Volkstheater Wien: „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ mit Maria Bill

Bert Brecht sprach schon im Jahr 1934 mit Walter Benjamin und verriet, dass er sich mit einem neuen Stück trage. Er brauchte einige Jahre Bedenkzeit, denn er verfasste erst 1941 eine „Historienfarce“, die er als Warnung gegen jedwede Diktatur verstanden wissen wollte.

Im Wiener Volkstheater wird am Premierenabend Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui zu einer Demonstration von Macht und wie sie ins Groteske abgleitet. Mit Maria Bill in der titelgebenden Rolle des Stückes hat sich das Theater viel vorgenommen, andererseits wieder viel umgesetzt. Bill spielt schonungslos und schont niemanden, nicht das Publikum und nicht sich selbst. Es ist ein herber Stoff eines herben Stückes. Die Regie von Michael Schottenberg ist flott, resch und nicht zögerlich. So bekommt das Stück Tempo. Die Bühne von Hans Kudlich ist geprägt von blau beleuchteten, kalt wirkenden Steinwänden und Special Effects wie Nebel treten auf. Politische Verbrecher und die Verüber politischer Verbrechen = dasselbe? Nein. Diese Trennlinie wird im Stück wenig herausgearbeitet, aber es gibt stringente Handlung. Um die schauspielerischen Leistungen dieses Abends zu würdigen, muss man Brechts Stil nicht mögen.

Die Züge von Al Capone für die Hauptfigur sind vorhanden. In weiteren Rollen sind sehr echauffiert Inge Maux, souverän Patrick O. Beck und Christoph F. Krutzler, bestimmt und herrisch Matthias Mamedof, man möchte sagen, ein Jungstar des Volkstheaters, und routiniert Rainer Frieb zu sehen.

Link:

http://www.volkstheater.at

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