Meine Sicht zur Corona-Situation

Neben Kulturellem möchte ich einen persönlichen Artikel hier mit den LeserInnen teilen:

Angst vor Viren –– Angst arbeitsunfähig sein zu können oder zu werden

Die Angst ist grundsätzlich eine nützliche Emotion. Sie hilft Menschen, Erlebnisse zu verstehen. Das Gehirn weiß, was es da eben gerade durchmacht, und sendet Impulse aus. Klarerweise reagiert auch der Körper.

Nun gerade hören wir von einer gänzlich neuartigen Situation: „Corona“ steht vor der Tür, wir müssen uns schützen und wappnen, wer weiß, wie lange noch das so weitergeht. Geschäfte haben noch offen, aber wer weiß schon, wie lange. Öffentliches Leben ist quasi stillgelegt.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer im ganzen Land stehen ebenso vor einer herausfordernden Situation: Sie sind sich dessen unsicher, was zu tun ist. Regelungen seitens „Obrigkeiten“ wirken da auch nicht gerade beruhigend. Wenn man selbst aber in dieser verunsichernden Situation steckt, dann sollte man sich dieser Dinge bewusst machen:

  • Das Virus ist da. Nur mit unserer Mithilfe geht es rascher wieder weg. Das ist ein panikfreies Faktum, welches es zu bedenken gilt. Das Virus kann, muss aber nicht letal (=tödlich) sein.
  • Angst und Bedenken sind NATÜRLICHE Reaktionen. Diese dienen zum Schutz! Der eigene Körper, das eigene Gehirn sendet diese Reize aus, um selbst aktiv zu werden und etwas zum Eigenschutz zu tun. Im Falle dieses grassierenden Virus ist dieser Eigenschutz: Gegebenenfalls einen Mundschutz zu tragen, sich die Hände gründlich (auch zwischen den Fingern) zu waschen, sich nach dem Anfassen des Eigentums anderer (zum Beispiel Kleidung, Kugelschreiber) die Hände gegebenenfalls zu desinfizieren. Persönlicher Kontakt soll und muss auf jeden Fall weitestgehend vermieden werden. Wo es geht, soll Home Office betrieben werden. Es gibt in diesen Fällen keine übertriebene Vorsicht.
  • Klar ist: Das Leben geht nicht so „locker“ weiter wie bisher. Aber zu sagen, das Leben ginge nicht weiter, ist nicht angebracht. Jeder kann einen Beitrag leisten, indem er/sie auf die anderen aufpasst. Das ist in diesen Tagen, Wochen, Monaten Pflicht. Man steht nicht nebeneinander, bis man den Atem des anderen im Nacken spürt. Man plaudert nicht hemmungslos und mit viel Körperkontakt. Auch bei der Arbeit soll man sich nicht im sozialen Sinn nahekommen. Soziales Verhalten bedeutet dieser Tage, Abstand zu nehmen und diesen zu halten.
  • Es gab weitaus schlimmere Krisen. Das ist ebenso Faktum. Es muss kein Mensch sich unmenschlich einschränken, es muss kein Mensch hungern.
  • Die Situation verlangt von den Menschen eine Lernleistung: Eine Lernleistung, wie sie auch im normalen Privatleben, ohne Corona-Bedenken, durchaus denkbar ist: Man sollte aufpassen, sich nicht ins Gesicht oder auf die Schleimhäute zu fassen, man sollte direkten Kontakt auf Zeit (1 m Abstand zu Personen) minimieren, man sollte sich öfters die Hände waschen, Nachrichten schauen und eine Zeit lang darauf verzichten, auf die Straße zu gehen. Für manche ist das leichter, für manche schwieriger, aber für ALLE LERNBAR.

Arbeitgeber im ganzen Land sind sehr bemüht, die hygienischen und wirtschaftlichen Bestimmungen einzuhalten. Dies geschieht zur Sicherheit der ArbeitnehmerInnen und KundInnen und KlientInnen und PatientInnen. Es betrifft jede Branche. Es wird niemand bevorteilt / benachteiligt.

Ein klarer Kopf hilft in dieser Situation, über die Runden zu kommen.

Arbeitsunfähig zu werden durch diese Krankheit ist weiters eine große Angst der erwerbstätigen Menschen. Das ist verständlich.  Sich um die eigene Arbeitsfähigkeit zu sorgen, ist richtig und gesund. Zuerst einmal, wenn man sich darüber in einem bestimmten Rahmen Gedanken macht. Zu viel ist jedoch schädlich. Eine richtige Panik um die eigene Arbeitsfähigkeit ist sehr schlecht für den Organismus des Menschen. Es ist wissenschaftlich und medizinisch erwiesen, dass Panik einen schlechten Einfluss auf das Immunsystem des Menschen hat. Das Immunsystem freut sich vielmehr, wenn der dazugehörige Mensch ausgeglichen ist. Denn mit jeder Angst-Welle sterben auch Gehirnzellen, das Immunsystem meldet sich sodann und ruft um Hilfe. Jeder sollte mehr Besonnenheit zeigen. Gerade in dieser Zeit ist das wichtig, um die Krise zu überstehen.

Martina Klinger, MSc.

Wirtschaftspsychologin

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