Herbert Lippert

NEUES von…Herbert Lippert

(c) herbertlippert.com

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  • Der Tenor hat eben erst sein Engagement als „Kapitän der Herzog von Urbino“ bei den Seefestspielen Mörbisch abgeschlossen.
  • Im September erwarten ihn an der Wiener Staatsoper zwei unterschiedliche Werke: „Der fliegende Holländer“ und „Khovanshchina“, wo er jeweils den „Erik“ und „Golyzin“ singen wird.

-Martina Klinger-

SOMMERBühne 3: Auf hoher See mit sehr viel Schmäh – SEEFESTSPIELE MÖRBISCH mit Eine Nacht in Venedig

Seefestspiele Mörbisch. Burgenland

Die gewohnte Opulenz zu zeigen, war offenbar heuer Intendantin KS Dagmar Schellenbergers Ziel bei den Seefestspielen Mörbisch. Dies ist sehr gut gelungen. (Lesen Sie hier eine Vorschau vom Kulturpavillon im Dezember 2014: Lagunenstadt im Burgenland-nächstes Jahr) Dieses schöne Werk ist die ewig aktuelle „Nacht in Venedig“ von Johann Strauss, übrigens seine einzige Operette, die in Berlin uraufgeführt wurde (1883). Sanft und an manchen Stellen weniger sanft, aber sehr effektiv wurde sie in die Gegenwart geholt.

Eine durchwegs stringente und amüsante Änderung am Original wurde vorgenommen: Caramello ist hier in Mörbisch nicht der Leibbarbier des Herzogs, sondern sein erster Offizier. Warum das? Weil der Herzog der Kapitän seines eigenen Schiffes ist: Die HERZOG von URBINO (imaginär der Reederei MSC zugeordnet) legt in Mörbisch vor Anker. Es ist ein Riesen-Dampfer, ein Kreuzfahrtschiff, das schon von Weitem alle Blicke auf sich zieht. Bewegt wird diese überdimensionale Kulisse per Rad im Hintergrund von „acht Technikern, die sich das Fitnessstudio sparen“, wie die Intendantin im Vorfeld erklärte. Die liebevoll gestaltete Kulisse mit Trattoria und sonstigen original italienischen Einrichtungen stammt von Walter Vogelweider. Spektakulärer Genuss für das Auge. In Punkto Genuss für das Ohr kommt man heuer als anspruchsvoller Operettenbesucher auch nicht (viel) zu kurz. Hierfür sorgen meistens die Hauptpartien: Herbert Lippert begeistert als Herzog von Urbino (oder Kapitän), der seine Kapitänsmütze auch schon einmal launig gegen ein Kostüm im Stil von Jack Sparrow aus „Fluch der Karibik“ tauscht; Mirko Roschkowski als sein 1. Offizier gibt sich große Mühe und wird belohnt. Einen lustigen und stimmlich guten Pappacoda liefert Roman Martin ab. Die Annina, reizvoll verkörpert von Elena Puszta, hat ein bisserl mit der Höhe zu kämpfen. Verena Barth-Jurca als Ciboletta singt gut, darstellerisch ist sie sehr flott unterwegs. Die tanzenden Karnevalsbesucher (Choreografie von Mirko Mahr von der Oper Leipzig) hübschen die Szenerie auf.

Die große Cinemascope-Bühne will, wie auch jedes Jahr, mit Leben gefüllt werden. Der Dampfer ist ohne Frage das zentrale Element dieser sehr flotten Inszenierung mit markigen Sprüchen. Für diese sorgte jemand, den man so gar nicht der Operette zuordnen würde: Joesi Prokopetz. Er frischte ein wenig den Text auf und sorgte sich sogleich um die „Sitten“. Aber bitte, wir sind hier nicht im „Zigeunerbaron“. Es ist eine gute Idee, mit Prokopetz ein wenig Kabarett einziehen zu lassen. Er übernahm auch gleich die Rolle des Senator Barbaruccio. Dass man es mit dem Kabarett auch übertreiben kann, zeigte Verena Scheitz als Agricola. Wie sehr sie sich auch müht, Sprechen ist eher ihre Stärke als Singen. Da kommt dann schon die Moderatorin in ihr durch. Darstellerisch sehr in Ordnung.

Zwei mit dem Titel Kammersänger(in) konnte man heuer ebenfalls auf der Bühne bewundern: Die Intendantin Dagmar Schellenberger höchstselbst als Frau Delacqua, Barbara, ließ (nicht nur) mit ihrem Schwipslied aufhorchen. Heinz Zednik als Senator Bartolomeo Delacqua lässt keine Wünsche offen, ein großer Sänger.

Der ebenfalls wie die beiden vorigen Mörbisch-erfahrene Ernst-Dieter Suttheimer (Enterich im „Bettelstudent“) darf sich als Senator Testaccio Lacher holen. Seine Frau Constantia wird von der Tochter des Festspielgründers Herbert Alsen, Marina Alsen verkörpert. Spielfreudig und kokett gibt sie auf der Bühne alles. Newcomer Otto Jaus schließlich komplettiert das Ensemble mit seinem heißblütigen Enrico Piselli, der Barbara ganz stürmisch umwirbt.

Die Regie liegt in den bewährten Händen von Operettenspezialist Karl Absenger, der in Mörbisch schon das „Weiße Rössl“ in Szene setzte. Er führt die Personen durch das heiter-amouröse Treiben. Musikalisch lässt sich unter dem Dirigat von Andreas Schüller nichts beanstanden. Die Musik fließt rasch wie die Wellen vor dem Palazzo Ducale.

-Martina Klinger-

Information:

Alle Spieltermine unter folgendem Link:

http://www.seefestspiele-moerbisch.at/programm/eine-nacht-in-venedig/spieltermine/

Seefestspiele Mörbisch / Bühnenbild für Eine Nacht in Venedig, Walter Vogelweider

Seefestspiele Mörbisch / Bühnenbild für Eine Nacht in Venedig, Walter Vogelweider  (c) Jerzy Bin Photography

Lagunenstadt im Burgenland – nächstes Jahr

Seefestspiele Mörbisch/Burgenland                                                               Dezember 2014

Das größte Operettenfestival wird 2015 italienisches Flair versprühen. „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauss steht dann auf dem Programm von Intendantin KS Dagmar Schellenberger. Eine Pressekonferenz inklusive Vorgeschmack gab es aber schon jetzt.

Keine Mühen werden gescheut: Ein riesengroßer Dampfer wird die Seebühne befahren. Venedig ist ja schließlich auch beliebt als Ausgangspunkt (-hafen) für Kreuzfahrten. Walter Vogelweider zeichnet für das Bühnenbild, das schon recht vielversprechend ausschaut, verantwortlich. Operetten-Spezialist Karl Absenger, in Mörbisch schon bekannt seit 2008 („Im weißen Rössl“) und 2014 („Anatevka“) führt Regie. Die Kostüme werden von Susanne Thomasberger gestaltet.

Herbert Lippert, der gefeierte Eisenstein von 2012, wird sich inmitten des Sees wieder die Ehre geben, diesmal nicht als klassischer Herzog, sondern als Kapitän (!). Der Caramello ist der deutsche Sänger Mirko Roschkowski, der lustige Koch Pappacoda wird gesungen von Roman Martin (Volksoper Wien), die Annina von Elena Puszta/Annika Gerhards. Als Ciboletta („Zwiebelchen“) wird Verena Barth-Jurca zu hören sein. Zu den drei lieben Senatoren (Bartolomeo Delacqua, Stefano Barbaruccio und Giorgio Testaccio) dürfen sich der erprobte Heinz Zednik, Joesi Prokopetz (interessant) und Ernst-Dieter Suttheimer ernennen. Ihre Frauen sind einerseits die Intendantin höchstselbst (Barbara, Delaquas Frau), Verena Scheitz (Agricola, Barbaruccios Frau) und eine weitere Mörbischer Institution fast seit dem Gründungsjahr 1957: Marina Alsen, Tochter des Festspielgründers Herbert Alsen, wird die Rolle der Constantia, Testaccios Frau übernehmen. Ein völliger Newcomer ist hingegen Comedian Otto Jaus, der den Verführer Enrico Piselli mimen wird.

Die musikalische Leitung wird bei Andreas Schüller liegen. Der Sommer wird interessant und italienisch.

-Martina Klinger-

 

Eine Nacht in Venedig

Eine Nacht in Venedig

Link:

http://www.seefestspiele-moerbisch.at