„Halb, so gut – Amadeus bewegt – Pädagogik inkludiert“ – DDr. Peter Wehle bei den Festwochen Währing

Einen genialen Künstler und Menschenkenner könnte man ihn nennen. Das greift aber ein wenig kurz für den Doppeldoktor Peter Wehle. Sohn von…? Das ist es auch nicht! Faktotum der Bücherschreiberei, der Psychologie, des Flügels? Bei einem umfassenden Auftritt im Festsaal der Bezirksvorstehung Wien-Währing im Rahmen der Währinger Festwochen zeigte er neben Halb, dem anwesenden Publikum (ich erkläre später wes-halb) sein Können. „Mord – Pause – Mozart“, so der Name des neuen Programms, geriet in der „Luxus-Version“ zu „Mord Halb aufgeklärt – Pause zur Reflexion – Mozarts tiefe Seeleneinblicke – Pädagogische Ansinnen – jazzige Vollendung“.

Kriminologie und Akribie vereint

Mit einem äußerst schwungvollen Einstieg in die Welt der Kriminologie, verbunden mit der Juristerei und der Psychologie, betritt DDr. Peter Wehle die Bühne. Und gleich ist man in der Welt des „strizzihaften“ Wien, bei den Ermittlerqualitäten des Hofrat Ludwig („Locken-Luzi“) Halb angekommen. In seinem Werk „Kommt Zeit, kommt Mord“ gesteht jemand auf dem Totenbett einen Dreifachmord. Doch leider sitzt ein anderer dieser Morde Angeklagte im Gefängnis. Das würde also bedeuten, dass dieser unschuldig die Strafe verbüßt und der andere, ebenjener im Krankenhaus befindliche, an Krebs leidende Mann, seiner gerechten Strafe durch natürliche Umstände entzogen wird. Auch den Hofrat Halb, Ermittler mit gewisser „Coolness“, erwischt es aber schwer. Er wird angeschossen….Überlebt er? Dazu muss man das Werk lesen, ist auch ein sachdienlicher Hinweis (neudeutsch: Ein Cliffhanger). Aber Peter Wehle ist einmal nicht so. Er befreit das Publikum von seiner Neugier: Halb überlebt – ganz und gar…..

Wolfgang Amadeus Mozart – ein Lehrstück

Ob heiß, ob kalt, ob halb, ob ganz: Vorhang auf für Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart. Bisschen latinisiert, der Name, es schadet aber sichtlich nichts. Peter Wehle erzählt mit Hingabe, Charme und voller Bewunderung seltene Details aus Mozarts Leben im zweiten Teil des Programms. Wussten Sie zum Beispiel, dass Mozart die Stadt Salzburg, „seine“ Stadt, nicht außergewöhnlich gerne leiden mochte?

Woran Mozart wirklich starb? Peter Wehle bittet seine Zuhörerschaft anzukreuzen:

Konkurrent Antonio Salieri (wie im Milos Forman-Film „Amadeus“ dargestellt)

Liebestechnischer Konkurrent und Schüler Franz Xaver Süßmayr (vollendete das Requiem)

Freimaurer

Frieselfieber (Umschreibung, Sammelbegriff für schlimme Krankheiten)

Aderlass (der mangels Fiebermessen darauf folgte)

Jedenfalls sind die Todesumstände von Mozart bis zum heutigen Tage nicht vollständig geklärt. Schade, dass der Himmel ein solches Talent in einem so jungen Alter (mit 35 Jahren) genommen hat, waren sich alle einig. Bestattet wurde er in einem mehrfach verwendbaren, josephinischen Klappsarg (von Reformkaiser Joseph II. im Jahre 1785 in Österreich aus Sparzwecken eingeführt). Ein sehr zurückhaltendes und einfaches Begräbnis also, für „unseren“ Mozart.

Ob Leopold Mozart ein „Eislaufvater“ aus heutiger Sicht gewesen wäre (nein, das hätte der kleine Wolfgang aufgrund seines Temperamentes nicht mitgemacht) und dass Mozart in seinem Leben 10 Jahre lang auf Reisen war und somit heute, 2018, mehr Vielfliegermeilen gesammelt hätte, als die Tourismusminister aller Länder zusammen…..das hat an diesem Abend auch beschäftigt.

(Nicht nur) leidenschaftliches, auch pädagogisches Klavierspiel

Peter Wehle spielt nun auf dem Klavier. Sein Lieblingsstück, wie er verrät, ist die Mozart-Sonate in C-Dur, KV 330 (andante cantabile). Daraus gibt er den bewegenden 2. Satz zum Besten.

Zum Abschluss des tollen Abends wird es noch „jazzig“. Wehle möchte der Zuhörerschaft pädagogisch das Klavierspiel vermitteln, indem er Variationen einer Grundmelodie demonstriert. Natürlich läuft das beneidenswert leicht von beiden Händen, kopfschüttelnd und staunend bleibt man erst einmal sitzen und muss das „verdauen“. Den zweckdienlichen Hinweis „Nehman S´ einfach des, was gut klingt!“ nimmt man auf mit rechtschaffenen Zweifeln, ob man selbst denn nur eine Viertelnote wie der erhabene „Klavierlehrer“ anschlagen könne.

Gratis Klavierunterricht vom Profi als Draufgabe, sozusagen. Dieser gipfelt in einer mitreißenden Jazz-Improvisation, die eine ganz neue Seite Wehles zeigt. Cool und markant. Es war also eine jede Stilrichtung vertreten. Wie ein Jazzpianist wirft er das Sakko über die Schulter und winkt zum Abschied.

Ein original wEhlerischer Abend. Wer nicht dabei war, hat etwas verpasst!

 

Info:

Mehr Informationen über DDr. Peter Wehles Krimi-Werke rund um den charmanten Ermittler Hofrat Halb:

https://www.haymonverlag.at/buecher/7815/mord-heilt-alle-wunden/

 

 

 

 

 

 

 

Vorschau: „Der Hagestolz“ im Musikverein Wien.

Adalbert Stifters Todestag jährt sich zum 150. Mal. Dies nahm sich Schauspieler Philipp Hochmair zum Anlass und bereitet gemeinsam mit den Österreichischen Salonisten einen Abend im Wiener Musikverein vor.

Philipp Hochmair (auch besser bekannt als Minister aus einer ORF-Hauptabendserie) ist nicht nur in TV-Gefilden unterwegs. Auch die klassische Bühne interessiert ihn, und so liest er am Samstag, 26.05., aus Stifters Erzählung „Der Hagestolz“.

Auf eine kleine Reise zurück in das Jahr 1844: Scheinbare Weltfremdheit, Verklärtheit und Heiratsverdrossenheit. „Auf einem schönen grünen Pla(t)ze, der bergan steigt, wo Bäume stehen und Nachtigallen schlagen….“

Die Österreichischen Salonisten (Peter Gillmayr, Veronika Eber, Andrej Serkov und Roland Wiesinger) begleiten den Abend musikalisch.

 

Info:

DER HAGESTOLZ mit Philipp Hochmair

Ort: Musikverein Wien, Gläserner Saal/Magna Auditorium

Zeit: 26.05.2018, 20 Uhr

Karten: https://www.musikverein.at/konzert/eventid/34156

 

NEUES von…KS Roberto Alagna

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Roberto Alagna gab 1992 an der Wiener Staatsoper sein Debüt als Nemorino in L´ elisir d´amore von Donizetti. Heute, 2018, steht er als Samson in Samson et Dalila (Camille Saint-Saens) auf ebendieser Bühne. An seiner Seite singen Elina Garanca und Carlos Alvarez.

Die nächste Vorstellung mit KS Roberto Alagna: 18.05.2018, 19:00 h, Wiener Staatsoper

Last-Minute-Muttertag mit Jonas Kaufmann? Der Tenor singt im Wiener Konzerthaus.

Jonas Kaufmann hören in entspannter und eleganter Atmosphäre? Die Samtstimme des Tenors auch zum Muttertag genießen können? Heute, am Muttertag 2018 ist das möglich: In der Stadt der Musik, in Wien.

Kaufmann tritt heute Abend im Wiener Konzerthaus auf. Aus seinem neuen Album „L Opera“ wird er die besten – wenn nicht alle „die besten“ sind – Stücke erklingen lassen. Eine wunderschöne Gelegenheit, ihn zu erleben! Nicht nur für alle Mütter, die sich heute einen ganz besonderen Tag verdient haben (wenn nicht auch 365 Tage im Jahr). Gemeinsam mit Sopran Kate Aldrich steht er heute auf der Bühne.

Jonas Kaufmann brachte sein neues Album mit französischen Opernarien heraus. Siehe auch die Rezension des Kulturpavillon – Jonas Kaufmann und seine französischen Opernträume: Neues Album „L´Opéra“ (Sony Classical). Heute Abend wird Jonas Kaufmann begleitet von der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter Dirigent Jochen Rieder.

Die gute Nachricht dabei: Es gibt noch Karten.

 

Info:

Jonas Kaufmann in concert „L Opéra“; Dirigent J. Rieder

Ort: Großer Saal, Wiener Konzerthaus

Zeit: 19:30 bis ca. 21:30 Uhr

Karten: noch verfügbar von € 158 – € 245 (Einzelplätze, nicht nebeneinander)

http://www.konzerthaus.at

 

 

Rudolf Buchbinder konzertiert im Wiener Musikverein.

Aus der Reihe „Große Solisten“ ist wohl einer nicht wegzudenken: Es handelt sich um den Meister des Tasteninstrumentes Rudolf Buchbinder. Er zeigt im Wiener Musikverein demnächst wieder den Wohlklang eines Haydn und eines Beethoven.

Mit dem Wiener Musikverein verbindet den Pianisten Rudolf Buchbinder eine lange Geschichte: Denn schon als Jugendlicher trat er dort in Konzerten auf. Bei seinem aktuellsten Konzert am kommenden Montag bietet er nicht nur für Beethoven-Anhänger die hingebungsvolle „Sonata appassionata“ wie die Klaviersonate in f-Moll, op. 57, genannt wird. Nein, auch vom Haus- und Hofkomponisten von Esterházy, Joseph Haydn, wird ein Beitrag gebracht: Die Sonate für Klavier in F-Dur. Und zum „Darüberstreuen“ besinnt sich Meister Buchbinder auf Franz Schubert: Vier Impromptus für Klavier.

Info:

Rudolf Buchbinder – Zyklus „Große Solisten“ im Wiener Musikverein

Termin: 14.05.2018, 19:30

Ort: Großer Saal des Wiener Musikvereins

Karten: http://www.musikverein.at

 

Vorschau auf den „Österreichischen Musiktheaterpreis“ 2018 in der Oper Graz.

„Österreichischer Musiktheaterpreis“ goes Styria. Eine Premiere. Erstmals wird der „Oscar der Musiktheaterwelt in Österreich“ in den Bundesländern verliehen. Die Oper Graz wird der exklusive Gastgeber für die Veranstaltung im Jahr 2018 sein.

Der Österreichische Musiktheaterpreis wird stets für herausragende Leistungen im Bereich Musiktheater vergeben. Der Preis wird in 17 Kategorien verliehen. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Bereichen Oper, Operette, Musical und Ballett in der Spielsaison 2016/17. Die Skulptur ist der „Papageno“ (Goldener Schikaneder) und befindet sich ebenso im Sortiment der Porzellanmanufaktur Augarten.

Der Österreichische Musiktheaterpreis hat bereits in der Theaterlandschaft Tradition: Präsident und Vorstandsvorsitzender Karl-Michael Ebner und sein Team freuen sich auf die Vergabe des Preises im Juni 2018.

Für das Jahr 2018 ist bekannt, dass KS Kurt Rydl mit dem Preis für das Lebenswerk ausgezeichnet wird. Der Medienpreis geht diesmal an KS Thomas Hampson.

 

Info:

Der Österreichische Musiktheaterpreis 2018

Ort: Oper Graz

Datum: 19. Juni 2018, 19:00 Uhr

Karten unter: http://www.ticketzentrum.at

NEUES von…Erich Schleyer

Der beliebte Schauspieler, Darsteller und Geschichtenerzähler Erich Schleyer tritt mit seinem neuen Programm „Der Handschuh“, eine musikalische Ballade, auf der Probebühne des Theaters in der Josefstadt auf. Er kümmert sich dabei intensiv um Friedrich Schiller. Unterstützt wird er von der jungen Band „SainMus“.

Info:

DER HANDSCHUH mit Erich Schleyer und der Band SainMus

Von 5.-8. Mai auf der Probebühne des Theaters in der Josefstadt.

Karten: http://www.josefstadt.org, oder unter der Tel.Nr.: 01/42700300

Preis: € 25

Beginn: 19:30, außer 06. Mai: 15:00

Plácido nuestro wird (wieder) Doktor!

Plácido Domingo, gefeiert als einer der bedeutendsten Künstler des 20./21. Jahrhunderts. Seine Interpretationen setzten neue Maßstäbe. Domingo arbeitet immer noch unermüdlich. Energie, Kraft und Körper/Stimme und Geist im Gleichklang, das ist wohl seine Disziplin. Wer beim Wort „Doktor“ jetzt vielleicht an „L´elisir d´amore“ denkt, liegt aber falsch…

Die Besuche in der Stadt Wien bezeichnet er als „Singing and Signing“ – also Singen und Signieren. Kaum hat er den Bühneneingang der Wiener Staatsoper verlassen, warten die Fans auf ein wenig Aufmerksamkeit. Die Verbundenheit zu Österreich wird immer wichtig für ihn sein, denn hier „trifft er jeden Ton“ laut eigener Aussage.

Die Manhattan School of Music wird Plácido Domingo ein Ehrendoktorat in „Musical Arts“ verleihen. Dies wurde eben angekündigt. Die Zeremonie soll am 11. Mai stattfinden. Domingo ist bereits Träger einer Ehrendoktorwürde der Universität Pecs.

 

Puccinis Diva stirbt in Gars – Vorschau auf „TOSCA“ – Oper Burg Gars.

Floria Tosca, Giacomo Puccinis Diva und heroische Frauenfigur der Oper, hat vor, sich diesen Sommer von der Garser Engelsburg zu stürzen. Geplant ist eine Oper in 3 Akten, sie will sich mit ihrem geliebten Mario Cavaradossi absetzen.

Dramatische Szenen werden sich im alten Gemäuer abspielen, die Kulisse ist perfekt. Die Sängerin Lada Kyssy porträtiert die leidende und heroische Diva in Gars am Kamp. Die Babenberger Burgruine dient sowohl weltlich als auch geistig als Austragungsort von Liebe, Mord und Hoffnung. Eine Verstrickung, die am Ende nicht mehr aufzulösen ist, eingebettet in Puccinis traumschöne Musik. Die Dramatik des 3. Aktes ist wohl kaum zu steigern.

Mario Cavaradossi kann hier – ein unschätzbarer Vorteil – bei seiner „Sternenarie“ E lucevan le stelle auf die echten Himmelskörper blicken. Im Idealfall natürlich. Um 1800 fühlt man sich garantiert zurückversetzt, auch wenn alle modernen Annehmlichkeiten einer Open-Air-Bühne zur Verfügung stehen.

Zur Seite steht der Titelheldin – und lässt sich sogar ihretwegen vor ein Erschießungskommando führen – der spanische Tenor Oscar Marin.

Wolfgang Gratschmaier führt Regie und Intendant und musikalischer Leiter Johannes Wildner setzt 2018 auf die dramatisch-romantische Geschichte der gottgläubigen Operndiva, die wohl schon manche Opernbesucher gefesselt hat und weiterhin als ein „Dauerbrenner“ auf den Bühnen der Welt zu finden ist. In Gars ist es ein bisschen anders, weil die naturschöne Kulisse viele Aufbauten erübrigt, die in einem geschlossenen Haus mühevoll notwendig wären.

 

Info:

TOSCA von Giacomo Puccini

Ort: Oper Burg Gars, Am Schlossberg, 3571 Gars am Kamp

Premiere am Donnerstag, 12. Juli, um 20 Uhr

Dauer: 165 Minuten inkl. einer Pause

Karten: von € 28 bis € 73, unter https://burg-gars.at/tosca

Besetzung: Lada Kyssy, Oscar Marin, Benedikt Kobel, Marcus Pelz

 

 

 

Jonas Kaufmann ist ANDREA CHENIER an der Wiener Staatsoper.

Herr Kaufmann beglückt wieder einmal sein Wiener Publikum, dieses Mal mit einer Aufführungsserie der Revolutionsoper „Andrea Chénier“ des Italieners Umberto Giordano. Jonas Kaufmann ist bestens auf die Rolle des jungen Dichters eingestimmt, im doppelten Wortsinn. Das erste Haus am Ring freut sich bereits wieder auf einen hochkarätigen Gast.

In der Regie von Altmeister Otto Schenk kann sich der aufstrebende Dichterfürst Andrea Chénier beweisen. Dass die Ideale der Hauptfigur von der Freiheit dominiert sind, darüber können sich die Festgesellschaft sowie auch das Publikum eindringlich informieren.

2017 sprach man in den Medien gar von einem Mini-Debakel, als Jonas Kaufmann eben in jener Rolle an der Bayerischen Staatsoper bei manchen Arien zu Beginn sehr spröde agierte. Er werde nicht jünger, und der „Lack sei ab“, meinte DIE WELT.

Kaufmann-Fans warten sehnsüchtig auf heute Abend, wenn Jonas das Gegenteil beweisen kann, und es vermutlich auch wird.

Info:

ANDREA CHÈNIER (Oper von Umberto Giordano)

Ort: Wiener Staatsoper

Termine: April (23., 26., 29.) Mai (02.) 2018

mit Jonas Kaufmann, Roberto Frontali, Anja Harteros, Donna Ellen, Zoryana Kushpler