Tradition gemischt mit „Coolness“, Filmmusik und Polka – Das Jahresrückblickkonzert 2017 des Musikvereins Schottwien

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Alljährlich ist es liebgewonnene Tradition: Der Musikverein Schottwien bat wieder am 8.Dezember zum Jahresrückblickkonzert nach Schottwien. Viele Besucher folgten der Einladung, darunter auch Schottwiens Bürgermeister Wolfgang Ruzicka. Ein stimmungs- wie auch schwungvolles Konzert boten die überaus motivierten Musiker und Musikerinnen.

Mit der „Washington Post“ startete man in einen heiteren Abend. Besonders die Bläser waren hier gefragt, amerikanische Attitüde zu verbreiten. Komponiert von John Philip Sousa 1889, erinnern die Takte an Pferdegetrappel. Der Kapellmeister-Stellvertreter Johann Pratscher führte nach den Grußworten des Obmanns Günter Frass charmant durch das Programm.

„California“ (aber nicht „here we come“) im Arrangement von Karl Safaric (aus Niklasdorf) wurde vorgetragen. Hört sich nicht nur toll an, auch ein wenig Samba-Gefühl im letzten Teil macht den besonderen Reiz dieser Version in Schottwien aus.

Es folgte ein Auftritt des Schulchors mit zwei entzückenden Liedern: „Oma liebt Opapa – sie sind ein verliebtes Paar“, wo der Alltag eines älteren Pärchens besungen wurde und „Das eine Kind ist so“, für mehr Toleranz in der Gesellschaft.

Josef Schwendt, der auch gleichzeitig an diesem Tag Geburtstag feiert, erfreute das Publikum mit Anekdoten von Alfred Josef Ellinger, der nach den Angaben des Jubilars „nicht so bekannt sei“ wie H.C. Artmann, aber doch einiges in Sachen Versmaß geliefert hat: „Sogenannte Bänkelsänger stiegen auf hohe Bänke und sangen im Stehen – ich werde das aus Sicherheitsgründen unterlassen und hier auf der Bühne bleiben“. Heiteres über den Wiener Ringturm und über das Parlament kann man doch immer gebrauchen.

Die Jugend des Musikvereins Schottwien präsentierte sich eindrucksvoll mit einem wieder sehr amerikanisch-puristischen „March“ von Frank W. Meacham mit dem sehr klingenden Namen „American Patrol“ . Als zweites Stück und doch großen Kontrapunkt dazu setzten die jungen Musiker und Musikerinnen die „Fuchsgraben-Polka“ von Karel Vacek. „Meine kleine Welt, war der Böhmerwald so grün – Vieles auf der Welt hab´ ich gesehn, doch ich denk nur an ihn. Meine kleine Welt, war mir einmal so vertraut, jeden Weg und jeden Baum seh´ ich heute noch in meinem Traum. Die schönsten Stunden hab am Fuchsgraben ich verbracht, denn dort hat mich die Liebste einst geküsst in der Nacht, die schönsten Blumen sah am Fuchsgraben ich erblühn´, wo ich mit meinem Herz noch heut´ zuhause bin.“ Der Gesangstext wurde diesmal ausgespart.

Verdient wurden zwei Mitglieder des MV (Obmann Günter Frass für 40 Jahre Mitgliedschaft mit der Ehrennadel in Gold des NÖ Blasmusikverbandes, sowie Obmann-Stellvertreter Lukas Schneider für 15 Jahre mit selbiger in Bronze) ausgezeichnet.

Mit der „Aufgehenden Sonne“, einem wunderbar lyrisch-impressionistisch geprägten Walzer von S. Andraschek (oftmaliger Arrangeur und erstmalig musikalischer Leiter des Musikfestivals Steyr/OÖ), welcher einen großen Konzertwalzer darstellt, rückt sich der MV ins rechte Licht.  Das hübsche Werk „Summer Evening“ und dann wiederum ein Kontrapunkt mit dem „9er Alpenjäger Marsch“ (R. Kummerer) beschlossen den ersten Teil des Abends.

Nach einer Pause rüttelte ein Medley bekannter Melodien von Hans Hölzel auf: „The Best of Falco“ in einem Arrangement von S. Conte. Die „Rock me Amadeus“ – Rufe ließ man bewusst vermissen.

Eine neue Strömung präsentierte das „Under the Bridge Orchestra“, ebenso eine junge Abordnung des MV. Jazzige Klänge mit Blasorchester werden präsentiert. Eine Anspielung natürlich, auf die Brücke von Schottwien. Das Gehör wird gefordert mit „Birdland“ (von J. Zawinul) und ebenfalls vom selben Künstler „Mercy, mercy, mercy“. 

Frisch und fröhlich wurde vom gesamten MV Disneys „How To Train Your Dragon“ – zu Deutsch „Drachenzähmen leicht gemacht“, die Filmmusik mit dem putzigen kleinen Drachen Toothless – „Ohnezahn“ gespielt.

Es folgten Meilensteine der Filmmusik (Komponist: der berühmte Hans Zimmer): „Movie Milestones“ etwa mit dem Einzug aus „Gladiator„, oder aber auch „He´s a Pirate“ aus „Fluch der Karibik“ (Disney).

Josef Schwendt, der wie erwähnt das Wiegenfest beging, wurde mit einem eigens komponierten kleinen Lied, gesungen von Mitgliedern des MV, Peter Pranzl und Johann Pratscher, Tribut gezollt: „Is da Pepi Do?“, „Ist der Josef (schon) hier?“.

Eine hübsche Polka „Ein Herz für Blasmusik“ von M. Rauch sowie der „44er Regimentsmarsch“ bereiteten vor den heftig eingeforderten Zugaben noch Freude.

Die „Hymne“ der Schottwiener Musikanten, der „Rainermarsch“ mit eigenem Text „Wir sind die Musikanten, vom Felsennest Schottwien, wir wollen euch erfreuen, mit uns´ren Melodien, zum Musiziern´ und Singen, sind wir gemeinsam hier, die Freude soll hoch leben, keine Sorgen haben wir!“ ist unumstößlich.