Paris in kaltem Blau

Volksoper Wien                                                                                             21. Feb. 2015

Jacques Offenbach war und ist ohne Zweifel ein großer Operettenkomponist, der Vertreter des typisch französischen Tempos und der Schnelligkeit. In der Wiener Volksoper ist sein in letzter Zeit selten gespieltes Werk „Pariser Leben“ (eigentlich eine Opera buffa) zu neuem Leben erwacht.

Eine Scheinwelt wird hier präsentiert, unterlegt mit sehr, sehr hübschen Melodien. Die beiden vergnügungssüchtigen Schweden (Baron und Baronin von Gondremark) werden von der „Festgesellschaft“ empfangen.  Das Bühnenbild (Michiel Dijkema) soll wohl einen Bahnhof darstellen, zumindest lässt sich ein solcher erahnen. Es ist überhaupt kühl und karg gehalten, was man vor Augen bekommt. Pariser Flair bringen erst die Darsteller auf die Bühne. Ceci n´est pas une Operette, steht auf der durchschimmernden Leinwand. Naja. Als Baron von Gondremark ist der sensible, mit einer beachtlichen Stimme ausgestattete Kurt Schreibmayer eine gute Besetzung. Lustvoll und gar nicht hausbacken, dieser Baron, gierig nach der Pariser Luft. Caroline Melzer steht ihm als Baronin zur Seite und in nichts nach. Sie will Paris ebenso genießen, aber eben kulturell in der Oper und nicht wie ihr Gemahl in fragwürdigen Etablissements. Annely Peebo als Metella tut sich schon ein wenig schwerer, vor allem in der Höhe. Daniel Prohaska ist Gardefeu, der sich redlich müht, seine Wohnung in ein Hotel umzufunktionieren. Die Stimme passt zur Figur und somit ist es auch gut. Johanna Arrouas (Pauline), Elisabeth Schwarz (Gabrielle) und Boris Pfeifer (ein toller Brasilianer) fügen sich achtbar ins Ensemble ein. Helga Papouschek gefällt als Madame Quimper-Karadec. Die musikalische Leitung liegt bei Sebastien Rouland. An einigen Stellen sehr laut.

-Martina Klinger-