Caesar und Kleopatra als Jubelpaar

Stadttheater.Klagenfurt                                                                                                                     07.02.14

Jubel und Applaus gab es  am Donnerstagabend in Klagenfurt. Grund war die Premiere von Händels Oper Giulio Cesare in Egitto. Das Publikum ließ sich sogar zu stehenden Ovationen hinreißen.

Regisseur Michael Sturminger brachte das Opern-Drama stilgerecht auf die Bühne, ohne sich an allzu viel gewaltfördernden Requisiten aufzuhalten. Mittels Videoprojektionen ließ er Ägypten in den Köpfen des Publikums präsent werden. Die Gestaltung der Bühne und der Kostüme fiel zwar nicht sonderlich opulent aus, dafür bestachen Renate Martin und Andreas Donhauser mit den schlichten, effektiven Szenarien. Die Oper braucht viel Dramatik und vor allem auch eine Prise Leidenschaft, um zu wirken. Einigen Produktionen ist dies immanent, anderen wieder gerade nicht. Doch Giulio Cesare bringt das mit. Und das ist ein Vorteil! Mag es heute auch seltsam anmuten, dass in einem Werk die männliche Hauptpartie einen Mezzosopran(sic!) vorsieht. Doch man versteht das in Klagenfurt gut zu besetzen.

Die Oper wurde von der Originalfassung ausgehend auf drei Stunden gekürzt. Der Protagonist Caesare, solide gesungen von Dmitry Egorov, konnte beim Publikum durch sein „imperiales“ Auftreten punkten. Cleopatra, interpretiert von der jungen Südafrikanerin Golda Schultz, singt mit Leichtigkeit auch die schwierigen Stellen, so zum Beispiel die Arie „Piangero la sorte mia“. In den Nebenrollen fallen Countertenor Vasily Khoroshev als Tolomeo und Aleksandra Krizan als Kleopatras Vertraute Nirena angenehm auf.

Das Kärntner Sinfonieorchester unter Dirigent Attilio Cremonesi besticht durch schönen Wohlklang und Farbentreue.

Es fällt Caesare also nicht schwer, seine Kleopatra am Ende zur Königin zu krönen. Stimmlich und darstellerisch ein guter Abend.

-Martina Klinger-

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