Vorschau

Vorschau auf die Festspiele Reichenau 2019

Die Festspiele Reichenau an der Rax, geführt von Peter und Renate Loidolt, warten auch dieses Jahr wieder mit einem gediegenen Programm für Kenner und Liebhaber auf. Zur Sommerfrische eignen sich die teils komödiantischen, teils tragischen Stücke gut. Das beweist auch die jährliche Besucherauslastung von durchschnittlich 100 %.

Die Vorschau auf die neuen Produktionen soll den Besucherinnen und Besuchern auch heuer wieder Lust auf den Reichenauer Theatersommer machen.

Franz Werfels Eine Blassblaue Frauenschrift spielt in Wien im Jahre 1936. Eine Hietzinger Villa wird hier zum Schauplatz von Drama und Aufregung, als ein unerwarteter Brief in einen wohlgesitteten Haushalt flattert. Es spielen mit: Fanny Stavjanik, Joseph Lorenz, Stefanie Dvorak

Eher als Komödie gedacht ist hingegen Ein Monat auf dem Lande von Iwan Turgenjew. Hier dreht sich alles um einen jungen Studenten, der auf einem Landgut für Verwirrung und Zerstreuung bei der Damenwelt sorgt. Es spielen mit: Julia Stemberger, Günter Franzmeier, Dirk Nocker, Maria Schuchter

Auch dem Ruf des Lebens von Arthur Schnitzler, geschrieben im Jahre 1905 in Reichenau an der Rax, wird gefolgt: Die Orte der Handlung sind hier Wien und Niederösterreich. Eine Vatermörderin plagt das schlechte Gewissen – was soll sie tun? Es spielen mit: Johanna Prosl, Toni Slama, Alina Fritsch, Sascha Weis, Dominik Raneburger

Amerikanischer wird es mit Die Schönen und Verdammten von F. Scott Fitzgerald. Gloria und Anthony Patch als Ebenbilder von Scott und Zelda Fitzgerald inmitten der „roaring Twenties“ in New York City. Eine neue Bühnenfassung stammt dazu von Nicolaus Hagg. Es spielen mit: Wanda Worch, Daniel Jesch, Rainer Friedrichsen, Claudius von Stolzmann

Literarisch gibt es mit Thomas Mann eine Reise ins Italien der späten 1920er Jahre mit Mario und der Zauberer. Der Ferienort Torre di Venere und der fahrende Illusions- und Zauberkünstler Cavaliere Cipolla (ironisch: Zwiebel!) verbreiten eine ganz eigene, herbe Stimmung. Ein Programm mit Elisa Seydel, Andre Pohl, Tobias Reinthaller und Marcello de Nardo.

Mit diesem Programm soll ebenso aufgezeigt werden, in welchen verschiedenen Ausprägungen Liebe auftreten kann: Sommerliebe, Liebe mit Rache, verzweifelte Liebe…. Publikumslieblinge wie Neuzugänge sorgen für einen spannenden Theatersommer am Fuße der idyllischen Rax in Niederösterreich.

Musikalisch wird der Pianist Oleg Maisenberg mit einem Konzertabend Ende Juli erwartet.

Info:

Die Festspiele Reichenau starten die Saison am 01. Juli.

http://www.festspiele-reichenau.com

Seefestspiele Mörbisch 2019: „Wird man in diesem Lande lächeln können? Das Zugpferd kommt als Wallach wieder.“

Intendant Peter Edelmann präsentierte seine Pläne für „Das Land des Lächelns“, das große opernhafte Meisterwerk von Lehár. Ganz ohne Reisepass kann man also vom Burgenland aus nächstes Jahr „nach China reisen“. Es wird aber Station im Wiener Prater gemacht….

Wieder einmal gibt es Musik, die jeder mitsummen kann, und die romantische Operette in 3 Akten wird stimmungsvoll den Neusiedler See in Szene setzen. Nicht zuletzt lautet ein neuer Slogan „Wir geben dem See eine Bühne.“ 

Das Leading Team für 2019 besteht aus Thomas Rösner als musikalischer Leiter, Leonard Prinsloo kümmert sich um Regie und Choreographie, das Bühnenbild gestaltet Walter Vogelweider. Cristof Cremer macht die Kostüme. „Von Apfelblüten einen Kranz“, wird ein koreanischer Tenor der umjubelten Volksopern-Sängerin Elissa Huber als Lisa „ans Fenster legen“ wollen. Soviel ist sicher. Nicht nur einen Blickfang, für den man gerne ein Erinnerungsfoto machen wird, verspricht Edelmann. Es soll eine spektakuläre Inszenierung werden. 

Zu einem riesigen Comeback kommt es auch: Da hat sich wohl jemand gedacht: „Wo du nicht bist, kann ich nicht sein.“ Kammersänger und Ex-Intendant Harald Serafin kehrt nach sieben Jahren Mörbischer Bühnenabstinenz wieder an seine ehemalige Wirkungsstätte zurück. Einst im Burgenland auf Grund seiner Forderungen für die Festspiele als „Waunsinniger“ betitelt, belehrte er die Skeptiker eines Besseren. Und jetzt wird es untypisch: „Danilo vom Dienst“ nannte man ihn, stets hat er virile Rollen gespielt, Liebhaber und Fürsten, Barone und Helden der Mythologie. Nächstes Jahr wird er – und nun bitte festhalten – zum Ober-Eunuchen. Umgangssprachlich könnte man meinen: „Ein kleiner Schnitt, ein großer Schritt.“ Gewehrt hat er sich anfangs, doch jetzt wird er selbstbewusst „beispielgebend für alle Eunuchen sein“. Und wer diesen Mann kennt, der weiß: Mit einer Rikschafahrt gibt der einstige Genius loci sich nicht zufrieden…. Diese Rolle (laut Otto Schenk eine der besten!) braucht wahre Größe.

Peter Edelmann selbst hat noch keine Lust, auf der Bühne zu stehen, er will „sehen, wie das Werkel läuft.“ Er sollte Acht geben, damit ihn nicht die Rikscha überfährt.

„Das Land des Lächelns“ feiert seine Premiere am 11. Juli 2019. Gespielt wird bis 24. August. 

Die Festspiele Reichenau 2018 – Überblick über das Programm.

Die Festspiele Reichenau blicken auf 30 lange und erfolgreiche Jahre der Festspielgeschichte mit Peter und Renate Loidolt zurück. Auch 2018 gibt es wieder ein breit gefächertes Angebot für alle Kulturfans, die auch die Rax schätzen.

Auch ein Buch wird erstmals präsentiert: Am 1. Juli 2018 wird „So machen wir Theater“ vorgestellt, im Rahmen eines Jubiläums-Festaktes.

Die kabarettistische Revue „Schaun´ Sie sich das an!“ bildet den Auftakt zu einem fulminanten Theatersommer in Reichenau an der Rax. Publikumslieblinge wie Peter Matic, Miguel Herz-Kestranek, Nicolaus Hagg und Boris Eder werden am Klavier begleitet von Florian Schäfer. Es sind beliebte Sketche von Farkas, Waldbrunn, Wiener und Grünbaum, die vorgetragen werden. “ Es soll eine schmissige, niveauvoll unterhaltende Pointenmischung aus Altbekanntem und Unbekanntem werden, wobei auch Nummern aus dem 1988-Programm dabei sein werden.“, so Miguel Herz-Kestranek. Die Premiere findet am 02. Juli statt.

Von Amerikaner Tennessee Williams kommt der Beitrag „Endstation Sehnsucht“. Das Schauspiel in 3 Akten wird bereichert von Petra Morzé als Blanche und Johanna Arrouas (Volksoper Wien) als Stella. Die Handlung spielt 1947 in New Orleans. Alles dreht sich um psychologischen Realismus, gepaart mit Poesie, verführerischem Zauber und Grazie. Ein Stück, welches den Zuseher in eine andere Zeit versetzt. Regie führt Beverly Blankenship (vormals Intendanz Schloss Weitra). Die Bühne wird von Peter Loidolt gestaltet. Die Premiere findet am 03. Juli statt.

Auch der „gute“ Arthur Schnitzler, der sich sehr gerne in Reichenau an der Rax aufhielt, kommt mit einem Stück 2018 zu Ehren: „Das Vermächtnis“ besprechen untereinander etwa Joseph Lorenz, Regina Fritsch, Stefanie Dvorak, Nanette Waidmann und Alina Fritsch sowie Volkstheater-Star Marcello De Nardo, und somit gerngesehene Lieblinge im Dienste von Kultur und Schauspiel in dem Theater- und Kurort. Hermann Beil führt Regie, Peter Loidolt gestaltet die Bühne. Premiere ist am 04. Juli.

Nicolaus Hagg hat einen eigenen Beitrag zum Theatersommer: „Cella“ heißt das Stück und gelangt zur Uraufführung. Es handelt sich um den Rufnamen für die 15-jährige Cäcilie, welche als „Wunderkind“-Klavierspielerin in Eisenstadt auftreten soll. Tragische Umstände trennen Cella von ihrem jüdischen Vater, just an dem Tag des Auftrittes in 1938. Regie führt hierbei Michael Gampe. Die Bühne wird von Peter Loidolt umgesetzt. Premiere ist am 05. Juli.

Aus „Literatur in Szene“ wird von Joseph Roth „Das falsche Gewicht“ aufgeführt. Dabei schlüpfen jeweils Joseph Lorenz, Julia Stemberger und Marcello De Nardo in verschiedene Rollen. Die Premiere findet am 08. Juli vormittags statt.

Bereichert wird das diesjährige Programm auch von den treuen musikalischen Stammgästen, Rudolf Buchbinder und Katia und Marielle Labéque.

Rudolf Buchbinder wird zum Festspiel-Auftakt 2018 zwei Konzerte mit Werken von Beethoven, Chopin (besonders hörenswert: Sonate in b-moll op. 31) und Mozart am 01. Juli geben.

Die Labéque-Schwestern präsentieren George Gershwin und Leonard Bernstein mit jeweils Rhapsody in Blue und West Side Story.

 

Alle Informationen und die Kartenbestellung unter:

http://www.festspiele-reichenau.com

und unter folgender Adresse:

Festspiele Reichenau

Hauptstraße 28

2651 Reichenau/Rax

E-Mail: festspiele@festspiele-reichenau.com

 

 

 

 

Im Spiel der Sommerlüfte: Vorschau auf die Festspiele Reichenau 2017

 

Die Festspiele Reichenau an der Rax haben sich auch 2017 wieder zum Ziel gesetzt, „einige Stunden Lebensfreude“ zu bereiten. Nach einer äußerst erfolgreichen Saison 2016 bereitet das Intendanten-Paar Peter und Renate Loidolt bereits die 30. Spielzeit vor. Es finden sich bekannte Autoren, eine englische Bühnenfassung und tolle Klavierkonzerte (die immer für Begeisterung sorgen).

Der kleine gedruckte Vorschau-Zettel auf 2017 wurde im vorigen Jahr bereits zum begehrten Objekt, das jeder Theaterfreund, jede Theaterfreundin unbedingt schon in Händen halten wollte. Es wird ja gerne gesagt, dass sich besonders Wiener Theatergrößen in Reichenau im Sommer die „Klinke in die Hand geben“.

Ein Mann, der Reichenau an der Rax die Treue hält, ist Joseph Lorenz, immer wieder als Name auf dem Besetzungszettel zu finden, auch heuer: Er „gönnt“ sich mit dem „Baumeister Solness“ von Henrik Ibsen erstmals auch eine Regie, und spielt auch die Titelrolle. An seiner Seite: Julia von Sell, Rainer Frieb, und die junge Josefstadt-Schauspielerin Alma Hasun in der Rolle der Hilde Wangel.

Arthur Schnitzler darf auch seinen Beitrag leisten, und zwar mit „Im Spiel der Sommerlüfte“, einem Schauspiel in drei Akten. Im „niederösterreichischen Dorf Kirchau“ spielen unter der Regie von Ex-Schloss Weitra-Intendantin Beverly Blankenship Julia Stemberger, Dietrich Mattausch, Tobias Reinthaller, Maria Schuchter, der Volkstheaterstar Marcello de Nardo, und Fanny Altenburger. Schnitzlers letztes Stück soll in Reichenau zu etwas ganz Besonderem werden.

Von D.H. Lawrence kommt die Antwort auf die „Frauenschicksale“, es ist „Lady Chatterley“ in einer neuen Bühnenfassung, in der Regie von John Lloyd Davies werden Lukas Spisser, Tobias Voigt und „Lady“ Katharina Straßer ihr Bestes geben.

Ödön von Horváth, der Reichenau persönlich nie besucht hat, dessen Komödie „Zur schönen Aussicht“ aber durchaus auch hier spielen könnte, ist 2017 ebenso auf dem Spielplan vertreten. Die Komödie in drei Akten wartet mit interessanter Besetzung auf: Nicolaus Hagg, Thomas Kamper, Philipp Stix, David Oberkogler, „Sir“ Peter Matic, Therese Affolter und Johanna Prosl werden die „schöne Aussicht“ genießen. Regie führt Michael Gampe.

Das Sprechtheater-Programm rundet eine szenische Lesung im Rahmen der literarischen Matineen von Renate Loidolt ab: AMOK – Der Amokläufer von Stefan Zweig, dessen Protagonist sich für 10 Jahre in die holländischen Kolonien absetzt, um als Arzt zu arbeiten, nach sieben Jahren aber die Lust verliert, wird sicherlich ein Highlight.

Und schließlich noch die begeisternden Klavierkonzerte, dieses Jahr wieder bestritten durch einerseits den Pianisten, den wir alle kennen, Rudolf Buchbinder (der auf keinen Fall „Professor“ genannt werden will!) und andererseits die Schwestern Katia und Marielle Labéque, welche gemeinsam mit dem Trio Kalakan musizieren werden.

 

 

Info:

Premiere „Baumeister Solness“ (H. Ibsen): 1. Juli, 19:30 h, Großer Saal

Premiere: „Im Spiel der Sommerlüfte“ (A.Schnitzler): 2.Juli, 15:30 h, Neuer Spielraum

Premiere: „Lady Chatterley“ (D.H. Lawrence): 3. Juli, 19:30 h, Großer Saal

Premiere: „Zur schönen Aussicht“ (Ö. v. Horváth): 4. Juli, 19:30 h, Neuer Spielraum

Szenische Lesung: „AMOK“ (S. Zweig): 8.Juli, 11:00 h, Neuer Spielraum

Klavierkonzert Rudolf Buchbinder: 2.Juli, 11:00 und 19:3o h

Klavierkonzert Katia & Marielle Labeque: 23. Juli, 11:00 und 19:30 h

 

 

Vorschau: „Tosca“ von Puccini in Hong Kong

Oper Hong Kong /China

Tosca《托斯卡》

Bald (ab Oktober) heißt es für Puccinis Operndiva Floria Tosca wieder hinabspringen, und diesmal in Fernost. Überall auf der Welt ist die Oper beliebt und von Spielplänen nicht wegzudenken.

Im Grand Theatre, Hong Kong Cultural Centre findet die beliebte Oper eine neue Spielstätte, allerdings nicht für lange. Nur ein paar Tage wird sie hier aufgeführt. Es ist die Produktion des Taormina Opernfestival.

Die Besetzung ist vielversprechend: Die Sopranistin Hui He gibt die Titelpartie der Tosca, alternierend mit Svetla Vassileva. Mario Cavaradossi ist besetzt mit gleich drei mutigen Männern (allesamt Tenöre): Warren Mok, Dai Yuqiang und Wei Song. Scarpia ist der Margarethen-erprobte Italiener Davide Damiani, er singt und spielt die Rolle des Finsterling mit Sebastian Catana.

Es dirigiert Gianluca Martinenghi.

Alle Termine entnehmen Sie bitte der Homepage:

http://www.operahongkong.org

Kostenlos ist nicht umsonst…

Da Klingers Kulturpavillon im Sinne einer Kulturvermittlung für jedermann den geschätzten Lesern und Leserinnen seine Beiträge gerne weiterhin kostenlos zur Verfügung stellen möchte, aber steigende Kosten für Recherche und Anfahrten entstehen, ersuche ich jeden und jede, der oder die meine Kulturarbeit schätzt und dem/der sie etwas wert ist, um eine kleine finanzielle Unterstützung. Klingers Kulturpavillon ist werbefrei und finanziert sich auch nicht durch Anzeigen.

Ich bedanke mich herzlich für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung!

Bankverbindung Raiffeisen

IBAN: AT64 3286 5000 0101 1360

BIC: RLNWATWWNSM