Die Zauberflöte

Kultursommer 2019 – Poesie

Die Qual der Wahl

von West nach Ost

leichte Muse – schwere Kost

Ob Narrenkopf – ob Drachenbahn

Das Programm für Jedermann

In Bregenz leidet Rigoletto

im kühlen Nass zu dem Libretto

Zwischen Kufen, zwischen Steinen

muss Adele heuer weinen

zwei Frösche quaken mit ihr mit

diese Neuheit wird der Hit!

In Salzburg sorgt die Mode bei den Damen

nebenbei für manche Dramen

Das Kleid der Buhlschaft, ungerafft

ein Hosenanzug – wird begafft

in Steyr trinkt man Cabernet

geflirtet wird im Cabaret

in Klosterneuburg hoff(t)man(n) gar

auf gutes Wetter für Olympia

Im Osten ruft Papageno im steinernen Bruch

und am Neusiedler See singt der Ober-Eunuch!

Behandelte Aufführungen:

„Rigoletto“ (G. Verdi) auf der Seebühne in Bregenz / Vorarlberg

http://www.bregenzerfestspiele.com

„Die Fledermaus“ (J. Strauss) auf der Festung Kufstein /Tirol

http://www.festung.kufstein.at/de/die-fledermaus.html

„Jedermann“ (H. von Hofmannsthal) bei den Salzburger Festspielen / Salzburg

http://www.salzburgerfestspiele.at

„Cabaret“ (Kander/Ebb) beim Musikfestival Steyr/ Oberösterreich

http://www.musikfestivalsteyr.at

„Hoffmanns Erzählungen“ (J. Offenbach) bei der Operklosterneuburg/ Niederösterreich

http://www.operklosterneuburg.at

„Die Zauberflöte“ (W.A. Mozart) bei der Oper im Steinbruch St. Margarethen/ Burgenland

http://www.operimsteinbruch.at

„Das Land des Lächelns“ (F. Lehár) bei den Seefestspielen Mörbisch / Burgenland

http://www.seefestspiele.at

Sommeroper # 4: Die Oper im Steinbruch St. Margarethen mit „Die Zauberflöte“ von W.A. Mozart

Die Oper im Steinbruch St. Margarethen / Burgenland – neue künstlerische Direktion Daniel Serafin – zeigt Mozarts Klassiker „Die Zauberflöte“ mit weltbekannten Arien. Die „Aufklärungsparabel“ wurde in die (sterile) Jetztzeit geholt. Ohne Zweifel.

228 Jahre ist das Werk alt. Im Burgenland wurde es mehr als entstaubt. Das Regieteam Carolin Pienkos und Cornelius Obonya setzt weniger auf Panflöten und Federn, dafür mehr auf Gleichstellung und Vernunft. Dass einiges nicht gut funktioniert, einiges besser, kann im Wolkentunnel, der Papageno fast zur Gänze verschlingt, erkannt werden. Raimund Bauer gestaltete das wandelbare, doch klar strukturierte Bühnenbild. Die riesige Dohle an der Seite des Steinbruchs spielte zu Anfang der Oper noch keine ersichtliche Rolle.

Die Premierenbesetzung umfasste als den ewig vorlauten Papageno Max Simonischek. Wüsste man nicht, was für eine Bezeichnung man ihm geben sollte, so wäre es „Bad Guy of the Magic Flute.“ Er agiert rau, laut, rockig. Für diese Rolle hat der Schauspieler Gesangsunterricht genommen, bleibt aber oftmals hinter den hohen Erwartungen des Publikums zurück. Er macht ordinäre Scherze, wie etwa das abgedroschene „Ich bin gut zu Vögeln.“ Mutig?! Klar, das hat diese Oper noch nicht gesehen. Auch einen Vogelfänger mit Vogelgri…mit Vogelallergie, gab es noch nicht. Legere Erscheinung, abgehakter Gesang. Das laute Niesen wirkt dabei aber nicht sehr lustig, sondern eher störend. Sicher, er fällt auf. Temperament paart sich bei ihm mit der Fähigkeit schnell zu sprechen und erst dann über die Worte nachzudenken. Wenn er in seiner Jugendsprache ansetzt zu den drei Damen nett zu sein, klingt das so: „Tschuldigung Mädels, gebt mir doch eine feuerspuckende Posaune. Das ist keine Oper im Steinbruch, sondern ein Krippenspiel in der Wüste.“ Um dies zu vervollständigen, sollte seitens Tamino und Papageno auch gefragt werden, wo ist der Bruch statt wo ist die Burg (so hat man ob der Wortspiele zumindest den Eindruck). Um den folgenden Gag zu verstehen, braucht man als traditionsverwöhnter Opernbesucher (geschlechtsneutral zu verstehen) schon einen guten Magen. Papageno sammelt riesige Vogeleier in einer Trage. „Nur weil ich meine Eier auf dem Rücken trage…“. Dann setzt er auch noch an zu „Es gibt nur einen Papageno“ im Stil von „Guantanamera“. Hm. Sommerlich-leger, gewagt, oder doch nur ein bisschen überwürzt? Als Schauspieler kann man sich Simonischek sicher besser vorstellen denn als Sängerschauspieler.

Als Papageno Pamina retten will, die von Sarastros Oberaufseher Monostatos in Ketten gelegt wurde, entfährt ihm „Ich rette eine Jungfrau in Not, und was bekomme ich? Nischt!“. Pamina ist ein helles Licht in dieser Inszenierung. Ana Maria Labin singt sie so herrlich und anrührend, voller Hoffnung. Die Sängerin, die vor vielen Jahren noch weiter östlich in Mörbisch als weiblicher Part des Buffopaares beim „Graf von Luxemburg“ zu sehen war, hat eine prächtige feste Stimme. „Bei Männern, welche Liebe fühlen“, ist nicht ihr einziger Höhepunkt. Auch Pamina trägt hier Federn auf der Brust. „Ach ich fühl´s“ ist ein weiteres Highlight.

Zur Gleichstellung kommt auch schon der Beitrag wie gerufen: Der Gesangstext enthält „Weib und Weib und Mann und Mann – reichen an die Gottheit an.“ So geht es also auch im Jahr 2019!

Drei Damen sind blechern – aber nur auf der Brust. Sie tragen nämlich einen Panzer und opulenten Kopfschmuck. Für die Kostüme zeichnet in dieser Produktion der Italiener Gianluca Falaschi verantwortlich. Sie quälen den Jüngling Tamino lange, bis sie ihn in Ruhe lassen, so sehr muss er ihnen gefallen. Elizabeth Reiter, Nina Tarandek und Maria Luise Dressen machen ihre Sache gut. Sie sind aufdringlich und gewissenhaft. Sie müssen unter der Choreografie von Kati Farkas auch viel tanzen, was sie erledigen.

Ein edles Kostüm (wenn auch mit Federn) und Maske trägt die Königin der Nacht. Sie singt mit ihrer elfenhaften Erscheinung die Spitzentöne ebenso zart. Etwas gepresst wirkt sie in der Höhe. Danae Kontora kann für sich einen Erfolg verbuchen, wenn sie als strenge, bissige Mutter auftritt. Die Griechin hat in München studiert und wurde als beste Nachwuchssängerin von Opernwelt ausgezeichnet.

Ganz ergeben will sich Tamino, gekleidet mit grüner Jagdweste, auch noch 2019 für „Paminens Stimme“ in den Tod stürzen. Ob das noch zeitgemäß ist? Attilio Glaser jedenfalls macht seine Sache brav. „Zu schwach, um zu helfen“ wirkt dieser fesche Sänger nicht. Er hat strahlende Höhen, und scheint sich durch nichts, auch durch den ewig plappernden und soo lauten Papageno nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Die fürchterliche Schlange, die ihn bedroht, wird durch die digitale Animation von den Media Studios und analogen roten Bändern symbolisiert. Davor jedenfalls muss er sich kaum fürchten. Später wird er mit Pamina schon eindrucksvollere Digitalinstallationen durchlaufen. Die Feuersglut und das rauschende Wasser (sehr lebensecht) werden auf den Wolkengang projiziert. Das sieht täuschend echt aus und ist sehenswert. Dennoch tritt Tamino seine lange Reise leicht verzweifelt an. Eine weitere Zweideutigkeit ergibt sich mit der Phrase: „Du Jüngling glaubst dem Zungenspiel.“ Wenn auch richtig unfreiwillig.

Drei Knaben rauschen sehr zeitgemäß (wir befinden uns in der Postmoderne…) mit Segways an (ob dem „Wolferl“ das gefallen hätte?) und mahnen, „standhaft, duldsam und verschwiegen zu sein“. Sie tragen dazu futuristische Kostüme wie aus der Spiegel-Galaxie. Christian Ziemski, Moritz Strutzenberger und Lorenz Lauser heißen sie. Die beiden ersteren waren bereits als Solisten in Wien in Händels „Alcina“ zu hören. Ziemski galt als das stimmliche Aushängeschild der St. Florianer Sängerknaben.

Der Philharmonia Chor Wien unter der Leitung von Walter Zeh liefert eine beachtliche Leistung. Karsten Januschke, in St. Margarethen kein Unbekannter, leitet das Orchester der Budapester Philharmonischen Gesellschaft. Es ist ein forsches, effektives Dirigat.

Eine äußerst hinreißende Papagena, die zunächst als Altes Weib mit zahllosen Arthritis-Anfällen zu kämpfen hat und das mehr als überzeugend darstellt, ist die junge Theresa Dax. Quasi direkt vom Theater in der Josefstadt (hier spielte sie bis vor Kurzem mit großem Erfolg die „Jugend“ im „Bauer als Millionär“) ist sie in den Steinbruch „übersiedelt“. Die steirische Sopranistin ist klar und deutlich in der Artikulation und zauberhaft bei Stimme. Einfach schön. Eine angedeutete Vergewaltigungsszene/Belästigungsszene mit Papageno gibt es auch, sie will lüstern über ihn herfallen. Damit soll aufgezeigt werden, dass nicht immer Männer die Gierigen sind.

„Alles fühlt der Liebe Freuden“ toll vorgetragen von Monostatos alias Keith Bernard Stonum. Auch er fühlt sich dermaßen von Pamina erregt, dass er sie näher umgarnen möchte. Das Gladiatorenkostüm von Falaschi steht Stonum perfekt, wenn es auch in der Produktion sehr heraussticht. Stark die Szene, wo Papageno und Pamina in Zeitlupe vom Gefolge gejagt werden. Dabei wird er von Sarastro (schön tief: der Australier Luke Stoker in perfektem Deutsch) zurückgehalten. Stoker ist überhaupt auch eine der Säulen der Produktion. Immer wieder lässt er Vernunft und Milde walten und begeistert durch seinen festen, überzeugenden Auftritt. „In diesen heil´gen Hallen“ kennt er auch Fehler nicht.

Als Sprecher und Priester sind Uwe Schenker-Primus (sehr angenehme Stimme) und Michael McCown im Einsatz. Die Chemie stimmt zwischen Glaser und Schenker-Primus über die Maßen gut, die Dialogszenen sind zu genießen. Zwischen dem lauten Geheule von Papageno hört man Pamina jammern: „Er fühlte meine Liebe und verbarg die Gegentriebe?“ Das Los so mancher moderner Beziehung….

Als endlich Dax Simonischek nun „ganz gegeben“ ist, will er sich nicht mehr über dem überdimensionalen Vogelnest erhängen. Das „Heil soll den Geweihten (Pamina und Tamino) zukommen“, indes hört man aber eine merkwürdige Stimme, die leise, aber hörbar „gehen, nicht laufen“, sagt. Was war das denn nur?

Längerer, anerkennender Applaus für die DarstellerInnen. Mit der Regie dürfte nicht jeder einverstanden gewesen sein. Ein gewagt-moderner Zugang mit viel gewöhnungsbedürftigem Wortwitz im Jahr 2019.

Info:

Oper im Steinbruch 2019 – Die Zauberflöte von W.A. Mozart

künstlerischer Direktor Daniel Serafin

von 10. Juli bis 17. August 2019, Do – Sa, Zusatzvorstellung am 28. Juli (So)

http://www.operimsteinbruch.at

Das Regieteam für die Oper im Steinbruch 2019 steht!

Die Oper im Steinbruch (St. Margarethen im Burgenland) will 2019 wieder mit einer zauberhaften Energie durchstarten: „Die Zauberflöte“ von W.A. Mozart steht auf dem Programm. Eine Parabel um die Zuneigung, die Liebe, den Mut: Sehr fein für einen neuen Beginn! 

Vertreter des Landes Burgenland und der Esterhazy Betriebe haben bereits im März dieses Jahres bekanntgegeben, dass 2019, nach der Auszeit im heurigen Jahr 2018, wieder Oper im Steinbruch gespielt wird. „Die Zauberflöte“ von Mozart sollte es sein.

Die Premiere der Oper findet am 10. Juli 2019 statt. Bisher waren noch keine Details zu Besetzung oder Regie bekannt.

Aber jetzt ist es soweit: Das Regieteam besteht für diese Oper aus zwei Personen. Und zwar sind es der bekannte Schauspieler Cornelius Obonya und seine Frau, Regisseurin und Kulturwissenschaftlerin Carolin Pienkos.

„Viele fragen uns, wer denn den Papageno spielen wird, aber man möge uns verzeihen, wenn wir das noch nicht verraten wollen. Klar ist, dass es eine Rolle ist, die sowohl für Sänger als auch für singende Schauspieler geeignet wäre.“, so das Regie-Paar, welches auch im echten Leben verheiratet ist.

 

Weitere Informationen unter http://www.operimsteinbruch.at (alle Informationen gelten für das Jahr 2019).

Bitte vor den Vorhang, Hans Peter Kammerer!

(c) oe1

Der Bariton Hans Peter Kammerer wurde in Südtirol geboren und versteht es, selbst ganz kleinen Partien, bei denen auf der Bühne „fast nichts“ los ist, Leben einzuhauchen und sie liebevoll-charmant zu interpretieren. Seit etwa 20 Jahren zählt er zum Ensemble der Wiener Staatsoper. Immer wieder ist er in einer seiner Leibrollen, dem bunt-gefiederten Papageno aus der wohlbekannten Mozartschen „Zauberflöte“ (für Kinder, immer am Tag nach dem Wiener Opernball) zu hören. Es macht ihm auch sichtlich Spaß, für die Kleinen die Welt der großen Oper offen zu halten.

Mit KS Angelika Kirchschlager hat er übrigens einen gemeinsamen Sohn.

Sein Lehrer KS Walter Berry erklärte ihm: „Es gibt keine kleinen Rollen, nur kleine Sänger“. Kammerer studierte Gesang, eigentlich um „in zwei oder drei Jahren“ aufs Dirigieren umzusatteln. Doch ein „Aufschrei“ der großen Rita Streich bewahrte ihn: „Sind Sie denn wahnsinnig? Endlich einer, der begabt ist zum Singen!“

Immer noch kann er – wenn auch heimlich auf der Bühne – seine Leidenschaft ausleben. Er macht zum Beispiel einige Auftakte in Rollen, Dirigenten wie Karajan imitierend.

Sein offizielles Staatsoperndebüt gab er 1995 in Bizets „Carmen“ als Dancairo. Schon vorher allerdings trat er in einer Oper von A. Zimmermann „Soldaten“ mit seinem Lehrer auf.

Kammerer ist der Meinung, dass man als Künstler das Publikum nicht bedienen dürfe, sondern es „an der eigenen Freude“ teilhaben lassen sollte.

 

 

In diesen heil´gen Hallen am Zauberberg – Festival am Semmering

Festival am Semmering/ Kultur.Sommer.Semmering                                            08. August 2014

Premiere „Die Zauberflöte“ von Mozart; eine Produktion von Oh!pera Operntheater

Das kleine, feine Festival am Semmering, dem „Zauberberg“, findet heuer zum vierten Mal statt. Es ist also ein junges „Pflänzchen“, das aber gut gedeiht. Das alte Kurhaus wurde auf eine Initiative des Kulturverein Semmering als Spielstätte adaptiert. Hier wird ursprünglich große Oper als intime Kammeroper aufgeführt.  Auch Lesungen und Konzertabende (unter anderem Otto Schenk oder Natalia Ushakova) finden hier einen tollen Rahmen. Von Kurzweiligkeit kann man aber nicht sprechen. Diesen Sommer gastiert zum wiederholten Male das Ensemble „Oh!pera Operntheater“. Dieses gibt jungen, aufstrebenden Künstlern (ausgebildet an Wiener Konservatorien) die Chance, sich zu profilieren.

Eben hier spielt man Mozarts „Zauberflöte“ in der Regie von Nina Sengstschmid. Hier ist nicht der Platz für ein großes, opulentes Bühnenbild, das die Dimensionen sprengt. Umgesetzt wurde die Idee dennoch streckenweise hübsch von Doroteya Petrova. Die eigentlich riesige Schlange, die Tamino gleich zu Beginn verfolgt, entpuppt sich als liebes, kleines „Dracherl“, das im Schattenspiel (hinter einer über der Bühne hängenden Stoffwand) sein Unwesen treibt. Sergio Tallo Torres als Tamino kann beides im Mittelmaß: Spielen und Singen. Er zeigt zwar Interesse an Pamina, kann den Funken aber nicht so wirklich überspringen lassen. Die Pamina von Anna-Sophie Kostal (stets barfuß) ist bemüht und kraftvoll. Besonders mit dem ihr anvertrauten Dolch geht sie vorsichtig um, aber dann auch wieder unwirsch. Daher zeigt sie Emotionalität im Spiel. Marco Ascani als Papageno hat einen rasanten Auftritt, interessanterweise spricht er mit leicht französischem Akzent. Manche Töne verirren sich bei ihm noch. Schauspielerisch ist da ebenfalls noch Potential vorhanden. Bei der Premiere gibt es ein kleines Malheur: Papagenos Glockenspiel fällt schon von selbst von der Ballustrade, während Taminos Zauberflöte brav von ihm abgeseilt wird. Die Sänger nahmen es mit Humor. Papagena (Annina Künzi) findet erst nach einer langen Durststrecke zu ihrem Auftritt. Der fällt umso fröhlicher aus. Echte Bühnenküsse sind in der Produktion keine Seltenheit. Die drei Damen (Cathrin Chytil, Katrin Kriegl und Celia Sotomayor) spielen brav und aufgeregt. Stimmlich sind allerdings Unterschiede auszumachen. Obwohl hier viel Potential vorhanden wäre, wird es leider nicht gänzlich ausgeschöpft. Chytil als erste Dame wirkt hier sehr dominant. Die anderen beiden Damen kommen ihr nicht hinterher.  Einen wuchtigen Auftritt liefert Dominik Söns als Monostatos. Richtig böse und zähnefletschend, scheint dem jungen Sänger die Rolle sehr zu gefallen. Max Sahliger betört mit seinem Bass. Als Sarastro spielt er einiges an Können aus, wirkt oftmals väterlich und statisch. Eine tragende Rolle verkörpert auf jeden Fall Miki Sasakawa. Sie ist die Königin der Nacht und bringt ihre Koloraturen zu einer beachtlichen Leichtigkeit. Eine gestrenge Mutter.

Das Kammerorchester von Oh!pera ist sehr mutig und bringt sich oftmals in die Inszenierung ein. Unter der musikalischen Leitung von Vicinius Kattah spielen die Streicher einen recht reschen Mozart. Sehr reduziert hört sich das an, wenn man die große Orchesterbesetzung gewöhnt ist. Sehr bemüht sind die Musiker allemal. Die Darsteller und Darstellerinnen sind recht oft zwischen den Reihen unterwegs, was für mehr Schwung sorgen soll. Wenn aber die Bühne für fast eine Minute leerbleibt, ist die Aufmerksamkeit klarerweise nicht mehr in so großem Maß vorhanden.

Es ist eine erstaunlich lange Kammeroper, die hier auf die Bühne gebracht wurde. Gute junge Stimmen gemischt mit einem geometrischen Jugendstil im Hause verleiten zu einem Besuch am Semmering.

Gespielt wird Mozarts „Flöten“-Klassiker als Kammeroper noch bis zum 30. August im alten Kurhaus am Semmering.

– MK-

Link:

http://www.festivalamsemmering.at