Das Verlangen der Wassernixe

Staatsoper.Wien                                                                                                   Jänner 2014

Gezeigt wird aktuell eine Neuinszenierung der Oper Rusalka von Antonin Dvorák. In der Staatsoper setzt man in diesem Fall auf Sven-Eric Bechtolf (Regie).

In den Hauptrollen sind Krassimira Stoyanova und Michael Schade zu sehen. Das klingt nach großem Kino. Ist es auch, mit einigen Abstrichen. Stoyanova ist quasi geschaffen, die Rolle der leidenden Wassernixe, die vom Prinzen ignoriert wird, zu übernehmen. Sie hat eine große Stimme, dennoch ein jugendliches Timbre und bringt ihre Liebe stimmgewaltig zum Ausdruck. Berührend und anrührend gestaltet sie die Rolle. Rusalka, diese zerbrechliche Gestalt, hat keine Chance, auf ewig ihr Glück zu finden. Man könnte fast glauben, sie wüsste es auch, würde es aber nicht zugeben.

Michael Schade als ihr Bühnenpartner ist ihr nicht vollständig ebenbürtig. Er füllt seine Rolle aus, aber es fehlen ihm ein wenig die Emotionen. Er wirkt konzentriert auf den Gesang und weniger auf seine Mimik. Stimmlich kann er wohl punkten, darstellerisch weniger.

Eine Dritte im Bunde der größeren Rollen dieser Oper ist Janina Baechle als Hexe. Sie kann ebenfalls stimmlich gesehen reüssieren, auch darstellerisch kann man ihr nichts Negatives nachsagen.

Musikalisch wird das Wiener Staatsopernorchester gut geführt, zum ersten Mal dirigiert Jiri Belohlavék. Das Orchester spannt einen feinen Klangbogen entlang des Werkes.

Bechtolf als Regisseur versucht zwar, die Interaktionen zwischen den Auftretenden deutlich zu machen. Er geht dazu in die Psychologie und versucht Rusalka als eine Frau, die ihre Lust entdeckt, darzustellen. Eine Nixe hat es hier bekanntlich sehr schwer, da sie für das Leben im Wasser geschaffen ist.

Eine sehr gut besetzte Produktion mit kleinen Abzügen für die Regie.

-Martina Klinger-

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http://www.staatsoper.at