonics“ bieten mit viel musikalischem Feingefühl und „coolen“ Rhythmen das, was sich jeder wünscht.

 

 

Bruckner in „the house“. Die Weihnachtsgala mit Latein und Latin im Brucknerhaus Linz.

 

Brucknerhaus Linz

Das Programmheft des Linzer Brucknerhauses, welches ja schon ein imposanter Bau an sich ist, versprach eine große Gala zum Ausklang des Advents und zur Einstimmung auf das viel ersehnte Weihnachtsfest. Große Namen und heiße Rhythmen brachte der Abend, nicht alle waren allerdings in Bestform.

Kammersängerin Angelika Kirchschlager, die aus Texas stammende Jazzsängerin Carmen Bradford, die feurige Jessie Ann de Angelo (Das Brucknerhaus beschreibt sie so: Wenn man einer Künstlerin alle Farben unserer Welt zuordnen kann, dann ist es Jessie Ann.), der aufstrebende Sänger Alois Mühlbacher, die Josefstadt-Größe Sona MacDonald, Dancing-Stars-Vocalist Andie Gabauer, der aus einer ORF-Castingshow bekannte Werner Mai, die St. Florianer Sängerknaben. So lassen sich die Acts des Abends zusammenfassen.

Und dann war da die zu einer temperamentvollen Doppel-Conference geratene Moderation eines Vater-Sohn-Paares, welches ordentlich für Stimmung sorgte: Harald und Daniel Serafin moderierten den Abend in gewohnt unterhaltsamer Manier. Sie lieferten Hintergrundinformationen und charmante Schmähs. Auf die Phrase: „Freuen Sie sich auf..“, folgte meist der laut ausgesprochene, gemeinsam artikulierte Name des Künstlers oder der Künstlerin. Sogar in mehreren Sprachen versuchten sich die Moderatoren: Spanisch und Russisch waren an diesem Abend zu hören. Die kleine russische Tanzeinlage geriet aber nicht sonderlich zum Vorteil. KS Prof. Harald Serafin muss gewissermaßen auch vertraute Gefühle im Brucknerhaus bekommen haben, interpretierte er doch schon einmal den Namensgeber des Hauses, Anton Bruckner, bei der Linzer Klangwolke.

Für den klassischen Teil waren ein wenig Kirchschlager und Mühlbacher „veranschlagt“, wobei man sagen muss, dass die ehrwürdige Kammersängerin an diesem Abend nicht ihren besten hatte. Bei „Panis Angelicus“ von Cesar Franck, leistete sie sich sogar eine Textunsicherheit: Sie verwechselte „dominum“ mit „hominum“. Es wurde bei ihr also das „Brot des Herren“. Naja. Mühlbacher mit seiner unverwechselbaren Stimme interpretierte das Ave Maria von Caccini und sorgte damit für Gänsehaut.

Carmen Bradford riss gesanglich alle vom Stuhl, das etwas zurückhaltende Linzer Publikum war begeistert, sie wünschte sogleich „Merry Christmas to all of you!“ und begrüßte medienwirksam den „Governor Pühringer“, um gleich darauf mit wundervoll lautem Organ festzustellen: „You have the right seat!“ Diese Sängerin braucht nicht einmal ein Mikrofon, um gehört zu werden. Beeindruckend!

Jessie Ann de Angelo rüttelte wiederum mit ihrer Interpretation des „Navidad Rock“ auf, und wollte das Publikum zum Tanzen animieren. Sie erzählte hinreißend, wie in ihrer Heimat bei 30 Grad zu Weihnachten Tequila getrunken wird und mit weißem Sprühschaum Schnee an Fenstern simuliert wird.

Sona MacDonald mit ihrer nicht enden wollenden Energie (die sie auch immer am Theater in der Josefstadt zeigt) rockte mit „Don´t rain on my Parade“, diesen Titel erarbeiteten Vater und Sohn Serafin gemeinsam mit den Übersetzungen „Regne nicht auf meine Parade“ im Sinne von „Stiehl mir nicht die Show“. MacDonald war dankbar über die Chance, ausgelassen zu springen und zu singen.

Die Interpretation von „I dreamed a dream“ aus dem bekannten Musical „Les Miserables“, war ebenso ein Highlight, obwohl die Orchesterbegleitung doch eine recht eigenwillige Version entwickelt hatte.

Werner Mai glänzte mit einer toll ausbalancierten Stimme und einem besonders rührenden „You raise me up“ (bereits von Westlife, Josh Groban und Andre Rieu jeweils anders interpretiert). Jeder Mensch hat es wohl schon einmal erlebt, was es heißt „on stormy seas“ zu wandeln.

Andie Gabauer, ein guter und engagierter Sänger an sich, hat sein Talent schon oft in der ORF-Show Dancing Stars unter Beweis gestellt. An diesem Abend lieferte er jedoch die mitunter langatmigste Version von Nat King Coles Christmas Song, die man sich nur vorstellen kann. Da wünschte man sich doch gleich die vor zwei Jahren im Wiener Musikverein vorgetragene Version von Moderator Daniel Serafin zurück. (O du fröhliches X-MAS-Concert / Wiener Musikverein)

Gemeinsam läuteten die charmanten Moderatoren auch das Finale des Abends ein, zu dem auch sie wieder „mit-shakten“, es handelte sich um den oft mit lautem Klatschen vom Publikum eingeforderten Hit „Feliz Navidad“.

 

Ein Video zum Abend sehen Sie auf Klingers Kulturpavillons YouTube Channel:

 

 

 

 

 

 

 

„Pfeifenwind und Saitenklang“ – ein Konzert der besonderen Art!

Eine Rückschau auf ein Konzert (unter anderem) bei den Bregenzer Festspiele 2016, im Herbst war es auch in Wien zu hören.

Da sich der Kulturpavillon auch immer außergewöhnlichen Ereignissen im Kulturbereich widmet, wird hier ein Konzert in vielen Kirchen Österreichs, welches nun auch im Herbst in Wien eine Reprise erlebte, in einer Nachschau behandelt. Es ist die Rede vom Konzertereignis „Pfeifenwind und Saitenklang“.

Das Konzert „Pfeifenwind und Saitenklang“ wurde bestritten vom Herrenduo Maximilian Schöner an der Violine und Georg Stockreiter an der Orgel. Die Orgel ist ja heutzutage ein eher selten bespieltes Instrument, und meist wird sie eben mit der Liturgie und mit der Kirchenmusik in Verbindung gebracht. Orgelklänge „locken“ immer die Kirche und bringen uns vielleicht ein Stückchen etwas Größerem näher, welchem Glauben wir auch immer Glauben schenken. Der „Pfeifenwind“ – ein wunderbar umschriebener Begriff für die Töne der Orgel(-pfeifen), sollte das Publikum einmal mehr sehr berühren. Doch erst in der Kombination mit dem „Saitenklang“ entstand so etwas ganz Besonderes. Das macht Mut, doch einmal auch etwas zu wagen und auch Instrumente miteinander zu kombinieren, die so noch nicht gehört wurden. In diesem Falle war es eine geglückte Kombination und blendende Idee.

Auch bei den vielgerühmten Bregenzer Festspielen war dieses Konzert beliebt. Als klassisches „Kirchenkonzert“ „tourte“ es durch Kirchen von St. Leonhard über Maria Schutz bis Egg.

Diesen Oktober machte das beliebte Konzert Station auch in Wien , und zwar in der Kirche St. Elisabeth (mit Hradetzky-Orgel), im 4. Bezirk. Das Konzert wird (wurde) veranstaltet von Maximilian Schöner.

Das Programm des Konzertes spannte einen breiten Bogen: Werke vom Liechtensteiner Josef Gabriel Rheinberger, John Williams, Max Reger (war auch Organist), dem bekannten Opernkomponisten Jules Massenet, Kirchenmusiker Andreas Willscher sowie Percy E. Fletcher wurden aufgeführt.

Zum besonders klangvollen Ereignis geriet Massenets „Meditation“ aus Thais. Dieses wohlbekannte hymnische Stück war wohl zum ersten Mal in einer solchen Variante zu hören. John Williams steuerte ein Thema aus „Schindlers Liste“ bei. Von Rheinberger hörte man die „Elegie“. Zweierlei „Ave Maria“ wurden ebenso zum Besten gegeben: Einmal von Caccini und einmal von Mascagni. Von Hindemith wurde auch die „Leicht bewegte Vierte“ aus einer Sonate für Violine solo (Maximilian Schöner) beigesteuert.

 

 

Näheres zu diesem außergewöhnlichen und massiven Instrument und die Familie Hradetzky

Die Orgel in der Kirche St. Elisabeth verfügt über 38 Register auf drei Manualen und Pedal. Diese Orgel wurde, wie viele andere auch, vom Orgelbaumeister Gerhard Hradetzky in mühsamer Arbeit gefertigt. Seit 102 Jahren besteht die Firma Hradetzky nun schon und Gerhards Vater,  Gregor Hradetzky, noch heute immer ein, wenn nicht DER Name im Bereich Orgelbau, weihte den jungen Gerhard früh in die Geheimnisse des recht komplizierten Orgelbaus ein. 1962 schloss Gerhard Hradetzky die erste Ausbildung erfolgreich ab. Nach Praktika und weiteren Ausbildungen in Deutschland (Stuttgart und Hamburg) erhielt er im Jahre 1972 sein Meisterdiplom und legte in Wien ein Jahr später die Meisterprüfung ab. Seine eigene Firma gründete er in Niederösterreich, in Oberbergern bei Krems.

Gerhard Hradetzky widmet sich heute vor allem der Klangpflege seiner Instrumente, und ist die erste Adresse bei Fragen oder Wünschen rund um Orgel und Orgelbau. Entsprechende Fachberatung bekommen Orgelfreunde bei ihm unter http://www.hradetzky-orgel.at.