Richard Wagner

NEUES von…Andreas Schager(l)

Der Tenor aus Niederösterreich hat eine Premiere vor sich: Für ihn geht es an die Metropolitan Opera New York in der Rolle des Siegfried in Wagners Götterdämmerung. Am 27. April wird er ihn erstmals in Amerika verkörpern, am Pult steht Philippe Jordan. Die Oper dauert respektable 5 Stunden (estimated run time: 5 h 32 mins). Per se bedient sich die Wagner-Oper der deutschen Sprache, es gibt Untertitel in wahlweise Deutsch, Englisch oder Spanisch.

Weitere Aufführungstermine: 4. Mai und 11. Mai 2019

Info:

http://www.metopera.org

Osterfestspiele Salzburg: Die „Walküre“ unter Christian Thielemann

ofs salzburg

walküre

Foto: Osterfestspiele Salzburg

 

Traditionsreich und doch mit einer Prise Moderne: Die Salzburger Osterfestspiele wurden gerade erst eröffnet. Den fünfzigsten Geburtstag feiert man hier standesgemäß kulturell, mit Christian Thielemann als „Zeremonienmeister“ seiner Sächsischen Staatskapelle Dresden. Die „Walküre“ des Komponisten Richard Wagner fand die Bühne.

Thielemann gilt als profunder Kenner älterer Werke, und so ließ er es sich nicht nehmen, ein „Flashback“ zu unternehmen, in die Zeit, als Herbert von Karajan selbst die Walküre dirigierte.

Es treten Anja Kampe (Brünnhilde), ihre Namensvetterin Anja Harteros (gesangliches Unikum und oft gefeierte Jonas-Kaufmann-Bühnenpartnerin mit ihrer ersten „Sieglinde“) sowie Peter Seiffert als Siegmund auf.

Die von Herbert von Karajan gegründeten Festspiele zeigen heuer Oper von 08.-17. April!

 

Wer nun dem Gral zu dienen ist erkoren: Jonas ist zurück! Lohengrin mit Kaufmann, Serafin, Pape/OPERA BASTILLE PARIS

 

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Lange hatte man (und es waren nicht nur die eingefleischten Fans) auf DEN Star der Klassikwelt gewartet. Ein Hämatom an den Stimmbändern machte ihm vier lange Monate das Leben schwer, er machte die längste Pause seiner Karriere. Wer Kaufmann kennt, weiß: Ohne Singen läuft sein Leben nicht. Und deshalb war er erpicht darauf, so bald wie möglich wieder auf die Opernbühne, sein zweites Zuhause, zurückzukehren. Auf Spitzentöne aus dieser Kehle will wohl wirklich niemand verzichten. Einen Auftritt zur Eröffnung der Elbphilharmonie Hamburg musste er leider kurzfristig wieder absagen. Doch nun war es soweit: Jonas Kaufmann fühlte sich wieder bereit für eine über 4-stündige Oper. Besagte war der „Lohengrin“ von Richard Wagner. Wer nun dem Gral zu dienen ist erkoren: Jonas himself. Und zu einem besonderen Zusammenspiel kam es damit auch, wie der Kulturpavillon schon einmal berichtete: Die Stimmen müssen stimmen – ein mögliches neues Traumpaar der Oper ?

Die Opéra Bastille: In dem modernen Prachtbau (Place de la Bastille), der im Gegensatz zum Palais Garnier nicht im Neobarock erbaut wurde, fand die große Premiere des „Lohengrin“ statt. Seit August 1850 – dem Datum der Uraufführung, hat sich bei der romantischen Oper doch Einiges verändert. Mit einer soliden Besetzung konnte dieses Werk in Paris auf jeden Fall punkten. Natürlich läuft so eine Produktion sehr gut mit Stars in den Hauptrollen, da die Aufmerksamkeit einem solchen Kapazunder wie Jonas Kaufmann in der Titelpartie des Gralsritters Lohengrin sicher ist. Nach seiner Erkrankung wollte ihn jeder strahlend sehen. Kaufmann traut sich viel zu, unumstritten, eine Wagner-Oper verlangt volle Präsenz, Kraft, vokale Wachheit. Sein Lohengrin präsentiert sich ungebrochen. Darüber lässt sich zwar in minimalen Zügen streiten. Aber: Jonas Kaufmann ist ganz er selbst, er ist es, Lohengrin, darüber gibt es keinen Zweifel. An diesem Abend galt für ihn: Barfuß oder Lackschuh, und er entschied sich regieabhängig für Ersteres. Bei für Paris relativ günstigen Kartenpreisen von 250 Euro kam jeder Wagner-Fan auf seine Kosten.

Kaufmann ist es wieder gelungen, sein Publikum (und nicht nur seines) zufrieden zu stellen. Sowohl in den zarten und feinen, ziseliert vorgetragenen Momenten des Werkes als auch in den mächtigen Passagen. Die Besetzung macht es ihm aber zur Anmerkung auch leicht. In fernem Land fühlte er sich bestimmt nicht.

René Pape als Heinrich der Vogler, welcher in Feldherren-Kostüm nicht nur optisch einen guten Eindruck machte, ist als profunder Sänger bekannt. Keine stimmliche Mühe hat er gescheut, als „Black Diamond Bass“ wird er schon bezeichnet. Mit dem nötigen Gefühl und auch der Herbheit geht er an den „Vogler“ heran.

Diese Produktion hat mit jener in Wien, wo Klaus Florian Vogt in einer doch eher ungebührlichen Landschaft mit Lederhose auftreten musste (Bericht:Ein allzu rustikaler Lohengrin), eher nichts zu tun. Es glich auch nicht dem „Rattenmärchen“ von Hans Neuenfels. Viel Schilf, eine verträumte Landschaft ist zu sehen. Eine kompetente Wiener Beteiligung als weibliche Hauptrolle kann vermeldet werden: Martina Serafin, deren Karriere immer steiler nach oben verläuft. Es fragte sie doch schon der renommierte Klassikexperte Peter Dusek vor Jahren nach ihrer Elsa von Brabant, eine schwere Partie, unglaublich fordernd. Nachdem sie bereits mit dieser in Bologna reüssierte (dort machte ihr anfangs noch eingangs eine gewisse „Schrille“ zu schaffen), hat man ihr die Diagnose gestellt, dass diese Rolle nahezu perfekt für sie sei. Ihr dramatischer Sopran: balanciert und energetisch; vokal groß darf ihre Performance in Paris genannt werden. Die Elsa darf bekanntermaßen Lohengrin nicht nach Nam´ und Art fragen. Aber, wie sie es in ihrer unerschütterlichen Art tut: Sie fragt ihn doch, und es folgt von Kaufmann die vielerwartete Gralserzählung.

Auch Friedrich von Telramund fand seinen Einzug in die Besetzungsliste, die historische Figur, „gestützt auf sein mächtiges Schwert“.

Die Osnabrücker Sopranistin Evelyn Herlitzius als Ortrud zeichnet ihre Figur fast zauberhaft, um nicht zu sagen übersinnlich. Die szenische Metapher des Schwans, welcher nicht vorkommt, bleibt recht geheimnisvoll.

Die musikalische Leitung dieses Lohengrin liegt bei Philippe Jordan, der die Musiker ausgewogen führt. Jordan, immer zu den etabliertesten der Dirigenten gezählt, ist relativ jung, und schon sehr erfahren.

Die tiefenpsychologische Regie von Claus Guth, die jeden der Charaktere noch ein bisschen mehr in Beziehung zueinander setzt, steht in Paris auf dem Spielplan.

 

Tannhäuser mit gemischten Gefühlen

Staatsoper Unter den Linden. Berlin                                                                                                                               15. April 2014

 

Richard Wagners Tannhäuser, eine ziemlich lange Oper. Und eine Choreografin, die sich erstmals an eine Regie wagt. Kann das gutgehen? Zum Teil ja. Man zeigt die Oper gegenwärtig zu den FESTTAGEN der Staatsoper Unter den Linden. Es ist ein diffiziles Werk. Die Termine sind bereits ausverkauft.

Die erstmalig als Regisseurin tätige Choreografin Sasha Waltz hat die Handlung in die 50er Jahre verlegt. Bühnenbildnerin Pia Maier Schriever schuf ein eindrucksvolles Bühnenbild. Der Kostümbildner Bernd Skodzig präsentiert elegante Garderobe.

Die Solisten legen einen selbstbewussten Auftritt an den Tag. Allen voran der sehr respektable Peter Seiffert in der Titelrolle. Er ist der Ruhepol und gleichzeitig der große Genießer in der Produktion. Seine Rückkehr auf die Wartburg ist lange hingezogen.Ann Petersen sorgt mit warmem, fast lyrischem Sopran, als Elisabeth für Verzückung.  Auch René Pape überzeugt als sittenstrenger Landgraf.

Für die Regie gab es nichts destotrotz ein paar Buh-Rufe.

Dirigent Daniel Barenboim motiviert das Orchester zu einer sehr guten Leistung, allerdings agiert es stellenweise schleppend.

 

-Martina Klinger-

 

 

 

            

 

 

 

 

Ein allzu rustikaler Lohengrin

Wiener Staatsoper.Wien                                                                                                                     12. April 2014

Ein „Lohengrin“, der in einer Gasthaus-Stube spielt. Wagner hätte das vermutlich nicht gefallen. Regisseur Andreas Homoki hat sich hier offenbar etwas bunt ausgetobt.  Tracht sieht man auf der Bühne eher selten.Die ganze Handlung spielt sich zwischen dicken Wänden aus Holz ab. Wolfgang Gussmann von der Ausstattung hat hier ganze Arbeit geleistet. Ein bisschen hat man sich hier unverkennbar an einem Heimatfilm orientiert. Zarten Liebesgefühlen folgen dramatische Schlachten um die Liebe.

Zur Besetzung: Klaus Florian Vogt ist ein guter Mann für die Rolle. Eine gute Sängerleistung, wenn auch im recht unpassenden Kostüm.

König Heinrich (Günther Groissböck) macht von sich als mächtiger Herrscher reden. Telramund (Wolfgang Koch) nimmt man eine bedrohliche Gestalt durchaus ab.  Elsa (Camilla Nylund) geht forsch an Lohengrin heran, beherrscht aber auch das Spiel mit leisen Zwischentönen. Ortrud (Michaela Martens) spuckt gefährliche Töne.

Dirigent Mikko Franck führt das Staatsopernorchester solide und glänzend.

-Martina Klinger-