Plácido Domingo

Plácido nuestro wird (wieder) Doktor!

Plácido Domingo, gefeiert als einer der bedeutendsten Künstler des 20./21. Jahrhunderts. Seine Interpretationen setzten neue Maßstäbe. Domingo arbeitet immer noch unermüdlich. Energie, Kraft und Körper/Stimme und Geist im Gleichklang, das ist wohl seine Disziplin. Wer beim Wort „Doktor“ jetzt vielleicht an „L´elisir d´amore“ denkt, liegt aber falsch…

Die Besuche in der Stadt Wien bezeichnet er als „Singing and Signing“ – also Singen und Signieren. Kaum hat er den Bühneneingang der Wiener Staatsoper verlassen, warten die Fans auf ein wenig Aufmerksamkeit. Die Verbundenheit zu Österreich wird immer wichtig für ihn sein, denn hier „trifft er jeden Ton“ laut eigener Aussage.

Die Manhattan School of Music wird Plácido Domingo ein Ehrendoktorat in „Musical Arts“ verleihen. Dies wurde eben angekündigt. Die Zeremonie soll am 11. Mai stattfinden. Domingo ist bereits Träger einer Ehrendoktorwürde der Universität Pecs.

 

Plácido nuestro feiert Geburtstag! Der Tenorissimo freut sich auf weitere Highlights!

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Plácido Domingo, spanischer Opernstar der Superlative. Vielbeschäftigt, engagiert, war er Teil der „Drei Tenöre“. Aber auch solo hört er sich sehr gut an. Die Wiener Staatsoper bezeichnet ihn als einen der bedeutendsten Künstler des 20./21. Jahrhunderts. Er setzt Maßstäbe in der Interpretation von Rollen. Sein Repertoire umfasst 147 Rollen. Unfassbar, eigentlich….

Bei den Salzburger Festspielen triumphierte Domingo in „I Due Foscari“, er wollte „AIDA“ ganz groß herausbringen – seine World Stadium Tour wurde aber leider nichts – er singt unermüdlich, auf der ganzen Welt. Auch zur Operette, welch Wunder, hat er sich früher bekannt: Sein Album „Romanzas de Zarzuelas“ (Zarzuela = spanische Operette) von 1990 wurde zum Erfolg. Er wuchs in einem Haus dieser Tradition verpflichtet auf.

Domingo mag als einer der letzten gelten, die stimmliche Mittel wirklich noch ausschöpfen. Energie und Kondition sind seine gepachteten Schlagworte. Vor kurzem hat er von den Medien vielbeachtet die Eröffnung des Wiener Philharmonikerballes dirigiert.

In Wien ist Plácido Domingo im Mai 2018 wieder zu erleben: In La Traviata (Verdi).

 

Plácido Domingos „AIDA Stadium World Tour“ ist geplatzt!

 

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Tenor und Dirigent Plácido Domingo vor seinem Riesen-Projekt „AIDA“ (c) APA picturedesk

 

 

Der große Tenor und Dirigent Domingo hatte sich auf seine neue Aufgabe sehr gefreut. Doch nun ist sein Bestreben geplatzt. Er wollte nämlich die Monumentaloper „Aida“ (G. Verdi) in großen Stadien aufführen lassen. Es sollte ein riesiges Spektakel werden, um neue Freunde für das Genre Oper zu finden. Es wäre ein großer Aufwand geworden: Alleine 90 Trucks für das Equipment sollten zwischen den bespielten Stadien verkehren.

In die großen Sportarenen Europas hätte Domingo als Dirigent und künstlerischer Leiter eingeladen: Paris, Basel, Wien, Amsterdam, Stockholm, Hamburg, München, Frankfurt und Gelsenkirchen. Das wären die Spielorte gewesen. In Wien wurde schon eine Verschiebung vom 18.06. 2017 auf 09.06.2018 angedacht.

Nun ist der Veranstalter insolvent. Beim Amtsgericht Düsseldorf hat die Art & Entertainment LIVE GmbH einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Die Düsseldorfer Anwaltskanzlei AndresPartner veröffentlichte diesbezüglich eine Mitteilung.

Domingo wäre sehr enttäuscht über die finanzielle Pleite des Veranstalters, wie sein Management in Wien mitteilte.

Ob es einen Ersatz durch andere Veranstalter geben wird, ist noch nicht klar.

 

Maestro Domingo dirigiert in Wien die „Wallmann“-Tosca! Mit Kyung Rim, Antonenko, Vratogna / STAATSOPER WIEN

 

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Tosca; Bild: Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

 

 

Heiß geliebt und umstritten, unzählige Male gespielt, das Bühnenbild dem Wiener Opernpublikum schon sehr vertraut: Die Wiener  „Wallmann“-Tosca. Man kann sie zum Repertoire zählen, trotzdem ist sie immer anders, und immer besonders!

Plácido Domingo, Tenorissimo und immer vielbeschäftigt, hat sich mit Genuss wieder einmal auf das Opernpult eingelassen. Es macht ihm viel Freude, die Sänger (wie er ja auch selbst einer ist) auf ihrem  durchaus harten, mit 2 Pausen versehenen Tosca-Weg zu begleiten. Er atmet mit, wie auch schon Aida Garifullina in der von ihm betreuten Romeo et Juliette-Serie am selben Haus bemerkte.

Die Tosca der jungen Sopranistin Sae Kyung Rim vom Musikkonservatorium Mailand überzeugte mit großer, ausladender Stimme und intensivem Schauspiel das Publikum. Niemand konnte an diesem Abend zumindest ein leichtes „Kränkeln“ verstecken.

Alexandrs Antonenko hatte diesmal keinen leichten Tosca-Tag, er trat schwer krank als Cavaradossi auf die Bühne. Dennoch geriet sein Gesang dafür gut.

Marco Vratogna, der kämpferische und tapfere Italiener, (kurzfristig für KS Thomas Hampson eingesprungen), ersang sich den Scarpia auf seine Weise, hatte aber mit einigen stimmlichen Widrigkeiten zu kämpfen.

Paolo Rumetz, Benedikt Kobel (auch leidenschaftlicher „Chefzeichner“ der Staatsoper) und Hans Peter Kammerer gaben ihr Bestes, der junge Ryan Speedo Green als Angelotti wirkte ausgeglichen und hat bestimmt noch eine steile Karriere vor sich!

 

„Sängerfest“ für das Bühnen-Liebespaar: Roméo et Juliette mit Florez und Garifullina unter dem Dirigat von Domingo / STAATSOPER WIEN

 

 

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Maestro Plácido Domingo hat sich mit dem Dirigat dieser Oper wohl einen Lebenstraum erfüllt. Schließlich hat er als junger Mann den Umgang mit dem Taktstock auch wissenschaftlich studiert. Über die sozialen Medien bedankte er sich schon bei „Wien“ für die tolle Zusammenarbeit. An der Wiener Staatsoper eine Oper zu dirigieren, ist eine Klasse für sich. Man weiß schließlich, dass das Wiener Publikum „anders“ ist. Die C´s sind höher als anderswo, wie man es treffend ausgedrückt hat.

In der Inszenierung von Jürgen Flimm treten der Kampf um Familienehre, allfällige Feindschaften und die ganz große Liebe wieder ihren Siegeszug an. Man mag es kaum glauben, aber auch etwas reduziert funktioniert das ganz gut.Stellenweise kommt die Inszenierung ganz „poppig“ an.

Das Dirigat von Domingo beurteilten die beiden Protagonisten bereits mit „außergewöhnlich“, sie hätten „immer Blickkontakt“ und er „atme als Sänger mit ihnen mit“.

Juan Diego Flórez, der bereits heuer seit der Silvestervorstellung an der Staatsoper eine tragende Rolle spielt, genießt „sein Wien“ und zeigt es auch. Die Interpretation des Roméo gerät verzweifelt, leidend, liebend, zeitgemäß, verstrickt, entwoben. Ein Lob an dieser Stelle.

Die junge, von Domingo bei seinem Operalia (http://www.operaliacompetition.org/) Wettbewerb entdeckte Russin Aida Garifullina rührt mit ihrer perfekten Stimme, ist als Juliette frisch, leicht, dramatisch und eine ideale Besetzung. Entwicklungstechnisch werden noch einige tolle Rollen auf die voll motivierte junge Frau warten. In Kreisen wird sie gar schon als „Next Netrebko“ gehandelt.

 

 

 

 

Ein Sänger und die Pension/Rente ?! Ein Mini-Philosophikum.

Einmal auf Klingers Kulturpavillon: Ein Gedankenexperiment, das durchaus realistische Züge hat. Zum Nachdenken über eine Realsituation mit einem fiktiven Charakter.

Gehen wir von der folgenden Situation aus: Ein Sänger oder eine Sängerin, mit überdurchschnittlich guter Ausbildung an einer renommierten Schule, einem renommierten Konservatorium. Er oder sie startet seine Karriere, überzeugt Intendanten, Agenten und Direktoren und wird für kleine Rollen gebucht, dann größere, wird dann mit Kollegen auf Tournee geschickt. Schließlich wird er/sie fixes Ensemblemitglied an einem Haus und tritt dann in fünf bis zehn Rollen regelmäßig auf.

Das klingt zuerst einmal sehr nüchtern. Nur wer sich jetzt in diesen Beruf (oder falsch! – diese Berufung) hineinversetzen kann, der erahnt, wieviel Schweiß, Blut und auch Tränen es kostet, seine Stimme auszubilden und zum Klingen zu bringen. Denn Sänger/Sängerin wird man nicht „einfach so“. Nur aus Spaß, aus Lust. Weil es die beste Freundin tut. Weil die Eltern sagen, mach es. Sänger/Sängerin IST man. Man hat eine Disposition, sei sie genetisch, sei sie einem in die Wiege gelegt.

Von der Tonleiter, hinauf, hinunter, vom tiefsten bis zum höchsten Ton, nicht jeder schafft das. Man muss seinen „Range“ finden. Hat man das alles dann „hinter sich“, hat man, nehmen wir ein Hausnummern-Beispiel, als Mann einen Don Giovanni, einen Alfredo Germont, einen Sharpless, als Frau eine Mimi, Tosca, Butterfly, Susanna gesungen und kommt an den Rand des Zenits, wo man dann schon mehr Konzerte und Recitals machen möchte als „nur“ auf der Opernbühne in vollen 3-Aktern aktiv zu sein, dann denkt man schon manchmal nach. Was gibt es für Möglichkeiten nach der Opernkarriere? Eine ist ganz klar die klassische Pension/Rente. Die andere ist eine beratende Tätigkeit, oder wenn man dafür geneigt ist, die Übernahme eines Hauses (genügend Erfahrung im Opernbetrieb müsste ja nun vorhanden sein – auch wenn sich manche Kritiker dagegen verwehren, dass Ex-Sänger als Direktoren zugange sind, zu verwoben seien sie im Denken.) Aber warum denn nicht?

Nun muss man sich einmal auf den Gedanken einlassen: Ein ganz „normaler“ Job. Eine 40-Stunden-Woche. Dieser Job neigt sich dem Ende zu, es gibt eine kurze Verabschiedung für die Pensionistin/den Pensionisten in spe, plus einen kleinen oder größeren Blumenstrauß, je nachdem wie hoch das Amt war, das er/sie bekleidete. Es wird dem Menschen alles Gute und eine ruhige Zeit mit den Enkeln gewunschen und dann war es das. Vielleicht ein kleiner Spruch aus dem Mund des Kollegen, der reichlich zynisch klingt: „Alt ist nur, wer nichts mehr vorhat!“

Wenn man Pech hat, folgt der große Pensionsschock. Wenn man versucht, DAS nun auf den Sängerberuf umzulegen: Man wird scheitern. Es gibt dafür drei primäre Gründe. Erstens: Ein Sänger hasst das Wort Pension. Er/Sie kann sich darunter nichts vorstellen. Du kannst schließlich nichts in Pension schicken, was dein Leben lang schon in dir ist: Deine Stimme.  Zweitens: Singen entpuppt sich – im Gegensatz zu vielen anderen Tätigkeiten – als geradezu pathologischer Drang. Der Mensch muss sich durch diese Form ausdrücken, durch den Gesang sprechen. Drittens: Wenn ein Buchhalter (und jetzt: NICHTS gegen Buchhalter!) in Pension geht, kann er seinen Taschenrechner abgeben. Sagen Sie mir, wo ein Sänger seine Bühnenpräsenz abgeben kann? In der Garderobe, nachdem er „Sag beim Abschied leise Servus“ beim Peter-Alexander-Abend intoniert hat? Wohl kaum.

Ein kleiner „Wiener Schüttler“ zum Schluss:

„A Sänger, bleibt a Sänger, und mauncha or´weit länger,

schau da on in Platzido, der hupft no umanond ganz froh“

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KulTOUR mit Holender auf Servus TV – Plácido Domingo an der Scala in Mailand

KulTOUR mit Holender am 25. Februar 2016 – Placido Domingo an der Mailänder Scala in der Oper „I due Foscari“ von Verdi.

Eben noch stand Placido Domingo auf der Bühne der Mailänder Scala als Francesco Foscari in der Oper “I due Foscari”, die live auf ServusTV übertragen wurde. Gesungen hat er einfach unsagbar gut, aber gestorben ist sein Charakter nicht ganz so überzeugend. Mehr ließ er sich auf das Baldachin-Bett sinken. Frenetischer Jubel für Domingo, aber auch viele Buh-Rufe für andere SängerInnen. Michele Mariotti als Dirigent wurde auch nicht eben freundlich verabschiedet.

Es folgte nun im Anschluss eine Folge von KulTOUR mit Holender. Er besucht den Welten-Sänger Plácido Domingo bei seiner Vorbereitung zu „I due Foscari“.

Verdi, Callas und Domingo an der Scala. Davon schwärmt Ioan Holender in der heutigen Folge. Er besucht aber heute „nur“ Domingo, die anderen beiden können nicht besucht werden.

Wie denkt Maestro Domingo über dieses Werk?  Die einzige Oper, für die er noch zu jung ist, sie zu singen. Sagt Domingo. Francesco Hayez malte die due Foscari, die heute bekannter sind als die gleichnamige Oper. Wichtige geschichtliche Persönlichkeit. 4 Kinder verliert Foscari. Die Szenen seien schwer umzusetzen, meint Domingo.

Holender sucht das Gespräch mit Alexander Peireira: „I due Foscari“ ist wesentlich mehr ein Teil der Verdi Tradition, sehr anspruchsvoll für alle Sänger. Ein Stück, das genau im richtigen Moment kommt. Man hat eben so circa 20 Stücke als Intendant im Kopf und wartet bis „eines aus dem Kopf herauskommt“. Man darf Stücke nur dann spielen, wenn man die Besetzung parat hat, meint dazu Alexander Peireira, Intendant der Mailänder Scala.

Francesco Meli als Tenor steht Domingo seit Jahren zur Seite. Holender lobt ihn als den besten Verdi-Tenor unserer Zeit.

„Mein Stil ist, dass ich keinen Stil habe.“ Große Worte, Holender schaut skeptisch, aber der moderne, in einer Bikerjacke gekleidete Regisseur Alvis Hermanis erklärt ihm, dass jedes Tor einen anderen Schlüssel brauche.

Als Hermanis zum ersten Mal (in Salzburg) auf Domingo traf, lernte er ihn als eine offene, frische, verwundbare Person kennen, mit einem „heart in x-large“, wie er sagt.

1969 debütierte Domingo mit „Ernani“ an der Mailänder Scala. 21 Rollen sang er bisher hier. Heute, 2016, singt er also den alten Francesco Foscari hier.

Ein Ende ist nicht in Sicht, aber wir brauchen nicht mehr lange, bis wir dort ankommen. Sagt Domingo. Er spiele gedanklich bereits mit der nächsten Rolle für ihn.

Otello unter Carlos Kleiber lässt Domingo zur Höchstform auflaufen.Holender bekommt aus Emotion fast feuchte Augen. Wirklich mitreißend, die Interpretation.

Es folgt eine Einspielung von Cavalleria Rusticana 1981, ein Film von Zeffirelli mit Domingo.

Plácido Domingo wurde von Holender zu Alexander Peireira empfohlen.

Domingo singt, und auf einmal: Pagliacci ist so emotional, er singt es fast wahnsinnig. Man will das Ohr nicht mehr abwenden. Mit weißem Gesicht zieht er den Hörer in seinen Bann. Alle Tenöre einer Generation schaffen nicht zusammen, was Domingo schafft, so eine Meinung.

Eine weitere Einspielung, „Fedora“ 1993 mit der großen Mirella Freni. Das wirkt sehr romantisch.

Domingo denkt daran, als nächstes den Amfortas, den Gralskönig aus Parsifal, zu singen.

Domingo wird von Holender gefragt, warum es so ein spezielles Gefühl ist, an der Scala empfangen zu werden. Die Fans reden hier von allem, über Gestik und Mimik, über Phrasierung. Auch die Kritiker sagen ihm Dinge, die von unglaublicher Schönheit sind.

Holender ist merklich tief bewegt und bedankt sich herzlich bei Plácido Domingo.