Matinee der Volksopernfreunde mit Martina Dorak und KS Josef Luftensteiner

Eine Freude in der Vorweihnachtszeit! Die Wiener Volksopernfreunde luden zur Matinee mit einem bekannten Sänger-Ehepaar. In der Gesellschaft für Musiktheater im 9. Bezirk wurde angeregt über die Karrieren und Erlebnisse der beiden Künstler geplaudert.

Die Sopranistin Martina Dorak und ihr Ehemann, Kammersänger Josef Luftensteiner, wirken an ihrem Stammhaus, der Wiener Volksoper. Sie hat eine Tanzausbildung zur klassischen Tänzerin an der Ballettschule der Wiener Staatsoper genossen und Schauspiel gemacht, er fing als Sängerknabe an. Beide üben leidenschaftlich ihren Beruf aus, das Singen und Darstellen.

Dr. Oliver Thomandl führte das Gespräch und hatte viele Fragen parat, die von Musikbeispielen untermalt wurden. So hörte man an diesem Vormittag zum Beispiel die „Adele“ aus der Strauss´schen Fledermaus, den „Leopold“ aus Benatzkys Weißem Rössl, ein Hybridstück aus Musical und Operette, und Martina Doraks Debut im Musical „Cats“ mit einem berührenden „Memories“. Beide durchliefen bis zum Engagement an ihrem Stammhaus, der Wiener Volksoper, zahlreiche künstlerische Stationen. Dorak tanzte an der Ballettakademie der Staatsoper und absolvierte ihre Gesangsausbildung bei Prof. Kahry an der Hochschule der Stadt Wien. Schauspiel belegte sie bei Elfriede Ott am Konservatorium. Luftensteiner war Sängerknabe, obwohl seine Eltern meinten, die dortigen Knaben „würden viel zu schön singen, das is‘ nix für unsern Buben“ und wollten ihn wieder wegschicken. Doch er hatte einen wundervollen Knabensopran, sang sogar die „Pamina“. Seine weitere Gesangsausbildung erhielt er am Brucknerkonservatorium in Linz und an der Musikhochschule Wien. An der Oper Graz war er Ensemblemitglied. Heute ist er Vorstandsmitglied beim Österreichischen Musiktheaterpreis.

Die Wiener Volksoper kümmere sich sowohl um die Tradition als auch die Moderne. Die beiden erklärten einstimmig, dass sie sich für junge Künstler einsetzen würden. Luftensteiner betonte, dass er kein „Sesselkleber“ sei, der Rollen auf ewig singen/spielen möchte (wie zum Beispiel mit 55 den Papageno). Man müsse erkennen, wann genug ist. Dorak möchte nicht immer das „brave Stubenmädl“ mimen, das hat sie zur Genüge getan. Sie sehnt sich nach einer „bösen“ Rolle. Am liebsten würde das Ehepaar gemeinsam auf der Bühne stehen, auf die Frage nach favorisierten Bühnenpartnern. Irgendwie logisch. Sie korrigieren sich gegenseitig („Jetzt schmierst Du wieder“), und meinen ebenso, dass es nichts „Schlimmes“ sei, eine Sängerehe einzugehen. Man lebe sich nicht auseinander, sondern es sei von unschätzbarem Wert, wenn sich der Partner in Deinem Beruf auskennt.

Charmant werden Anekdoten erzählt, Dorak ist eine sehr genaue „Textlernerin“, der nichts unangenehmer ist, als wenn eine Zeile verloren geht. Luftensteiner hatte den Rat bekommen, lieber sich zwei Minuten zu schämen, als stundenlang Text zu lernen.

Beim Musikfestival Steyr in Oberösterreich waren die beiden Künstler schon häufig engagiert. Man erinnere sich an aktuellere Produktionen wie „Im Weißen Rössl“ (Dorak als Chefin, Luftensteiner als Zahlkellner), „Wiener Blut“, „Die Fledermaus“ oder ganz aktuell „Chicago“.

Privat besitzt das Paar einen Hund und reist mit Vorliebe nach Griechenland. Dieser Destination sind sie schon lange treu. Sie besuchen immer dasselbe Hotel, eine schöne Tradition in einer unsteten, hektischen Zeit wie heute.

Josef Luftensteiner wurde die Ehre zuteil, die Ehrenmitgliedschaft der VOF (Volksopernfreunde) zu erhalten. Es wurde eine echte Überraschung für ihn.

Die beiden Künstler sind in der nächsten Premiere (mit viel Tanz!) der Volksoper Wien dabei: „König Karotte“, die „komische Zauberoper“ von Jacques Offenbach – eine Kooperation der Volksoper mit der Staatsoper Hannover – feiert am 23. November Premiere. Mit Martina Dorak als Baronin Koffre/Christiane/Corinne und Josef Luftensteiner als Graf Schopp, Geheimrat.

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