Erni Mangold: Ihr Bühnenabschied in „Harold & Maude“, Kammerspiele Wien

 

Sie war schon immer eine Frohnatur und Kämpferin. Erni Mangold, die Schauspielerin aus Fleisch und Blut, die sich nie ein Blatt vor den Mund genommen hat, hat eine wichtige Entscheidung getroffen…

Mangold zog sich mit der letzten Vorstellung von „Harold und Maude“ (Theateradaption von Colin Higgins´ Kino-Klassiker) in den Wiener Kammerspielen im Dezember 2017 von der Bühne zurück. Sie kann auf eine reiche und vielfältige Bühnenkarriere zurückblicken. Vom „süßen Mädel“ bis zur „Greisin“ spielte sie alle Rollen.

Ihre letzten Ovationen zu einer Schauspiel-Rolle holte sich die top-fitte 90-Jährige barfuß, wie ein wienerisches „Springginkerl“, ab.

Ihre qualifizierte Meinung zum Theater, wobei sie nie etwas beschönigte, schätzten viele. Auch gewohnt launig gab sie bei und nach ihrer letzten Vorstellung an der Seite von „Harold“ Meo Wulf Interviews, wobei sie zu Kamerateams sagte: „Ihr lieben Gfraster seid´s auch wieder da, wie schön!“ „Jetzt muss ich das Klump nicht mehr lernen!“, wobei Textlernen nie zu ihren Schwächen zählte.

Erni Mangold mimte bereits gerne den unabhängigen Freigeist, der ihr auch ohne Rolle zu Eigen ist. Stets ein bisschen jünger als die anderen, und nie um einen flotten Sager verlegen. Eine renommierte Zeitung bezeichnete sie als „die Geheimnisträgerin der ewigen Jugend“.  Zum Verfassen ihrer Biografie mit dem schmeichelhaften Titel „Lassen Sie mich in Ruhe“ (Amalthea Verlag) musste sie ganze zehn Jahre lang überredet werden.

Sie schien ganz froh über ihre Bühnen-Pension zu sein, ist ja auch sehr anstrengend, so ein Schauspielerleben! Alles Gute!