ORF III

Friedrich von Thun erzählt: „Habsburgs Adel – Die Esterházys“ (ORF III)

In einer neuen Fernsehreihe des österreichischen Senders ORF III erzählt Schauspieler und Publikumsliebling Friedrich von Thun (eigentlich Friedrich Ernst Peter Paul Maria Thun-Hohenstein, und adelshistorisch Graf von Thun und Hohenstein) von „Habsburgs Adel“. Den Anfang der mehrteiligen Reihe macht er mit den Esterházys.

Man stelle sich einmal Österreich „ohne alles“ vor, die ganze damalige Donaumonarchie mit ihren Feldherren und Staatsmännern. Österreich ohne die Schlösser. Maria Theresia drohte die Zerschlagung. Bayern, Sachsen und Preußen stellten sich gegen sie…..sie wollten lieber einen männlichen Thronerben.

So bildhaft und schicksalsschwer erfolgt die Einleitung der neuen Reihe durch Friedrich von Thun.

Pannonien, die ungarische Tiefebene, war die Machtbasis der Esterhazys. Das heutige Burgenland präsentiert sich als Naturparadies mit vielen kulturellen Einflüssen. Wer heute auf dem Neusiedler See unterwegs ist, ahnt vielleicht nicht, dass er sich über weite Teile auf Privatgewässer der Esterházys bewegt. Besondere Bauwerke der Esterházys sind das Schloss in Eisenstadt sowie die Burg Forchtenstein (erworben durch Nikolaus Esterházy).

Vielleicht war der ungarische Vizekönig Nikolaus schuld an einer verbogenen Stephanskrone der Habsburger? Am 14. Februar 1638 sollte in Pressburg Maria Anna, Frau von Ferdinand III gekrönt werden, doch die Truhe mit der Krone ließ sich nicht öffnen, weil aus Wien gleich drei falsche Schlüssel geliefert wurden. So ließ der Vizekönig die Truhe mit Brachialgewalt öffnen. Es resultierte die gebogene Krone, die – so erzählte man – das schwierige Verhältnis der Habsburger zu Ungarn repräsentierte.

Ende des 17. Jahrhunderts wurde Ungarn von einem türkischen Pascha regiert. Bei der Schlacht von Vezekeny gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Osmanen fiel das Oberhaupt der Esterházy, Ladislaus.

Die Burg Forchtenstein wurde zu einer uneinnehmbaren Festung ausgebaut. Die Kunst- und „Wunderkammer“ ist bis heute sehr gut erhalten, da sie gut versteckt liegt.

Im Burgenland, so erfährt man auch, gibt es heute sieben jüdische Gemeinden, aus dem Grund, weil Paul I Esterházy Juden aufnahm.

Die Esterházy zeichneten sich durch Loyalität und Kaisertreue aus. Auch das Schloss Esterháza in Fertöd, das ungarische Versailles genannt, wurde zu einem „Esterházy´schen Feenreich“, wie ob des großen Prunks Goethe schon bemerkte. Nicht nur der allgemeine Bauboom führte dazu, dass Nikolaus II Esterházy, verheiratet mit Maria von Liechtenstein, der zuerst nach Neapel ging, um Kunstschätze zu beschaffen und dann in Linz eine Militärausbildung absolvierte, 3,8 Millionen Gulden Verbindlichkeiten anhäufte.

Dieser revolutionierte aber auch das Postwesen, und war als Wollproduzent Herr über Bauern mit 200 000 Schafen. Seiner Affinität zu Kunst und deren Reproduktionen wegen wurde er „Il Magnifico“ genannt. Für die Orangerie im Schlosspark von Eisenstadt trug er exotische Blumen zusammen, und für Tochter Leopoldine errichtete er den Tempel im Park mitsamt einer Sitzstatue……

Wer nun neugierig geworden ist, was noch kommt und Teil dieser neuen Reihe sein wird und sich vom charmanten Friedrich von Thun Historie näher bringen lassen will:

„Habsburgs Adel – Folge 1: Die Esterházys“, 02.01.2019, ORF III

„Habsburgs Adel – Folge 2: Die Liechtensteins“, 03.01.2019, ORF III

„Habsburgs Adel – Folge 3: Die Schwarzenbergs“, 04.01.2019, ORF III

„Habsburgs Adel – Folge 4: Die Coburgs“, 05.01.2019 ORF III

Außerdem zeigt ORF III alle vier Folgen am 05.01.2019 ab 15:30 h am Stück.

Links:

http://www.esterhazy.at

http://tv.orf.at

KK sieht fern: Serafin on Tour – die Sommerspiele Perchtoldsdorf

Serafin on Tour – die Sommerspiele Perchtoldsdorf

SERAFIN ON TOUR (Kulturmatinee von und mit Harald Serafin)

REZENSION der Sendung vom 06. Juli 2014

ORF III

In dieser Folge besucht Harald Serafin die Burg Perchtoldsdorf mit ihren Sommerspielen. Unter der Intendanz des früheren Volksopern- Regisseurs Michael Sturminger werden hier Sprechstücke aufgeführt. Die Sommerspiele existieren seit 30 Jahren. Heuer wird das „Käthchen von Heilbronn“ von Heinrich von Kleist auf die Bühne gebracht.

Am Anfang steht Serafin vor der noch leeren Tribüne der Burg. Er stellt aufgeregt das Ziel der ersten Tour vor: die Burg Perchtoldsdorf. Es ist ein „liebes“ Städtchen außerhalb von Wien. Hier führt im heurigen Jahr die Burgtheaterschauspielerin Maria Happel Regie. Und diese muss erst aufwändig gefunden werden. Es wird eine Lauf-Tour, bis Serafin Happel an einem gut gefüllten Tisch, zusammen mit anderen Darstellern und Darstellerinnen, nämlich ihrer Familie, antrifft.

Happel verkörpert gleich drei Rollen (Köhlersfrau, Nachtwächter und Tante), und so ganz nebenbei „schupft“ sie Familie und Haushalt. Ihre Töchter Paula und Annemarie sowie ihr Mann Dirk Nocker mischen kräftig im Stück mit. Paula wirkt während des Interviews abwesend, ihre Mutter sprüht vor Energie.

Sobald alle über ihre Rollen befragt sind, macht sich Serafin auf zu den Hauptdarstellern 2014, das Käthchen und Graf Wetter vom Strahl.

Das Haupt-Paar dieser Produktion ist zwar auf der Bühne sehr innig miteinander, privat seien sie nur „gute Kollegen“, wie Anna Unterberger und Nikolaus Barton versichern. Als Käthchen und Graf Wetter von Strahl werden sie diesen Sommer auf der Burg Perchtoldsdorf das Publikum in ihren Bann ziehen. Sechs Wochen Probenzeit liegen hinter den beiden.

Man sieht immer wieder Aufnahmen der Bühne mit moderner Musik, wo sich die Schauspieler und Schauspielerinnen nach Kräften verausgaben. Kondition ist im „Käthchen“ von großer Bedeutung. Diese zeigt auch der Theaterkenner Serafin, als er durch die Gänge der Burg eilt (manchmal kann man kaum folgen) um seine nächste Interviewpartnerin aufzusuchen: Es ist Veronika Glatzner, die die Kunigunde darstellt. Sie verrät schon einmal, dass sich der Graf und sie am Ende nicht bekommen werden. Wolfgang Hübsch, der im Käthchen den Kaiser mimt, kommt leider nicht zu einem Interview.

Danach folgen nocheinmal Sequenzen aus dem Stück: Kämpfe, Fluchtversuche und harsche Aufforderungen. Da müssen die Protagonisten (Happel, Unterberger, Barton) wohl diesen Sommer durch.

 

– MK-

 

Links:

http://tvthek.orf.at/program/matinee-Serafin-on-Tour/8144173/Serafin-on-Tour-Sommerspiele-Perchtoldsdorf/8138712/Serafin-on-Tour-Sommerspiele-Perchtoldsdorf/8147273