Italienische Klänge, Oper und Operette im Kurort Bad Leonfelden: Operngala „O SOLE MIO“

Der oberösterreichische Kurort Bad Leonfelden (Urfahr-Umgebung) wurde an diesem Abend zum „Zentrum der Klassik“. Und dies dank des im wenigen Kilometer entfernten Vorderweißenbach ordinierenden, wohlbekannten Mediziner, Künstler und Faktotum Dr. Alexander Gallee. Er stellte einen sehr unterhaltsamen wie auch berührenden Opernabend auf die Beine. Er konnte auf ein profiliertes Ensemble zählen, das bereits Bühnenerfahrung von Bad Hall, den Salzburger Festspielen, sowie italienischen Opernhäusern mitgebracht hatte. Im „Haus am Ring“ Bad Leonfelden erklang Großes aus der Klassikwelt.

Drei Damen gaben sich an diesem Abend die Ehre, seine Gattin Elisabeth Gallee, die das Eröffnungslied „Funiculi, Funicula“ mitgestaltete, sich aber dann gesundheitsbedingt zurückziehen musste, und für die Katharina Linhard einsprang und ihre Sache bravourös meisterte, und Carina Hohner, die mit der wunderschönen sehnsüchtigen Arie der Rusalka, dem „Lied an den Mond“ auf Tschechisch reüssierte, die Arie der Sonja aus dem „Zarewitsch“ sang und feststellte: „Einer wird kommen, dem werd‘ ich gehören! Werd‘ ich bei seinen Küssen erbeben, werd‘ ich der Liebe Wunder erleben?“ Ein emotionales „Blumenduett“ aus der Oper „Lakmé“ lieferten Linhard und Hohner ebenso. Katharina Linhard verwöhnte das Publikum auch mit einem zarten Flehen: „O mio babbino caro“, die Arie der Lauretta aus „Gianni Schicchi“.

Bei den Herren kam auch die Komik in Spielszenen keinesfalls zu kurz: Das Duett aus „Der Liebestrank“ von Giovanni Romeo aus Milano („frisch eingeflogen von den Salzburger Festspielen“) und Miloš Bulajić, bekannt von Opernhäusern wie Berlin und Bonn, geriet zum Kabinettstück mit Trank in den Händen. Aus der „Macht des Schicksals“ war Romeo gemeinsam mit dem jungen wohltönenden Bass aus Milano, Diego Maffezzoni zu hören.

Das „Kraftpaket für Bässe“ wie es die charmante Bad Leonfeldner Moderatorin, Schauspielerin und Model Lisa Hofer (Schwester von Carina Hohner) ausdrückte, war „La calunnia e un venticello“, gesungen von Don Basilio im „Barbier von Sevilla“, und natürlich für Maffezzoni reserviert! Romeo zitierte als Leporello dann auch der „geschockten“ Carina Hohner noch aus dem „Liebesverzeichnis“ des Don Giovanni: „Madamina, il catalogo e questo! und trug ihr vor, wieviele Damen sein „Herr“ in welchem Land beglücken konnte. Bulajić trug die Arie des „italienischen Sängers“ aus dem 1. Akt des „Rosenkavalier“ – „Di rigori armato il seno“ – in eindringlicher Weise vor.

Dr. Gallee führte schwungvoll den Reigen an, mit „Funiculi, Funicula“ (der Standseilbahn auf den Vesuv) in neapolitanischer Sprache. Auch einen Klassiker hatte er sich ausgesucht, um einen Hauch der Bundeshauptstadt in den Kurort zu bringen: „Wien, Wien nur Du allein!“.. Ach! Katharina Linhard und Alexander Gallee schlüpften in die Rollen von Sylva und Edwin aus der „Csárdásfürstin“ und fragten sich: „Weißt Du es noch, was wir beseligt empfunden?“

Schließlich hatte er ein berühmtes Operettenterzett auf den Spielplan gebracht, lustvoll kosteten das alle drei (Gallee als Eisenstein, Hohner als Adele und Linhard als Rosalinde) aus: „Oje, oje, wie rührt mich dies?“, natürlich aus der Königin der Operette, der „Fledermaus“. „REISS MA UNS LOS!“….aber so schnell reißt man sich dann doch nicht los…“Wo bleibt die traute Gruppe?“..“So muss allein ich bleiben, acht Tage ohne Dich!“ „Wem soll mein Leid ich klagen, O Gott, wie rührt mich dies?“ Valencienne und Camille (auch sehr zärtlich intoniert!) in Gestalt von Linhard und Bulajić gingen in den „Kleinen Pavillon“ in der „Lustigen Witwe“ um sich „einen letzten Kuss“ zu geben. „Doch nicht hier!“ „Es wird DICH MIR ERRINGEN, der Liebe Allgewalt“! Von allen Mitwirkenden wurde schließlich der Champagner im „Feuerstrom der Reben“ besungen!

Die Spielszenen die Fledermaus betreffend waren einer der Höhepunkte, die das Publikum feierte. Es mussten zusätzliche Sitzreihen her, so beliebt war die Gala bei der Zuhörerschaft. Die Zugaben wurden ebenso herbeigewünscht. „O SOLE MIO“ wurde vom gesamten Ensemble wiederholt, dann kam noch „La traviata“ mit dem Brindisi „zum Zug“.

Ein sehr kompetenter Pianist begleitete die Akteure: Der Vollblutmusiker Vito Lattarulo, oft am Theater beim Orchester in Biel / Solothurn beschäftigt, nicht nur Pianist, sondern Vokalbegleiter, Dirigent, Arrangeur….atmete auch mit den Sängerinnen und Sängern, griff nicht nur in die Tasten, und dies hochmusikalisch.

Ein Abend der guten (italienischen) Gefühle!

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