Anna Netrebko

Sommeroper (7): Anna Netrebkos Debüt als AIDA bei den Salzburger Festspielen

 

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Anna Netrebko als Aida (c) APA/Barbara Gindl

 

 

Es ist die wohl am meisten erwartete Oper des Sommers, mit einer berühmten Rollen-Debütantin: Die Salzburger Produktion der „AIDA“ (Giuseppe Verdi). Das alte Ägypten sollte Einzug halten, aber viel minimalistischer als erwartet. Es ist kein Spektakel mit Pomp und Trompeten geworden.

Man erkennt Anna Netrebko, die „westöstliche Diva“, wie sie in einer Fernsehsendung genannt wurde, anfangs fast nicht. Stark geschminkt mit Katzenaugen lässt sie ihre Stimme zu den höchsten Tönen ansetzen. Sie klingt stark, gefestigt und mächtig, geht in ihrer Rolle auf. Monatelang haben alle auf dieses Debüt gewartet, die Premiere war ausverkauft. Kleine Schilder mit „Suche Karte“ außerhalb der Festspielstätte keine Seltenheit.

Statisch und traditionell – so wird die Produktion angekündigt. Traditionell ist sie, statisch kann man sie auch sehen. Sie ist eben anders. Salzburg, oder besser die iranisch-amerikanische Regisseurin (auch Filmregisseurin) Shirin Neshat hat einen ganz besonderen, eigenen Stil eingebracht. Von fast erdrückendem Purismus. Nichts stört, nichts ist voller Emotionen. Nur die Sänger und Sängerinnen bringen diese Emotionen in die kalten, doch reduziert-ausdrucksvollen Wände. Riccardo Muti dirigiert diese Produktion, und man merkt: Hier ist ein Profi am Werk!

Man mag sich über szenischen Stillstand echauffieren. Diese Produktion ist modern, frisch und jugendlich.

Anna Netrebkos Partner auf der Bühne ist als Feldherr Radames Francesco Meli, der die Partie tadellos beherrscht. Ihre Gegenspielerin Ekaterina Semenchuk schreibt als Amneris ein Stück weiterer Festspielgeschichte. Luca Salsi und Roberto Tagliavini als Könige, die sich profund stimmlich und darstellerisch bekriegen.

Salzburg hat definitiv keine solche Aida gehabt!

NEUES von…Anna Netrebko

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(c) Viennareport

 

 

Die Welt-Sopranistin kommt wieder an die Wiener Staatsoper, und zwar um ihre Rolle „Manon“ in Puccinis Manon Lescaut zu singen und zu performen.

Vorschau: Luca Pisaroni und Anna Netrebko in Anna Bolena / Zürich

Luca Pisaroni, Bassbariton Anna Netrebko, Sopran

Oper Zürich                                                                                                März 2015

Der etablierte Bassbariton Luca Pisaroni, dem bekanntermaßen die bösen, dunklen Opernrollen liegen. Er ist es, der „Auserwählte“ für die Rolle des unerbittlichen Heinrich VIII. Dieser hat keine weiße Weste, hat doch ein außereheliches Verhältnis. Niemand ist in „Anna Bolena“ mit dem oder der jeweils anderen glücklich.

Pisaroni, der erfahrene Mozart-Sänger, schwenkt für diese Oper auf Donizetti um, lässt auch die Gesangstechnik changieren. Kein Leporello, sondern ein harter, dunkler König soll er sein.

Gemeinsam mit Anna Netrebko, die wieder die Anna, nämlich Bolena, mimen wird, steht er ab 20. März in Zürich auf der Opernbühne. Die musikalische Leitung wird Andriy Yurkevych übernehmen, inszenieren wird Giancarlo del Monaco.

Man darf gespannt sein!

 

Link:

https://www.opernhaus.ch/vorstellung/detail/anna-bolena-20-03-2015-4185/

 

 

 

 

 

Feuriger Edwin, feine Sylva in Dresden

Semperoper Dresden                                                                                              Dezember 2014

Mit einer konzertanten Aufführung von Emmerich Kálmáns „Csárdásfürstin“ versuchte die Dresdner Oper das Publikum zu verwöhnen. Natürlich hat man gewisse Erwartungen, wenn auf der Besetzungsliste Namen wie Anna Netrebko und Juan Diego Flórez zu finden sind. Sie beide gaben ihr (deutschsprachiges) Rollendebüt. Netrebko als Sylva Varescu, Flórez als Edwin. Operette gesungen von zwei Opern-Stars? Wie man sagen könnte, eine „Luxusbesetzung“. Aber damit ist es nicht getan.

Die Staatskapelle Dresden unter Christian Thielemann gestaltete die Ouvertüre sehr opernhaft, mit viel Schmelz, sehr flott und als außergewöhnliches Hörerlebnis. Motive einfach abzuarbeiten, ist Thielemanns Sache nicht. Er kostet gemeinsam mit „seinen“ Musikern die Töne aus, versucht die Nuancen feiner Emotionen herauszuarbeiten.

Nun, Anna Netrebko betritt die Bühne im rosa Pelz, rosa Kleid, rosa Ring. Alles fein abgestimmt, aber für eine Sylva wirkt sie zu steif, zu fein, soll sie doch eine „aus dem Varieté“ mimen. Sie verteilt Luftküsschen. Die Herausforderung einer konzertanten Aufführung: Die Sänger und Sängerinnen müssen darstellerisch zu einem Gutteil wettmachen, was an Bühnenbild und Ausstattung nicht vorhanden ist. Alles Augenmerk ist auf sie gerichtet. Bei „Heia, heia in den Bergen ist mein Heimatland“, einer respektabel schweren Arie, lässt sich „die“ Netrebko natürlich stimmlich nichts nachsagen. Der Passage „O la la, so bin ich gebaut“ verpasst sie eine etwas überzogene Tanzeinlage und den Spitzenton am Ende kostet sie voll aus. Sie hat viel vokale Kraft, sie ist eine Traviata, eine Leonora, eine Manon. Aber keine Sylva Varescu.

Ihr männlicher Partner Juan Diego Flórez hat eine Stimme, die sich allen Gegebenheiten anpasst. Die fließende, monströse Tenorstimme entfaltet an mehreren Stellen ihre volle Wirkung. Ein Edwin Ronald wird aber aus ihm im Leben nicht. Der Peruaner ist mehr bemüht, sein Temperament im Zaum zu halten, während die Rolle des Edwin Ronald Karl Maria von und zu Lippert-Weylersheim ja mehr in Richtung „honorige Schlaftablette“ anzusiedeln ist. Er singt berührend „Heut´Nacht hab´ich geträumt von Dir“. Man glaubt es ihm. Aber die Rolle ist ihm im Gesamten (leider) nicht auf den Leib geschneidert. Sein Deutsch ist gut. Er bemüht sich sehr zu phrasieren.

Netrebkos Deutsch mischt sich ein wenig mit Englisch. Man verzeiht, das ist nicht problematisch. Beide sind allerdings sehr bemüht, nur hat man nicht immer das Gefühl, dass sie verstehen, was sie singen. Sie geben ein sehr hübsches Bühnenpaar ab.

Natürlich ist die stimmliche Qualität, die beide mitbringen, nahezu ein Garant für ein insgesamt gelungenes Konzert. Darstellerisch können die beiden nicht allen Wünschen nachkommen. Das Publikum ließ sich zu tosendem Applaus hinreißen.

-MK-

 

Links:

http://www.semperoper.de

http://www.annanetrebko.com

http://www.juandiegoflorez.com