Die Wiener Staatsoper gründet ein neues Studio…

Damit der sängerische Nachwuchs sich auch beweisen kann und das Ensemble sich immer wieder erneuert, gründen der designierte Staatsoperndirektor und der Musikdirektor ein neues Studio für JungsängerInnen.

Bogdan Roščić als Staatsoperndirektor ab 2020 (er war ab 2006 Chef der Decca Music Group London und ging 2009 zu Sony Music in die Klassik-Sparte) und Philippe Jordan als sein neuer Musikdirektor starten ein Ausbildungsprogramm für Nachwuchssänger. Dieses wird unter der Leitung von Bariton Michael Kraus stehen. Er bezeichnet sich als ein „vom Glück Berufener“. Weltweit ist er seit 1996 in der Sängerbranche aktiv.

Das neue Ausbildungsprogramm beziehungsweise Opernstudio soll die Aufgabe erfüllen, jungen SängerInnen den Weg an das Haus zu ebnen und weiters Möglichkeiten aufzuzeigen, sich ihre künstlerische Heimat aufzubauen.

Interessentinnen und Interessenten, welche nach dem 1. Jänner 1990 geboren sind, haben die Möglichkeit, sich bis zum 30. September 2019 über die Staatsopern-Homepage anzumelden. Mit Beginn der Amtszeit von Bogdan Roščić wird das neue Opernstudio gestartet.

Infos:

http://www.wiener-staatsoper.at

Scheint die Sonne noch so schön, einmal muss sie untergehn….

Dernièren – Schlussapplaus und letzter Vorhang für „Der Bauer als Millionär“ in der Regie von Josef E. Köpplinger von F. Raimund am Theater in der Josefstadt.

„Der Bauer als Millionär“ – allerletzter Vorhang – mit Michael Dangl, Alexander Pschill, Alexandra Krismer, Alexander Strömer, Julia Stemberger, Lisa Carolin Nemec, Theresa Dax, Wolfgang Hübsch am 28.06.2019 um 21:45

(c) Klingers Kulturpavillon

NEUES von…KS Piotr Beczala

Der frisch gekürte Österreichische Kammersänger Piotr Beczala war diesen Monat aktuell in der Wiener Staatsoper als Mario Cavaradossi in Tosca (Puccini) zu erleben. Im Juli geht es für ihn nach Barcelona ans Gran Teatre del Liceu in der Rolle des Rodolfo in Luisa Miller (Verdi), bevor er ebenso im Sommer bei den Bayreuther Festspielen (Lohengrin – R. Wagner) und den Salzburger Festspielen (wieder Rodolfo) singen wird.

Mehr Infos zum Künstler:

http://www.piotrbeczala.com

Der österreichische Musiktheaterpreis 2019 aus dem Tiroler Landestheater Innsbruck

Der Präsident des österreichischen Musiktheaterpreises, Karl-Michael Ebner, versammelte diesmal sein Team zur feierlichen Vergabe der Preise für die vergangene Spielsaison im Westen Österreichs, in Innsbruck. Auch heuer glänzte man mit einigen Neuerungen bei den „Oscars des Musiktheaters“.

An die Stelle des „Porzellan-Schikaneders“ der Manufaktur Augarten in Wien trat 2019 eine moderne 3-D-Pagagenoskulptur in Glas mit dem deutlichen Schriftzug „Österreichischer Musiktheaterpreis“ in Großbuchstaben.

Die Jury bestand aus namhaften Kulturjournalisten, nicht wie die letzten Jahre aus KünstlerInnen. Erstere sollten „eine breite Sichtweise auf die vielfältigen Facetten des österreichischen Musiktheaters“ gewährleisten. Peter Jarolin (Kurier) oder Dr. Robert Quitta (Die Bühne) waren unter den Jurymitgliedern.

Im Vorfeld der Veranstaltung präsentierte Staatsopern-Startenor Herbert Lippert die Vernissage „Maximilian und die Kunst“. Lippert wurde auch mit dem Medienpreis für seine Verdienste und sein multimediales Operettenkonzert „OMIA – Operette made in Austria“ ausgezeichnet.

Die PreisträgerInnen des Österreichischen Musiktheaterpreises 2019 im Überblick:

Lebenswerk – KS René Kollo

Medienpreis – Herbert Lippert

Bestes Orchester – Bühnenorchester der Wiener Staatsoper

Beste Nachwuchskünstlerin – Sonja Saric (Leonora in „Il Trovatore“; Oper Graz)

Bester Nachwuchskünstler – Unnstein Àarnason (Mr. Kofner in „Der Konsul“; Tiroler Landestheater)

Beste Gesamtproduktion Ballett – Romeo et Juliette (Volksoper Wien)

Beste Nebenrolle weiblich – Sophia Theodorides (Olympia in „Hoffmanns Erzählungen“; Tiroler Landestheater)

Bester Nebenrolle männlich – Stefan Cerny (Doktor in „Wozzeck“; Theater a.d.Wien

Beste musikalische Leitung – Lorenzo Viotti für „Werther“; Stadttheater Klagenfurt

Offtheaterpreis – Entführung aus dem Serail – Oper rund um

Beste Gesamtproduktion Musical – Ragtime (Oper Graz)

Beste Regie – Karl Markovics für „Das Jagdgewehr“; Bregenzer Festspiele

Beste Gesamtproduktion Operette – Der Vetter aus Dingsda (Tiroler Landestheater)

Beste weibliche Hauptrolle – Asmik Gregorian (Salome in „Salome“; Salzburger Festspiele)

Beste männliche Hauptrolle –  Pavel Petrov (Lenski in „Eugen Onegin“; Oper Graz)

Beste Gesamtproduktion Oper – Frau ohne Schatten; Landestheater Linz

Beste Ausstattung – Stefanie Seitz für „Cardillac“; Salzburger Landestheater

Dem Österreichischen Musiktheaterpreis ist ein rasantes Wachstum zu attestieren. Prominente Gäste wie Eva Lind, Markus Hinterhäuser, Peter Edelmann, Felix Mitterer oder Tobias Moretti wollten sich die Gala nicht entgehen lassen.

Der nächste Österreichische Musiktheaterpreis 2020 wird nach Salzburg weiterwandern – und zwar ans Landestheater. Man darf gespannt bleiben.

Klang Bad Hall 2019 – die Operettenfestspiele feierten Premiere mit „Die Fledermaus“

Da kommt sie bereits in Fahrt, die Sommerfestivalsaison. Sie bedeutet: leichte Kost mit schwerer Übung, Publikumslieblinge mit kühlenden Utensilien ausgestattet. Erhitztes Premierenpublikum (von Wetter und Inszenierung). Fächern und lächeln, schwitzen und hecheln. Spaß beiseite.

Obwohl: Ernst Theis, der Intendant von Bad Hall (der sich auch offiziell so nennt), ist Dirigent und Musiksoziologe und setzt auf grandiose Spaßmacher und Sängerinnen und Sänger. Da wäre Gerald Pichowetz, der längst nicht nur mehr im Fernsehen sein Talent beweist, sondern auch immer wieder in komödiantischen Rollen an „seinem“ Theater. Er spielt, wie solle es auch anders sein, den Frosch in der „Fledermaus“. Man traut ihm die Rolle nicht nur zu, man kann sich ihn auch in den Fußstapfen des großen Otto Schenk oder des Helmuth Lohner, die diese Rolle verkörperten, vorstellen. Dienstkappe und entrückter Blick, „entglittenes Kurzzeitgedächtnis“, all das sind Pointen an sich. Pichowetz wird wissen, wie man sie am besten ausspielt.

Dann braucht es Sängerinnen und Sänger, die ihr Handwerk – oder besser ihr Mundwerk – verstehen. Dazu zählen Sophie Klussmann als Rosalinde, Rita-Lucia Schneider als Prinz Orlowsky, Romana Amerling als Adele, Eugene Amesmann als Gabriel von Eisenstein, Laszlo Maleczky in der Rolle des Gesangslehrers Alfred, Marco Di Sapia als Notar Dr. Falke, Kammersänger Josef Forstner als Gefängnisdirektor Frank.

Gerald Pichowetz führt bei der „Fledermaus“ Regie. Sie findet ihre Aufführung in wienerischem Dialekt und – oh Überraschung – es wird auch Haut gezeigt. Das ist selbstredend nicht das Wichtigste, doch für Witz und ein Prickeln ist auch so gesorgt. Eine enorme Bereitschaft zu spielen wird den Darstellern abgerungen, auch innerhalb ihrer Rollen. Das sieht man am Beispiel von Alfred, von dem Rosalinde verlangt: „Sie müssen jetzt mein Gatte sein!“. Das ist freilich wieder eine augenzwinkernde Herausforderung, wie sie vielleicht auch im wahren Leben vorkommt… So bleibt der Stoff aktuell, auch lange nach 1874, dem Entstehungsjahr.

Info:

Operette in Bad Hall – Klang Bad Hall 2019, Intendanz: Ernst Theis

„Die Fledermaus“ von Johann Strauss

Regie: Gerald Pichowetz

Bühne: Ina Reuter

Kostüme: Gilles Gubelmann

Spieltermine: von 14. Juni – 14. Juli 2019

Kartenbestellung: http://www.klangbadhall.at/tickets – Hier kann man sich auch auf einen spannenden „Dreier“ einlassen!

NEUES von…Susanna Hirschler

Die Schauspielerin („Sex Sells“, „Bissig und scharf“) macht Soloprogramme als Komödiantin und Sängerin. Beim Lehár Festival Bad Ischl ist sie heuer im Sommer 2019 als Rösslwirtin Josepha Vogelhuber in „Im weißen Rössl“ (R. Benatzky) zu hören und zu sehen. Die Premiere findet am 13. Juli statt.

„Heute Abend: Lola Blau“ von Georg Kreisler im Waldviertler Hoftheater

Georg Kreisler schrieb das „Musical für eine Darstellerin“. Diese benötigt eine herausragende Stimme, um die Geschichte auf die Bühne zu bringen. Sie muss herausstechen und alle im Publikum in ihren Bann ziehen können…

Lola Blau ist eine jüdische Sängerin, die kurz vor ihrem Engagement ihrer erzwungenen Emigration 1938 nachgehen muss. Georg Kreisler beschreibt in seinen poetischen Liedern – schon nahezu autobiographisch – die Emigration der Sängerin und die Wiederkehr in ihre Heimat und die Suche nach dem Liebsten. Lola Blau ist eine starke, humorvolle Frau, die sich beweisen kann.

Das Waldviertler Hoftheater bringt das umjubelte „Ein-Frau-Musical“ auf die Bühne. Mit der in Jerusalem aufgewachsenen und in Wien lebenden Sängerin Tamara Stern hat man eine Idealbesetzung gefunden. Die stimmgewaltige Stern wird begleitet von Marcelo Cardoso Gama am Klavier und Mathias Krispin Bucher am Kontrabass. Regie führt Ernst Kurt Weigel. Es handelt sich dabei um eine Koproduktion von Das OFF Theater und *Sterne*reissen.

Im idyllischen Örtchen Pürbach bei Schrems im niederösterreichischen Waldviertel, direkt an der Franz-Josefs-Bahn gelegen, entstand 1986 eines der bezauberndsten Theaterhäuser Österreichs, das von Mai bis Dezember ein vielfältiges Programm mit mehreren Eigenproduktionen und ausgewählten Gastspielen aus den Bereichen Kabarett, Musik und Literatur bietet, wobei die künstlerische Qualität der Produktionen stets an erster Stelle steht.

Info:

„Heute Abend – Lola Blau“ im Waldviertler Hoftheater

mit Tamara Stern als Lola Blau

Pürbach 14, 3944 Pürbach bei Schrems

Am 25. Mai 2019, um 20:15 h

Karten: Telefonisch unter +43(0)2853-78469 und bei allen Ö-Ticket Stellen in Österreich

„Im Rausch“ auf der Josefstädter Probebühne

Schauspieler und Autor Michael Dangl und Schauspielerin Sandra Cervik lesen heute, 18. Mai, um 19:30 h aus Dangls neuem Roman „Im Rausch“ auf der Probebühne des Theaters in der Josefstadt.

Für Kurzentschlossene gibt es noch Karten unter

http://www.josefstadt.org

Telefon: +43 1 42700 300

Die Spielzeit 2019/20 am Theater in der Josefstadt

Was bringen die Bretter, werden sie nicht bespielt? Akteure, kommt und unterhaltet uns. Auch die nächste Spielzeit will absolviert werden. Das weiß Herbert Föttinger als Theaterdirektor des Theaters in der Josefstadt nur zu gut. Er sprach über neue Stücke und Entwicklungen.

Theater in der Josefstadt – Im September (05.) feiert Heimito von Doderers „Die Strudelhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre“ Premiere: Autor und Schauspieler Nicolaus Hagg bearbeitete den Stoff auch schon für die Festspiele Reichenau an der Rax. Hier stellt man sich die Frage, wo die Welt hingeht, wenn sie untergeht. Regie führt Janusz Kica. Die berühmte Wiener Stiege spielt natürlich auch eine Rolle. Spielen werden: Swintha Gersthofer, Alma Hasun, Pauline Knof, Silvia Meisterle, Alexander Absenger, Michael König (interessant nicht erst seit „Anatol“), Dominic Oley, Ulrich Reinthaller (wieder vom TV auf die Bühne), Roman Schmelzer, Matthias Franz Stein und Martin Vischer. Es ist eine Uraufführung.

Kammerspiele der Josefstadt – Ab 07. September werden „Die Migrantigen“ (Armin T. Riahi) ihre Meinungen vorbringen. Hier kann man verfolgen, wem es mit „Komparsenrollen in der vierten Reihe“ reicht. In der Regie von Sarantos Zervoulakos. Es spielen: Gioia Osthoff, Doris Schretzmayer, Martina Spitzer, Susanna Wiegand (zur Zeit noch als resolute Raumpflegerin in Schon Wieder Sonntag von Bob Larbey), Özaydin Akbaba, Jakob Elsenwenger, Tamim Fattal, Lupo Grujcic, Wilhelm Iben, Martin Niedermair und Luka Vlatkovic. Noch eine Uraufführung.

„Wir sind ein Ort der vielen Worte. Manchmal verschlägt es uns die Sprache.“ Das Spielzeitheft wird untermalt von kernigen und zum Nachdenken anregenden Statements.

Kammerspiele der Josefstadt – Ab 03. Oktober streitet man sich, liebt und erwartet ein Kind in „Der Vorname“ (M. Delaponte und A. de la Patelliere). Unter der Regie des Kammerspiele-erprobten Folke Braband spielen Michaela Klamminger (neuer Vertrag!), Susa Meyer, Michael Dangl, Marcus Bluhm und Oliver Rosskopf (eine ähnliche Personenzusammenstellung wie in Der Gott des Gemetzels von Yasmina Reza).

Theater in der Josefstadt – Am 10. Oktober feiert „Einen Jux will er sich machen“ (J.Nestroy) Premiere. Die Grenze zwischen Herrschaft und Knechtschaft wird ausgelotet. Der Stoff ist 177 Jahre alt. Vielleicht – oder sicher sogar – noch aktuell!? Nestroy- oder auch Raimund-Klassiker (wie aktuell noch „Der Bauer als Millionär“) karg, verstaubt und ohne viele Worte? Das kann man an der Josefstadt nicht sagen. Für eine moderne Überraschung wird auch hier gesorgt sein. Diese Posse mit Gesang wird Stephan Müller inszenieren, die Gesangstexte stammen hierbei von Thomas Arzt. Es spielen: Alexandra Krismer, Anna Laimanee, Therese Lohner, Elfriede Schlüsseleder, Martina Stilp, Robert Joseph Bartl, Oliver Huether, Paul Matic, Alexander Pschill, Julian Valerio Rehrl (neuer Vertrag!), Tobias Reinthaller, Alexander Strömer und Martin Zauner.

Theater in der Josefstadt – Der 07. November gehört einer Uraufführung mit dem Hausherrn Föttinger: In „Rosmersholm“ (U. Stengl nach Henrik Ibsen) feiert ER Premiere als Johannes Rosmer, der zwischen einem Grundkonflikt um Unvereinbarkeit von Überzeugungen seinen Weg geht. Die Regie übernimmt Elmar Goerden. Mit Herbert Föttinger u.a.

Kammerspiele der Josefstadt – Am 21. November gibt es eine deutschsprachige Erstaufführung einer legendären Aufführung: „Mord im Orientexpress“ (A. Christie / K. Ludwig – Bühnenbearbeitung) wo „Meisterdetektiv“ Poirot langsam die Verdächtigen ausgehen. Kann perfekt in die Spielstätte passen. Werner Sobotka führt Regie, die deutsche Übersetzung stammt von Michael Raab. Mitwirkende: Michaela Klamminger, Alexandra Krismer, Therese Lohner, Ulli Maier, Marianne Nentwich, Marcus Kofler, Paul Matic, Martin Niedermair, Johannes Seilern und Siegfried Walther.

Theater in der Josefstadt – Der 05. Dezember steht im Zeichen von Anton Tschechow. Eine aktuelle Zwangsversteigerung oder blühende Erinnerungen der Vergangenheit? „Der Kirschgarten“ gibt so manches Rätsel auf. An der Lösung werden in der Regie von Amelie Niermeyer Alma Hasun, Sona MacDonald, Silvia Meisterle, Gioia Osthoff, Alexander Absenger, Raphael von Bargen, Nikolaus Barton, Ian Fisher, Igor Karbus, Otto Schenk (Bemerkenswert: mit 88 Jahren!), Peter Scholz, Götz Schulte und Claudius von Stolzmann arbeiten.

Theater in der Josefstadt – 2020 – Der 30. Jänner gehört dem Ensemble von Arthur Schnitzlers „Zwischenspiel“. Die Erlaubnis zur ehelichen Untreue kann zu gesteigertem Selbstbewusstsein führen – eine gewagte These. An die Überprüfung dieser wagen sich im Rahmen des Stückes die folgenden mutigen Damen und Herren: Maria Köstlinger, Pauline Knof, Martina Stilp, Joseph Lorenz, Roman Schmelzer und Bernhard Schir. Regie führt Peter Wittenberg.

Kammerspiele der Josefstadt – 2020 – Am 06. Februar feiert „Engel der Dämmerung. Marlene Dietrich“ von T. Fischer und H. Schäfer Premiere. Mit Sona MacDonald u.a., in der Regie von Torsten Fischer.

Kammerspiele der Josefstadt – 2020 – Der 27. Februar steht im Zeichen von „Der Sohn“ von Florian Zeller. Was Jugendliche wollen und müssen, von Identitätsfindung und Umwelt bis zu Familienkonstellationen – alles dabei. Es handelt sich um eine österreichische Erstaufführung. Auch dabei sind die Mitwirkenden: Swintha Gersthofer, Susa Meyer, Marcus Bluhm, Martin Niedermair, Julian Valerio Rehrl. Die Regie übernimmt Stephanie Mohr.

Übrigens: „Wer sein Format verengt, sieht weniger.“

Theater in der Josefstadt – 2020 – Am 12. März findet das „Geheimnis einer Unbekannten“ (Christopher Hampton nach Stefan Zweig) – Uraufführung – den passenden Aufführungsort. Ein aufrüttelnder Brief, ein Manuskript gar, macht den Manne sehr nervös. Es spielen: Martina Ebm, Michael Dangl und Michael Schönborn. Regie führt Christopher Hampton selbst, Daniel Kehlmann sorgte für die deutsche Übersetzung.

Ach ja: „Man kann auch in schlechte Gesellschaft geraten, wenn man sich zu lange in der guten aufhält.“

Theater in der Josefstadt – 2020 – Musikalisch und geheimnisvoll wird es am 02. April mit „Das Konzert“ von Hermann Bahr. Wenn der Pianist sagt: „Ich habe ein Konzert“, dann weiß man wohl, was gemeint ist… Es geben sich darein: Herbert Föttinger, Sandra Cervik, Alma Hasun, Gioia Osthoff, Susanna Wiegand, Martin Vischer und Siegfried Walther. In der Regie von Janusz Kica.

Kammerspiele der Josefstadt – 2020 – Der 23. April widmet sich mit der Uraufführung von Peter Turrinis „Gemeinsam ist Alzheimer schöner“ einem ernsten Thema: Können sich zwei Menschen, die sich bereits unspezifische Dinge vorwerfen, weil sie sich an nichts mehr erinnern können, noch mal von vorne anfangen? Alexander Kubelka versucht sich sensibel an dieses Thema heranzuwagen.

Theater in der Josefstadt – 2020 – Am 28. Mai feiert die letzte Aufführung in dieser Spielzeit Premiere. Es ist Thomas Bernhards „Ein Fest für Boris“. Ein sprachloser Mann ohne Beine, der von einer egozentrischen Dame gerettet wurde. Sie ist Witwe, ebenso verlor sie ihre Beine. Sie heiratet noch einmal. Mit den Gefühlen ihrer Pflegerin für diesen Mann hat sie aber nicht gerechnet… Regie führt Claus Peymann.

Die Spielzeit 2019/20 ist geprägt von Stücken mit zeitüberdauernden Aussagen, was Beständigkeit, Toleranz und Liebe betrifft. Auch der Umgang mit lebensverändernden Krankheiten und Beeinträchtigungen wird thematisiert.

Weitere Informationen und Kartenbestellungen:

http://www.josefstadt.org

Telefon: +43 1 42 700 300

Kann man denn „seine“ Musik besitzen? Can you own your own music?

Man kennt das. Ein jeder Mensch hat Lieder, die ihn oder sie vielleicht schon seit Kindheit begleiten. Beigebracht, erlernt? In sie verliebt gemacht, vergessen, verloren, verlegt, erinnert, glückselig wieder gelauscht? Zärtlich oder forsch abgespielt. Klassisch, jazzig, poppig oder rockig. Manch eine(r) braucht sie, manch eine(r) sehnt sich danach, wieder andere mögen es nicht, beiläufig Musik zu hören. Wenn man denn wieder den alten Nietzsche bemühen will: Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. Wer stimmt zu?

Wissenschaftlich gesehen…

Musik hat unbestritten etwas, was den Menschen anzieht. Die Wissenschaftler rund um Herbert Bruhn untersuchten oftmals schon die Rezeption der Musik. Auch Hirnforscher Manfred Spitzer machte sich diese Thematik zu Eigen. Musik ruft Erinnerungen wach, das ist eine Funktion. Schon mal gesehen, schon mal gehört? Wie und auf welche Weise verarbeitet? Aber die Verarbeitung kann selbst gar nicht gesteuert werden. Sie erfolgt großteils unbewusst. Was man bewusst hört, vergisst man nicht. Ist das wahr? Man kann vergessen. Klarerweise ist eine Leistung des menschlichen Gedächtnisses auch das dazugehörige Erinnern.

Das Lieblingslied

Wenn man sich ans Lieblingslied erinnert, kommen von ganz alleine Gefühle in den Körper und die Seele (sofern man sich dem Seelenbegriff zuwendet). Eine andere Frage: Kann man überhaupt ein Lied zu seinem Lieblingslied erklären? Oder muss sich das Lieblingslied in eine Playlist unterordnen, mit anderen Liedern um die Gunst des Zuhörers streiten? Ist es am Anfang oder am Ende eingeordnet, oder auch in der Mitte der Liste. Spielt man es in Endlosschleife oder doch nur ein- oder zweimal? Verliert sich die Qualität des Empfindens durch das oftmalige Hören? Sollte man ein besonderes Lied oft hören oder eher selten, um seine Besonderheit zu erhalten? Nur zu besonderen Anlässen? Fragen über Fragen.

Oder verfügt man kognitiv gar über mehrere Speicherplätze für mehr Lieblingslieder, Sonaten, Walzerstücke, Popsongs? Übervorteilt man eines, und lässt das andere weg oder gibt man ihm eine schlechtere Note? Soll man mehrere Lieder nebeneinander haben? Jedes kann seinen eigenen Reiz, seine Stilistik haben und besondere Stimmungen hervorrufen.

Musik als etwas Privates

Es kann – so wie vieles andere auch – passieren, dass man eifersüchtig auf Musik reagiert, die man öffentlich hört. Frei nach dem Motto: „Dieses Lied gehört nur mir!“ (Und da muss man eigentlich gar nicht das Musical Elisabeth gehört haben). Wenn es dann öffentlich erklingt, fühlt man sich vielleicht sogar „angegriffen“ und verspürt den Wunsch, sich verteidigen – oder das besagte Lied – verteidigen zu müssen. Wenn man es für sich im Alltag hört, beansprucht man es vielleicht. Das ist meine Melodie, das ist mein Gesang, mein Lied. Sogar im Sprachgebrauch macht sich das mitunter bemerkbar. Also kann man sich getrost die durchaus auf Englisch rhythmische Formulierung denken: Can you own your own music? Damit soll nun nicht gemeint sein, dass man Stücke selbst geschrieben hat. Nein. Stücke von anderen Komponisten, Interpreten, sei es Johann Sebastian Bach, sei es Adele (nein, nicht aus der „Fledermaus“ von Strauss, sondern die britische Pop-Ikone) kann man für sich in Anspruch nehmen, sie mit besonderen Ereignissen verbinden. Lieder von Paaren – a lá „Sie spielen unser Lied“, sind auch verankert. Da reagieren Verliebte sicherlich auch „eifersüchtig“. Es ist schließlich ihr Lied, das auch andere Paare hören können. Aber wer vermag zu sagen, dass nicht ein Werk wie „Something Stupid“ oder auch „Dies Bildnis ist bezaubernd schön“ oder „Sweet Home Alabama“ oder Schumanns „Träumerei“ auch DAS Lied von anderen sein kann? Ist doch durchaus möglich. Aber egal ob Bruno Mars oder Vittorio Grigolo. „Wurscht“ ob Ariana Grande oder Anneliese Rothenberger. Jede(r) findet was er/sie braucht.

Musik als Antrieb für berufliche Tätigkeiten

Gar nicht wenige wollen und sollen Musik auch in jenem beschriebenen Sinne nutzen, sich zu stimulieren und auf kommende Aufgaben und Tätigkeiten vorzubereiten. Eine schwierige Verhandlung in der Chefetage? Man nehme seine Mini-Jukebox. Ein zweistündiger, fordernder Theaterabend in Haupt- oder Nebenrolle? Man bediene sich seiner Kopfhörer und schließe sich ein, verlasse sich auf seine Intuition. Was für ein Rezept. Musik gibt dem Menschen Ruhe, Aktivierung, Entspannung, Vertrauen, Rausch, Denken, Fühlen, Konzentration. Was gibt es Besseres? Wenn allerdings Opernsänger vor dem „Recondita Armonia“ noch schnell „Highway to Hell“ hören, wo soll denn das enden? Lustig? Nein, das eine kann das andere bedingen, hervorbringen. Zumindest die Energie ist übertragbar, wenn nicht der Musikstil. Das wäre dann doch zuviel des Guten.

Im Auge behalten sollte man stets: Für manche Menschen ist ein Lied Privatheit, für manche Öffentlichkeit. Ein sensibler Umgang mit den jeweiligen Referenzrahmen und nicht ein: „Was hörst Du denn Grauenhaftes?“ kann auch Wunder bewirken. Respect the Music of People.