Aida Garifullina

Die beiden OPERALIA-Gewinnerinnen in einer Oper!

 

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Neuproduktion „La Bohéme“ an der Opéra National de Paris Foto (c) B. Uhlig

 

 

Placido Domingos Wettbewerb „OPERALIA“ zur Findung neuer, junger Operntalente hat zwei sehr besondere Sängerinnen auf ein Podest gehoben: Es handelt sich dabei um Sonya Yoncheva (Gewinnerin 2010) und Aida Garifullina (Gewinnerin 2013). 

An der Operá National de Paris werden die beiden Damen heute in Puccinis „La Bohéme“ die Mimi und die Musetta verkörpern. Was für eine „Opening Night“!

Keine nächste Anna Netrebko, sondern die erste Aida: Garifullina!

 

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Aida Garifullina (c) Kazan.com

 

 

Sie ist, kann man konstatieren, der Star der Stunde. Und sie als nächste Anna Netrebko zu bezeichnen, ist nicht angesagt. Sie ist die erste Aida: Aida Garifullina, die zu dieser Zeit mit einer mehr als steilen Karriere aufhorchen lässt. 

Der Opern-Shootingstar Aida Garifullina lebt das Leben einer modernen Opernsängerin. Viel Kultur, noch mehr Reisen und Engagements, welche hochkarätig sind. Gerne lässt sie auch ihre zahlreichen Follower in den sozialen Medien an ihrem Leben teilhaben. Das ist ein Novum im Bereich der Opernsängerinnen, die sich zuvor eigentlich hauptsächlich immer bedeckt gaben. Aber jeder soll wissen, was sie vorhat und vor allem, welche Engagements sie hat. Sie will sich nicht zufrieden geben mit kleinen Rollen. Mit ihrem Talent wird sie es nicht schwer haben, in kurzer Zeit eine große Karriere anzustreben. Sie arbeitete hart an ihren Zielen: Eines davon war die Wiener Staatsoper. Früher war diese nur „ein Traum am Stehplatz“. Heute steht sie selbst auf der großen Bühne und ist manchmal noch sehr aufgeregt.

Sie strebt immer nach mehr. Aida Garifullina, die 2015 an der Wiener Staatsoper mit der Zerlina zu hören war, wird auch bald 2018 im Haus am Ring die Gilda, Tochter des Hofnarren Rigoletto, interpretieren. Man kann sich vorstellen, dass diese Rolle sehr gut zu ihr und ihrer kräftigen Stimme, die auch zu leisesten Tönen fähig ist, passt.

Geboren in Kasan, hat sie in Wien Gesang studiert und immer schon ambitionierte Ziele gehabt. Valery Gergiev lud sie ein, als Susanna in „Le nozze“ am Mariinskij-Theater zu singen. Garifullina war die Gewinnerin von Plácido Domingos OPERALIA (internationaler Gesangswettbewerb für junge OpernsängerInnen) im Jahr 2013.

Man kann sich immer wieder davon überzeugen, dass Aida Garifullina noch eine riesige Karriere bevorstehen wird!

Nicht nur Elgar: Die Sommernachtsgala 2017 in Grafenegg.

 

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Dmitri Hvorostovsky und Aida Garifullina (c) T. Jantzen

 

 

An dem mehr als lauen Sommerabend – viele Besucher hatten sich Picknickdecken mitgebracht wie schon traditionell üblich – gaben sich in Grafenegg unter der Patronanz von Rudolf Buchbinder Künstler-Berühmtheiten die Ehre. Unter ihnen der russische Bariton Dmitri Hvorostovsky (Дмитрий Александрович Хворостовский) und die tatarische junge Wunderstimme Aida Garifullina.

Das Tonkünstler Orchester Niederösterreich unter der Leitung von Yutaka Sado, dem engagierten und energischen Dirigenten, ist heuer in Grafenegg sehr intensiv eingesetzt. So begleitete es die Sopranistin Garifullina bei ihrem gefühlvollen „Wiegenlied“ der Maria aus Tschaikowskis Mazeppa (inspiriert von Iwan Mazeppa). Eine Oper mit unglaublich grausamer Handlung. Garifullinas ätherisch hohe Töne sprechen für sich.

Die georgische Pianistin Khatia Buniatishvili musste krankheitsbedingt ihren Auftritt in Grafenegg absagen.

Der große russische Bariton Hvorostovsky macht eine schwere Zeit durch, wie viele wissen. Nichtsdestotrotz bewies er stimmliche Festigkeit, ein schön gefärbtes dunkles Timbre sowie Eleganz und Spielfreude. Im Duett mit Garifullina bei Mozarts „La ci darem la mano“ strahlen beide, und Garifullina outriert gewollt.

Durch die Reihen der Festgäste schreitet die Sopranistin bei Musettas wundervollem Walzerlied „Quando m´en vo“ aus Puccinis La Bohéme. Ihre Schönheit und auch ihre stimmliche Präsenz kann man tatsächlich bewundern.

Hvorostovsky lässt mit der „Abrechnung“ des Rigoletto „Cortigianni, vil razza dannata“ aufhorchen. Der bucklige Hofnarr bei Verdi fordert seine Tochter zurück. Der Bariton macht eindrucksvoll klar, dass sich die bösen Günstlinge warm anziehen können.

Yutaka Sado treibt „sein Orchester“ bei Ouvertüren zu „Don Giovanni“ (Mozart), „La forza del destino“ (Verdi) und dem Intermezzo aus „Cavalleria Rusticana“ (Mascagni) zu guten Leistungen.

Aida Garifullina legt bei der „Mattinata“ von Leoncavallo noch eine „Schaufel“ nach und begeistert. Großer Applaus an dieser Stelle.

Mit Tagliaferris „Passione“ und „Ochi chornye“ (Schwarze Augen) in einer Bearbeitung von Reynolds liefert Dmitri Hvorostovsky leidenschaftliche Werke.

Als „Abschluss“ der Sommernachtsgala besingen Garifullina und Hvorostovsky die „Moskauer Nächte“ von Sedoi. Der Kreis wird (wie immer in Grafenegg) mit dem populären Marsch „Pomp and Circumstance“ von Edward Elgar geschlossen.

„Sängerfest“ für das Bühnen-Liebespaar: Roméo et Juliette mit Florez und Garifullina unter dem Dirigat von Domingo / STAATSOPER WIEN

 

 

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Maestro Plácido Domingo hat sich mit dem Dirigat dieser Oper wohl einen Lebenstraum erfüllt. Schließlich hat er als junger Mann den Umgang mit dem Taktstock auch wissenschaftlich studiert. Über die sozialen Medien bedankte er sich schon bei „Wien“ für die tolle Zusammenarbeit. An der Wiener Staatsoper eine Oper zu dirigieren, ist eine Klasse für sich. Man weiß schließlich, dass das Wiener Publikum „anders“ ist. Die C´s sind höher als anderswo, wie man es treffend ausgedrückt hat.

In der Inszenierung von Jürgen Flimm treten der Kampf um Familienehre, allfällige Feindschaften und die ganz große Liebe wieder ihren Siegeszug an. Man mag es kaum glauben, aber auch etwas reduziert funktioniert das ganz gut.Stellenweise kommt die Inszenierung ganz „poppig“ an.

Das Dirigat von Domingo beurteilten die beiden Protagonisten bereits mit „außergewöhnlich“, sie hätten „immer Blickkontakt“ und er „atme als Sänger mit ihnen mit“.

Juan Diego Flórez, der bereits heuer seit der Silvestervorstellung an der Staatsoper eine tragende Rolle spielt, genießt „sein Wien“ und zeigt es auch. Die Interpretation des Roméo gerät verzweifelt, leidend, liebend, zeitgemäß, verstrickt, entwoben. Ein Lob an dieser Stelle.

Die junge, von Domingo bei seinem Operalia (http://www.operaliacompetition.org/) Wettbewerb entdeckte Russin Aida Garifullina rührt mit ihrer perfekten Stimme, ist als Juliette frisch, leicht, dramatisch und eine ideale Besetzung. Entwicklungstechnisch werden noch einige tolle Rollen auf die voll motivierte junge Frau warten. In Kreisen wird sie gar schon als „Next Netrebko“ gehandelt.

 

 

 

 

NEUES von…Aida Garifullina

Garifullina

(c) Decca classics

 

  • Die junge, aufstrebende Sopranistin wird in der neuen Saison der Wiener Staatsoper 2015/16 im Oktober die Zerlina in „Don Giovanni“ und im November die Musetta in „La bohéme“ verkörpern. In kurzer Zeit hat sie einen beachtlichen Karrieresprung unternommen.

-Martina Klinger-