Matthias Franz Stein

Vater und Sohn mit einem „liebevollen“ Programm: VATERMORD mit Matthias Franz Stein und Erwin Steinhauer im Wiener Rabenhof Theater

Den Titel muss man sich erst einmal „zutrauen“: Das Programm mit dem fast schon psychoanalytischen Namen „Vatermord“. Erwin Steinhauer, ein „alter Hase“ im Schauspielbusiness, und sein Sohn Matthias Franz Stein stehen gemeinsam auf der Bühne (eine Premiere!) und räsonieren nicht nur über das Leben. Ein Abend zwischen Theater und Kabarett und auch der Frage, wer es besser kann/macht.

Auf längst vergessene Glanzzeiten wird da zurückgeblickt, da müssen bereits am Anfang die Hörgeräte exakt justiert werden, denn es folgt das (fiktive) „Erwin-Steinhauer-Revival“. Da geht es um Vergesslichkeit, Humorverständnis und die Erscheinungen des Alters. Matthias Franz Stein versteht es, mit der nötigen Portion Charme den inneren „Frechdachs“ herauszukehren. 

Ein Generationenkonflikt: Der alte Herr macht dem jungen Hüpfer das „Bühnenleben“ schwer und stellt ihn auf die Probe. Der Titel ist da eine Zuspitzung dieses Konfliktes, der auch in die andere Richtung gehen kann: Zu Tode umarmt ist auch gestorben. 

Zur (fiktiven) Handlung, die auch zu einem wesentlichen Teil überspitzt ist und so manchem ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert: Der aus der Kabarett-Ära der 80er Jahre, sowie aus Film, Funk und Fernsehen bekannte Erwin S. lässt in seiner Luxusvilla in Wien-Hietzing vor dem Full-HD-Fernseher seine Karriere Revue passieren, verbringt seine Abende vor seinen alten Filmen und viel Alkohol und hofft gleichzeitig, dass er ein Ehrengrab der Stadt Wien erhalten wird. Sein Sohn, ein gefragter Josefstadt-Schauspieler, wurde gerade wegen eines Interviews mit dem bekanntesten Society-Format des Landes, gekündigt. Daraufhin zieht er vorübergehend wieder beim Vater ein und gemeinsam schreiben die beiden an einem Abend fürs Theater. Der Sohn will dem Vater zum Comeback verhelfen, doch: Keiner von beiden findet das lustig, was der andere lustig findet. Manchmal erinnert das an die Story von Neil Simons „Sonny Boys“ wo die Protagonisten einen letzten Sketch miteinander gestalten sollen. 

Diesem Vater-Sohn Duo traut man ein solches Programm zu, und auch den Umstand, dass sie sich danach nicht grantig aufeinander in der Garderobe abschminken und das Theater verlassen. Das Buch zu diesem in dieser Form einzigartigen Programm (wo stehen Vater und Sohn auf der Bühne und spielen Vater und Sohn, und dann noch einen solch wagemutigen Titel?) schrieben Steinhauer und Stein gemeinsam mit Alfred Dorfer und Fritz Schindlecker. Was „Vorsorgesex“ ist, warum sich der Sohn und der Vater „anspeiben“ und wie gesungen und gegroovt wird, kann man im Theater Rabenhof in Wien unter der Regie von Caroline Welzel erleben. 

Info:

Programm „VATERMORD“ mit Matthias Franz Stein und Erwin Steinhauer

Ort: Rabenhof Theater, 1030 Wien, Rabengasse 3

nächste Termine:  05., 13., 14., 19. und 20. Dezember 2018

Kartenbestellung: Karten zu je 28 Euro, http://www.rabenhoftheater.com, Telefon: +43 1 712 82 82

Premieren-Donnerstag: Die kleinen Füchse/Theater in der Josefstadt

Theater in der Josefstadt

Wien

Mit dem Erfolgsstück „Die kleinen Füchse“ wurde die gebürtige Amerikanerin Lillian Hellman bekannt und zu einer der erfolgreichsten Theater- und Drehbuchautorinnen der 1940er Jahre. Ihr Stück lief jahrelang am Broadway, und der parallel dazu gedrehte Film erhielt neun Oscar-Nominierungen. Das Theater in der Josefstadt hat sich dieses Stoffes nun angenommen. Am Donnerstag, 14. April, feierte das Stück seine Premiere.

Die Darstellung einer Familie samt ihrer dramatischen Entwicklungen steht hier im Vordergrund. Es handelt sich um ein bitteres, sarkastisches Familiendrama aus dem Süden der Vereinigten Staaten und basiert auf psychologischem Realismus. Die Fabrikantenfamilie Hubbard plant eine Beteiligung an einem großen Unternehmen. Doch es fehlt Geld. Die beiden geldgierigen Brüder wollen Hilfe von ihrer Schwester, die mit einem herzkranken, schwerreichen Mann verheiratet ist, den sie jedoch hasst. Sie sichert ihnen Hilfe zu und beginnt ihren Mann nach langer Zeit wieder zu umgarnen, mit dem Ziel, an sein Geld zu kommen.

Inzwischen kommt den Brüdern eine bessere Idee: Sie heuern den Sohn des jüngeren Bruders an, die Aktien des schwerreichen Mannes zu stehlen, und sie für eine gewisse Zeit zu benutzen. Die Schwester, „nutzlos“ geworden, erpresst nun ihre Brüder, da sie unbedingt in den Betrug mit eingebunden werden wollte.

Sie will nun über den Ehemann ihre Brüder ans Messer liefern, indem dieser gestehen soll, dass sie Betrüger sind. Doch der Mann steht auf der Seite der Brüder und auf jener vom Sohn des jüngeren Bruders. Er erleidet jedoch einen Herzinfarkt und seine Ehefrau geht bis zum Äußersten: Sie verweigert ihm die lebenswichtigen Medikamente. Er soll die Brüder erst als Betrüger entlarven. Doch sein Hass auf die Ehefrau ist viel größer und so stirbt er. Auch die Tochter der Ehefrau wendet sich erschüttert ab und sie bleibt als die „Böse“ einsam.

Dass sie sich in den „bösen“ Rollen sehr wohlfühlt, beweist wieder einmal Sandra Cervik sehr eindrucksvoll. Ihre Regina Giddens ist voller Wut und Abgründe, und man mag sich fragen, wo sie denn diese negative Energie im Stück herholt, ist doch ihr Partner im wahren Leben, der virtuos aufspielende Herbert Föttinger, in „Die kleinen Füchse“ ihr verhasster Ehemann Horace. Wie kann man sich auf der Bühne hassen, wenn man sich im wahren Leben liebt? Auch das geht im Theater. In den Rollen der beiden Brüder sind die ambitionierten Schauspieler André Pohl und Tonio Arango zu sehen. Die Newcomerin Alma Hasun (begeisterte schon in „Geschichten aus dem Wiener Wald“ oder „Schon wieder Sonntag“) spielt Tochter Alexandra, die sich mit Grauen von der Mutter abwendet. Matthias Franz Stein ist als intriganter Sohn Leo zu sehen, auch er gibt alles. Insgesamt ist die Besetzung eigentlich sehr harmonisch, ein bitterböses Klima können die Schauspieler hervorragend erzeugen. Als „Sidekicks“ treten noch Salka Weber, Martina Stilp und Roman Schmelzer auf.

Ein böser, zynischer Abend, sehr gut umgesetzt.

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Jenseits – ein neues Kabarettprogramm des Josefstadt-Schauspielers Matthias Franz Stein

Wien

Der Schauspieler Matthias Franz Stein fühlt sich am Theater leicht unterfordert – seit 2012 ist er in allen Ehren Ensemblemitglied des Theaters in der Josefstadt und spielt dort immer wieder mit seinem Vater Erwin Steinhauer. Das erste Mal stand er am Landestheater St. Pölten in „Der Bockerer“ mit ihm auf einer Bühne. Doch weil Stein auch ein bisschen mehr will, hat er ab 2016 sein erstes Kabarettprogramm geplant: Es soll „Jenseits“ heißen.

Das „Jenseits“ fungiert als eine Art epische Klammer im Programm. Es handelt von folgender Begebenheit: Stein „starb“ als Bösewicht in der Kinderserie „Tom Turbo“ und hat ein Kindheitstrauma. In der Hölle wird Stein zum Castingshow-Moderator gemacht. Dort erwarten ihn auch Jurymitglieder wie Peter Alexander und Marcel Reich-Ranicki.

Stein wollte mit diesem Programm eine Kunst schaffen, in deren Rahmen er viele Menschen parodieren könnte.

Das Programm wird aktuell gespielt, zum Beispiel in der Wiener Kulisse, im Theater am Alsergrund oder in Hochwolkersdorf.

Weitere Informationen:

http://www.kabarett.at/programme/646/matthias_franz_stein-jenseits/termine.html

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Foto: Severin Koller