Kultur mit maske – ist online streamen die lösung?

Allerorten Absagen: Im Zuge der Corona-Krise gerät die Kultur immer mehr ins Hintertreffen. Ohne die Kultur jedoch, ist ein Land einfach nur ein Land! Eine Kulturnation zeichnet sich dadurch aus, dass sie Techniken entwickelt hat. Diese Techniken sollen nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern auch der (Grund-)Haltung.

Eine Diskussion ist mittlerweile entbrannt: Sollen Streamingdienste im Internet alte Aufführungen von Häusern senden? Aktuell können – bekanntlich – keine stattfinden. Publikum, so ist die ganz aktuelle Entwicklung, kann nur mit Mundschutz und mit einem Mindestabstand den Sitzplatz wieder einnehmen. Und das erst ab 31. August (gilt in Österreich). Wenn überhaupt! So lange soll man auf kulturelle Ereignisse verzichten? Nein! Sie haben sich ins Internet verlagert. Freiwillig oder unfreiwillig. Künstler nutzen nun soziale Medien, um auf sich aufmerksam zu machen. Sie posten Beiträge, wo sie zur aktuellen Lage Stellung beziehen oder singen virtuell Arien und Duette. Möglich macht das die moderne Technik.

Plattformen wie fidelio.at oder die offiziellen Internetauftritte der Wiener Staatsoper oder der Met Opera New York bieten Aufführungen im Stream. Auch eine Möglichkeit, aber keine unumstrittene. Online Streams können – auch gratis – zur Verfügung gestellt werden – schlecht für die Künstler? Stimmen werden auch laut: Das Erlebnis sei nicht „dasselbe wie live“. „Oper geht nur live“. Den roten Samt (der durchaus auch eine prickelnde Komponente hat) spürt man online nicht. Und auch Mitsingen (wenn auch leise) wird schwierig.

Projekte formieren sich – es gibt Stimmen dafür und dagegen. Einigkeit herrscht darüber, dass für Künstler etwas getan werden muss – sie dürfen nicht im Regen stehen gelassen werden! Denn ihnen ist nicht nach „Singing in the rain“. Die Sache ist ernst.

Die Frage, die man sich dennoch stellen muss: Geht man für die Kultur so weit, dass auf einer Freiluftbühne nur jeder zweite oder dritte Sitz besetzt wird? Sich eine Mundmaske umgebunden wird und der Musik gelauscht wird? Kann man das dann überhaupt gebührend genießen? Pausensnacks dicht an dicht? Konversationen über Netrebkos oder Beczalas Stimmen mit 3M-Maske?

Ein Kommentar zum Denken.

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