Wiener Staatsoper

Jonas Kaufmann ist ANDREA CHENIER an der Wiener Staatsoper.

Herr Kaufmann beglückt wieder einmal sein Wiener Publikum, dieses Mal mit einer Aufführungsserie der Revolutionsoper „Andrea Chénier“ des Italieners Umberto Giordano. Jonas Kaufmann ist bestens auf die Rolle des jungen Dichters eingestimmt, im doppelten Wortsinn. Das erste Haus am Ring freut sich bereits wieder auf einen hochkarätigen Gast.

In der Regie von Altmeister Otto Schenk kann sich der aufstrebende Dichterfürst Andrea Chénier beweisen. Dass die Ideale der Hauptfigur von der Freiheit dominiert sind, darüber können sich die Festgesellschaft sowie auch das Publikum eindringlich informieren.

2017 sprach man in den Medien gar von einem Mini-Debakel, als Jonas Kaufmann eben in jener Rolle an der Bayerischen Staatsoper bei manchen Arien zu Beginn sehr spröde agierte. Er werde nicht jünger, und der „Lack sei ab“, meinte DIE WELT.

Kaufmann-Fans warten sehnsüchtig auf heute Abend, wenn Jonas das Gegenteil beweisen kann, und es vermutlich auch wird.

Info:

ANDREA CHÈNIER (Oper von Umberto Giordano)

Ort: Wiener Staatsoper

Termine: April (23., 26., 29.) Mai (02.) 2018

mit Jonas Kaufmann, Roberto Frontali, Anja Harteros, Donna Ellen, Zoryana Kushpler

NEUES von…Evelyn Herlitzius

 

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Evelyn Herlitzius (c) Markus Wächter

 

 

Evelyn Herlitzius, die seit Jahren zu den bedeutendsten hochdramatischen Sopranistinnen international zählt, wurde in Osnabrück geboren. Derzeit ist die Künstlerin an der Semperoper Dresden sowie der Wiener Staatsoper zu sehen und zu hören. Die leidenschaftliche Singschauspielerin achtet dabei nicht nur auf die Noten, sondern auch auf den körperlichen Ausdruck der ihr zugedachten Rollen.

Maestro Domingo dirigiert in Wien die „Wallmann“-Tosca! Mit Kyung Rim, Antonenko, Vratogna / STAATSOPER WIEN

 

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Tosca; Bild: Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

 

 

Heiß geliebt und umstritten, unzählige Male gespielt, das Bühnenbild dem Wiener Opernpublikum schon sehr vertraut: Die Wiener  „Wallmann“-Tosca. Man kann sie zum Repertoire zählen, trotzdem ist sie immer anders, und immer besonders!

Plácido Domingo, Tenorissimo und immer vielbeschäftigt, hat sich mit Genuss wieder einmal auf das Opernpult eingelassen. Es macht ihm viel Freude, die Sänger (wie er ja auch selbst einer ist) auf ihrem  durchaus harten, mit 2 Pausen versehenen Tosca-Weg zu begleiten. Er atmet mit, wie auch schon Aida Garifullina in der von ihm betreuten Romeo et Juliette-Serie am selben Haus bemerkte.

Die Tosca der jungen Sopranistin Sae Kyung Rim vom Musikkonservatorium Mailand überzeugte mit großer, ausladender Stimme und intensivem Schauspiel das Publikum. Niemand konnte an diesem Abend zumindest ein leichtes „Kränkeln“ verstecken.

Alexandrs Antonenko hatte diesmal keinen leichten Tosca-Tag, er trat schwer krank als Cavaradossi auf die Bühne. Dennoch geriet sein Gesang dafür gut.

Marco Vratogna, der kämpferische und tapfere Italiener, (kurzfristig für KS Thomas Hampson eingesprungen), ersang sich den Scarpia auf seine Weise, hatte aber mit einigen stimmlichen Widrigkeiten zu kämpfen.

Paolo Rumetz, Benedikt Kobel (auch leidenschaftlicher „Chefzeichner“ der Staatsoper) und Hans Peter Kammerer gaben ihr Bestes, der junge Ryan Speedo Green als Angelotti wirkte ausgeglichen und hat bestimmt noch eine steile Karriere vor sich!

 

Silvester-„Gala“-Fledermaus mit vielen Stars in der Wiener Staatsoper

Der Silvesterabend gehört ja in Theaterkreisen zu den „Gala-Events“, wo die ganz besonderen Vorstellungen an der Reihe sind und auch ein wenig Klamauk und Spaß nicht fehlen dürfen. Eine liebgewonnene und traditionsreiche Aufführung der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss Sohn in renommierten Opernhäusern gehört dazu. Auch der Jahreswechsel 2016/17 wurde mit einer solchen versüßt. Kammerschauspieler Peter Simonischek, der wie berichtet am heutigen Tag auf einen Golden Globe hoffen darf, gab eine von vielen Persönlichkeiten vor ihm geprägte Rolle: Den Gefängniswärter Frosch, den auch er inzwischen liebevoll geprägt hat. Mit rot geschminkter „Schnapsnase“ und wirrem, durcheinandergebrachtem Haar wäre dieser Frosch der Einzige, mit einer runden Kugel aus Hollywood! Hoffen wir das Beste! Auch sonst war der Abend von einer hochkarätigen Besetzung geprägt.

Es darf unterstellt werden, dass es an diesem Abend ein wenig mehr als sonst um das Atmosphärische ging, nicht so sehr darum, dass Rosalinde am Ende ihrem Gatten verzeiht. Denn der Silvesterabend bleibt magisch, man weiß im Stück, dass „Champagner alles verschuldet hat, was die handelnden Personen für Wirrungen erdulden mussten“. Dieses Motto zieht sich durch die Handlung. „Eisenstein erkennt auf dem Fest seine eigene Gattin nicht, wie gibt es denn so etwas?“, hatte vor Jahren die renommierte Barbara Rett den Tenor Herbert Lippert gefragt. Er entgegnete: „So etwas gibt es wohl nur in der Operette!“

In dieser Silvester-Aufführung der „Fledermaus“ ist ebenso alles möglich. Kammersänger Michael Schade gab sein „Eisenstein“-Debüt, vorher wurde er noch mit einer ranghohen Ehre aus Kanada (seinem Herzensland) überrascht. Nur die Pointen gerieten ihm etwas zum Verhängnis, gesanglich kann man einem Kapazunder wie ihm nichts vorwerfen. Es verhält sich so, dass der Gabriel von Eisenstein eine heitere, aber auch leicht melancholische Seite zeigen soll. Zum Ende hin sowieso mehr reuig. Regine Hangler als seine Gattin Rosalinde hat die Rolle gut verinnerlicht, wenn sie auch manchmal ein bisschen outrierte. Singen kann sie sehr gut. Ihre sehr geliebte Adele spielte Daniela Fally an diesem Abend wieder voll aus, inklusive köstlicher Bonmots. Norbert Ernst als Alfred ließ schon ein bisschen Glanz vermissen, den er in Jahren zuvor noch „drauf“ hatte. Als Prinz Orlofsky hatte man Elena Maximova engagiert. Die Russin verkörperte den Prinzen stilecht, und langte auch beim Bühnen-Wodka (Wasser) zu, so wie das Klischee es verlangt. Clemens Unterreiner als Dr. Falke hatte diebischen Spaß, als er wieder einmal die Fäden seiner Intrige ziehen durfte, und überzeugte mit seiner vokalen Durchschlagskraft. Wolfgang Bankl als Gefängnisdirektor Frank zeigte sich sehr flexibel. Peter Jelosits als Dr. Blind und Lydia Rathkolb als Ida fügten sich achtbar ein.

Und dann war da noch: Der berüchtigte Überraschungsgast am Silvesterabend. Manche hatten mit Placido Domingo gerechnet, aber dann kam ER und begeisterte die Massen: Juan Diego Flórez, der Mann mit der Samtstimme, das Universaltalent,“bewaffnet“ mit Gitarre. Ein großartiger Künstler! Nicht nur die Arie des Tonio aus der „Regimentstochter“ (da hätte noch gefehlt, dass Eisenstein, Rosalinde, Adele am Bankett sitzend und Co. die Soldaten gemimt hätten!!!) mit den „mörderischen“ hohen C´s, sondern auch eine besonders nette Version von „Guantanamera“, vermischt mit „I wish you a happy new year“, war zu hören.

Der Staatsoper gelang wieder einmal ein fulminanter Jahreswechsel.

Hier die beiden Gastauftritte von J.D. Flórez:

Ah mes amis! (Tonio, Fille du Regiment)

Auld Lang Syne und Guantanamera:

 

 

 

 

KS Alfred Šramek ist tot.

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(c) imago

 

Sad News: Der beliebte Kammersänger und Publikumsliebling der Wiener Staatsoper, Alfred Sramek, ist Donnerstag im Alter von 65 Jahren nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Er verkörperte zahllose Partien, vom Mesner in „Tosca“ bis hin zu Dulcamara im „Liebestrank“.

Ruhen Sie in Frieden!

NEUES von…Alexandra LoBianco

 

Die Sängerin mit der Stimmlage Sopran, tituliert mit der „Auszeichnung“ echter Verdi-Sopran, wird an der Wiener Staatsoper in der Vorstellungsserie des Fidelio im Mai die Leonore singen.

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(c) madisonopera

NEUES von…Ioan Holender

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(c) komische oper berlin

 

Der umtriebige Opernexperte und frühere Direktor der Wiener Staatsoper, Ioan Holender, hat mittlerweile seine eigene Sendung auf dem Sender ServusTV. Sie heißt „KulTOUR mit Holender“. Der Kulturpavillon schaut sich regelmäßig Folgen an und kommentiert sie.  Die nächste Folge erwartet die Zuseher am 30.04., in der sich alles um den Star-Dirigenten Zubin Mehta drehen wird. (30.04., 18:50 Uhr, ServusTV)

NEUES von…Kirill Kourlaev

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(c) Christine Pichler

 

 

Der talentierte russische Tänzer Kirill Kourlaev ist „Erster Solotänzer“ des Wiener Staatsballetts. Er besuchte die Ballettakademie in Moskau und das Ballettkonservatorium St. Pölten/NÖ. Er wird tänzerisch im April an der Wiener Staatsoper in „Verklungene Feste | Josephs Legende“ als Der Engel zu sehen sein, sowie im Mai im Ballett „Mayerling“ als Kronprinz Rudolf in der Hauptpartie (ebenfalls Wiener Staatsoper) tanzen. Privat ist er übrigens mit einer der Ersten Solotänzerinnen des Wiener Staatsballetts, Olga Esina, verheiratet.

NEUES von…Olga Esina

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(c) mariinsky.ru

 

Olga Esina, studiert hat sie an der Waganowa-Ballettakademie, ist eine der fünf „Ersten Solotänzerinnen“ des Wiener Staatsballetts. Sie tanzt ab Mai an der Wiener Staatsoper in „Don Quixote“(Rudolf Nurejew, Marius Petipa) die Königin der Dryaden.

Da capo! Die Kaufmann-Gheorghiu-Terfel-„Tosca“ in Wien

Wiener Staatsoper

Wien

Die lang erwartete Mario-Cavaradossi-Besetzung ist in Wien gelandet: Der Super-Tenor Jonas Kaufmann gab zum letzten Mal in dieser Spielzeit die Rolle des leidenden und leider schließlich sterbenden Malers, der in Liebe zu seiner Floria Tosca zerfließt. An seiner Seite als Tosca: Der rumänische Starsopran Angela Gheorghiu. Und als sein Gegenspieler Scarpia: Der Waliser Bryn Terfel. Die Vorstellung: seit Monaten ausverkauft, hoch gehandelt und mit glühenden Fan-Blicken erwartet. Hier Schlangen an der Kasse zu den Stehplätzen, dort mit Rosen und Kugelschreibern ausgestattete Sänger-Werber.

Man muss sagen, dass die Vorstellung die Erwartungen nicht nur erfüllte, sondern oft auch übertraf. Puccinis wohl zärtlichste Musik in den Liebes-Bekundungsszenen und wohl hasserfüllteste Töne beim Auftritt von Scarpia (Bryn Terfel erinnert mit Perücke ganz entfernt an einen Bond-Bösewicht aus „Skyfall“) taten ihr Übriges. Gheorghiu als Tosca schreit eindringlich nach ihrem Mario, und schließt leidenschaftlich die Augen, als er sie in die Arme schließt. Die Chemie stimmt zwischen den beiden Profis. Besonders bei „…nostra casetta“, also „Unser Häuschen“, wird sie verspielt und alles scheint zu funkeln. Das Duett „Mia gelosa“ gerät fulminant, und kochende Eifersucht wird zwischen den beiden mehr als einmal spürbar. Dazwischen bringt sich ehrwürdig KS Alfred Sramek in seiner Rolle als Mesner ein, diese macht immer noch Spaß und Freude. Der ambitionierte Ryan Speedo Green als Cesare Angelotti gibt sein Bestes (und muss sich in seiner Rolle dennoch von der Welt verabschieden). An diesem Abend ist vielleicht einzig hie und da eine gewisse Wortundeutlichkeit zu bemängeln. Sonst gibt es aber nichts Störendes. Die Musik und die Sänger, eine wahre Freude für die Ohren und Augen. Blutverschmiert wie immer bei dieser schweren Arie zeigt sich Jonas Kaufmann schließlich kurz vor seinem Bühnen-Tod bei „E lucevan le stelle“. Und – es wird wieder ein Da capo von der begeisterten Zuhörerschaft eingefordert. Angela Gheorghiu trat im 3. Akt etwas zu spät auf, warum, ist nicht vollständig geklärt.

Das Dirigat wurde kurzfristig von Jesus Lopez Cobos übernommen, der seine Sache bravourös meisterte und einen Wohlklang von besonderem Format erzeugte.