Stardirigent Georges Pretre 92-jährig verstorben

 

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(c) AP/Lilli Strauss

 

 

Georges Pretre ist tot. Diese Nachricht verbreitete sich wie ein Schock dieser Tage über die Klassik-Welt. Der französische Stardirigent, der für seine Bescheidenheit bekannt war, starb am 4.Januar in seinem Heimatland, in Naves. Als der älteste Debütant des Neujahrskonzertes der Wiener Philharmoniker stand er im Jahr 2008 am Pult im Wiener Musikverein. 2010 kam er noch einmal nach Wien, und bescherte einen einzigartigen Musikreigen, den auch die Philharmoniker nicht vergessen werden.

Pretre lernte zunächst einige Instrumente, bevor er zum Dirigat wechselte. Jazztrompete und Klavier zählten zu seinen Lieblingen. Georges Pretre sah sich selbst nie als Dirigent per se, sondern als Interpret der Musik, die er aussuchte und die ihm zugetragen wurde. Das bloße Angeben des Taktes sei seine Sache nicht gewesen.

Pretre hatte Francis Poulenc´ Oper „La voix humaine“ uraufgeführt. Doch auch einer kleinen „Meisterwerkspolka“ von Josef Strauss hatte er auf unfassbar geniale Weise Leben eingehaucht: Er zeichnete während des Neujahrskonzerts den Flug der „Libelle“ nach, und zwar nur mit der Hand. Er fühlte gleichsam die Musik, und interpretierte sie auf seine Art.

Ruhen Sie in Frieden, Georges Pretre!