Die Kultur liegt (immer noch) brach

Was ist nur mit der Kulturlandschaft passiert?

Aufführungen? Gibt es in diesen Zeiten nicht. Springt man zurück in den Februar 2020, war eine Bespielung der Bühnen noch möglich. Das Publikum sehnt sich – vielen verschiedenen Quellen zufolge – sehr nach Oper, Theater, Kleinkunst, Gesang, Lesung und Ballett, sowie bildender Kunst. Schwarz bleiben die Bühnenbretter, heruntergezogen die Roten Vorhänge des Landes. Anders zum Beispiel in Spanien oder in Russland. Hier wird – bühnentechnisch weitergearbeitet -, unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Proben? Die gibt es. Zum Beispiel an der Volksoper Wien – www.volksoper.at, wo man gerade akribisch „Das Land des Lächelns“ von Lehár vorbereitet. Doch wann wird eine Aufführung vor Publikum stattfinden können? Das kann zur Zeit niemand beantworten. Von Inzidenzen ist die Rede, von Vormerkungen für Impfungen. Cluster im Kulturbereich? Wenig bis keine: An der Wiener Staatsoper wurden Fälle bekannt, weswegen auch Streams nicht stattfinden konnten. A propos Streams – sind sie Ersatz für die Live-Kultur? Auch hier ist man uneinig, manche sagen: „Ja, könnte sein!“. Andere verwehren sich dagegen, das Live-Erlebnis zählt. Optimistischer sind im Ganzen gesehen die Open-Air Festivals (etwa Mörbisch – www.seefestspiele.at mit der „West Side Story“ von Bernstein und St. Margarethen – www.operimsteinbruch.at mit „Turandot“ von Puccini im Burgenland). Man arbeitet daran, den Opern- beziehungsweise Musicalzauber heuer wieder auferstehen zu lassen. Ohne Sicherheitskonzept wird wohl keine Institution spielen können, so viel ist klar. Die Salzburger Festspiele bewiesen bereits letztes Jahr, dass es möglich ist, ein verkleinertes Programm durchzuziehen. Auch eine neue Lüftungsanlage wurde dort eingebaut.

Stimmen werden bereits immer lauter – die KünstlerInnen können sich den Kultur-Lockdown nicht mehr leisten und es nicht mehr hinnehmen, quasi nichts machen zu können. Immer mehr nutzen und entdecken sie hierfür das Internet. Streams von Veranstaltungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Ein Vorteil solcher liegt darin, dass man sich aktiv angesprochen fühlt, wenn man zum Beispiel vor dem PC-Schirm Noten, Text (mitlesen) oder Fragen stellen kann.

Initiativen für die Kulturöffnung

Der Sänger Gernot Kranner (initiierte bereits früher Konzerte von jungen Talenten und arrivierten KollegInnen in Wien) gründet die Initiative „Kunstgebung“, welche am 27. März 2021 stattfinden soll. Die Kunst solle nicht mehr schweigen, eine österreichweite, friedliche Protestaktion ist geplant. Die Künstler müssten sich zu Wort melden, sonst wisse niemand, dass sie da sind. In Schanigärten würde getanzt und gesungen und auf sich aufmerksam gemacht.

Pianist Florian Krumpöck vom Kultursommer Semmering – www.kultursommer-semmering.at will rechtliche Schritte gehen, und prüfen lassen, ob es rechtens sei, dass die Theater und Konzertsäle bisher nicht aufsperren durften. Das Programm für den Sommer 2021 steht bereits, und es wäre „ein Jammer, wenn es nicht stattfinden könnte“.

Es bleibt zu hoffen, dass sich die Situation rund um die Pandemie in naher Zukunft entspannt. Das gibt im Übrigen für alle Lebensbereiche, nichts wünscht man sich mehr. Allerdings kann auch daraus gelernt werden, dass der Umgang mit den digitalen Möglichkeiten (auch in der Kultur!) noch viel zu wenig Beachtung gefunden hat – denn es kann durchaus ein förderliches und spannendes Vehikel sein, mit dem man sich behilft.

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