Lesung

„Im Rausch“ auf der Josefstädter Probebühne

Schauspieler und Autor Michael Dangl und Schauspielerin Sandra Cervik lesen heute, 18. Mai, um 19:30 h aus Dangls neuem Roman „Im Rausch“ auf der Probebühne des Theaters in der Josefstadt.

Für Kurzentschlossene gibt es noch Karten unter

http://www.josefstadt.org

Telefon: +43 1 42700 300

Wieder eine geschenkte Stunde: Otto Schenk präsentiert sein neues Buch!

Quod erat demonstrandum: Es gibt sowohl Straussianer als auch „Schenk-isten“. Der 88-jährige, umtriebige Theatermensch, den laut eigener Aussage eine Hassliebe mit selbigem verbindet, hat (wieder einmal) ein Buch geschrieben: Diesmal dreht sich alles um die Musik. Otto Schenk erfüllte sich im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins wieder den Traum vom Dirigieren. Sein Sohn Konstantin ist übrigens wirklich Dirigent. 

Zwei Dirigenten gab es an diesem Abend: Zusammen mit der Ungarischen Kammerphilharmonie (diesmal unter der musikalischen Leitung von Konrad Leitner) gab Otto Schenk ja in der Vergangenheit schon das eine oder andere „launige“ Konzert mit viel Körpereinsatz. So spüre er die Musik einfach besser. „Wer nicht hört, kann nicht selig werden.“, so der Tausendsassa auf der Bühne. Oder: „Musik hören muss man lernen.“. Das dazugehörige Programm hat einen hübschen Namen: Noten und Anekdoten. 

Schenk fühlte sich lange unmusikalisch. Er musste sich die Musikalität erarbeiten. Das kam ihm wiederum bei seinen zahlreichen Operninszenierungen zugute, wie an der New Yorker Metropolitan Opera. In einem früheren Interview mit Klingers Kulturpavillon erwähnte er auch seine Herangehensweise an eine Inszenierung: Klingers Kulturpavillon: M. Klinger im Gespräch mit Ksch. Prof. Otto SCHENK

Was das Dirigieren anlangt, wollte er immer diesen Beruf ergreifen. Aber es kam nie dazu. Was vielleicht eben oben genannten Grund haben mag, dass er sich nie wirklich bereit fühlte.

Nicht nur die eingefleischten Fans erfreuen sich immer wieder seiner Bücher. Aber: Eine Autobiographie weigert er sich zu schreiben. Das wäre nicht angebracht. Lieber widmet er sich den verschiedensten Bereichen: Ein Kochbuch mit Rezepten seiner Nonna hat er schon herausgebracht („Wer kocht, ist selber schuld“). Oder er schreibt über irrwitzige Begebenheiten, die Oper, das Theater, gerade jetzt über die Musik.

Wer´s hört, wird selig – Musikalisches und Unmusikalisches ist der Name seines neuesten Werkes.

Die Zuhörer durften sich unter anderem an der „Pizzicato Polka“ (Johann Strauss Sohn und Josef Strauss, op. 234) oder an dem kleinen Meisterwerk „Unter Donner und Blitz“ (Polka schnell v. Johann Strauss Sohn, op. 324)  erfreuen. Mozart und Rossini liebt er aber auch. So entstand eine fast gnadenlose Vielfalt an „Expressionismus“, die er vorführte. Er hüpfte, beugte sich nach vorne, ließ wieder die Musiker kommen….

Otto Schenk mag zwar kein Musiker sein, ein untrügliches Gespür für die Musik und die Bereitschaft, ja sogar überschäumende Freude, sich dazu zu bewegen, ist ihm in die Wiege gelegt.

Nach dem Konzert und der Lesung hatte Schenk jedenfalls viel zu tun: Sehnsüchtig wurde er bereits zum Signieren seiner Werke erwartet, und das von einer Hundertschaft.

Information:

Otto Schenks neues Buch: „Wer´s hört, wird selig. Musikalisches und Unmusikalisches“, erschienen im Amalthea Verlag.

Preis: € 26

Ein Einblick voller Humor und Informationen in die Welt der Oper, der Musik, ein Muss für alle „Schenk-isten“.

Link zum Buch: http://www.amalthea.at/produkt/wers-hoert-wird-selig/

Vorschau: Der Kultur-Herbst in Neunkirchen/NÖ!

Wir machen einen Blick vom derzeit vorherrschenden, heißen Sommer in den Kulturherbst in Neunkirchen/Niederösterreich, wo es auch im Herbst „heiß“ hergehen wird. Kultur als Nahrung für die Seele, und für jeden ist etwas dabei.

Am 02. September 2017 tritt beispielsweise die Meena Cryle & Chris Filmore Band mit der Vorgruppe: Young, Strong & Healthy aus Neunkirchen auf.

Sie präsentieren Americana Musik im Stil von John Lee Hooker und Stevie Ray Vaughan. Auch Fans von Musik a la Tom Waits oder Janis Joplin werden auf ihre Kosten kommen.
Meena Cryle and Chris Fillmore haben die drei Alben „Try me“, „Feel me“, und „Tell me“  im Bluesregal. Das Vorprogramm gestaltet die Gruppe Young, Strong & Healthy.

 
Am 22. September wird es einen humoristisch-literarischen Liederabend namens  „Wien für Anfänger“ geben. Die bekannten Schauspieler und mittlerweile auch Serienstars Katharina Strasser und Wolf Bachofner gehen gemeinsam mit dem
Pianisten Bela Koreny in Liedern und Texten der Wiener Seele auf den Grund. Ein Programm, welches beiden ein Anliegen ist und auch sehr viel Spaß macht. Sie konnten damit bereits reüssieren und werden auch das Neunkirchner Publikum damit beglücken. Was ist Wien eigentlich? Haben Sie sich das auch schon einmal gefragt? Wien ist anders. Doch was ist das für eine Stadt, in der es zum guten Ton gehört „grantig“ zu sein? Vom Friedhof ins Kaffeehaus, zwischen Melange und Spritzer, vom Riesenrad ins Kellertheater – eine Stadt dazwischen und mittendrin.
Strasser, die große Erfolge feierte mit „My Fair Lady“, „Der blaue Engel“ oder „Der Weibsteufel“, begibt sich mit Bachofner, bekannt aus „Kommissar Rex“ und den Sommerspielen Kobersdorf und Koreny, international erfolgreicher Pianist und Komponist auf eine gemeinsame Reise in eine Welt voller Liebe, Genuss und Tod. Ein humorvoller Liederabend, der sogar dem Wiener sich selbst näher bringt. Mit Musik und Texten von Georg Danzer, André Heller, Fritz Grünbaum, Gerhard Bronner, Georg Kreisler, Helmut Qualtinger.
Später, am 13. Oktober folgt dann ein Programm mit dem klingenden Namen „Reim Time“ mit Willy Astor. Astor bezeichnet sich selbst und sieht sich als „Verb-Brecher, Silbenfischer und Vers-Sager“ wie er sich gerne nennt. Er feiert sein 30-jähriges Bühnenjubiläum. Mit »Reim Time« surft Willy Astor munter weiter auf der Schalk-Welle. Shakespeares Hamlet erfährt eine gastronomische Wiedergeburt in: »Omlett – ein Rührstück mit Eggschn«. Viel zu bieten hat der Reim-Meister mit seinem afrikanischen Reggae für Jung und Alt. Und die ältere Generation fiebert mit beim „Seniorenmedley“.

Wenn es wieder etwas düsterer wird, nämlich am 03. November, wird das Publikum eine unterhaltsame und vor allem sehr spannende Lesung mit einem der erfolgreichsten österreichischen Krimiautoren, Bernhard Aichner, erwarten. Der Tiroler Bernhard Aichner gilt als einer der Spitzenreiter im österreichischen Buchexport. Sein einzigartiger Telegrammstil gibt den Werken eine ganz besondere Note. Fans des Autors und solche, die sich noch von ihm fesseln lassen möchten, sollten sich diesen Termin vormerken.

 

Information:

Meena Cryle & Chris Filmore Band

02. September 2017 ab 18:00

Open Air, Parkplatz Postgasse

Eintritt freie Spende

 

Katharina Strasser & Wolf Bachofner, Bela Koreny: „Wien für Anfänger“

22. September 2017, 19:30

VAZ der Arbeiterkammer Neunkirchen (Kulturhaus Neunkirchen)

Karten unter: http://www.kultur-nk.at

 

Willy Astor: „Reim Time“

13. Oktober 2017, 19:30

VAZ der Arbeiterkammer Neunkirchen (Kulturhaus Neunkirchen)

Karten unter: http://www.kultur-nk.at

http://www.willyastor.de

 

Bernhard Aichner: „Totenrausch“ – Lesung

03. November 2017, 19:30

Festsaal der Medienmittelschule Neunkirchen, Augasse 7

Eintritt: 18 Euro, inklusive Weinverkostung

Karten unter: http://www.kultur-nk.at

 

 

Er ist, was er ist! Uwe Kröger gastierte in Neunkirchen/NÖ

 

Uwe Kröger

Uwe Kröger; Foto: S. Gergely

 

 

Musicalstar Uwe Kröger versprach einen „intimate evening mit book-reading“. Viel Neunkirchner Prominenz war versammelt, dennoch blieben einige Plätze leer. Uwes Bühne bot ein stimmungsvolles Set-Up, wie man es annähernd von Musicalbühnen kennt, nur eben ganz intim und kammerspiel-haft. Ein Lesehocker, eine Lampe, ein Klavier. Der Kulturverein Neunkirchen begrüßte einen großen Star.

Da betritt Uwe Kröger die Bühne, zuerst „nur“ aus dem Off singend, dann sieht man ihn, begleitet von der jungen, talentierten Sandra Schennach am Klavier. Es gibt heftigen Auftrittsapplaus! Uwe trägt Schwarz, elegant und modisch, doch ein Blick auf seine Schuhe verrät: Oh, hoppla! Uwe trägt nicht etwa Budapester. Er präsentiert silbern glitzernde – High Heels! Als trüge er sie schon jahrelang, sitzt, spielt, tanzt, springt er in diesen. Er demonstriert eine Übung aus der Schauspielausbildung: Uwe wartet auf den Bus, es beginnt zu regnen, der Bus kommt, er hat kein Geld dabei. Mit bemerkenswerter Mimik spielt er die Übung durch, gelernt ist gelernt, und Talent ist Talent.

Dann spricht er über einen Liedtext aus „La Cage aux Folles“ (Käfig voller Narren): Es hat keinen Sinn, wenn man nicht sagt: ICH BIN, WAS ICH BIN. Ein Aufruf zur Freiheit, zur Fairness, zur Toleranz, nicht nur im Musical sollte es gelten, sondern auch im Leben. Jedem eine Chance zu geben, egal ob schwarz, weiss, groß, klein, dick, dünn, homo oder hetero.

Am Theater des Westens Berlin bewunderte er Helmut Baumann in der Rolle „Zaza/Albin“. Das Lied: „Ich bin, was ich bin“ begleitet ihn schon ein Leben lang.

Als man an Uwe herantrat, er solle doch ein Buch schreiben, fragte er: Wer wird es denn lesen? Jeder könnte doch eine spannende Lebensgeschichte schreiben. Natürlich hat Uwe Kröger viele Fans, und die möchten alles über ihren Star erfahren! Also ist ein Buch sicher keine schlechte Idee. In Neunkirchen rezitierte er aus seinem zum Geburtstag erschienenen Buch, das denselben Titel wie das Lied trägt: Ich bin, was ich bin.

Uwe war nicht immer der routinierte Schauspieler und Musicalstar, der er heute ist. Während des Zivildienstes lernte er, alleine zu leben und klarzukommen. Er arbeitete auch in der Jugendpsychiatrie. In seinen ersten Produktionen in seiner Heimatstadt Hamm hat er „Blut geleckt“. Die Initialzündung folgte auf die Revue „Dreams on Broadway“ in welcher er eher zufällig eine Rolle übernahm.

Was braucht es, um berühmt zu sein/werden? Auch Uwe Kröger, so sagt er, kann diese Frage nicht eindeutig beantworten. Aber auf jeden Fall sollte man den Ehrgeiz mitbringen, Regeln zu brechen. Er selbst gebe 200% Einsatz, wenn es eine Aufgabe verdiene. Es MUSS hinter allem ein Wille sein.

In der Rolle vollzieht Uwe Kröger dann den Wechsel von Mann und Frau („Albin/Zaza“) sehr elegant. Man muss dazu weiche Bewegungen machen und könne nicht „männlich“ dastehen.

Er erfreut mit Ausschnitten aus seinen Erfolgs-Musicals „The Addams Family“ (als Gomez Adams, weiterer Bericht hierzu The Addams Family (Uwe Gomez Addams Kröger) & Co. in Bremen), „Elisabeth“ (der Tod) und Kapitän Trapp (The Sound of Music) Edelweiß, jeder weiß, the Sound is fine. Sehr unterhaltsam; und auch zum Nachdenken brachte der große Musicalstar das Publikum! Nur schade, dass einige aus dem Publikum bereits zu früh den Saal verließen und Uwe keinen Applaus mehr spenden konnten.