Ein Ball der Bälle-auf alle Fälle

 

Der Wiener Opernball fand zum 58. Mal in der altehrwürdigen, aber sehr modern (mit Nelken) geschmückten Wiener Staatsoper statt. Es ist keine Oper, keine Operette, kein Musical, kein Theaterstück, und doch hat er von allem ein bisschen. Das traditionelle Walzertanzen gehört zu Wien. Der Chef der Wiener Oper, Dominique Meyer, betont immerzu, es solle ein Ball der Künstler und Künstlerinnen der Wiener Staatsoper sein.

Für die Debütantinnen und Debütanten wurde diesmal eine klassische Wiener Eröffnung von der Tanzschule Fränzl gestaltet. Die Jungdamen erschienen mit violetten Sträußchen auf dem Parkett zur „Fächerpolonaise“ von Carl Michael Ziehrer. Choreograf Renato Zanella gestaltete mit den Tänzern des Wiener Staatsballettes (u.a. Kirill Kourlaev und Olga Esina) den „Danse Diabolique“ von Josef Hellmesberger.

Es war offensichtlich, dass an diesem Ballabend vorwiegend die weiblichen Künstler ihren großen Auftritt hatten.

Margarita Gritskova, eine junge Sängerin, ließ sehr berührende Spitzentöne in der Arie „Di tanti palpiti“ aus Tancredi von Rossini erklingen. Ihre Kollegin Anita Hartig interpretierte „Depuis le jour“ aus Luise von Charpentier. Michael Schade schloss mit“Pourquoi me Reveiller“ aus Werther. Man merkte ihm jedoch deutlich die Nervosität an.

Das Wiener Staatsopernorchester hatte mit der Ouvertüre der „diebischen Elster“ von Rossini richtiggehend seine Freude. Feiner Harfen- und Violinenklang erfüllte den gespannten Ballsaal. Zum wunderbar interpretierten Donauwalzer bewegten sich dann auch wieder die Debütantinnen und Debütanten, und der Spaß konnte beginnen.

-Martina Klinger-