Dominic Oley

William! William! SHAKESPEARE IN LOVE am Theater in der Josefstadt/Kammerspiele

 

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Dominic Oley (W. Shakespeare) und Swintha Gersthofer (Viola) (c) Astrid Knie/Theater in der Josefstadt

 

Englands No 1. in der Dichtung. Das ist unser William Shakespeare. Bekannt durch seinen klugen Einsatz von Poesie und Fabelwesen, Wahrheit und Trugschluss in allen seinen Werken. Ausnahmsweise ist dies nun kein Werk von ihm, sondern ein Werk über einen inspirierten Schauspieler, welches am Theater in der Josefstadt (Kammerspiele) zur Aufführung gelangt. „Shakespeare in Love“ (die Uraufführung fand am Londoner WestEnd statt) erzählt die Geschichte des jungen aufstrebenden Schriftstellers Will Shakespeare, der in der Krise steckt…

Wer exakt die Idee hatte, dieses Stück an die Josefstadt zu bringen, dem ist wirklich zu danken! Es handelt sich hier um eine höchst gelungene Auflockerung, mit vielen Zitaten von Shakespeare, dem selbsternannten Titelhelden. Nach dem Drehbuch von Marc Norman und Tom Stoppard, in einer Bühnenfassung von Lee Hall ist Shakespeare in Love ein Werk von hoher Präzision. Hier in den Kammerspielen der Josefstadt findet die Deutschsprachige Erstaufführung also statt.

Szenen werden ineinander verhakt, was relativ gut angestellt ist. Das gesamte Schauspiel „spielt“ sich auf zwei verschiedenen Etagen ab. In der Regie von Fabian Alder können sich alle Charaktere entwickeln, es kommt aber auch viel Schwung in die Sache. Als mit Verve und tollem Mut agierendes Liebespaar Will Shakespeare und Viola de Lesseps sind die jungen Stars Dominic Oley und Swintha Gersthofer ein tolles Gespann.

Insgesamt beteiligen sich an dieser modernen und packenden Produktion 22 enthusiastische Darsteller und Darstellerinnen, darunter Susanna Wiegand, Oliver Huether, Olivia Pflegerl, Lupo Grujcic und viele mehr.

 

Auf einmal verheiratet – „Der Gockel“ (G. Feydeau)/THEATER IN DER JOSEFSTADT

Wien

Theater in der Josefstadt

Der vielbeachtete „Gockel“, eines der eher verworrenen Stücke des Komödienschreibers Georges Feydeau, fand seinen Weg auf den Spielplan des Theaters in der Josefstadt. Drei Ehepaare, eine freiberufliche Kokotte (was mag man sich heute darunter vorstellen) und ein Junggeselle. Und natürlich hängen, sonst wäre es ja langweilig, alle irgendwie miteinander zusammen. In der Regie von Josef E. Köpplinger wird sogar „aus künstlerischen Gründen“ geraucht. Sympathisch, dass dies extra erwähnt wird.

Feydeau meinte über sein eigenes Werk, dass er beim „Komponieren“ der Zutaten eigentlich keine entfesselnde Freude empfinden würde. Sein „Zusammenrühren“ würde eher der nüchternen Arbeit eines lange im Geschäft verharrenden Apothekers gleichen: Eine Prise Verwicklung, Pikanterie, Beobachtung, ein Quäntchen Heimlichtuerei. Das alles würde dazu beitragen, dass das Werk schlussendlich unter seinem wachsamen Auge zusammenkäme.

Der eine ist seiner Frau überdrüssig, der andere hat betrogen, die nächste will betrügen. Affären, Intrigen und Geheimnisse stehen hier „ebenbürtig“ auf der Bühne. MICHAEL DANGL und ALEXANDRA KRISMER als Vatelin und Maggy Soldignac, die vor Jahren miteinander „schmusten“, geben sich auf einmal sehr bedeckt und heimlich. Sie zeichnen ausdrucksstarke Porträts ihrer Figuren. Die Damen im Spiel haben einen Joker, den sie sich hernehmen wollen: Den Junggesellen Rédillon, schüchtern aber triebhaft verkörpert von ROMAN SCHMELZER. Dieser ist aber bald von einer Liaison mit der koketten Kokotten (sehr kokett: SUSA MEYER) fix und fertig und kann so Lucienne (zuerst noch artig: PAULINE KNOF), die ihm ein unwiderstehliches Angebot macht, nicht mehr zufriedenstellen.

SILVIA MEISTERLE als Clothilde Pontignac und DOMINIC OLEY als Pontignac sind auch nur nach außen das, was sie scheinen. „Innen“ werden schon wieder neue Fäden gesponnen. Ein liebes, köstliches Pärchen geben MARTIN ZAUNER und SUSANNA WIEGAND als die Pinchards ab. Man könnte absolut sagen, ein gelungenes Stück!

Der Gockel - das Ensemble (c) Theater in der Josefstadt

Der Gockel – das Ensemble
(c) Theater in der Josefstadt