Seefestspiele Mörbisch

Sommeroperette # 5: Die Seefestspiele Mörbisch mit „Das Land des Lächelns“ (F. Lehár)

Der Neusiedler See erlebt mit Lehárs Operette, die wie der künstlerische Leiter Peter Edelmann betont, nahezu eine Oper ist, eine niveauvolle Aufführung. Effekthascherei steht im Hintergrund: Die puristische Wirkung schöner Stimmen und ein Drache, der harmonisch das Geschehen anleitet, sind genug.

Alles läuft sehr stilvoll ab in der Regie von Leonard C. Prinsloo (bereits bekannt aus Bad Ischl) auf der Seebühne. Zuallererst sind da die edlen und wunderbar reduzierten Kostüme von Cristof Cremer. Der deutsche Kostümbildner hat sich wohl intensiv mit Farbenlehre beschäftigt. Nichts schreit oder sticht allzusehr hervor. Lisa trägt hochfeine Kleider, von gemustertem Chinaporzellan inspiriert, über eine violette Kombination mit Perlen bis hin zum dunkelblau-weißen Abreise-Kostüm. Prinz Sou-Chong trägt die Farben Schwarz und Gold. Nur einmal, als sein Schmerz sehr groß ist, darf er sich seiner Jacke entledigen. Prinzessin Mi trägt Violett-Pink und schließlich Weiß (in China die Farbe der Trauer?). Gustl bleibt traditionell wienerisch in Uniform, das Kostüm von Graf Lichtenfels erinnert sehr an die Aufführung von 2001 mit dem äußerst dekorativen grünen Federbusch.

Anfangs, als Lisa das Pferderennen gewinnt, wird sie effektvoll von der Gesellschaft angefeuert. Dabei schauen alle ins Publikum, und es ertönt das obligate künstliche Pferdegetrappel wie zum Beispiel schon 2009 bei My Fair Lady. Diesmal aber mit Ansage („Lisa Lichtenfels zieht an allen vorbei, die Nummer 7″) in Sportnachrichten-Manier. Sie gewinnt, muss sich vor ihrem Vater dann aber nochmal als Frau behaupten. In der Zeit der Uraufführung war es so. Das „Land des Lächelns“ hieß 1912 „Die gelbe Jacke“. Die Handlungsorte Wien und Peking wurden beibehalten, allerdings spielt der 1. Akt im Prater. Die „Drachenbahn“ winkt hier bunt, das Bühnenbild wurde von Walter Vogelweider gestaltet. Vieles ist drehbar, wirkt imposant, aber doch mit einer gewissen Noblesse, nicht grob. Der große Drache inklusive Stiege hat später seinen Auftritt. Seine Augen leuchten einmal blau. Zum Ende der Aufführung dann rot in die Finsternis. Ein toller Effekt, der keinesfalls übertrieben wirkt.

Elissa Huber (von der Wiener Volksoper) fühlt sich mit der Partie der Lisa Lichtenfels wohl. Sie spricht wunderbar. Stolz präsentiert sie stimmlich allerorten sichere Höhen, gibt das Wiener Mädel mit ihrem eigenen Charme. Ihre Entwicklung von der leicht Naiven, die von der exotischen Liebe träumt, bis zur Ernüchterten, schwer Verzweifelten, gibt sie überzeugend. Sie ist eine Idealbesetzung! Die nötige Frische bringt sie mit.

Won Whi Choi ist als Prinz Sou-Chong (nahezu perfektes Deutsch) stimmschön, wenngleich der Eindruck entsteht, dass er etwas „dunkel“ singt. Er verliebt sich sehr, sehr schnell in Lisa und widmet ihr den goldenen Buddha, den er später aus Wut zertrümmert (!). Große, weite Gesangsstrecken hat er zu bewältigen und macht seine Sache sehr gut. Er ging beim großen Sang Ho Choi in die Lehre, der 2001 den Sou-Chong auf der Seebühne sang. Der Hauptdarsteller agiert mit Strenge, wenn er Lisa in China halten will. Man ist schockiert von seiner Dramatik, die aber ganz subtil herüberkommt. Gewaltige Gesten braucht er gar nicht, um zu wirken. Schön! „Immer nur lächeln“ und „Dein ist mein ganzes Herz!“ sind bei ihm effektvolle, anrührende Momente. Und später: „Dein war mein ganzes Herz“, ist fast noch eine Spur anrührender.

Überhaupt passen die beiden Protagonisten stimmlich gut zueinander. Gustl (ursprünglich mit dem Zusatz „von Pottenstein“), der groß und mit ambitionierten Plänen verkörpert wird vom jugendlich-frischen und adretten Maximilian Mayer (Charakteristischer Ausspruch in der Aufführung: „Na bumsti!“) liebt Lisa auch. So sehr, dass er mit ihr nach Prein an der Rax ziehen will, inklusive fünf Kindern und zwei Jagdhunden. Doch das ist Lisa ein Gräuel! Schnell mit dem Prinzen nach China, nicht ohne Leidenschaft.

Leidenschaft, das versprüht auch jemand, der für die Bühne lebt. In China kommt Besuch vom Eunuch. OBER-Eunuch, wenn er bitten darf! Und dieser hat es (noch) faustdick hinter den Ohren. Ein ehrwürdig in Ultramarinblau-Rot – was eine gewagte Farbkombination – gekleideter Herr betritt die Bühne, umringt von Frauen, mit einem langen, grellen Zopf. Es ist KS Harald Serafin, der sich bei seinem großen Comeback in Mörbisch die Ehre gibt. Eine ungewöhnliche Rolle für einen außergewöhnlichen Menschen! Er nimmt die Bühne ein, die Stimme geht hoch. Sein extra gemeinsam mit Komödiant Felix Dvorak verfasstes Couplet hat als Grundmelodie – sofort erkannt: eine liebevoll recycelte Lehár-Melodie aus dem „Grafen von Luxemburg“, und zwar „Ich bin verliebt“ des Fürsten Basil. Da heißt es jetzt: Ich bin Eunuch – Obereunuch. Sehr erotisch (!) aufgeladen ist dann auch der Text („Es ruft der Sex in mir!“), wie man es sich gar nicht erwarten würde. Serafin ist sehr bemüht und konzentriert. „Sie alle jauchzen, wenn ich sie heiß betöre.“ Nun, das liegt wohl schon einige Zeit zurück. Die jugendliche Freude ist bei ihm (87) spürbar und er bekennt sich schließlich zu seiner Liebe, der Bühne. Auch der folgende Dialog mit Maximilian Mayer hat köstliche Stellen, war da nicht eine „sehrraffinierte“ Zeit? Auch ein Wortwitz aus der „Fledermaus“ (!) wird noch rasch eingebaut. Das antizipierte Wort mit „W“ fällt nicht.

Als Lisas gestrenger und doch über die Maßen liebender Vater Graf Lichtenfels tritt Benno Schollum auf. Er kann sich einige Male gut mit eleganter Erscheinung in Szene setzen und pflegt einen wienerischen Zungenschlag, leider hört man von ihm keinen Gesang.

Die Prinzessin Mi von Katerina von Bennigsen – eine höchst aktive – in der Personenführung des Australiers Leonard C. Prinsloo, lebenslustige Frau, hat einen eigenen Tanz zu „Im Salon zur blauen Pagode“. Sie ist erfrischend und trägt eine Manga-Perücke im Stil von (z.B.) Sailor Moon. Gesanglich ist sie ebenso sehr gut aufgestellt und mischt den ernsten Hof in China auf.

Die Rolle des Sekretärs Fu Li füllt Gernot Kranner mit beeindruckender Präsenz! Keine nackten Beine in China! Sehr streng. Als ebenso uneinsichtiger Onkel Tschang („Immer alles lang – sagt der alte Tschang“) ist der Japaner Koichi Okugawa (studierte in Japan und am Wagner Konservatorium Wien) zu hören.

Einen schwärmerischen Kurzauftritt legen drei junge Damen hin: Lore, Toni und Fini wollen von Prinz Sou-Chong wissen, wie man auf Chinesisch flirtet. Katharina Kovar, Ioanna Papaioannou und Olivia Pflegerl sorgen für einen Schmunzel-Moment.

Thomas Rösner als musikalischer Leiter spielt hier Franz Lehárs Feinheiten aus und wird schon manchmal opernhaft. Stellenweise hat man das Gefühl, es würde minimal hallen (vielleicht lag es am Ton?). Extra verbesserte Sound-Elemente auf dem riesigen Bogen über der Bühne (mit digitalen Lichtinstallationen von beispielsweise Apfelblüten) sorgen für noch größeres Hörvergnügen. Das obligatorische Feuerwerk zum Ende (es wird übrigens nicht Lisas Rückkehr nach Wien gezeigt, am Ende bleibt Sou-Chong verlassen zurück), ist noch eine Kirsche auf der Torte. Aber das Stück spricht eigentlich für sich. Sehr ästhetisch wurde es umgesetzt, ohne unnötigen Kitsch. Eine gute Idee auch, dass man auf digitalen Elementen die Darsteller zu Ende groß einblendet, damit sie auch beim Schlussapplaus gut sichtbar sind.

In China wird auch atemberaubende Luftakrobatik gezeigt, ebenso wie eine grandiose Hochzeitszeremonie für Sou Chong (den Lisa durchgehend nur Sou nennt) mit vier prächtig kostümierten Bräuten verschleiert und ganz in Rot.

Absolut sehenswert!

An dieser Stelle ein Lob für den künstlerischen Leiter Peter Edelmann, der wahrlich etwas von echter Operette versteht und für die Seefestspiele der Mann der Zukunft ist.

Die Seefestspiele Mörbisch mit „Das Land des Lächelns“ (romantische Operette in 3 Akten von F. Lehár)

Künstlerischer Direktor Peter Edelmann

Spieltermine: 11. Juli bis 24. August 2019, Do-Sa

http://www.seefestspiele.at

„Das Land des Lächelns“ (F. Lehár) bei den Seefestspielen Mörbisch – Peter Edelmann stellt vor!

Kulturinteressierte und besonders Fans der chinesischen Kultur sollten im Juli das Burgenland besuchen. Der künstlerische Direktor der Seefestspiele Mörbisch, Bariton Peter Edelmann, präsentierte die Operette „Das Land des Lächelns“ von Franz Lehár bei der offiziellen Pressekonferenz im Wiener Prater.

Die romantische Verklärung einer fremden Kultur und die Verbindung mit der eigenen Kultur – davon träumt bekanntlich Lisa, Tochter aus gutem Wiener Haus, die sich unsterblich (zuletzt 2001 auf der Seebühne Mörbisch unter der Intendanz von Harald Serafin, der auch selbst den Grafen Ferdinand Lichtenfels sang) in den chinesischen Prinzen Sou-Chong verliebt. Für ihn begibt sie sich auf die nicht ungefährliche Reise in das ferne Land, muss dort aber für sie nicht Hinnehmbares feststellen…Ihr Vater tätigt die bedeutungsschweren Worte: „Vergiss nicht Dein Wien und mich!“ Die damalige Produktion (mit Sang Ho Choi und Ingrid Habermann in den Hauptpartien, in der Regie von Winfried Bauernfeind) hat wohl so manchen im Publikum verliebt gemacht.

18 Jahre später versprechen nun Peter Edelmann und sein Team eine exotische Inszenierung, sie orientiert sich stark an der versuchten Verbindung der beiden Kulturen. Engagiert für die Umsetzung sind Leute, die von ihrem Fach etwas verstehen: etwa Regisseur Leonard Prinsloo, ein gebürtiger Südafrikaner, der Klavier und Ballett studierte und auch für die Choreografie verantwortlich zeichnet.

Für die musikalische Umrahmung sorgten alle Solistenpaare der diesjährigen Produktion unter der Klavierbegleitung von Mörbisch-Veteran und Dirigent Günter Fruhmann: Sophia Brommer als Lisa und Maximilian Mayer als 2. Gustav von Pottenstein sangen „Es ist nicht das erste Mal…Freunderl, mach Dir nix draus“.

Da-Yung Cho als Mi gab sehr stimmungsvoll und mit vollem Körpereinsatz „Im Salon zur blauen Pagode“ zum Besten. Sie und Martin Friedrich Lechleitner als 1. Gustav von Pottenstein philosophierten über ihre Liebe – denn „Meine Liebe, Deine Liebe, die sind beide gleich….“ und die Unterschiede zwischen dem Liebeswerben des Deutschen, des kühlen Englishman und dem „Herrn Franzosen“. Doch in Wien, so heißt es, wird man „intimer erst beim Wein“. Elissa Huber (Wiener Volksoper) als Lisa rief in bitterlichem Schmerz „Alles vorbei – Ich möcht´ einmal wieder die Heimat sehn!“ In der Originalvorlage, der „Gelben Jacke“ von 1923, will Lisa – so Peter Edelmann – unbedingt wieder „den Prater“ sehen. Und die Location war auch wirklich perfekt, um eine traditionelle Verbindung herzustellen. Der 1. Akt wird sich genau um diese Örtlichkeit drehen. Won Wi Choi als Sou-Chong gab die Hauptarie, die wohl bekannteste Opernarie (sic!) zum Besten, und das in einer stimmlichen Dramatik, die ihresgleichen sucht: „Dein ist mein ganzes Herz!“

Thomas Rösner fungiert als musikalischer Leiter und strich die Feinheiten von Lehárs nahezu schon opernhafter und sehnsüchtiger Musik heraus. Er kam gerade aus Asien und schwärmte von leisen und sanften Tönen, aber auch von donnernder Dramatik, welche deutlich macht, dass Lisa und Sou-Chong nicht zusammengehören und alles eine Illusion ist.

Walter Vogelweider nimmt sich des Bühnenbildes an und präsentierte verschiedene Arten chinesischer Drachen, sie sind in der Kultur nicht wie bei uns als Dämonen ersichtlich. Drachen stehen für Glück, und mit einem Augenzwinkern erwähnte der Bühnenbildner, dass „sein“ Drache hoffentlich für Wetterglück und gute Kritik sorgen würde.

Die fortschrittlichen, aber teils doch der Wiener Tradition verpflichteten Kostüme gestaltet Cristof Cremer. Das Kostüm der Mi erinnert an Apfelblüten beziehungsweise einen Apfelbaum, und ein typisches Wiener Adjutantenkostüm war ebenso ersichtlich. Edelmann freut sich besonders auf die wunderbaren Kostüme und ebenso auch auf ein groß angekündigtes Comeback: Nach 20 Jahren Intendanz und erstmals seit seinem letzten Auftritt als Frank in der „Fledermaus“ 2012 wird KS Harald Serafin (bewundernswert in diesem Alter) wieder auf den Mörbischer Bühnenbrettern stehen. Und zwar als Ober-Eunuch samt eigenem Lied. Die Definition eines Eunuchen sieht neben anderen Attributen auch eine hohe Stimme vor.

Benno Schollum als Graf Ferdinand von Lichtenfels (Lisas Vater) hat noch eine Aufgabe innerhalb der Internationalen Sommerakademie (ISA Operetta). Diese findet heuer das erste Mal in Mörbisch statt und der erfahrene Sänger wird junge Talente coachen. Sie sollen Ausdruck, Gesang und Dialoge verbessern, also das Grund-Rüstzeug für Operetten-Stars.

Auch an die Kleinen ist gedacht: Nach dem Erfolg der „Kinder-Mariza“ im letzten Jahr wird es auch dieses Jahr wieder ein „Land des Lächelns“ für Kinder geben. Das Buch hierzu verfasste der in der großen Operette als „Sekretär Fu Li“ engagierte Darsteller Gernot Kranner, der mit Kinderprojekten (zum Beispiel Pinocchio) viel Erfahrung hat und weiß, wie man kleine Gäste für klassische Musik begeistert.

Der Landeshauptmann des Burgenlandes, Hans Peter Doskozil, ließ sich die Präsentation nicht entgehen und möchte die Seefestspiele Mörbisch innerhalb der KBB – Kulturbetriebe in „sicherem Fahrwasser“ wissen, er freut sich auf die Premiere am 11. Juli.

Wie sagte Peter Edelmann noch so berührend: „Wenn die Sonne untergeht, geht das Herz auf!“.

Info:

Die Seefestspiele Mörbisch mit „Das Land des Lächelns“ (F. Lehár)

Künstlerischer Direktor: Peter Edelmann

Romantische Operette in 3 Akten

Premiere: 11. Juli 2019 Derniere: 24. August 2019

http://www.seefestspiele.at

„Das Land des Lächelns“ im Sommer 2019 bei den Seefestspielen Mörbisch – die Besetzung der Operette

Der Künstlerische Direktor der Seefestspiele Mörbisch, Peter Edelmann, will traditionelle Operette erhalten, setzt aber trotzdem auch auf Kinderoperette und junge Talente. Der Mix macht´s.

Die jungen Besucher von heute stellen das Publikum von morgen. Und das will vor allem eines: Unterhalten werden. Peter Edelmanns Konzept der Teamarbeit und der XXL-Dimensionen (man erinnere sich an die „Größte Geige der Welt“ bei Gräfin Mariza) mischt sich mit der sehnsuchtsvoll-dramatischen Musik einer Operettenära.

Im Sommer 2019 stehen ambitionierte, aufstrebende und arrivierte Künstler auf der Bühne, um ins ferne China zu entführen.

Unter der musikalischen Leitung von Thomas Rösner singt Elissa Huber alternierend mit Sophia Brommer die Hauptrolle der Lisa. Wenn sie ihr Reitturnier gewinnt, darf man wohl vielleicht auch mit einem echten Pferd auf der Bühne rechnen? Ihr geliebter Prinz Sou Chong wird verkörpert von Robin Yujoong Kim, alternierend: Won Whi Choi. Die Mi singt Da-Yung Cho, alternierend mit Katerina von Bennigsen. Graf Gustav von Pottenstein ist Martin Friedrich Lechleitner, er teilt sich diese Rolle mit Maximilian Mayer. Graf Ferdinand von Lichtenfels erwacht durch Benno Schollum zum Leben. Den Obereunuchen spielt KS Harald Serafin. Als Sekretär Fu Li betätigt sich Gernot Kranner. Und Onkel Tschang wird Koichi Okugawa Leben einhauchen.

Sie alle vertrauen sich der Regie von Leonard C. Prinsloo (bereits bekannt aus Bad Ischl) an. Um das Bühnenbild wird sich Walter Vogelweider kümmern, Cristof Cremer kleidet die Wiener Gesellschaft und den chinesischen Hof ein.

Info:

Das Land des Lächelns – Operette von Franz Lehár

Seefestspiele Mörbisch 2019

Premiere: 11. Juli 2019, gespielt wird bis 24. August

Karten: http://www.seefestspiele-moerbisch.at

Seefestspiele Mörbisch 2019: „Wird man in diesem Lande lächeln können? Das Zugpferd kommt als Wallach wieder.“

Intendant Peter Edelmann präsentierte seine Pläne für „Das Land des Lächelns“, das große opernhafte Meisterwerk von Lehár. Ganz ohne Reisepass kann man also vom Burgenland aus nächstes Jahr „nach China reisen“. Es wird aber Station im Wiener Prater gemacht….

Wieder einmal gibt es Musik, die jeder mitsummen kann, und die romantische Operette in 3 Akten wird stimmungsvoll den Neusiedler See in Szene setzen. Nicht zuletzt lautet ein neuer Slogan „Wir geben dem See eine Bühne.“ 

Das Leading Team für 2019 besteht aus Thomas Rösner als musikalischer Leiter, Leonard Prinsloo kümmert sich um Regie und Choreographie, das Bühnenbild gestaltet Walter Vogelweider. Cristof Cremer macht die Kostüme. „Von Apfelblüten einen Kranz“, wird ein koreanischer Tenor der umjubelten Volksopern-Sängerin Elissa Huber als Lisa „ans Fenster legen“ wollen. Soviel ist sicher. Nicht nur einen Blickfang, für den man gerne ein Erinnerungsfoto machen wird, verspricht Edelmann. Es soll eine spektakuläre Inszenierung werden. 

Zu einem riesigen Comeback kommt es auch: Da hat sich wohl jemand gedacht: „Wo du nicht bist, kann ich nicht sein.“ Kammersänger und Ex-Intendant Harald Serafin kehrt nach sieben Jahren Mörbischer Bühnenabstinenz wieder an seine ehemalige Wirkungsstätte zurück. Einst im Burgenland auf Grund seiner Forderungen für die Festspiele als „Waunsinniger“ betitelt, belehrte er die Skeptiker eines Besseren. Und jetzt wird es untypisch: „Danilo vom Dienst“ nannte man ihn, stets hat er virile Rollen gespielt, Liebhaber und Fürsten, Barone und Helden der Mythologie. Nächstes Jahr wird er – und nun bitte festhalten – zum Ober-Eunuchen. Umgangssprachlich könnte man meinen: „Ein kleiner Schnitt, ein großer Schritt.“ Gewehrt hat er sich anfangs, doch jetzt wird er selbstbewusst „beispielgebend für alle Eunuchen sein“. Und wer diesen Mann kennt, der weiß: Mit einer Rikschafahrt gibt der einstige Genius loci sich nicht zufrieden…. Diese Rolle (laut Otto Schenk eine der besten!) braucht wahre Größe.

Peter Edelmann selbst hat noch keine Lust, auf der Bühne zu stehen, er will „sehen, wie das Werkel läuft.“ Er sollte Acht geben, damit ihn nicht die Rikscha überfährt.

„Das Land des Lächelns“ feiert seine Premiere am 11. Juli 2019. Gespielt wird bis 24. August. 

Vorschau: Die Seefestspiele Mörbisch und ihre Kinderoperette 2018!

 

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Foto: (c) Seefestspiele Mörbisch

 

 

Lange gab es bereits Pläne für die Durchsetzung einer Operettenproduktion für Kinder auf der Seebühne Mörbisch. Umgesetzt werden sie im heurigen Jahr, durch den neuen Künstlerischen Direktor Peter Edelmann, der auch an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien tätig ist. Kindern von 8-12 Jahren wird in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien heuer die „Gräfin Mariza“ (Kálmán) in einer Kinderfassung nähergebracht.

„Operette? Das ist etwas für Opas, das Wort ist da doch schon enthalten?“, fragt sich so mancher kleine „Racker“. Spielerisch, mit Witz, Fantasie und natürlich professioneller Umsetzung will man sich in Mörbisch künftig daran machen, dass Kinder das Genre besser kennenlernen und sich ein Bild davon machen, wie „cool“ das sein kann.

Eine liebevoll-kluge Adaptierung der Original-„Mariza“, in der der Kammerdiener Penizek die Geschichte der aufbrausenden, einfallsreichen Gräfin erzählt. Altersgerecht aufbereitet, in der kleinen Spielstätte mit maximal 250 Plätzen. Die Vorlage stammt von Autorin Marie-Therese Arnbom.

Am 25. und 26. Juni 2018 ist es soweit: Die Mariza für kleine Gäste feiert Premiere und lädt jeweils vormittags und einmal nachmittags zum Entdecken und Mitmachen ein. Nach der Vorstellung ist die Action aber längst nicht vorbei. Es geht munter weiter, mit einer Bühnenbesichtigung und einem Sing-Along von „Komm mit nach Varasdin, solange noch die Rosen blühn´“ mit Solisten der Seefestspiele.

Schulklassen können sich ebenso anmelden.

 

Alle wichtigen Informationen findet man unter:

http://www.seefestspiele-moerbisch.at/kindermariza

Mörbisch: Non habemus intendantam, aber dafür einen Künstlerischen Direktor!

 

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Der designierte Künstlerische Direktor der Seefestspiele Mörbisch, Univ. Prof. Peter Edelmann (c) Landespressedienst Burgenland

 

 

Eine Woge ging hoch, als bekannt wurde, dass Schauspieler und Gloria-Theaterleiter Gerald Pichowetz nun doch nicht als Intendant der Seefestspiele Mörbisch seinen Dienst antreten würde. Die Veranstalter und der „Neue“ kamen in Punkto künstlerische Neuausrichtung (Pichowetz plante umfassende Restrukturierungen sowie die Aufführung des Robert Stolz-Werkes „Die Frühjahrsparade“, auf welcher „kaiserliche“ Patina liegt) nicht überein.

Bei einer einberufenen Pressekonferenz in Eisenstadt wurde schließlich der Wiener Bariton und Institutsleiter Peter Edelmann (Institut für Gesang und Musiktheater an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) als neuer Künstlerischer Direktor (die Bezeichnung Intendant/Intendantin soll es ab 2018 nicht mehr geben!) und Teamchef vorgestellt. Er sang in Mörbisch beispielsweise schon in der „Fledermaus“.

Pichowetz bedauerte, dass man nicht überein gekommen sei, und wünschte seinem Nachfolger alles Gute.

Der Vertrag der jetzigen Intendantin, Kammersängerin Dagmar Schellenberger, läuft im Jahr 2017 aus. Sie wird im Sommer Carl Zellers Klassiker „Der Vogelhändler“ zum Abschied aufführen. 60 Jahre Seefestspiele Mörbisch (www.seefestspiele.at) heißt es dann beim berühmten Festival, welches vom Hildesheimer Bass Herbert Alsen 1957 mit dem „Zigeunerbaron“ gegründet wurde.

Peter Edelmann ist überzeugt, „Mörbisch in eine gute Richtung“ lenken zu können. Die „Qualität müsse auf jeden Fall da sein, man könne sich leisten, ab und zu etwas Ausgefalleneres zu machen, aber es dürfe nicht hinter jedem Stück ein Fragezeichen stehen“.

Edelmann steht für eine neue Qualität des Teamplay, er möchte alle Mitwirkenden einbinden, und setzt auf flache Hierarchien. Er zeigt sich als ein offener, freundlicher Typus, ging auf die Journalisten zu und suchte den Dialog.

Für 2018 ist nun die „Gräfin Mariza“ von Imre Kálmán fix geplant. Zuletzt war diese im Jahr 2004 auf der Seebühne Mörbisch zu sehen, in einer wunderbar traditionellen Inszenierung von Winfried Bauernfeind, mit der heutigen Intendantin in der Hauptrolle.

Muss Gerald Pichowetz Abschied nehmen, bevor er angefangen hat? Seefestspiele Mörbisch

Der Schauspieler und Theatermacher Gerald Pichowetz (vielen auch bekannt als der „Fünfer“ aus der Serie Kaisermühlen-Blues) sollte ab dem Jahr 2018 die Geschicke der Seefestspiele Mörbisch lenken. Der Kulturpavillon berichtete: Gerald Pichowetz über seine Pläne zu den Seefestspielen Mörbisch ab 2018

Doch nun wurde bekannt, dass Pichowetz, der mit einem völlig neuen Konzept in Mörbisch „durchstarten“ wollte, nun doch nicht diese leitende Position einnehmen wird. Verwirrung und Verwunderung herrscht nicht nur im Burgenland. Hierzu wird es heute, 31. Mai, laut Kulturlandesrat Helmut Bieler eine Pressekonferenz geben. Pichowetz hatte für die Spielstätte kolportierterweise komplette Reformpläne, unter anderem die umfassende Umgestaltung der Gastronomie. Außerdem strebte er an, die Orchestermusiker wieder auf die Bühne zurückzuholen (sie wurden 2013 ausgelagert).

Pichowetz sollte die Intendantin, Kammersängerin Dagmar Schellenberger ablösen. Wirtschaftliche Schwierigkeiten und sinkende Besucherzahlen machen den Festspielen zu schaffen. Für den Verbleib der Intendantin wurde eine Unterschriftenliste vom „Mörbischer Komitee für Dagmar Schellenberger“ ins Leben gerufen, 2100 Unterschriften wurden für sie gesammelt.

 

Gerald Pichowetz über seine Pläne zu den Seefestspielen Mörbisch ab 2018

 

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Gerald Pichowetz wurde als neuer Intendant der Seefestspiele Mörbisch ab 2018 vorgestellt. (c) Seefestspiele Mörbisch

 

Schauspieler Gerald Pichowetz, der ab der Saison 2018 für die Geschicke der Seefestspiele Mörbisch verantwortlich sein wird und somit Kammersängerin Dagmar Schellenberger ablösen wird, war in der auf ORF III ausgestrahlten Sendung „Kultur Heute“ bei Ani Gülgün-Mayr zu Gast und sprach über Zukunftspläne, die noch wenig erahnen lassen.

Pichowetz sei erst „erschrocken“ gewesen, wie viele Leute seit der Ära Schellenberger Mörbisch (sprich die Festspiele) nicht besucht hätten. Wo er hinkam, sagten ihm Menschen, dass sie nun „wieder hingehen“ würden, seit er bestellt worden sei.

Es war für viele eine überraschende Entscheidung, (Dagmar Schellenberger hatte sich „selbstverständlich“ wieder beworben und somit einem neuerlichen Auswahlverfahren gestellt, da ihr Vertrag für 5 Jahre fixiert war), für manche war eine Änderung ein „notwendiger“ Schritt, denn die stetig sinkenden Besucherzahlen (zuletzt „nur“ noch ca. 102.000 BesucherInnen) wären ein Faktum, über das auch die neue Intendantin nicht einfach hinwegsehen konnte. Es mag dies mehrheitlich an der wirtschaftlichen Lage gelegen sein, aber auch zunehmend Konkurrenzangebote würden den Operetten-Festspielen im Burgenland zu schaffen machen. (Man denke an das Felsentheater Fertörakos, das ebenfalls Operette bietet, vergleichsweise aber klein ist). Letztlich muss aber auch von der künstlerischen Seite her irgendetwas schief gelaufen sein, sei es besetzungstechnisch gewesen, oder aber auch von der Gesamtqualität der Aufführungen her, das wird man nicht erfahren.

Pichowetz versprach jedenfalls „wieder einen starken Österreich-Bezug mit hauptsächlich österreichischen SängerInnen, die aber noch zusagen müssten“. Er könne beziehungsweise wolle noch nichts Konkretes verraten. Vermutlich wird er einen Klassiker der Operettenliteratur auf den Spielplan setzen und diesen modern adaptieren. Vor zu viel Moderne sei jedoch wiederum gewarnt, denn das Publikum schätzt in Mörbisch Tradition und Gute-Laune-Unterhaltung, sprich den österreichischen Schmäh.

Gerald Pichowetz wolle „mit allen Gespräche“ führen und sich inspirieren lassen, er erwähnte, er wolle sich auch Tipps vom Mörbisch-„Guru“ (Anm.: Kammersänger Harald Serafin, war von 1993-2012 Intendant der Seefestspiele) holen.

Gerald Pichowetz ist ein erfahrener und belesener Theater-Mensch, leitet aktuell das Gloria-Theater in Wien, wo er auch regelmäßig selbst auftritt. Hier würden das die Menschen erwarten, doch künftig in Mörbisch wolle er sich auf seine Rolle als Intendant konzentrieren, und nur Rollen auf der Bühne annehmen, wenn es „wirklich eine gäbe, für die er gebraucht würde“.

Anders als seine beiden Vorgänger ist Pichowetz kein Sänger, und kann somit auch keine Gesangspartien übernehmen, so wie Serafin und Schellenberger. Serafin etwa sang und spielte während seiner 20-jährigen Mörbisch-Laufbahn den Grafen von Lichtenfels im „Land des Lächelns“, den Fürsten von und zu Lippert-Weylersheim in der „Csárdásfürstin“, und zwei Jahre darauf in der „Gräfin Mariza“(2004) standen Serafin und Schellenberger sogar gemeinsam auf der Bühne, als Fürst Moritz Dragomir Populescu und Mariza. Da ahnte noch niemand, dass sie ihm einmal als Intendantin nachfolgen würde. Weiter ging es mit dem Baron Zeta in der „Lustigen Witwe“, dem Fürsten Basil Basilowitsch im „Graf von Luxemburg“, dem Fürsten Ypsheim-Gindelbach in „Wiener Blut“, außerdem verkörperte er noch den Kaiser im „Weißen Rössl“, den Oberst Pickering in „My fair Lady“, den Großfürst im „Zarewitsch“, den Sittenkommissär Conte Carnero im „Zigeunerbaron“, und zu guter Letzt den Gefängnisdirektor Frank in der „Fledermaus“. Dagmar Schellenberger sang und spielte ab 2013 etwa die Golde in „Anatevka“, die Barbara in „Nacht in Venedig“ und die Titelheldin Viktoria in „Viktoria und ihr Husar“. Das wirft naturgemäß die Frage auf, ob Mörbisch per se einen Intendanten/eine Intendantin verlangt, der/die auch künstlerisch mitwirkt.

Wie erwähnt, kommt Pichowetz nicht vom Gesang, kann aber das Ruder mit Komödiantik in die Hand nehmen. Das eine oder andere Mal wird er bestimmt auf der Bühne stehen. (Als Frosch in der „Fledermaus“ feierte er Erfolge). Er freut sich auf seine neue Aufgabe und sei „sehr glücklich“. Dagmar Schellenberger jedenfalls bereits jetzt einen Abschiedskuss zu geben, ist nicht angebracht, denn die Saison 2017 wird sie mit dem „Vogelhändler“ zu einem Klassik-Feuerwerk machen.

 

Ein Hilferuf aus Mörbisch – Viktoria und ihr Husar

Die beliebten Seefestspiele in Mörbisch (nicht nur wegen des Feuerwerkes zum Schluss!) feierten am Donnerstag mit der eher wenig bekannten Operette „Viktoria und ihr Husar“ von Paul Abraham Premiere. Dieses Werk wurde bereits vor Jahrzehnten hier aufgeführt. Johannes Heesters trat damals auf. Es braucht eine Portion Mut, diese „Außenseiteroperette“ auf den Spielplan zu setzen. Die kühne und mutige Intendantin Kammersängerin Dagmar Schellenberger hat dies getan. Eine wahre Materialschlacht, die alle in den Bann ziehen sollte. Aber leider ein trauriges Fazit: Die heurige „Viktoria“ konnte keinen Siegeszug antreten (wie ihr Name vielleicht verspricht). Die Operette gehört leider zu den schwächsten, die Mörbisch in den letzten Jahren gesehen hat.

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(v.l.) Andreas Steppan, KS Dagmar Schellenberger, Michael Heim als Cunlight, Viktoria, Koltáy (c) Jerzy Bin Photography

 

 

Man hatte sich sehr viel erwarten dürfen: Im Vorfeld wurden Operetten-Quereinsteiger wie Andreas Steppan (den viele Besucher noch kannten, da er für eine österreichische Baumarktkette jahrelang geworben hat) gelobt und mit zahlreichen Vorschusslorbeeren bedacht. Leider eine glatte Fehlbesetzung, wie sich für die Rolle des Botschafters Cunlight herausstellte. So eine Rolle, so leid es einem tut, braucht Stimme, braucht viel mehr Ausstrahlung. Gesicht hat Steppan, Stimme nicht. Kammersängerin Dagmar Schellenberger vermag ihrer Viktoria hingegen auch stimmlich Glanz zu verleihen und eben jene Ausstrahlung. Aber auch sie kann die Inszenierung nicht „herumreißen“. Zu versüßt, zu aufgebläht, zu unglaubwürdig sind die gezeigten Idyllen. Kimonos und Russenmützen, Folklore und Nationalstolz, es ist schlicht „much too much“. Es wird getanzt, getanzt, getanzt (die schweißtreibende Choreographie: Simon Eichenberger), viel mehr als gesungen, was ja seit jeher eine Mörbischer Kernkompetenz darstellt. Die Tänzerfüße schreien schon um Hilfe. Dabei müsste es an tollen Sängern und Sängerinnen nicht mangeln. Herauszuheben aus dem durchmischten Ensemble ist Michael Heim, der sich als Koltáy sehr bemüht, und für sich tolle Momente herausfassen kann. Außerdem sind Andreas Sauerzapf, Katrin Fuchs (bekannt als „Eliza“ von 2009) und Verena Barth-Jurca (war schon 2015 in der „Nacht in Venedig“ dabei) entzückende Sänger(innen).Man nimmt sich durch diese Inszenierung (Reige: Andreas Gergen) selbst sehr, sehr viel Potential weg. Einen massiven Pluspunkt kann man musikalisch mit David Levi (alternierend mit Günter Fruhmann) als Dirigenten sammeln.Paul Abrahams vielschichtige und reizvolle Musik wurde gut umgesetzt. Selbst eingefleischten Mörbisch-Besuchern dürfte aber die massive Überladung aufgefallen sein. Man wollte gefallen, um jeden Preis. Es gab verhaltenen Applaus.

Dagmar Schellenberger wollte sich heuer vermutlich an einer Mörbischer „Leistungsschau“, nämlich darzubieten, was an der riesigen Seebühne mit Eigenleben technisch alles möglich ist, versuchen. Für die Intendantin muss man hier eine Lanze brechen. Die vielen wechselnden Orte, über Tokio, Sibirien bis hin zu Ungarn und die allzu üppige Ausstattung sind natürlich Luxus, gar keine Frage. Der Bau der gigantischen Bühnenteile muss viel Zeit und Geld verschlungen haben. Die Idee ist an sich sehr gut. Es hakt daran, dass dies viel zu offensichtlich, und gar nicht versteckt auf die sanfte Weise, dem Publikum offeriert wird. Die Sänger treten eher in den Hintergrund. Wen das nicht stört, der ist heuer noch bis 20. August an der Seebühne sehr gut aufgehoben.

 

Leitung der Seefestspiele Mörbisch ausgeschrieben

Seefestspiele Mörbisch

Burgenland

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Die Seebühne Mörbisch während der Aufführung von „Giuditta“ 2003

 

 

Steht den Mörbischer Festspielen (1957 von KS Herbert Alsen ins Leben gerufen) nach 20 Jahren Intendanz von KS Harald Serafin 2018 nach dann fünfjähriger Intendanz von KS Dagmar Schellenberger denn wieder ein Wechsel bevor? Zumindest ist die Position der Künstlerischen Leitung für die Zeit nach der Saison 2017 wieder vakant…

Doch Fans und Unterstützer der in Sachsen geborenen Kammersängerin müssen sich, wenn es nach ihr geht, keine Sorgen machen: Sie werde sich „sicher wieder bewerben“. Und: „Sollte es nicht funktionieren, werde sie wieder mehr singen“. Außerdem steckt sie mitten in den Vorbereitungen für die heurige Saison mit „Viktoria und ihr Husar“, einer Revue-Operette von Paul Abraham. Für diese holt Schellenberger zum Beispiel den „jungen“ Klassik-Quereinsteiger Andreas Steppan und das ambitionierte Sänger-Ehepaar Andreas Sauerzapf und Katrin Fuchs an den Neusiedler See.