Ganz ohne Glamour geht die Chose nicht

Stadttheater.Klagenfurt                                                                                                    19.12.2013

Eine Neuproduktion von Emmerich Kálmáns „Die Csárdásfürstin“ feierte am Stadttheater Klagenfurt Premiere. Die im Jahr 1915 uraufgeführte Operette hat nichts an Aktualität eingebüßt, außer vielleicht, dass man heute nicht mehr das Einverständnis der Eltern braucht, um sich zu verloben und zu heiraten.

Die Operette wurde von Regisseur Tobias Kratzer behutsam an eine neue Zeit herangeführt. Die Kostüme (von Rainer Sellmaier) wirken modern, ohne futuristisch oder abgehoben zu sein. Die „Mädis vom Chantant“ sind immer noch vorhanden, und es dreht sich alles um das aktuellste aller Gefühle, die Liebe. In den Hauptrollen sind Stefanie C. Braun als Sylva mit Vibrato-Stimme und Patrik Vogel als charmanter Edwin zu sehen. Glamouröse Kostüme tun zur Atmosphäre ihr Übriges.

Nichts Verstaubtes, nichts Ältliches ist zu bemerken, selbst die Frisuren sind einer fortschrittlichen Zeit angepasst. Etwas mehr Pikanterie hätte diesem Werk dennoch nicht geschadet.

Familiäre und gesellschaftliche Hindernisse lassen die beiden Protagonisten eine ganze Weile kämpfen, bis sie sich finden und in die Arme schließen können. Und das tun sie glaubhaft. Selten sah man solch authentische Theaterküsse.

-Martina Klinger-

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http://www.stadttheater-klagenfurt.at