SPECIALS & CONCERTS

Filmkomponist John Williams dirigiert die Wiener Philharmoniker

52 Oscarnominierungen und noch mehr für den Golden Globe – mehrere hat er gewonnen – der Filmkomponist John Williams hat eine beispiellose Karriere hingelegt. Er wurde in Queens, New York, geboren und ihm wurde die Orchestermusik durch seinen Vater in die Wiege gelegt. Er studierte an der New Yorker Juilliard School Klavier.

1972 hatte er seinen ersten großen Erfolg mit der Filmmusik zum Katastrophenfilm „The Poseidon Adventure“. Auch „Der weiße Hai“ und der Soundtrack zum „Krieg der Sterne“ von George Lucas zählen zu seinen Werken. Die Titelmelodie von Williams und der „Imperial March“ sind auch Nicht-Star-Wars-Fans ein Begriff. Williams hatte großen Respekt davor, die Musik für „Schindlers Liste“ zu schreiben. Steven Spielberg bat ihn dennoch darum, denn alle anderen tollen Filmkomponisten „seien schon tot“.

Für die „Harry Potter“- Verfilmungen schrieb John Williams „Hedwig´s Theme“, welches weltberühmt wurde. Bei Hedwig handelt es sich um eine Eule.

John Williams konzertiert am Sonntag, den 19. Jänner 2020, mit den Wiener Philharmonikern und Anne-Sophie Mutter im Wiener Musikverein. Das Programm ist „A Tribute to John Williams“.

Info:

„A Tribute to John Williams“ – Filmmusikkonzert

mit John Williams, Dirigent und Anne-Sophie Mutter, Violine

Die Wiener Philharmoniker

Termin: So, 19. Jänner, 11:00 Uhr

Es gibt nur noch eine Warteliste für Karten.

Programm:

„The Flight to Neverland” aus „Hook”

Auszug aus „Close Encounters of the Third Kind“

Hedwigs Thema aus den „Harry Potter”-Filmen; Arrangement für Anne-Sophie Mutter

Thema aus „Sabrina“; Arrangement für Anne-Sophie Mutter

„Donnybrook Fair“ aus „Far and Away“; Arrangement für Anne-Sophie Mutter

Teufelstanz aus „Die Hexen von Eastwick“; Arrangement für Anne-Sophie Mutter

„Adventures on Earth“ aus „E.T.“

— Pause —

Thema aus dem Film „Jurassic Park”

„Dartmoor, 1912“ aus „War House“

„Out to Sea / Shark Cage Fugue“ aus „Jaws“ („Der weiße Hai“)

Marion’s Thema aus „Raiders of the Lost Ark“

„The Rebellion is Reborn“ aus „Star Wars“

„Luke & Leia“ aus „Star Wars“

Main Title aus „Star Wars“

Neuigkeiten

KS Prof. Harald Serafin erhielt die höchste Auszeichnung des Burgenlandes

Das Komturkreuz hat er schon bekommen – nun darf auch ein Komturkreuz mit Stern – die höchste Auszeichnung des Landes Burgenland – seine Brust zieren. Für seine Verdienste rund um die Seefestspiele in Mörbisch, die er zum größten Operettenfestival Europas ausbaute, wurde der Kammersänger und Professor im Schloss Esterházy in Eisenstadt geehrt.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil verlieh Serafin die Auszeichnung. Dieser merkte nicht ohne Rührung an, dass er Gegend und Land sehr liebe und mit Eifer an der Operette gearbeitet hat. Von 1992 bis 2012 – von der „Lustigen Witwe“, damals mit Peter Edelmann (dem heutigen Intendanten von Mörbisch) als Danilo bis zur „Fledermaus“, wo er selbst den Gefängnisdirektor Frank verkörperte, leitete Serafin die Geschicke der Festspiele und drückte ihnen seinen unverwechselbaren Stempel auf.

Viele prominente Gäste ließen sich die Ehrung nicht entgehen, darunter langjährige Weggefährten wie Felix Dvorak, Eisenstadts Bürgermeister Thomas Steiner, Altlandeshauptmann des Burgenlandes Hans Niessl und natürlich Serafins Familie.

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"Operette sich wer kann" – Neujahrskonzert 2020 des Klangbogen Neunkirchen/NÖ mit den Amici del Belcanto

In der brechend vollen Stadthalle Ternitz ging das Neujahrskonzert des  Klangbogen Neunkirchen über die Bühne. Unter der Leitung von Dirigent Erwin Stoll spielte man Klassiker wie auch Raritäten. Die beiden Solisten Klara Kolonits (von der Oper Budapest) und Stefan Tanzer (von der Volksoper Wien) versprachen dem Publikum einen kleinen Liebestraum.

Operette dominierte diesen Abend. Nach einem etwas holprigen Start mit der Ouvertüre aus der „Nacht in Venedig“ (etwas „verschleppt), steigerte sich das Orchester. Die „Nacht in Venedig“ mit wunderschöner Musik von Johann Strauss Sohn, ist übrigens die einzige seiner Operetten, die nicht in Wien, sondern in Berlin uraufgeführt wurde. Grund dafür war Strauss‘ Eifersucht, wusste Moderator Michael Tanzler zu berichten. Rührend darin der Lagunenwalzer (Ach wie so herrlich zu schau’n) der Figur Caramello, oder das leise Geburtstagsständchen (Chor) zum 60er für Senator Delacqua („Du, den wir hoch verehren, wirst heute sechzig Jahr'“).

Sehr schön und achtbar Franz Lehárs Walzer „Gold und Silber“ (kommt im „Land des Lächelns“ bei Lisas Abschied aus Wien zum Einsatz).

Wunderbar geriet das Intermezzo „1001 Nacht“. Es gibt auch einen Walzer dazu.

Stefan Tanzer trat mit dem Auftrittslied des Danilo aus der „Lustigen Witwe“ elegant mit weißen Handschuhen und weißem Schal an. Seine Version war schlicht, verzichtete auf große Gesten und konzentrierte sich auf den Gesang. Er erntete Applaus!

Die Adele („Die Fledermaus“) interpretierte Klara Kolonits mit  frecher Attitüde und wohltimbriert.

Zum Schwärmen auch das Duett aus dem „Zigeunerbaron“ der beiden: „Wer uns getraut“.

Die Tritsch-Tratsch Polka von Strauss gehört zu den fidelen Werken. Da darf man sich auch einen Spaß erlauben. Moderator Tanzler merkte an, dass ihm ein Malheur im Vorfeld passiert sei: Seine Hose riss kurz vor der Veranstaltung, weswegen er rasch Ersatz brauchte und zu einer farblich unpassenden greifen musste.

Nach der Pause ging es mit Gustostücken wie von Offenbach und auch einer Quadrille weiter.

„Hoffmanns Erzählungen“ handelt vom Dichter Hoffmann und seinen (teils wahnsinnigen) Erlebnissen. Eine seiner Geliebten soll eine Puppe (Olympia) gewesen sein. Stefan Tanzer war als Bösewicht in der Oper zu hören: „Scintille Diamant“. Tief timbriert und mit dem gewissen Funkeln in den Augen.

Olympias Arie „Les oiseaux dans la charmille“, wo sie immer wieder neu zum Leben erweckt werden muss, wurde wiederum charmant interpretiert von Klara Kolonits.

Mit der Annen-Polka von Strauss und dem (ebenfalls gesungenen) Frühlingsstimmen-Walzer wurde das Konzert zu einem kleinen Highlight im beginnenden Jahr.

Hervorzuheben sind neben der launigen Moderation die kluge Stückauswahl sowie die konzentrierten Gesangsleistungen der Solisten.

Klassik-Angebote

In Übersee mit dem Europaballett St. Pölten – Neujahrskonzerte in den USA, Kanada und im Oman.

Zur Jahreswende ist das Ensemble des Europaballetts international besonders gefragt. 20 Tänzerinnen und Tänzer bereisen die Vereinigten Staaten, Kanada und erstmals den Oman.
20 Tänzerinnen und Tänzer bereisen die Vereinigten Staaten, Kanada und erstmals den Oman. Mit traditionellen Neujahrskonzerten werden die größten Konzerthäuser in Sarasota, Clearwater, Fort Myers, Los Angeles, San Francisco, San Diego, Montreal, Ottawa und Quebec bespielt. Unter anderem war das Europaballett im legendären Dolby Theater zu sehen, wo jährlich die Oscarverleihungen stattfinden.   Mit Walzer und Polka von Johann Strauß, Franz Lehár und Emmerich Kálmán werden Tanz und Musik als universelle Sprache eingesetzt und vermitteln eine Botschaft der Freundschaft zwischen Nationen und Kulturen. Die Produktion Salute to Vienna von Attila Glatz Concert Productions vereint Musiker und Tänzer nationenübergreifend und bringt österreichische Kultur nach Übersee. Zwei Neujahrskonzerte werden im Royal Opera House in Muscat gegeben. Die Vereinigung des Wiener Staatsballetts begeistert gemeinsam mit dem Europaballett die Gäste der Hauptstadt. Den Abschluss dieser Tournee feiert das Europaballett am 5. Jänner 2020 um 16:00 Uhr im Theater des Balletts. Ein besonderes Highlight bei diesem Neujahrkonzert sind sicher die Solisten Ksenia Skorohodova (Sopran), Thomas Weinhappel (Bariton) und die Koloratursopranistin Anna Voshege. Gemeinsam mit Wolfgang Gratschmaier, der den Abend auch moderiert, und dem Original Wiener Salonensemble unter der Leitung von Lukas Rath und Choreografien von Michael Fichtenbaum werden Klassiker geboten, wie der Kaiserwalzer, die Tritsch Tratsch Polka oder der Donauwalzer.  

Karten unter:
+43 2742 230 000
tickets@europaballett.at www.europaballett.at  
Europaballett
Oriongasse 4, 3100 St. Pölten
Rezensionen KLASSIKER

"Landstreicher, da wo die Zitronen blüh´n, ein Blumenfest und geheime Anziehungskräfte" – Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2020

Der Lette Andris Nelsons stand heuer am Pult des wohl berühmtesten Konzertes der Welt. Ungewöhnlich gekleidet, das ist wohl sein Stil. Aber nicht nur mit der Wahl der Kleidung betritt er Neuland. 2020, das neue Jahrzehnt ist da. Willkommen! Im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins lässt es sich trefflich in dieses hineinfeiern.

Den 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven gilt es 2020 zu feiern. So wurden unter Berücksichtigung vieler anderer (traditioneller Neujahrskonzert-Komponisten) auch „Zwölf Contretänze“ (WoO 14) in die Auswahl genommen. Andris Nelsons griff überraschenderweise beim Postillon-Galopp (op. 16/2) von Hans Christian Lumbye zur Trompete und spielte selbst mit. Ein bisschen Spaß muss sein. „Leichte Melodien gegen trübe Gedanken“ soll das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker liefern. Das glückte. Wenn auch der Liebesgrüße-Walzer (op. 56, Josef Strauss) ein bisschen uninspiriert gespielt wurde, machte das „Wo die Citronen blüh´n“ (op. 364, Johann Strauss Sohn) wieder wett. Nie hat man diesen Walzer delikater gehört als bei diesem Konzert. Der bekannten Unterhaltung ergab man sich mit dem Walzer „Freuet euch des Lebens“ (op. 340) von Strauss Sohn und der „Tritsch-Tratsch-Polka“ (op.214).

Schön auch Eduard Strauss mit der Polka Mazur „Eisblume“ (op. 55). Mit dem Blumenfest (op. 111) von Johann Strauss Sohn (ebenfalls eine Polka) gelang den Philharmonikern ein weiteres herausragendes Stück. Die Ouvertüre zur Operette „Die Landstreicher“ (Uraufführung beim Sommertheater „Venedig in Wien“) von Carl Michael Ziehrer eröffnete mit leichtem Schwung das Konzert. Wunderbar zart auch die „Dynamiden“ (Geheime Anziehungskräfte) von Josef Strauss. Beim obligaten „Radetzkymarsch“ von Strauss Vater fungierte der Dirigent als „Einklatscher“.

Andris Nelsons gab ein sehr bemühtes und durchaus umjubeltes Debüt als Dirigent des Neujahrskonzertes der Wiener Philharmoniker ab. Dass er nicht nur durchmarschiert, sondern auch Humor gepaart mit einer tollen Technik besitzt, bewies er am 01.01. 2020.

Der Vorstand der Philharmoniker Daniel Froschauer, kündigte an, dass Riccardo Muti als Dirigent des Neujahrskonzertes für 2021 fungieren wird.

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Festkonzert zum 185. Jubiläum: Jahresabschluss des Musikvereins Schottwien/NÖ

Seit 1834 besteht der Musikverein vom „Felsennest“ Schottwien schon. Eine lange Zeit. Das wurde am 8. Dezember gebührend gefeiert. Ein wohlüberlegtes, reichhaltiges Programm begeisterte die bis auf den letzten Platz gefüllte Veranstaltungshalle in Schottwien.

Wo ein Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker endet, nämlich beim Marsch zu Ehren des Feldherrn von Radetzky, fangen die Schottwiener Musikanten erst an. Einleitende Worte kamen informativ und kompetent von Mag. Josef Schwendt, der auf die Uraufführung des Marsches von Strauss Vater am Wasserglacis in Wien hinwies. Aus dem Gründungsjahr der Schottwiener – 1834 – gibt es kein Werk, das spielbar wäre, erwähnte Obmann Günter Frass. Man griff also zurück (oder vor) auf das Jahr 1848. Wussten Sie, dass der Rhythmus des Radetzky-Marsches einer vollständigen Herzdruckmassage entspricht?

Eine musikalische Zeitreise: Die Popgruppe ABBA kam zu ihren Ehren. Ein Gold-Medley aus Stücken wie „Dancing Queen“, „The Winner takes it all“ oder „Fernando“ wurde gespielt. Hier ist die sehr gute Klangqualität hervorzuheben, denn bei diesen Nummern mit Blechblasinstrumenten zu arbeiten, ist zweifelsfrei herausfordernd. Kapellmeister Walter Pratscher ließ mit ausladenden Gesten seine MusikerInnen zur Höchstform auflaufen.

Der Kinderchor der Volksschule Schottwien unterstützte den Musikverein tatkräftig mit Gesang. Entzückend die Darbietungen der jungen SängerInnen gemeinsam mit dem Musikverein und der MV-Jugend. „Europa – Kinderland – wir geben uns die Hand, wozu sind Grenzen da?“ hieß es. Auch davon, dass alle mal klein anfangen, wussten die Jüngsten schon zu berichten. Und wo? „In der Schule“, mit diesem kleinen Lied wurde über manche „Schandtat“ erzählt.

Eine Filmmusik, komponiert von Hans Zimmer, versetzte ins Staunen: „Der Prinz von Ägypten“ kam (musikalisch) an. „Wenn Sie den Zeichentrickfilm dazu sehen, kennen Sie schon vorher die Melodie!“, meinte Frass.

Das Werk des Komponisten und Preisträgers des Österreichischen Blasmusikverbandes, Florian Moitzi, trägt den Namen „…und der Rest ist Österreich.“, und erinnert an die Verträge von St. Germain. Laut Mag. Schwendt handelt das Stück vom Untergang der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Es ist ein moll-lastiges Werk, Karl Renner träumte von einer Republik Deutschösterreich, zur Realisierung kam es nicht. Wilhelm Kienzl verfasste eine Melodie, welche in dem Stück zitiert wird: „Deutschösterreich, du herrliches Land!“. Nach den hitzigen Verhandlungen (Ö musste viele Teile abgeben, darunter Südtirol) soll der französische Ministerpräsident in St. Germain ausgerufen haben: „Le reste c´est L´Autrice!“ – „Und der Rest ist Österreich.“

Ein traditioneller Tiroler Schützenmarsch begleitete das Publikum in die Pause. „Sieg oder Tod im Alpenrot“ von Rudolf Kummerer.

Im 2. Teil präsentierte man den Marsch der Textilverarbeitenden Branche, „Textilaku“, einen Konzertmarsch von Karol Pádivy. Dieser besticht nicht nur durch ein flottes Marschtempo, auch durch feine Anklänge. Wenn man ganz genau hinhört, erkennt man ab der dritten Minute auch Elemente der Melodie des Sinatra-Songs „Love was made for me and you“.

Die wohl berühmteste Polka von Johann Strauss Sohn, die „Annen-Polka“! Sie ist allen Damen namens Anna und Nina gewidmet. In dieser Besetzung klingt das normalerweise ein wenig anders als bei Streichern! Doch die MusikerInnen vom MV Schottwien schaffen ein stimmiges Bild von großer Klangschönheit. Man merkt die harte Arbeit und die Liebe, die hier hineingesteckt wurde! Für das Konzert hatte man sich mit der Unterstützung von Musikschullehrer Johannes Barta auch den Text genauestens angesehen. In der Operette „Eine Nacht in Venedig“ findet die Annen-Polka Verwendung als das bekannte Schwips-Lied für eine Sopranistin. Lustiges Detail am Rande: Barta sang den Musikern auf der Probe „Mir ist auf einmal so komisch zumute“ vor.

Julius Fucik, von welchem der „Florentiner Marsch“ wohl eines der bekanntesten Stücke ist, schrieb die herzerwärmende „Frühlingsbotschaft“ von der man eine ganze Menge gebrauchen konnte.

Ehrungen für lange Mitgliedschaften beim MV Schottwien wurden vom Niederösterreichischen Blasmusikverband vergeben, vertreten durch Bezirksobmann Ernst Osterbauer, u.a. an Mag. Josef Schwendt, Johann Pratscher, Marion Wittine, Kathrin Putz und Michael Küberl.

Im Intro von „Für immer Du“ von Mathias Rauch spielen Flügelhorn, Tenorhorn und Tuba ein langsames Solo. Der melancholische Walzer sorgt bei Blasmusik-Fans immer wieder für Gänsehaut. Vom gleichen Komponisten existiert auch eine Polka, nämlich „Von der Seele“.

Mit zwei absoluten Klassikern ging das Konzert zu Ende: Der Rainer Marsch (mit eigenem Text der Volksschulkinder!) und der Bozner Bergsteiger Marsch brachten den Saal dann noch einmal zum heftigen Mit-Klatschen.

Ein gelungener Jahresausklang!

SPECIALS & CONCERTS

"Du hörst mir ja doch nie zu!" Ein bekannter Vorwurf. Fritz Karl und Duo de Salon in Klosterneuburg (NÖ)

Erzählungen über die Liebe und andere Missverständnisse. Wenn es doch nicht so kompliziert wäre. Dann wäre alles einfacher. Sehr einleuchtend. Emotionen, die nicht so leicht zu kontrollieren sind. Es gibt Schwärmerei, Ausbruch, Sehnsucht, Verzweiflung, Raserei.

Das alles sind Themen, derer sich der bekannte Schauspieler Fritz Karl annehmen wird. Am 04. Dezember 2019 tritt er in der Babenbergerhalle in Klosterneuburg gemeinsam mit dem Duo de Salon (musikalische Untermalung) auf. Ein Arrangement aus feiner Tangomusik (für Gitarre und Querflöte) begleitet die gesprochenen Worte aus der Feder des brasilianischen Bestseller-Autors Luis Fernando Verissimo. „Kleine Lügen“ – die besten Storys aus „Du hörst mir ja doch nie zu!“. Gabi Seifried spielt Querflöte, Guntram Zauner die Gitarre.

Fritz Karl ist bekannt aus Film und Fernsehen, auch das Theater in der Josefstadt war jahrelang schauspielerisch seine Wirkungsstätte. Er begann als Wiener Sängerknabe. Seine eigentliche Zielgruppe im Fernsehen definierte er in einem Interview als die „heterosexuelle Frau ab 45.“

Man darf sich auf eine leidenschaftliche Lesung freuen.

Info:

Fritz Karl und Duo de Salon mit Programm „Du hörst mir ja doch nie zu!“

Termin: 4. Dezember 2019, Beginn um 20.00

Ort: Babenbergerhalle Klosterneuburg im Rahmen des Jubiläumsprogramms

Karten: Tel: 02243/444273 und http://www.oeticket.com

Portraits und Stories

Matinee der Volksopernfreunde mit Martina Dorak und KS Josef Luftensteiner

Eine Freude in der Vorweihnachtszeit! Die Wiener Volksopernfreunde luden zur Matinee mit einem bekannten Sänger-Ehepaar. In der Gesellschaft für Musiktheater im 9. Bezirk wurde angeregt über die Karrieren und Erlebnisse der beiden Künstler geplaudert.

Die Sopranistin Martina Dorak und ihr Ehemann, Kammersänger Josef Luftensteiner, wirken an ihrem Stammhaus, der Wiener Volksoper. Sie hat eine Tanzausbildung zur klassischen Tänzerin an der Ballettschule der Wiener Staatsoper genossen und Schauspiel gemacht, er fing als Sängerknabe an. Beide üben leidenschaftlich ihren Beruf aus, das Singen und Darstellen.

Dr. Oliver Thomandl führte das Gespräch und hatte viele Fragen parat, die von Musikbeispielen untermalt wurden. So hörte man an diesem Vormittag zum Beispiel die „Adele“ aus der Strauss´schen Fledermaus, den „Leopold“ aus Benatzkys Weißem Rössl, ein Hybridstück aus Musical und Operette, und Martina Doraks Debut im Musical „Cats“ mit einem berührenden „Memories“. Beide durchliefen bis zum Engagement an ihrem Stammhaus, der Wiener Volksoper, zahlreiche künstlerische Stationen. Dorak tanzte an der Ballettakademie der Staatsoper und absolvierte ihre Gesangsausbildung bei Prof. Kahry an der Hochschule der Stadt Wien. Schauspiel belegte sie bei Elfriede Ott am Konservatorium. Luftensteiner war Sängerknabe, obwohl seine Eltern meinten, die dortigen Knaben „würden viel zu schön singen, das is‘ nix für unsern Buben“ und wollten ihn wieder wegschicken. Doch er hatte einen wundervollen Knabensopran, sang sogar die „Pamina“. Seine weitere Gesangsausbildung erhielt er am Brucknerkonservatorium in Linz und an der Musikhochschule Wien. An der Oper Graz war er Ensemblemitglied. Heute ist er Vorstandsmitglied beim Österreichischen Musiktheaterpreis.

Die Wiener Volksoper kümmere sich sowohl um die Tradition als auch die Moderne. Die beiden erklärten einstimmig, dass sie sich für junge Künstler einsetzen würden. Luftensteiner betonte, dass er kein „Sesselkleber“ sei, der Rollen auf ewig singen/spielen möchte (wie zum Beispiel mit 55 den Papageno). Man müsse erkennen, wann genug ist. Dorak möchte nicht immer das „brave Stubenmädl“ mimen, das hat sie zur Genüge getan. Sie sehnt sich nach einer „bösen“ Rolle. Am liebsten würde das Ehepaar gemeinsam auf der Bühne stehen, auf die Frage nach favorisierten Bühnenpartnern. Irgendwie logisch. Sie korrigieren sich gegenseitig („Jetzt schmierst Du wieder“), und meinen ebenso, dass es nichts „Schlimmes“ sei, eine Sängerehe einzugehen. Man lebe sich nicht auseinander, sondern es sei von unschätzbarem Wert, wenn sich der Partner in Deinem Beruf auskennt.

Charmant werden Anekdoten erzählt, Dorak ist eine sehr genaue „Textlernerin“, der nichts unangenehmer ist, als wenn eine Zeile verloren geht. Luftensteiner hatte den Rat bekommen, lieber sich zwei Minuten zu schämen, als stundenlang Text zu lernen.

Beim Musikfestival Steyr in Oberösterreich waren die beiden Künstler schon häufig engagiert. Man erinnere sich an aktuellere Produktionen wie „Im Weißen Rössl“ (Dorak als Chefin, Luftensteiner als Zahlkellner), „Wiener Blut“, „Die Fledermaus“ oder ganz aktuell „Chicago“.

Privat besitzt das Paar einen Hund und reist mit Vorliebe nach Griechenland. Dieser Destination sind sie schon lange treu. Sie besuchen immer dasselbe Hotel, eine schöne Tradition in einer unsteten, hektischen Zeit wie heute.

Josef Luftensteiner wurde die Ehre zuteil, die Ehrenmitgliedschaft der VOF (Volksopernfreunde) zu erhalten. Es wurde eine echte Überraschung für ihn.

Die beiden Künstler sind in der nächsten Premiere (mit viel Tanz!) der Volksoper Wien dabei: „König Karotte“, die „komische Zauberoper“ von Jacques Offenbach – eine Kooperation der Volksoper mit der Staatsoper Hannover – feiert am 23. November Premiere. Mit Martina Dorak als Baronin Koffre/Christiane/Corinne und Josef Luftensteiner als Graf Schopp, Geheimrat.

Neuigkeiten

Komödie im Bayerischen Hof München: „Sonny Boys“ (Neil Simon) mit Peter Weck und Friedrich von Thun

Altmeister wollen es noch einmal wissen – sowohl im Stück als Erzfeinde und Komödianten wie auch im Leben? Sagen wir, es macht ihnen einfach Spaß: Die Schauspiellegenden Peter Weck und Friedrich von Thun sind im Komödienklassiker „Sonny Boys“ in München zu sehen.

Willie Clark und Al Lewis – 43 Jahre lang waren sie auf der Bühne ein Komikerpaar und die Sketch-Kaiser. Willies Neffe Ben tut alles, damit die beiden nicht in der Villa in New Jersey beziehungsweise im Seniorenheim in Vergessenheit geraten. Aber das geht „Onkel Willie“ gehörig gegen den Strich, ist er doch mit Al Lewis herzlich verfeindet. Zusammen sollen sie noch einen Sketch fürs Fernsehen aufnehmen. Viel Überzeugungsarbeit ist nötig, dass dieser zustande kommt.

In der Rolle des Willie Clark ist Friedrich von Thun zu erleben, Peter Weck spielt den Al Lewis. Als Ben: Florian Stadler.

Info:

„Sonny Boys“ (Neil Simon)

Komödie im Bayerischen Hof in München, Deutschland

Es spielen: Peter Weck, Friedrich von Thun, Florian Stadler, Franziska Traub, Anne Bedenbender, Julia Gröbl, Erwin Nowak

Termine: von 06.11.2019 – 06.01.2020, verschiedene Termine und Beginnzeiten

Information und Kartenbestellung: https://www.komoedie-muenchen.de/spielplan/repertoire/sonny-boys.html