Volksoper Wien

Cinque anni Österreichischer Musiktheaterpreis – viele Neuerungen im Jahr 2017!

 

Der Präsident, der Vorstand und der Moderator des Österreichischen Musiktheaterpreises luden zur Pressekonferenz, im Rahmen derer viele Neuerungen im Jahr 2017 für die Veranstaltung vorgestellt wurden. Und so nahmen Karl-Michael Ebner, Daniel Serafin und Christoph Wagner-Trenkwitz im Mozarthaus Wien Platz und erzählten über ihre Pläne.

Eine erste Neuerung der seit fünf Jahren die österreichische Kulturlandschaft bereichernden Veranstaltung: Sie wird als Matinée gestaltet statt als Abendveranstaltung. Austragungsort der „Oscars der Musiktheaterwelt“ wird diesmal am 25. Juni 2017 um 11:00 Uhr die Wiener Volksoper sein.

„Wir sind glücklich, den Österreichischen Musiktheaterpreis erstmalig an die Volksoper Wien zu holen, wo vor fünf Jahren die Idee entstand, herausragende künstlerische Leistungen mit einem eigenen Award zu würdigen und kulturelle Exzellenz einer ganzen Spielsaison vor den Vorhang zu bitten“, so Karl-Michael Ebner.

Es wird auch erstmals einen Off-Musiktheaterpreis in Zusammenarbeit mit dem Bundeskanzleramt geben: Das geschieht aus diesem Grund, um die Leistungen der engagierten Spielbetriebe abseits der großen Öffentlichkeit zu prämieren.

„Insbesondere die kleinen unabhängigen Bühnen leisten einen wertvollen Beitrag zur kulturellen Vielfalt im Musikland Österreich, um Menschen abseits der großen Häuser innovatives zeitgenössisches Musiktheater zugänglich zu machen“, betonte Kulturminister Thomas Drozda im Vorfeld.

Ein besonderes Rahmenprogramm zum fünften Jubiläum erwartet die Gäste: Ein Auftritt der Wiener Sängerknaben, des Chors und Orchesters der Wiener Volksoper und internationaler und nationaler Stars der Musiktheater-Szene. Es verspricht ein Fest zu werden: „Wir nehmen das Jubiläum zum Anlass, den Österreichischen Musiktheaterpreis für ein breiteres Publikum zu öffnen. Unsere Gäste erwartet bei der Matinée eine Leistungsschau der heimischen Szene aus allen Genres“, verspricht Vorstand Daniel Serafin.

Für das Lebenswerk wird Grace Bumbry ausgezeichnet werden. Christoph Wagner-Trenkwitz scherzte: „Barack Obama ist uns zuvorgekommen, er hat Bumbry bereits mit diesem Preis in Amerika ausgezeichnet. Er wird leider nicht am Österreichischen Musiktheaterpreis teilnehmen können.“

Der „Black Diamond Bass“ René Pape wird den Medienpreis entgegennehmen dürfen. Pape adelt den Musiktheaterpreis mit seiner Anwesenheit, der international höchst gefragte Sänger wird auch die „Hallenarie“ aus Mozarts „Zauberflöte“ interpretieren, was wiederum den Bogen von der Veranstaltung zum Preis selbst spannt.

Eigentlich hätte der Preis bekanntlich ursprünglich „Goldener Papageno“ heißen sollen, dieser Name war allerdings bereits vergeben. So entschied man sich für den „Goldenen Schikaneder“, über welchen sich schon sehr namhafte Künstler und Künstlerinnen freuen durften. Die Statue wird auch wie im vergangenen Jahr wieder gestellt von der Porzellanmanufaktur Augarten und ist eine ästhetisch sehr ansprechende, sorgsam hergestellte, sitzende Figur, die den Papageno aus der Mozartoper darstellen soll. Nicht nur schlicht weiß, sondern auch golden und grünlich glänzt das Meisterstück, auf welches Thomas König, CEO der Wiener Porzellanmanufaktur, besonders stolz ist: „Für uns als österreichische Manufaktur, die wir an der Schnittstelle von Handwerk und Kunst stehen, hat Kunst- und Kulturförderung in Österreich eine hohe Bedeutsamkeit.“ Die in den Anfangsjahren des Österreichischen Musiktheaterpreises gestaltete Figur von Sabine Kappitz und Wilhelm Willisch ist somit Geschichte.

Die Kategorien „Bester Chor“ und „Bestes Orchester“ werden sich jährlich abwechseln. Beim Musiktheaterpreis wird heuer die Kategorie „Bester Chor“ als Sonderpreis an den Chor der Volksoper Wien vergeben.

„Die Vielseitigkeit des Programmes der Volksoper Wien stellt eine Herausforderung an den Chor dar, die dieser mit Bravour und Souveränität meistert. Von Oper bis Musical sitzt jeder Ton der Sängerinnen und Sänger, die mit Begeisterung bei der Sache sind, die sich auch auf das Publikum überträgt.“, meinen Ebner und Serafin einhellig.

Da die Operette im Programm der Wiener Volksoper große Prominenz genießt, ließ es sich Christoph Wagner-Trenkwitz nicht nehmen, die 100. Premiere des Hausherren Robert Meyer anzukündigen: „Der Opernball“, ein Werk von Richard Heuberger, wird in einer Neufassung (die in Wien anstatt in Paris spielt) ab 17. Februar 2018 am Haus zu hören sein. Beim Österreichischen Musiktheaterpreis werden wir bereits einen musikalischen Vorgeschmack darauf bekommen, und zwar „Gehen wir ins Chambre Separée“. Lustigerweise stimmte Trenkwitz vor offiziellem Beginn der Konferenz dieses Lied kurz an.

Der Preis wird 2017 in folgenden 16 Kategorien vergeben:

  • Beste weibliche Hauptrolle
  • Beste männliche Hauptrolle
  • Beste weibliche Nebenrolle
  • Beste männliche Nebenrolle
  • Beste Gesamtproduktion
  • Beste musikalische Leitung
  • Beste Regie
  • Beste Ausstattung
  • Beste Ballettproduktion
  • Beste Nachwuchskünstlerin
  • Bester Nachwuchskünstler

(JURY)

  •   Krone Musicalpreis
  •   Bester Chor
  •   Medienpreis
  •   Lebenswerk
  •   Off-Musiktheaterpreis

(SONDERPREISE)

Auch 2017 ist die Jury wieder hochkarätig besetzt mit namhaften Intendanten, Choreografen, Sängern und Dirigenten.

Den Preis für das beste Festival erhalten die Tiroler Festspiele Erl.

Für die beste weibliche Hauptrolle sind nominiert:

  • Sophia Brommer (LUISA, „LUISA MILLER“/OPER GRAZ)
  • Golda Schultz (FIORDILIGI, „COSI FAN TUTTE“/STADTTHEATER KLAGENFURT)
  • Melba Ramos (JAROSLAWNA, „FÜRST IGOR“/VOLKSOPER WIEN)
  • Hailey Clark (ALMA, „BROKEBACK MOUNTAIN/SALZBURGER LANDESTHEATER)

Für die beste männliche Hauptrolle gibt es folgende Kandidaten:

  • Michael Wagner (MARCUS SCHOULER, „MC TEAGUE“/LANDESTHEATER LINZ)
  • Rolf Romei (MANOLIOS, „DIE GRIECHISCHE PASSION“/OPER GRAZ)
  • Robert Meyer (DON QUIXOTE, „DER MANN VON LA MANCHA“/VOLKSOPER WIEN)

Um den Preis für die beste weibliche Nebenrolle rittern folgende Damen:

  • Elsa Benoit (MICAELA, „CARMEN“/STADTTHEATER KLAGENFURT)
  • Susanne Langbein (MARZELLINE, „FIDELIO“/TIROLER LANDESTHEATER)
  • Cathrin Lange (BLONDE, „DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL“/OPER GRAZ)

Nominiert in der Kategorie beste männliche Nebenrolle:

  • Matthäus Schmidlechner (HEXE, „HÄNSEL UND GRETEL“/LANDESTHEATER LINZ)
  • Stefan Cerny (WESIR, „KISMET“/VOLKSOPER WIEN)
  • Wilfried Zelinka (GRIGORIS, „DIE GRIECHISCHE PASSION“/OPER GRAZ)
  • Franz Gürtelschmied (GUSTL, „DAS LAND DES LÄCHELNS“/BÜHNE BADEN)

Bei der besten Gesamtproduktion gibt es diese Auswahlmöglichkeiten:

  • „DIE GRIECHISCHE PASSION“/OPER GRAZ  – (MARTINU, nach KAZANTZAKIS)
  • „LA TRAVIATA“/LANDESTHEATER LINZ – (PIAVE, nach DUMAS)
  • „DER MANN VON LA MANCHA“/VOLKSOPER WIEN
  • „BROKEBACK MOUNTAIN“/SALZBURGER LANDESTHEATER

Für die beste musikalische Leitung sind folgende Personen nominiert:

  • Dirk Kaftan (DER FERNE KLANG/OPER GRAZ)
  • Alfred Eschwé (FÜRST IGOR/VOLKSOPER WIEN)
  • Francisco Angelico (DIE SACHE MAKROPOULOS/TIROLER LANDESTHEATER)

Nominierte in der Kategorie beste Regie:

  • Immo Karaman (A MIDSUMMER NIGHT´S DREAM/STADTTHEATER KLAGENFURT)
  • Lorenzo Fioroni (DIE GRIECHISCHE PASSION/OPER GRAZ)
  • Carlus Padrissa (TERRA NOVA/LANDESTHEATER LINZ)

Die beste Ausstattung lieferte eine dieser Personen:

  • Martina Segna (Bühnenbild), Anna Sofie Tuma (Kostümentwurf) & Adriana Westerbarkey (Kostümrealisierung) für DER FERNE KLANG/OPER GRAZ
  • Mathias Fischer-Dieskau für MC TEAGUE/LANDESTHEATER LINZ
  • Heinz Hauser (Bühne) und Gera Graf (Kostüme) für DIE SACHE MAKROPOULOS/TIROLER LANDESTHEATER

Die beste Ballettproduktion ist eine der Folgenden:

  • DIE SCHNEEKÖNIGIN/VOLKSOPER WIEN
  • Enrique Gasa Valga für „PEER GYNT“/TIROLER LANDESTHEATER
  • Mei Hong Lin für „SCHWANENSEE“/LANDESTHEATER LINZ

 

Die beste Nachwuchskünstlerin ist eine der folgenden Damen:

  • Fenja Lukas (EURIDICE, „ORFEO ED EURIDICE“/LANDESTHEATER LINZ)
  • Anna Brull (ROSINA, „DER BARBIER VON SEVILLA“/OPER GRAZ
  • Elsa Benoit (TITANIA, „A MIDSUMMER NIGHT´S DREAM/STADTTHEATER KLAGENFURT)

 

Den besten Nachwuchskünstler erwählt man aus folgenden Kandidaten:

  • Maximilian Krummen (ECCLITICO, „IL MONDO DELLA LUNA“/SALZBURGER LANDESTHEATER)
  • Michael Hauenstein (TIMUR, „TURANDOT“/TIROLER LANDESTHEATER)
  • Peter Kellner (BASILIO, „DER BARBIER VON SEVILLA“/OPER GRAZ)

 

Für das Publikumsvoting beim Krone Musicalpreis sind folgende Künstler und Künstlerinnen aufgestellt:

  • Ana Milva Gomes (BARONIN WALDSTÄTTEN, „MOZART“/RAIMUNDTHEATER WIEN)
  • Pia Douwes (DIANA GOODMAN, „NEXT TO NORMAL“/MUSEUMSQUARTIER WIEN Halle E)
  • Andreas Bieber (AXEL SWIFT, „AXEL AN DER HIMMELSTÜR“/VOLKSOPER WIEN)
  • Drew Sarich (CHE, „EVITA“/RONACHER WIEN)

 

 

 

 

Bettelnder Student an der Wiener Volksoper? Schwamm drüber!

Man würde sich doch wundern, wenn ein Student im Foyer der Volksoper Wien stünde und um Einlass „betteln“ würde. Das ist hier nicht der Fall, denn es geht um Carl Millöckers gleichnamiges Werk „Der Bettelstudent“, eine oft gespielte Operette mit politischen Beziehungen zwischen Sachsen und Polen. Und natürlich spannt sich der Bogen – wie so oft in solchen Werken – um die Liebe zwischen zwei Menschen.

An der Volksoper wird eine sehr moderne Inszenierung gegeben, sie stammt von Anatol Preissler, das Dirigat übernimmt Wolfram Maria Mertig. Volksopernstars wie Sulie Girardi als Palmatica Gräfin Nowalska, als ihre entzückende Tochter Laura die junge, nicht minder entzückende Rebecca Nelsen, ihre Schwester Bronislawa Elisabeth Schwarz, Morten Frank Larsen (früher oft Danilo) gibt bereits den Oberst Ollendorf, dem ein Kuss auf die Schulter von Laura zum Verhängnis wird.

Weitere Termine des „Bettelstudenten“ an der Wiener Volksoper: 15. April, 19. April, 03. Mai

NEUES von…Rebecca Babb-Nelsen

(c) sonoartists.com

 

Die junge Sopranistin wird heuer in der Premiere des Musicals „Kismet“ ab 24. Jänner die Rolle der Tochter/Marsinah übernehmen. Erzählt wird die historische Begebenheit rund um Kalif und Wesir übrigens an der Volksoper Wien von Christoph Wagner-Trenkwitz.

 

Vorschau: „Der Mann von La Mancha“ an der Volksoper Wien

Volksoperndirektor Robert Meyer bringt ab 17. Oktober einen Klassiker des Musicals auf die Bühne: Den berühmten „Mann von La Mancha“, in dem er den Dichter Cervantes und seine Romanfigur „Don Quixote“ singt und spielt. Die Proben für das Stück laufen schon jetzt auf Hochtouren.

Die geplante Besetzung kann sich in bester Volksopern-Manier sehen lassen. Neben dem Chef des Hauses treten Fast-Schon-Routinier Boris Pfeifer und die talentierte Patricia Nessy als Aldonza (früher eine Paraderolle von Grande Dame Dagmar Koller) auf.

Der Regisseur Olivier Tambosi wird „die Produktion sehr schlicht halten“. Viel Fantasie und Einfühlungsvermögen werden gefragt sein.

 

Paris in kaltem Blau

Volksoper Wien                                                                                             21. Feb. 2015

Jacques Offenbach war und ist ohne Zweifel ein großer Operettenkomponist, der Vertreter des typisch französischen Tempos und der Schnelligkeit. In der Wiener Volksoper ist sein in letzter Zeit selten gespieltes Werk „Pariser Leben“ (eigentlich eine Opera buffa) zu neuem Leben erwacht.

Eine Scheinwelt wird hier präsentiert, unterlegt mit sehr, sehr hübschen Melodien. Die beiden vergnügungssüchtigen Schweden (Baron und Baronin von Gondremark) werden von der „Festgesellschaft“ empfangen.  Das Bühnenbild (Michiel Dijkema) soll wohl einen Bahnhof darstellen, zumindest lässt sich ein solcher erahnen. Es ist überhaupt kühl und karg gehalten, was man vor Augen bekommt. Pariser Flair bringen erst die Darsteller auf die Bühne. Ceci n´est pas une Operette, steht auf der durchschimmernden Leinwand. Naja. Als Baron von Gondremark ist der sensible, mit einer beachtlichen Stimme ausgestattete Kurt Schreibmayer eine gute Besetzung. Lustvoll und gar nicht hausbacken, dieser Baron, gierig nach der Pariser Luft. Caroline Melzer steht ihm als Baronin zur Seite und in nichts nach. Sie will Paris ebenso genießen, aber eben kulturell in der Oper und nicht wie ihr Gemahl in fragwürdigen Etablissements. Annely Peebo als Metella tut sich schon ein wenig schwerer, vor allem in der Höhe. Daniel Prohaska ist Gardefeu, der sich redlich müht, seine Wohnung in ein Hotel umzufunktionieren. Die Stimme passt zur Figur und somit ist es auch gut. Johanna Arrouas (Pauline), Elisabeth Schwarz (Gabrielle) und Boris Pfeifer (ein toller Brasilianer) fügen sich achtbar ins Ensemble ein. Helga Papouschek gefällt als Madame Quimper-Karadec. Die musikalische Leitung liegt bei Sebastien Rouland. An einigen Stellen sehr laut.

-Martina Klinger-

Alberts Ausbruch

Volksoper.Wien                                                                                                                  15.02.14

An der Volksoper ist man Oper gewöhnt. In guter Qualität. Direktor Meyer „bespielte“ das Publikum mit Brittens „Albert Herring“. Und dieser schön auf die Bühne gebrachte Albert ist auch darstellerisch völlig in Ordnung. Regie führt – erprobt und erfahren – Brigitte Fassbaender.

In deutscher Sprache brilliert in der Hauptrolle der junge Tenor Sebastian Kohlhepp. Er kann singen und sich bewegen. Gut erzählt ist die Geschichte in der fiktiven Stadt Loxford. Britten benutzt gerne die Fiktion, um dem Publikum den Stoff des Lebens beizubringen. Albert Herring, der am Anfang noch brave Mann, randaliert bereits nach einem kleinen Schluck Rum in seinem Drink. Alles, was er sich aufgebaut hat, samt seiner Reputation in der Stadt, zerstört er. Die übrigen Bewohner, unter anderem dargestellt von Volksopern-Stammsängern wie Martina Mikelić, Birgid Steinberger, Morten Frank Larsen und Jeffrey Treganza fügen sich ins Ensemble ein. Herrings Mutter mimt Elvira Soukop mit Charme, aber auch Mut zum Poltern. Daniel Ochoa und Dorottya Lang sind ein hübsches Paar als Sid und Nancy.

Diesen Abend dirigiert Gerrit Prießnitz, der das Orchester auf sensible Weise durch die Partitur führt, auch auf gesprochenen Text Acht gibt und eine anständige Leistung liefert.

-Martina Klinger-

Links:

http://www.volksoper.at

 

 

 

 

 

Man spiele und siege

Volksoper.Wien                                                                                       Jänner 2014

An der Wiener Volksoper gab es die Wiederaufnahme des Erfolgs-Musicals „Guys and Dolls“ zu sehen. Die Inszenierung von Heinz Marecek wurde sanft aufgefrischt und erstrahlt nun in neuem Glanz. (Bühnenbild: Sam Madwar) Die Gesangstexte von Frank Loesser sind freilich nicht ganz neu, aber wen kümmert das?

Da gibt es das „kleine“ New York, wo sich die Glücksspieler herumtreiben, wo man allerorten nach Gewinn strebt. Die Figuren, die aus diesem Milieu stammen, sind sauber gezeichnet. Mit ihren Sehnsüchten, Ängsten und ihrer Risikobereitschaft. Dunkle Machenschaften, die sich um das Glückspiel drehen, werden hier unverzerrt dargestellt. Doch mit Gesang geht alles leichter.

Zu nennen ist der motivierte Hausherr Robert Meyer als Nathan Detroit, der sich die Pointen des Abends souverän sichert. Sigrid Hauser als Miss Adelaide pocht auf ihr Recht, ihn nach vierzehn Jahren der Verlobung endlich heiraten zu können. Die Rolle wird ein wenig zu nervös angelegt. Doch es wäre nicht dieser Ort, diese Szenerie, würde Nathan nicht wieder einmal eine Ausrede finden. Mit deftigem Charme spielt Axel Herrig seinen Sky Masterson und legt damit die Rolle gar nicht mal so übel an. In einer netten Nebenrolle kann man auch Christoph Wagner-Trenkwitz sehen. Sandor Nemeth und Julia Koci als Sarah spielen ihr Talent aus.

Das Orchester unter Joseph R. Olefirowicz spielt brav und bravourös Loessers Töne.

Musical ist an der Volksoper- einmal mehr- ein Erfolg und fest verankert.

-Martina Klinger-

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Wenn die Gondeln Spaß vertragen

Volksoper.Wien                                                        10. Jänner 2014

Hinrich Horstkottes Neuinszenierung der Strauß´schen Operette „Eine Nacht in Venedig“ ist  ganz im Stil der „Commedia dell´ Arte“ gehalten. Alles ist bunt und launig. Unterwasserwelten laden das Auge zum Verweilen ein. Stimmlich ist das Werk gut besetzt, etwas Luft nach oben gibt es jedoch.

Der Regisseur geht hier auf Nummer sicher und verlässt sich voll und ganz auf die Wirkungskraft des frechen, frivolen venezianischen Treibens. An manchen Stellen wirkt der eingebaute Klamauk jedoch überzeichnet. Künstliche Wellen, die sich hin und her bewegen, sowie üppiges Brusthaar machen einen eher unrealistischen Eindruck. Doch an Lustigkeit und heiterem Herumhüpfen wird nicht gespart.

Sowohl auf Makkaroni als auch auf weibliche Reize hat hier die Hauptfigur, der Herzog von Urbino (Vincent Schirrmacher) Appetit. Schirrmacher im futuristisch anmutenden Kostüm mit runden Brillen legt die Rolle locker an, stimmlich ist er gut vorbereitet. Für die Makkaroni des Abends, frisch gekocht, sorgt Pappacoda (Michael C. Havlicek), der gerne Leibkoch des Herzogs werden würde. Fast würde man meinen, Pappacoda koche neuerdings mit Zahnlücke, aber immer noch mit viel amore. Auch Havlicek sorgt stimmtechnisch gesehen für Harmonie, das Kostüm ist mit Querstreifen schon gewöhnungsbedürftig. Bis er seine Ciboletta (Johanna Arrouas), die nicht gerade mit dem Höchstmaß an Intelligenz gesegnet ist, in die Arme schließen kann, vergeht einige Zeit. Diese vertreiben sich inzwischen Caramello, der Leibbarbier des Herzogs (Jörg Schneider) und Annina (Mara Mastalir). An beiden ist in punkto Darstellung und Stimme nichts auszusetzen. Die drei Senatoren Delaqua, Barbaruccio und Testaccio (Wolfgang Hübsch, Franz Suhrada und Gerhard Ernst) möchten ihre Gattinnen vor dem Schlimmsten, nämlich der Schmachterei des Herzogs, bewahren. Das bewerkstelligen sie mit Getöse und komisch anmutenden, weißen Perücken. Und sie kämpfen um eine gute Stelle beim Herzog. Was an sich ja nett ist. Die drei Herren verleihen der soliden Operette ein wenig mehr Biss, doch ganz reicht das nicht.  Es ist eine brave, allzu klamaukhafte Produktion. Solider Gesang und ein motiviertes Orchester, sensibel geführt von Alfred Eschwé, fügen sich ein.

-Martina Klinger-

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Bitte vor den Vorhang, Christoph Wagner-Trenkwitz!

CHRISTOPH WAGNER-TRENKWITZ

Christoph Wagner-Trenkwitz ist ein österreichischer Musikwissenschaftler, Entertainer und Dramaturg. Er ist Chefdramaturg der Volksoper Wien. Er ist tätig als Conférencier und plant und gestaltet Soireen mit den großen Themen des Musiktheaters, Oper, Operette und Musical.

Er versteht es, dem Publikum das umfassende Universum Musiktheater in geistreichen, auch kurzweiligen Vorträgen und Präsentationen zu vermitteln.

Einer breiten Masse ist er als Co-Kommentator des jährlich stattfindenden Opernballs in der Wiener Staatsoper bekannt. Auch die Radioübertragung des Neujahrskonzertes der Wiener Philharmoniker gestaltet er.

Er ist überdies auch als Buchautor erfolgreich und veranstaltet Lesungen. Sein aktuelles Buch heißt „Schwan drüber“ (erschienen im Amalthea Verlag) und beinhaltet humoristische Anekdoten über das Wiener Bühnengeschehen.

Ab Herbst 2013 ist Christoph Wagner-Trenkwitz der Intendant des Theatersommers Haag.

-Martina Klinger-

Links:

http://www.wagnertrenkwitz.at

http://www.theatersommer.at