MUSIK UND DAS GANZE THEATER – Eine Leidenschaft von mir

Alles, was im klassischen Bereich gespielt und gesungen wird

„Pschillerndes“ Wagnis: Neues Theater „Bronski und Grünberg“

 

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(c) Bronski & Grünberg, Wien

 

 

1090 Wien

Der Schauspieler Alexander Pschill und sein „Team“, bestehend aus Kaja Dymnicki, Julia Edtmeier und Salka Weber, alles profunde Darstellerinnen, wollen in Zeiten wie diesen, wo der Rotstift überall angesetzt wird, etwas Neues wagen: Sie erschaffen in den Räumlichkeiten des alten Vienna International Theatre in der Porzellangasse 8 in Wien-Alsergrund das Theater „Bronski & Grünberg“.

Benannt ist dieses kleine Theater nach den Figuren aus Ernst Lubitschs Kultfilm „Sein oder Nichtsein“. Und über dieses Sein oder Nichtsein wird bald auch entschieden werden. Schon im November öffnet das Theater, das 70 Personen Platz bietet, seine Pforten mit der Eröffnungspremiere „Dracula“ (frei nach Bram Stroker). Die Regie „teilen“ sich Kaja Dymnicki und Alexander Pschill. Es spielen Alexander Jagsch (bekannt aus vielen Rollen am Volkstheater und der Josefstadt sowie TV-Rollen) und Claudia Kottal (bekannt als TV-Kommissarin).

Das Theater ist eine Art „Guerilla“-Projekt, es wird nur 1 wandelbares Bühnenbild geben, es wird „frei von Trends & Traditionen“ gespielt. Sehr spannend!

Tickets gibt es ab 24 Euro, der Verkauf findet über Wien Ticket statt.

Auch ein Gratis Print-at-home-Service wird angeboten (man kann die Theaterkarten nach Bezahlung zuhause ausdrucken).

 

Info:

Theater Bronski & Grünberg

Porzellangasse 8

1090 Wien

Eröffnungspremiere 9. Nov. 16: „Dracula“ (Bram Stroker), Mit Alexander Jagsch

Karten: wien-ticket.at, print at home möglich

Webseite: http://www.bronski-grünberg.at

 

 

 

 

Kultur hat ihren Preis…

Ein weiteres Mini-Philosophikum: Natürlich ist bekannt, dass die wirtschaftliche Lage immer schwieriger geworden ist. An jedem Eck´ und End´ wird gespart. Nicht nur beim Kauf von Lebensmitteln, nicht nur bei Kleidung, Urlauben, PKWs, Spielzeug und so weiter. Wir alle wissen, dass alles immer teurer und weniger wird. Auch bei der Kultur wird immer öfter „der Rotstift angesetzt“. Doch kann die Kultur so in dieser „Sparkultur“ noch weiter ihre Qualität wahren? Eine umstrittene wie heikle Frage.

Was sagt es über die Lage aus, wenn zum Beispiel Theaterkarten um „Minus 20 Prozent“ angepriesen werden, und das schon auch von namhaften Theatern? Will man es sich in Zukunft überhaupt noch leisten, einen Abend im Theater/in der Oper/im Ballett zu verbringen? Auf der Bühne muss schon manchmal jeder Euro umgedreht werden. Ein Frühbucherrabatt bei Festivals ist schon Usus. Aber wenn es einen bedenklich großen Rabatt auf Karten gibt, sollte es einem zu denken geben.

Häuser haben bereits einen „Struggle“ um das Publikum, bieten Sonderaktionen und günstige Abonnements für mehrere Stücke an. Man muss diese Seite verstehen, das ist eine logische Reaktion auf Besucherschwund und mangelndes Interesse (aus finanziellen Gründen). Die Menschen verzichten, wenn das Budget knapp ist, am ehesten auf „Luxusausgaben“ wie den Theaterbesuch, der einen für einen Abend aus der Routine und Lethargie des Alltags bringen soll. Aber die Kosten, sollen auch „in mind“ bleiben. Denn für „gute“ Plätze zahlt man schon einmal 50€ und mehr. Studenten, die ohnehin immer knapp bei Kasse sind, werden mit Aktionen wie „um 5 Euro ins Theater“ angelockt. Ein faires Angebot. Garderobenabgaben und inkludierte Renovierungsbeiträge sind an so manchen Institutionen aber auch keine Seltenheit.

Es müssen auch die Kosten für die Produktion an sich, für die Besetzung, Instandhaltung des Theaters, und so weiter gerechnet werden.

Eines muss ebenso klar sein: Die große „goldene“ Zeit der ausverkauften Häuser scheint ein für alle Mal vorbei zu sein. Wenn Häuser allerdings gezwungen sind, immer günstigere Kartenpreise anzubieten, kann das Abstriche bedeuten. Private Geldgeber, sprich Sponsoren, werden für Häuser immer beliebter, wenn Firmen als Sponsoren abspringen.

Happy Birthday, Kurt Michael Strametz!

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Kurt M. Strametz

 

 

Ein umtriebiger und vielschichtiger Künstler feiert heute Geburtstag. Es handelt sich um ein Faktotum für die Kultur, ganz besonders im Burgenland. Er sorgt mit Kabarettprogrammen für Lachsalven und ist als Organisator sehr gut unterwegs. Kurt Michael Strametz, lebt in Neufeld im Burgenland und steht dem Kulturzentrum Fred Sinowatz Neufeld (www.kuz-neufeld.at) vor.

Im Jahre 2000 wurde der dortige alte Stadtsaal umgebaut und es entstand das moderne Zentrum mit einem großen Veranstaltungssaal, benannt nach einem der berühmtesten Söhne Neufelds, Dr. Fred Sinowatz. In der Dr. Karl Renner Straße 1 finden sich immer wieder Größen aus dem Kulturbusiness ein, von 2003 – 2015 fand bereits die bekannte Serie „Bühne frei“ statt, es wurden Frank Hoffmann, Robert Meyer (Volksoper Wien), Karl Merkatz, Elfriede Ott, Heinz Zednik, die operettts, Alfons Haider und Natalia Ushakova bereits zu Darbietungen eingeladen.

Kurt Michael Strametz kann bereits auf einige Auszeichnungen zurückblicken. So etwa wurden ihm schon die Ehrenurkunde der Internationalen Robert Stolz Gesellschaft für Verdienste um den Künstler Robert Stolz, Dank und Anerkennung für Kulturtätigkeit in Neufeld und der Sonderpreis Fred Sinowatz für außerordentliche Leistung im Kultursektor verliehen.

Strametz war erst Marketing- und PR-Leiter bei einer österreichischen Großbank, ehe er unter anderem bei KSch. Elfriede Ott darstellerischen Unterricht nahm. Seit dem Jahr 2008 ist er selbständiger Unternehmensberater, Kommunikations- und Wirtschaftstrainer und ist auch als Kabarettist tätig. Er nennt sich hier auch „Michael Silba“.  Als Vortragender und Moderator für Veranstaltungen ist er gefragt. Strametz unterrichtet auch Stimme und Sprechtechnik und schult Personen beim Auftritt.

Am Wiener Metropol, Gloria Theater und in vielen österreichischen Gemeindezentren ist er gern gesehener Gast.

Sein eigenes Kabarettprogramm heißt „Sachen zum Lachen“. Er ist wieder am 09. September in „seinem“ Kulturzentrum Neufeld zu erleben, und zwar mit einem „Best of Comedy und Kabarett“.

Alles Gute zum Geburtstag wünscht der Kulturpavillon!

Pension Schöller (Laufs, Jacoby) -Das schwere Erbe der Komödie

Wieder einmal wird es auf Klingers Kulturpavillon historisch und philosophisch. Dieses Angebot versteht sich als Ergänzung zu den aktuellen Rezensionen und Videos, News, Porträts und mehr. Theaterstücke haben – sofern sie nicht brandneue Erstaufführungen sind – meist eine lange Geschichte und Autoren, die nicht mehr leben. Die Uraufführungen vieler Komödien liegen lange zurück. So auch jene der Posse „Pension Schöller“, die nahezu als die meistgespielte Komödie auch heutzutage gilt. Reiz und Faszination der schon unvergleichlichen Komik – es ist sehr schwer, witzig zu sein, und dabei so leicht zu wirken, als ginge das gerade so von der Hand.

Von der Kultkomödie Pension Schöller (geschrieben bereits um 1890) von Carl Laufs und Wilhelm Jacoby gibt es zahlreiche Verfilmungen und auch Aufnahmen aus Theatern. Zu den beiden bekanntesten zählen jene Version aus 1978 und jene aus 1994
(beide in der Regie von Heinz Marecek, beide aus den damals noch nicht umgebauten Wiener Kammerspielen).

Hugo Wiener, Max(i) Böhm

In der älteren, sehr bekannten Version von Hugo Wiener (der auch lustigerweise im Stück den „Dr. Reisfleisch“ am Klavier verkörperte) spielte Max(i) Böhm den Gutsbesitzer Ladislaus Robitschek, der zu gerne einmal eine Irrenanstalt von innen sehen möchte. Ob das nun mit wahrem Interesse oder einfach Voyeurismus zu tun hat, kann man nicht herausfinden. In Ermangelung einer wahren Einrichtung zeigt ihm sein Neffe schließlich die Pension Schöller, deren Bewohner sehr exzentrisch, jedoch auf ihre Art auch liebenswürdig sind. Max Böhm galt immer schon als großer Komödiant, er wuchs sozusagen am Theater auf und lernte früh Größen kennen. Manche behaupten, seine Darstellung des Herrn Robitschek sei die beste aller Zeiten gewesen. Vielleicht war das so, weil er sichtlich selbst viel Spaß daran hatte, ungeachtet seines schweren persönlichen Schicksals (seine Tochter starb, sein Sohn beging Selbstmord). Dass er trotz der Schicksalsschläge so viele Menschen zum Lachen brachte.

Alfred Böhm

Auch der mit Max nicht verwandte Alfred Böhm mischte mit und gab den leider verhinderten Schauspieler, der kein „l“ sprechen kann und stattdessen immer ein „n“ verwendet. Diese sehr spezielle Rolle bringt eine Gefahr mit sich. Trainiert man wirklich so lange, bis man sich diesen Konsonanten abgewöhnt, wird es im Alltag, oder sollte man sagen Anntag, sehr schwierig werden. Man muss zudem extrem auf seine Aussprache achten, denn es gibt nur sehr wenige Phrasen, wo kein „l“ vorkommt. Nicht jede Pointe ohne „l“ ist gleich lustig, besonders viele Lacher kann sich der Schauspieler in der Anfangsphase seiner Absurdität abholen. Es ist auch wirklich einen Schmunzler wert, überhaupt einen solch ungewöhnlichen Sprachfehler zu thematisieren. Alfred Böhm zum Beispiel setzte diesen Charakter gänzlich unaufgeregt um und hatte diesen Sprachfehler so „ganz selbstverständlich“. Dies zeugt von einer theatralischen Größe, die man sich erarbeitet hat. Und zwar hart: Böhm war ein bescheidener, harter Arbeiter. Seine Identität wollte er nie verleugnen, lehnte sogar ein Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof ab. Stattdessen wurde er in Wieselburg, Niederösterreich beerdigt.

Irr oder nicht?

Die exzentrischen Bewohner der Pension Schöller, unter ihnen eine Schriftstellerin, ein Großwildjäger, der Schauspieler mit Sprachfehler und noch so einige. Durchaus „normal“, wenn sie nicht so agieren würden, dass man glatt glauben könnte, sie wären „aus der Anstalt“. Robitscheks Bekräftigungen, immer getragen von einem langen „Der is´ guuuut!“ geben dem Publikum immer wieder Anlass zur Heiterkeit. Man ist mittendrin, Zeuge einer höchst amüsanten Verwechslung. Hätten diese Personen wirklich alle psychische Probleme, wäre alles natürlich nicht mehr so lustig.

Andere Versionen der Pension Schöller

Es gab auch Verfilmungen mit Harald Juhnke, Willy Millowitsch, oder auch jüngst vom deutschen Universal-Komikerduo „Heißmann & Rassau“ (2015).

1994 versuchten sich in den Rollen des Robitschek und des Schauspielers mit Sprachfehler die beiden Kapazunder Ossy Kollmann und Helmuth Lohner (mittlerweile beide verstorben), und lieferten sich hier eine eher körperliche „Schlacht“, die das Publikum zu Lachstürmen hinriss. Sie hoben sich in die Höhe, spielten mit Sesseln, Pölstern und fletschten ihre Zähne, nicht vergessend, dass das Spiel doch eine sehr ernste Angelegenheit gewesen war.

 

 

 

Startschuss für renommiertes Festival

 

Grafenegg, Niederösterreich

Das Grafenegg Festival findet wieder statt!

Vom 19. August bis zum 11. September bittet Gründer, künstlerischer Leiter und Pianist Rudolf Buchbinder – obgleich hoch dekoriert, verabscheut er Titel, weswegen man nicht „Professor“ sagen darf – hochrangige Künstler und Künstlerinnen zu einer Gesangsdarbietung mit erstklassiger Orchesterbegleitung in den Wolkenturm in Grafenegg.

Klang trifft Kulisse – und hochwertige Orchester wie zum Beispiel das Cleveland Orchestra, das London Symphony Orchestra und natürlich die Wiener Philharmoniker. Das alles in Grafenegg. Auch gefragte Künstler wie René Pape werden sich die Ehre im Wolkenturm geben.

Buchbinders Karriere, die auch mit Grafenegg verwoben ist, begann als Kammermusiker. Er ist weltweit gefragter Konzertpianist. Sein umfangreiches Repertoire schließt auch zahlreiche Kompositionen des 20. Jahrhunderts ein. Für die Einspielung des Gesamtwerkes von Joseph Haydn für Klavier erhielt Rudolf Buchbinder den „Gran Prix Du Disque“. Seit dem Jahr 2007 ist Buchbinder auch künstlerischer Leiter von Grafenegg.

In einem ORF-Interview betonte er, dass die Saisonen 2017 und 2018 praktisch bereits geplant seien. Den Aufstieg des Festivals Grafenegg verglich Buchbinder mit seiner eigenen Karriere: Es sei „sehr schwer, hochzukommen, aber noch viel schwerer, oben zu bleiben“.

 

 

Ehrennadel für den Stardirigenten

Zubin-Mehta

 

Zubin Mehta, der bescheidene Stardirigent, wurde in Salzburg anlässlich der heurigen Festspiele von Präsidentin Helga Rabl-Stadler mit der „Festspielnadel“ ausgezeichnet.

Auch einen Rekord hat Mehta gebrochen: Er hat mittlerweile H. von Karajan als längstdienenden Dirigenten der Wiener Philharmoniker abgelöst. Karajan dirigierte die Philharmoniker 54 Jahre und 8 Monate lang. Mehta kann mittlerweile auf 55 Jahre zurückblicken. Er ist aber nicht nur ein fabelhafter Dirigent, sondern auch ein geistvoller Gesprächspartner, eine inspirierende Persönlichkeit und ein freundlicher, umgänglicher Herr.

Eine herzliche Gratulation!

 

Sportliche Theaterfahrten: Lust auf Kobersdorf – Bike mit Böck.

Schlossspiele Kobersdorf

Burgenland

Die Schlossspiele Kobersdorf sind bekannt für ihre innovative Stückauswahl. Aber genauso für die außergewöhnlichen Anfahrts-Erlebnisse: An zwei Vorstellungs-Tagen bietet der Intendant Wolfgang Böck sogenannte Theaterfahrten an. Die Individualanreise zu einem Treffpunkt erfolgt entweder mit dem Motorrad oder an einem anderen Tag mit dem eigenen Oldtimer. Dann geht es unter der Leitung von Wolfgang Böck kurvig nach Kobersdorf, durch eine wunderschöne Landschaft und mit viel Elan. Anschließend steht ein Besuch der heurigen Vorstellung „Otello darf nicht platzen“ von Ken Ludwig auf dem Programm. Klingers Kulturpavillon begleitete beide Touren, die zu einem Erlebnis wurden. Bei der Motorradausfahrt hatte man mit dem Wetter zu kämpfen.  Es regnete bereits bei der Abfahrt. Am 16. sowie 24. Juli war es soweit.

Die theaterbegeisterten Biker trafen sich am 16. Juli in Mattersburg/Burgenland. Leider mussten sie in „Doppelpanier“ ausrücken, denn das Wetter spielte nicht so ganz mit. Am 24. Juli war Treffpunkt Katzelsdorf/Leitha in Niederösterreich, beim Schloss Katzelsdorf. Wunderbare Oldtimer waren zu bestaunen, die danach über die hügelige Landschaft der buckligen Welt in Richtung Kobersdorf rollten.

Dass Komik aus Not und Verzweiflung entstehen kann, zeigt das Stück „Otello darf nicht platzen“ von dem Erfolgsautor Ken Ludwig, der das Stück im West End Theatre in London 1986 uraufführen ließ. Seitdem entwickelte sich das Stück zum beliebten Kassenschlager, der auch in den Wiener Kammerspielen für Lachsalven sorgte.

Nun also Open Air, in einer wunderbaren Atmosphäre im Grünen, im Schloss Kobersdorf. Unter der Regie von Theaterprofi Michael Gampe und in Kostümen von Gerti Rindler spielen der Intendant selbst, weitere Darsteller sind Alexander Braunshör, Sarah Jung, Gerhard Kasal, die aus „Vorstadtweiber“ bekannte Gertrud Roll, Erich Schleyer und Elfriede Schlüsseleder.

Ein lustig-unterhaltsamer Theaterabend in Kobersdorf!

Tito Merelli, der italienische Startenor und Max, der tollpatschige, aber bemühte Assistent des Operndirektors, geben sich die Klinke in die Hand.

 

Fotos von den Theaterfahrten gibt es hier:

 

Theaterfahrt mit Bike am 16. Juli

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Ein lustiger Schnappschuss von Intendant Wolfgang Böck  (c) Klingers Kulturpavillon

 

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Viele begeisterte Biker folgten Böcks Aufruf zur Theaterfahrt (c) Klingers Kulturpavillon

 

Sehen Sie hier das Youtube-Video vom Start der Theaterausfahrt zu den Schlossspielen Kobersdorf:

 

 

Theaterfahrt mit Oldtimer am 24. Juli

 

Alle Bilder (c) Klingers Kulturpavillon

Die Schlossspiele Kobersdorf führen „Otello darf nicht platzen“ noch bis zum 31. Juli auf.

Nähere Informationen unter http://www.kobersdorf.at

 

 

Vorschau: Hamburger Treffen auf dem Theaterfestival. Zwei Granden von Film & Theater packen es an – und werden nicht in´n Tüddel kommen.

Hamburger

hamburger theaterfestival.de

 

 

Vom Burgtheater Wien nach Hamburg – Matthias Hartmann, ehemaliger Burgtheater-Direktor, organisiert im Herbst einen Beitrag zum diesjährigen Hamburger Theaterfestival. Mit der Einladung von großen, bürgerlichen Stücken hat sich das Festival einen Namen gemacht und es wird als eine Kulturinstitution bezeichnet, die „den Nerv des Publikums“ trifft.

Hartmann wagt sich an den Schiller, genauer gesagt an Friedrich. Noch genauer: An zwei „Friedriche“. Später hierzu mehr. Dieser hat ein klassisches, um nicht zu sagen, heute „verstaubtes“ Image. In der Schule lasen noch alle die kleinen, netten gelben Heftchen mit seinen Werken und interpretierten sie, jeder auf seine ganz eigene Weise. Auch Matthias Hartmann wird ein Stück nach seiner Weise interpretieren. Es handelt sich um „Die Räuber“. Und wer jetzt denkt, das ist doch die Geschichte mit Karl Moor, der liegt schon richtig. Ja, ganz nett, würde man sagen. Und? Bevor ich mir dieses Stück ankucke, hol´ ich mir lieber noch ein Rundstück (für die Nicht-Hamburger: Brötchen mit weißem Mehl gebacken).

Aber halt: Das Festival wäre nicht das Hamburger, würde es nicht mit etwas unkonventionellen Ideen aufwarten. Unkonventionell, das heißt: Matthias Hartmann macht die „Räuber“ gewissermaßen zu einem Gipfeltreff. Er lässt erfahrene „Hasen“ und junge „Grashüpfer“ miteinander auf der Bühne spielen. Die „Grashüpfer“, die ihr eben erworbenes Talent ausleben werden, sind Studierende der Universität Mozarteum Salzburg im Zweig Schauspiel. Die erfahrenen „Hasen“, das sind Zwei, wie sie vielleicht aus unterschiedlicheren Ecken gar nicht kommen könnten: Friedrich von Thun, legendärer Filmschauspieler und Tragikomödien-Spezialist und Harald Serafin, wohlbekannter Opern- und Operettensänger, Theater-Schauspieler und früherer Festivalchef in Mörbisch. Und doch haben sie etwas gemeinsam: Vielleicht ein wenig die Optik, aber auch die grenzenlose Lust, Charakteren Leben einzuhauchen und diese zum Klingen zu bringen.

Das Stück wird bei den Hamburger Theaterfestspielen zu sehen sein. Eine Großbildleinwand und der „Räuberwald“ werden das Stück nicht nur auf der Bühne belassen. Die Zuschauer spielen nämlich mit und werden aktiv einbezogen.

Ein spannendes, außergewöhnliches Projekt, ab Herbst geht es los.

KSch. Otto Schenk als Stargast bei „heute leben“- ein Erlebnis

ORF, Wien

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(c) globe.wien

 

Soll man ihn Publikumsliebling nennen? Genie? Kammerschauspieler Otto Schenk hört Komplimente zwar gern, „es kommt aber darauf an, von wem sie kommen“. Diese und andere Sätze fielen heute im Programm des ORF bei „heute leben“, der unterhaltsamen und informativen Nachrichten-Infotainment-Sendung. Der Bühnen-Grandseigneur gab sich die Ehre, bei Moderator Wolfram Pirchner Stargast der Sendung zu sein, und erzählte über sein neues, fruchtbares Bühnenprogramm „Zu blöd, um alt zu sein“.

Gemeinsam mit Kabarettist,Schauspieler und Bühnenvorsteher Michael Niavarani präsentiert Schenk einen launigen Abend im Wiener Globe Theater, nämlich „Zu blöd, um alt zu sein“. Karten für diese Saison? Mangelware, längst vergriffen, keine Chance! Im September geht es aber weiter mit dem Stück. Keine Sorge! Über 8000 Zuhörer, so Schenk, lockte man bereits in die neuen „heiligen Hallen“, von Niavarani, in das Globe Wien. Wolfram Pirchner versucht es dennoch charmant: „Aber für September, da gibt es noch Karten! Kann ich die denn gleich bei Ihnen bestellen?“ Schenk entgegnet cool: „Nein, bei mir nicht, aber bei meiner Frau! Das könnte ein bisschen schwierig werden!“

Eine Geburtstagsvorstellung für den 86 – er (!) gibt es natürlich auch. Es wäre ja nicht Schenk, wenn er an seinem Geburtstag nicht auf den Brettern, die die Welt bedeuten, stehen würde. Gut möglich, dass die Fans Schlange stehen, um ihrem Idol zu gratulieren. Sehr wahrscheinlich sogar. Er lässt sich ja nichts SCHENK(EN).

Eine echte Männerfreundschaft

Mit Michael Niavarani verbindet Otto Schenk Einiges. Er käme zwar „aus einem ganz anderen Lager, einer ganz anderen Welt“, aber seit die beiden gegenseitig eine Laudatio auf den jeweils Anderen gehalten haben, ist wohl der Funke vollends übergesprungen. Über seinen Lebensmenschen, den leider verstorbenen Helmuth Lohner, sagte Schenk einmal: „Die einzige Ebene, auf der wir uns nicht angenähert haben, war die körperliche. Sonst waren wir eins. Jeder wusste, wann die Pointe des anderen kam.“

Über Niavarani sagt Schenk heute: „Wir sind von derselben Mafia. Ein Wesen.“ Das klingt doch gut. „Nia bringt mich auf Dinge, die ich selbst nicht von mir wusste. Bei ihm muss ich das nicht. Er sprüht von selber.“ Ein gemeinsames, unterhaltsames Bühnenprogramm war also ein logischer Schritt…

Und, wie geht das zu? Schenk: “ Wir sitzen wie die Trotteln und fangen an zu reden. Wir nehmen uns vor, die guten Nummern der vorigen Vorstellung zu sagen, die fallen uns nicht ein, wir erfinden dann neue, aus Angst.“ Beim Zusehen merkt man aber keinesfalls, dass Angst eine Triebfeder der beiden ist. Aber: Angeblich haben sie wirklich kein Skript an diesem Abend. Sie reden drauflos. Vielleicht macht es gerade das so genial.

Am Ende erscheint eine Mitarbeiterin von „heute leben“ mit Blumenstrauß im Studio, um Otto Schenk zum Geburtstag zu gratulieren. Sie gibt ihm links und rechts Wangenküsschen. Pirchner darauf: „Schaun´s, jetzt bekommen Sie sogar ein Busserl!“ Darauf Schenk, ganz Gentleman, schelmisch: „Zwei!“

 

Links:

Die Sendung nachsehen: http://tvthek.orf.at/program/heute-leben/4660213

Globe Wien: http://www.globe.wien

HAPPY BIRTHDAY, KS Dagmar Schellenberger!

Kammersängerin Dagmar Schellenberger ist eine deutsche Sängerin mit den Fächern Oper, Operette, Lied und Musical sowie Konzerten. Sie wurde in Oschatz/Deutschland geboren und bestritt früher sogar Leichtathletik-Wettbewerbe. Die Karriere als Sängerin war ihr aber wichtiger. Zum Glück. Ehrgeizig und erfolgsorientiert war sie schon immer, und so sang sie schon bald nach ihrem Studium an der Musikhochschule Dresden bei der Gesangspädagogin Ilse Hahn an Deutschlands wichtigsten Opernhäusern glorreiche Partien. Ihre Karriere begann 1983 am Landestheater in Altenburg/Thür. Dort sang sie das Ännchen im „Freischütz“ unter der Regie von Peter Konwitschny. Es folgte das Debüt als Xenia in „Boris Godunow“. Bis zum Jahr 2009 war sie Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin. Sie sang weiters alle wichtigen Sopranpartien an Opernhäusern in Deutschland.

An der Bühne Baden sang sie die Iduna in „Das Feuerwerk“, einer Zirkusoperette von Paul Burkhard und trat dort an der Seite von KS Kurt Schreibmayer und Heinz Zuber auf.

Bereits im Jahr 2004 lernte sie in der Titelrolle der „Gräfin Mariza“ die Seefestspiele Mörbisch kennen. 2005 war sie nochmals vor Ort, neben den beiden Kolleginnen Margarita De Arellano und Ursula Pfitzner, als Hanna Glawari in „Die lustige Witwe“ zu hören.

2013 feierte sie ihren Einstand als Intendantin der Seefestspiele Mörbisch am Neusiedler See. Mit einem traditionell gehaltenen „Bettelstudenten“ (Millöcker) gab sie die erste Premiere. Dann folgte 2014 das Musical „Anatevka“ (von J. Bock), wo sie ein jüdisches „Shtetl“ auf der Seebühne nachbauen ließ und selbst die Rolle der Golde sang und spielte. Sehr modern und wagemutig geriet ihre „Nacht in Venedig“ von 2015, wo sogar Piraten auf der Bühne zu sehen waren. Im heurigen Jahr wartet die Intendantin mit „Viktoria und ihr Husar“, einer Operette, die heute nur noch selten gespielt wird (von Paul Abraham) auf. Sie weiß, was das Publikum von ihr erwartet. Auch steht sie seit 2014 regelmäßig auf der Festspielbühne und übernimmt Rollen.

 

Einen herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag seitens des Kulturpavillon!