Klassik

Viel mehr als „Waltraud und Mariechen“: Volker Heißmann und Martin Rassau – Duo infernale der Fürther Kabarettszene

Die zwei Damen haben es in sich – oh, pardon, aber eigentlich sind es Herren, die den liebenswürdigen und liebestollen Witwen aus „Färdd“, sprich aus Fürth, Leben einhauchen. Die Rede ist von den Kunstfiguren Waltraud und Mariechen und ihren Erfindern Volker Heißmann und Martin Rassau…

Die fiktiven Bühnenfiguren Waltraud und Mariechen sind immer noch die Kassenschlager des beliebten und bekannten Komikerduos Heißmann & Rassau. Sie sind aktiv seit 1991 und bereichern mit Humor und Witz die Kleinbühnen.

Im Jahr 1991 hörten die beiden Komiker reiferen Damen bei Gesprächen im Kaffeehaus zu. Es schlug die Geburtsstunde von „Waltraud und Mariechen“: keifende, aber liebenswürdige, waschechte fränkische Frauen.

Ihr „Stammhaus“ ist die Comödie Fürth. Seit 1997 sind Heißmann & Rassau jährlich in der großen Faschingssitzung des BR – des Bayerischen Rundfunk zu sehen. Die Fastnacht in Franken aus den Mainfrankensälen Veitshöchheim ist Kult. Auch im österreichischen Fernsehen waren sie im „Musikantenstadl“ zu Gast.

Volker Heißmann ist 1969 in Fürth/Mittelfranken, Deutschland geboren und stand im zarten Alter von fünf Jahren bereits auf der Bühne. In regelmäßigen Abständen spielt er mit seinem Bühnenpartner Martin Rassau Boulevardkomödien, zuerst standen sie gemeinsam auf einer Kleinbühne (der kleinen Komödie Nürnberg), dann gründeten sie 1998 ihre eigene Bühne, die Comödie Fürth mit Erlebnisgastronomie.

In der Saison 2010/2011 spielte Heißmann am Staatstheater Nürnberg den Gerichtsdiener Frosch in der Operette Die Fledermaus. Von 2011 bis 2017 stand und steht Heißmann regelmäßig als Alfred P. Dolittle im Musical My Fair Lady auf der Nürnberger Bühne. Von 2013 bis 2016 spielte er den Leopold in der Operette Im weißen Rössl. In der Spielzeit 2015/16 spielte er mit Martin Rassau die beiden Ganoven in Kiss me Kate.

Martin Rassau wurde 1967 ebenso in Fürth geboren und machte sich als Comedien, Schauspieler und Bühnenautor einen Namen. Er ist Theater-Unternehmer und entwickelte für das Staatstheater Nürnberg Bühnenfassungen auf Fränkisch, etwa My Fair Lady.

Die Comödie Fürth ging unter anderem schon auf Ostsee-Kreuzfahrt, und bietet auch eine Auftrittsstätte für so manche Stars der fränkischen „Fasenacht“.

Die neueste Comödie (Boulevardkomödie) mit Heißmann und Rassau ist schon schwer im „Anrollen“: Jetzt nicht, Liebling! von Ray Cooney bietet beste Unterhaltung und ebenso lustigen Dialekt.

 

Info:

JETZT NICHT, LIEBLING! von Ray Cooney

Ort: Comödie Fürth/D

Termine: ab 10.04., bis 27.05. 2018

mit Volker Heißmann und Martin Rassau

http://www.comoedie.com

 

 

Ein spannender Blick auf die Kriminologie und einen geliebten Komponisten – DDr. Peter Wehle mit „Mord – Pause – Mozart“

Der Kulturverein „Initiative Währing“ präsentiert im Rahmen der traditionellen Währinger Festwochen 2018 einen vielseitigen Künstler. Vielen wird der Name ein wohlbekannter Begriff sein: DDr. Peter Wehle, da „klingelt es“ schon im neurologischen Netzwerk. 

Der 1967 geborene Sohn des Kabarettisten und Autors DDr. Peter Wehle geht seinen eigenen Weg und hat ein interessantes neuartiges Programm zusammengestellt. Wehle ist erfolgreicher Autor von Krimis, Psychologe in eigener Praxis sowie gefragter Musikwissenschaftler und Konzertpianist. Da sammeln sich natürlich auch sehr viele Ideen an, deren Umsetzung nicht auf sich warten lassen will.

Da wäre einmal das Schlagwort „Mord“: Wehle verwendet es immer wieder, in seinen Krimis ist es ein titelangebendes Motiv. „Kommt Zeit, kommt Mord“, „Mord heilt alle Wunden“, „Wenn einer einen Mord begeht“, „Drum morde, wer sich ewig bindet“. Wehles geschaffene Figur „Hofrat Halb“, auch liebevoll „Luzi“ genannt (ob der Name von Ludwig oder doch eher von Luzifer abgeleitet ist?) manövriert sich durch den Wiener Stadt-Dschungel und versucht mit psychologischem Geschick, besagte Morde aufzuklären. Diese Wien-Krimis sind zur Gänze mit Spannung gewürzt und versprechen für Fans des Genres Lesevergnügen auf gemütliche und doch feinsinnige Weise.

Zur „Pause“: Es wird noch geheimnisvoller, die geschätzten Besucherinnen und Besucher müssen schon selbst herausfinden, was es mit dieser auf sich hat. Wie sich diese gestalten wird, wird noch ein umfassendes Diskussionsthema sein. Nutzen kann man sie auf alle Fälle, zum Schwelgen, Rätselraten und „Verdauen“ des ersten Teiles, der verzweigten literarischen Morde.

Der „Mozart“: Unser aller geliebter Komponist. Aber nicht nur das. Von oben, ja, von oberster Stelle, kamen nämlich genaue Instruktionen, was mit IHM geschehen sollte. Peter Wehle scheut keine Mühen, darüber dem Publikum Details näher zu bringen. Ob man das 21. seiner Klavierkonzerte zu hören bekommen wird oder aber auch das Ergebnis der „italienischen Sonate“, wie Wehle findet: „Eine sehr herzige Melodie“ – das bleibt sicherlich im Ohr!

Info:

DDr. Peter Wehle – „Mord – Pause – Mozart“

Termin: 24. Mai 2018; 19:30 Uhr

Ort: Festsaal des Währinger Rathauses, Martinstraße 100, 1180 Wien

Zählkarten in der Bezirksvorstehung.

 

 

ECHO Klassik für das Lebenswerk für Kammersängerin Brigitte Fassbaender!

 

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(c) Isoldes-Liebestod

 

 

Die Kammersängerin und Mezzosopranistin Brigitte Fassbaender schlüpft außergewöhnlich gerne in Hosenrollen. Der Prinz Orlowsky aus J. Strauss´ „Fledermaus“ ist so eine Leibrolle von ihr, oder aber auch der Octavian im „Rosenkavalier“ (R. Strauss). Sie wurde von ihrem Vater, dem bekannten Kammersänger Willi Domgraf-Fassbaender, unterrichtet. 

Mit unzähligen Rollen hat sie auf sich aufmerksam gemacht. Eigentlich wollte sie ja zum Film oder auch zum Theater, als Schauspielerin. Doch ohne das Wissen ihrer Eltern fing sie zu singen an, bis ihr Vater meinte, er würde sie unterrichten und sie solle keine Zeit mehr verschwenden. Das „Hemmnis“, beim eigenen Vater zu studieren, legte sie schnell ab: „Er war ein wunderbarer Pädagoge, ich musste ihn fast zur Strenge zwingen.“, so sagte sie einmal in einem Interview.

Besonders beeindruckend war die Zeit, wo sie sich durch die „niederen Rollen“ zu den höheren sang. Sie interpretierte Dienstmägde genauso wie auch männliche Diener. Plötzlich hatte sie Weltstars als Kollegen.

Sie wollte auf der Bühne nicht alt werden, deswegen plante sie schon früher ihren Rückzug aus der aktiven Gesangswelt. Sie widmete sich dem Inszenieren. Die frühere Karriere hilft sehr dabei, sich dann in eine Inszenierung hineinzufühlen, denn man weiß ganz genau, was die Sänger und Sängerinnen brauchen.

Brigitte Fassbaender bezeichnet sich selbst als „heillos kreativ“. Sie bekommt den ECHO Klassik für ihr Lebenswerk verliehen. Die Verleihung findet am 29. Oktober im Rahmen einer Gala in der Hamburger Elbphilharmonie statt.

 

Extrapost, Walzerkost, Violetta, Ninetta und Espana – Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2016

Goldener Saal des Wiener Musikvereins

 

Ein Klassiker der österreichischen Musikgeschichte: Jeder Dirigent, und sei er auch noch so versiert, ist ein bisschen nervös, an diesem besonderen Datum die Wiener Philharmoniker dirigieren zu dürfen. Im heurigen neuen, ganz frischen Jahr fand sich der lettische Maestro Mariss Jansons am Pult ein. Sechs Neujahrskonzert-Premieren hatte dieser Vormittag zu bieten.

Zu Ehren des geladenen Generalsekretärs Ban-Ki Moon interpretierte das Orchester zuerst eine Neujahrskonzert-Premiere: Nämlich den UNO-MARSCH von Robert IMG_0006Stolz. Die vereinten Nationen sollten hiermit gepriesen werden. Ein fast italienischer, sehr fröhlicher Klang, gemischt mit „Gardemaß“, wurde hörbar. Trompeten hatten einen großen Auftritt und dieser Marsch stellte einen herrschaftlichen Beginn des Neujahrskonzertes dar.

Als zweites Musikstück präsentierten die Philharmoniker den wunderbaren „SCHATZ-WALZER“ (op. 418) von Johann Strauss Sohn mit Motiven aus seiner Operette „Der Zigeunerbaron“. Dass die Figuren Saffi und Barinkay einen Schatz finden, das hat man „deutlich gehört“. Auch dass die Musiker „das und noch mehr“ können. Ausdifferenziert und beinah uneitel, edel musiziert kommt der große Motiv-Walzer an. Eine auffällige Begebenheit ist aber: Das Carnero (Figur) – Couplet innerhalb des Walzers ist abgekürzt worden, der Refrain wird kein zweites Mal mehr gespielt.

Als nächste (erste) Polka francaise ist „VIOLETTA“ (op. 404) aus der Operette „Der lustige Krieg“ ebenfalls von J. Strauss Sohn, an der Reihe. Eine ganz hübsche, sanfte Polka, die durch das heurige Neujahrskonzert 2016 zum persönlichen Favoriten der Autorin geworden ist (nebst den Werken „Albion-Polka“ und „Vom Donaustrande“, beide von J. Strauss Sohn und „Neckerei“ von Josef Strauß). Man meint ein wenig, Wien und den Fasching und ein Begehren von Spaß und ausgelassenem Tanz herauszuhören. Die Polka ist aber dabei seriös, ein ganz klein bisschen schwingt Melancholie mit und teilweise (!) ist sie nicht wirklich leichtfüßig. Gerade DIESE Mischung macht ihn aus, den Reiz dieses wunderbaren kleinen Juwels! Die Interpretation: Also, das Urteil lautet: Besser geht es nicht! Leichte Triangel, flotte Violine!

Es folgt ein Zug. Ja, richtig. Und zwar der „VERGNÜGUNGSZUG“, eine Schnell-Polka (op. 281). Ein flottes, wieder sehr leichtfüßiges Werk von Johann Strauss Sohn. Inspiriert vom Bau der Südbahn, es geht also ein „Vergnügungs-Zug“ von Wien aufs Land. Strauss schrieb diese kleine Schnellpolka 1864. Die Wiener Philharmoniker haben sichtlich Spaß dabei und verleihen der Polka Frische. Dirigent Mariss Jansons bläst komödiantischerweise mehrmals dabei in ein Horn (vermutlich um die „Abfahrt des Zuges“ zu symbolisieren).

Ein großer Konzertwalzer von Carl Michael Ziehrer (auch er ist heuer vertreten, und zwar mit einer Neujahrskonzert-Premiere!) die „WEANA MAD´LN“ (op. 388) steht weiters auf dem Programm. Ziehrer galt als Konkurrent der Strauß-Dynastie (von der sich ausschließlich Johann II. mit Doppel – s schrieb!) und war ein typisch wienerischer Komponist. Es ist ein großer Segen, auch die wunderschönen Melodien von ihm einem Neujahrskonzert zuzuführen. Man denke dabei auch an die berühmten und beliebten „Wiener Bürger“ oder den „Natursänger – Walzer“. Zu den „WEANA MADLN“, die im Übrigen äußerst ziseliert und feinsinnig vom Orchester wiedergegeben werden: Die hübsche Leitmelodie wird von den flexiblen Musikern nicht etwa gespielt. Nein, sie wird gepfiffen. Und wer genau hingesehen hat, der hat wahrscheinlich erkannt: Die ersten Pfeifer (äußerst melodiös) waren im Violinen-Sektor (u.a. Erste Violine Erich Schagerl, Erste Violine Martin Kubik und Erste Violine Andreas Großbauer) zu verorten. Eine ganz wundervolle Idee, das muss man sagen!

Eine sehr schnelle Polka schnell „MIT EXTRAPOST“ (op. 259) von dem jüngsten der Brüder, Eduard Strauß. „Der Edi“ war bekannt für seine raschen Wendungen in der Musik. Mariss Jansons erhält hier von einem Pagen als wiederum komödiantische Einlage einen original Strauß-Taktstock per „Extrapost“ geliefert. Gleich dirigiert er damit die schon ganz begierigen Wiener Philharmoniker, die rasend schnell einem Eilbrief gleichend, aber trotzdem sehr akribisch musizieren.

Die Abfolge dieser beiden aufeinanderfolgenden Musikstücke ist ein klein wenig „hart gewählt“, vielleicht war dieser Kontrast aber gewünscht.

Nach der Pause geht es weiter mit der schönen Ouvertüre zu einer der lustigsten Werke von Johann Strauss Sohn: „EINE NACHT IN VENEDIG“.  Sie dürfte beim Neujahrskonzert keine Unbekannte sein. Diese wird in der Wiener Fassung gespielt. Strauss selber wandte ein Gedicht an: „Wiener seid froh, oho, wieso…“ Sehr fein ausgekostet wird darin das Gondellied des Caramello. Die Philharmoniker schwelgen in diesem Stück wie in den Meereswellen, kommen mit einem raschen Finale wieder heraus: „So ängstlich“ sind sie nicht! Eine Hommage an Lust und Faschings-, pardon, Karnevalzeit!

Es kommt wieder „der schöne Edi“ an die Reihe, und zwar mit einer maliziösen Schnell-Polka, die schnell einmal halsbrecherisch werden kann: „AUSSER RAND UND BAND“ (op. 168). Sie hat viele Wendungen, die vom Orchester leichtfüßig und ganz problemlos angegangen werden. Auf Jansons Kommando achtet man da, fein und sauber wird auch diese ausgestaltet. Auch dieses kleinere Werk ist eine Neujahrskonzert-Premiere.

Die Philharmoniker spannen den weiten Bogen zu einem der allerschönsten Walzer vom eher unbekannteren, nicht minder genialen Bruder Josef Strauß: die „SPHÄRENKLÄNGE“ (op. 235). Der Legende nach können diese nur ungeborene Babys hören, die Musik der Sphäre. Aber, das Orchester ist an diesem 01.01. so gnädig, auch uns in den Genuss dieses schönen Werkes kommen zu lassen. Schwebend kommen die Töne, von den Violinen über die Violas bis zu den Querflöten. Einfach toll zuzuhören!

Eine Polka francaise steht wieder im Raum, und zwar die „SÄNGERSLUST“ (op. 328) von Johann Strauss Sohn (geschrieben für den Wiener Männergesangverein). Und mit ihr als Orchester-Begleitung die Wiener Sängerknaben. Sie haben den Text selbst dazugedichtet und wirken oberhalb des Orchesters stimmlich kräftig mit. Sie sind deutlich, genau wie die Musiker. Das gelingt erst einmal sehr gut bei diesem Werk. Beim zweiten ändert sich das leider etwas.

Das zweite in dieser Manier aufgeführte Werk „AUF FERIENREISEN“ (op. 133) von Josef Strauss misslingt leider laut der Meinung der Autorin, und dies aus zwei Gründen: Das Werk und die Melodie an sich sind sauber und wunderbar, stimmig in sich. Die Wiener Sängerknaben sind hier bemüht, einen eigenen Text sehr rasch „über die Melodie darüber zu singen“. Sie strengen sich sehr an, der Text ist viel, viel zu schnell vorgetragen. Man kann kaum folgen. Die Philharmoniker wiederum werden (gehört) etwas lauter, die Knaben leiser. Ein entzückendes Bild bietet sich visuell. Es passt leider hier nicht so wie erhofft. Für sich genommen haben beide (Orchester & Sängerknaben) eine tolle Leistung abgeliefert, aber zusammen hat das nicht gepasst.

Johann Strauss Sohn hat eine weitere Operette im Programm: Die „FÜRSTIN NINETTA“, wo die Wiener Philharmoniker die romantisch-flehentliche „Zwischenmusik – Entr´acte zwischen 2. und 3. Akt“ gewählt haben. In einem leidenschaftlichen und dennoch klaren Spiel und einer präszisen, romantischen Interpretation haben sie an dieser Stelle das Publikum besonders schwärmen lassen.

Die nächste Neujahrskonzert-Premiere stammt vom gebürtigen Elsässer Waldteufel. Emil(e) Waldteufel. Er bringt uns durch die schöne, wirklich makellose Interpretation an dieser Stelle der  Wiener Philharmoniker ordentlich  spanisches Flair in den Goldenen Saal des Musikvereins. „Wilde, dennoch klassische“ Rhythmen werden hier dargeboten. Exotisch und erfrischend kommtESPAÑA“ (op. 236) an die Ohren. Der sanfte Beginn lässt eine Felsenlandschaft in Spanien erahnen, so lebendig wird er interpretiert. Und dann kommt richtiges Feuer auf. Kastagnetten und ein Fächer zur Kühlung eines mutmaßlichen Kontrabassisten werden verwendet. Dieser Walzer, weit, groß, üppig, wird an manchen Stellen wieder ziseliert, um jede Nuance dieses Landes erahnen zu können. Auch gewisse Dramatik und natürlich der spanische Stolz kommen beim Werk des 1837 geborenen Waldteufels zum Tragen. Mit entsprechendem Stolz gehen die Wiener Philharmoniker unter Mariss Jansons an dasselbe heran.

Es folgt eine selten gespielte Szene. Die „BALLSZENE“ des auf dem Neujahrskonzerts nicht so populären Josef Hellmesberger senior. Diese soll einen Vorgeschmack liefern auf den Hausball der Philharmoniker. Die Violinen haben hier eine diffizile Arbeit zu verrichten, diese gelingt wie erwartet bravourös. Wenn man genau beobachtet, merkt man auch, dass das ein oder andere Rosshaar von den Bögen fliegt. Die Bögen selbst fliegen auch über die Saiten. Edel!

Ein eher kurzer, aber vielleicht liebevoll gemeinter „SEUFZER-GALOPP“ (op. 9), das einzige Werk auf diesem Konzert, das von Johann Strauß Vater stammt, (natürlich außer dem Radetzkymarsch!). Nettes Stückchen. Komödiantisch gut umgesetzt. Einige Seufzer lockern auf. Musikalisch auch gut umgesetzt, wenn auch wenig spannend an sich. Wenn man ganz ehrlich ist, hätte dieses kleine Bonmot vielleicht, vielleicht effektvollere Alternativen gehabt.

Josef Strauß versetzt daraufhin mit seiner wunderbaren „LIBELLE“ (op. 204) – Polka mazur alle ins Staunen und andachtsvolle Lauschen! Selten hat man diese Polka besser und differenzierter, feinsinniger gehört. Ein großes BRAVO den Philharmonikern für diese All-Time-Favorite-Einspielung, wenn man es denn so salopp nennen darf.

Der allseits bekannte und sehr beliebte „KAISER-WALZER“ (op. 437) von Johann Strauss Sohn. Was soll man dazu sagen. Perfekt. Einfach perfekt. Mehr gibt es nicht.

Und dann gehen die Musiker mit uns noch einmal auf die Jagd nach dem neuen Jahr. Mit „AUF DER JAGD“ (op. 373), einer Schnell-Polka von Johann Strauss Sohn. Fesch und resch musiziert, zwei Holzbretter sorgen am Beginn für einen heiteren Moment.

Eine unerwartete, herzliche Zugabe gibt es: Johann Strauss´ Sohn „IM STURMSCHRITT“ (op. 348). In Italien ist dieses Werk auch beliebt: Es hat sogar den eigenen Namen „A passo di carica“. Wie sehr oft, auch hier „molto bella“ anzuhören.

Zum Schluss verwöhnt man noch das Ohr mit den beiden Klassikern:

  • Der Donauwalzer „An der schönen blauen Donau“ (op. 314) – Johann Strauss Sohn. Langsam intoniert, ganz anders als bei anderen Neujahrskonzerten. Das Wasser scheint sich zu bewegen. Wahrhaftig.
  • Der Radetzkymarsch (op. 228) – Johann Strauss Vater – Mariss Jansons versteht sich auf das Einklatschen, er verlässt auch als „Gag“ einmal den Saal. Jeder Dirigent macht dies auf seine Weise. Spaßig und launisch war es.
Fazit: Wer dieses Neujahrskonzert noch nicht zu Ohren und zu Augen bekommen hat, der sollte es tun! Der beste Start in das Jahr 2016 mit dem famosen Orchester und einem meisterlichen Dirigenten!
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Classic Club – Klassik in neuem Outfit

Der Classic Club

In der Albertina Passage im 1. Wiener Gemeindebezirk hat die klassische Musik Einzug gehalten. Wo sonst die Beats und der Techno vorherrschen und die Mischpulte heißlaufen, haben nun auch sanfte klassische Töne ihren Platz. Hinter dieser Idee steht MASOLI Music. Die Gründungsmitglieder sind Sonja Soukop, Matthias Fletzberger, und Lidia Baich.

Seit April 2012 konnte die Veranstaltungsreihe in exklusivem Ambiente beim Publikum punkten. Die renommierten Künstler präsentieren die Teile ihres Programms nicht auf einer weit entfernten Bühne. Die Zuschauer können nämlich rund um die Bühnen-„Insel“ sitzen und sich, während sie lauschen, an der Bar einen Drink (zum Beispiel GO NUTS) bestellen.

Doch damit nicht genug: Auf Wunsch gibt es auch ein 3-Gänge-Menü mit Weinbegleitung, um den Abend auch kulinarisch genießen zu können. Küchenchef Alexander Kumptner sorgt hier für das Wohl der Gäste.

Vor und nach den Live-Darbietungen werden die Zuschauer von Musik eigener Klassik-DJ´s unterhalten.

Der Classic Club wird moderiert von Violinistin Lidia Baich. Die Künstler werden von Pianist und Dirigent Matthias Fletzberger am Klavier begleitet.

Die Albertina Passage bietet einen Mix aus American-Bar-Kultur, gemütlicher Lounge und erstklassiger Küche.

-Martina Klinger-

Links:

http://www.classic-club.at

http://www.masoli.at

http://www.albertinapassage.at