Burgenland

„Das Land des Lächelns“ (F. Lehár) bei den Seefestspielen Mörbisch – Peter Edelmann stellt vor!

Kulturinteressierte und besonders Fans der chinesischen Kultur sollten im Juli das Burgenland besuchen. Der künstlerische Direktor der Seefestspiele Mörbisch, Bariton Peter Edelmann, präsentierte die Operette „Das Land des Lächelns“ von Franz Lehár bei der offiziellen Pressekonferenz im Wiener Prater.

Die romantische Verklärung einer fremden Kultur und die Verbindung mit der eigenen Kultur – davon träumt bekanntlich Lisa, Tochter aus gutem Wiener Haus, die sich unsterblich (zuletzt 2001 auf der Seebühne Mörbisch unter der Intendanz von Harald Serafin, der auch selbst den Grafen Ferdinand Lichtenfels sang) in den chinesischen Prinzen Sou-Chong verliebt. Für ihn begibt sie sich auf die nicht ungefährliche Reise in das ferne Land, muss dort aber für sie nicht Hinnehmbares feststellen…Ihr Vater tätigt die bedeutungsschweren Worte: „Vergiss nicht Dein Wien und mich!“ Die damalige Produktion (mit Sang Ho Choi und Ingrid Habermann in den Hauptpartien, in der Regie von Winfried Bauernfeind) hat wohl so manchen im Publikum verliebt gemacht.

18 Jahre später versprechen nun Peter Edelmann und sein Team eine exotische Inszenierung, sie orientiert sich stark an der versuchten Verbindung der beiden Kulturen. Engagiert für die Umsetzung sind Leute, die von ihrem Fach etwas verstehen: etwa Regisseur Leonard Prinsloo, ein gebürtiger Südafrikaner, der Klavier und Ballett studierte und auch für die Choreografie verantwortlich zeichnet.

Für die musikalische Umrahmung sorgten alle Solistenpaare der diesjährigen Produktion unter der Klavierbegleitung von Mörbisch-Veteran und Dirigent Günter Fruhmann: Sophia Brommer als Lisa und Maximilian Mayer als 2. Gustav von Pottenstein sangen „Es ist nicht das erste Mal…Freunderl, mach Dir nix draus“.

Da-Yung Cho als Mi gab sehr stimmungsvoll und mit vollem Körpereinsatz „Im Salon zur blauen Pagode“ zum Besten. Sie und Martin Friedrich Lechleitner als 1. Gustav von Pottenstein philosophierten über ihre Liebe – denn „Meine Liebe, Deine Liebe, die sind beide gleich….“ und die Unterschiede zwischen dem Liebeswerben des Deutschen, des kühlen Englishman und dem „Herrn Franzosen“. Doch in Wien, so heißt es, wird man „intimer erst beim Wein“. Elissa Huber (Wiener Volksoper) als Lisa rief in bitterlichem Schmerz „Alles vorbei – Ich möcht´ einmal wieder die Heimat sehn!“ In der Originalvorlage, der „Gelben Jacke“ von 1923, will Lisa – so Peter Edelmann – unbedingt wieder „den Prater“ sehen. Und die Location war auch wirklich perfekt, um eine traditionelle Verbindung herzustellen. Der 1. Akt wird sich genau um diese Örtlichkeit drehen. Won Wi Choi als Sou-Chong gab die Hauptarie, die wohl bekannteste Opernarie (sic!) zum Besten, und das in einer stimmlichen Dramatik, die ihresgleichen sucht: „Dein ist mein ganzes Herz!“

Thomas Rösner fungiert als musikalischer Leiter und strich die Feinheiten von Lehárs nahezu schon opernhafter und sehnsüchtiger Musik heraus. Er kam gerade aus Asien und schwärmte von leisen und sanften Tönen, aber auch von donnernder Dramatik, welche deutlich macht, dass Lisa und Sou-Chong nicht zusammengehören und alles eine Illusion ist.

Walter Vogelweider nimmt sich des Bühnenbildes an und präsentierte verschiedene Arten chinesischer Drachen, sie sind in der Kultur nicht wie bei uns als Dämonen ersichtlich. Drachen stehen für Glück, und mit einem Augenzwinkern erwähnte der Bühnenbildner, dass „sein“ Drache hoffentlich für Wetterglück und gute Kritik sorgen würde.

Die fortschrittlichen, aber teils doch der Wiener Tradition verpflichteten Kostüme gestaltet Cristof Cremer. Das Kostüm der Mi erinnert an Apfelblüten beziehungsweise einen Apfelbaum, und ein typisches Wiener Adjutantenkostüm war ebenso ersichtlich. Edelmann freut sich besonders auf die wunderbaren Kostüme und ebenso auch auf ein groß angekündigtes Comeback: Nach 20 Jahren Intendanz und erstmals seit seinem letzten Auftritt als Frank in der „Fledermaus“ 2012 wird KS Harald Serafin (bewundernswert in diesem Alter) wieder auf den Mörbischer Bühnenbrettern stehen. Und zwar als Ober-Eunuch samt eigenem Lied. Die Definition eines Eunuchen sieht neben anderen Attributen auch eine hohe Stimme vor.

Benno Schollum als Graf Ferdinand von Lichtenfels (Lisas Vater) hat noch eine Aufgabe innerhalb der Internationalen Sommerakademie (ISA Operetta). Diese findet heuer das erste Mal in Mörbisch statt und der erfahrene Sänger wird junge Talente coachen. Sie sollen Ausdruck, Gesang und Dialoge verbessern, also das Grund-Rüstzeug für Operetten-Stars.

Auch an die Kleinen ist gedacht: Nach dem Erfolg der „Kinder-Mariza“ im letzten Jahr wird es auch dieses Jahr wieder ein „Land des Lächelns“ für Kinder geben. Das Buch hierzu verfasste der in der großen Operette als „Sekretär Fu Li“ engagierte Darsteller Gernot Kranner, der mit Kinderprojekten (zum Beispiel Pinocchio) viel Erfahrung hat und weiß, wie man kleine Gäste für klassische Musik begeistert.

Der Landeshauptmann des Burgenlandes, Hans Peter Doskozil, ließ sich die Präsentation nicht entgehen und möchte die Seefestspiele Mörbisch innerhalb der KBB – Kulturbetriebe in „sicherem Fahrwasser“ wissen, er freut sich auf die Premiere am 11. Juli.

Wie sagte Peter Edelmann noch so berührend: „Wenn die Sonne untergeht, geht das Herz auf!“.

Info:

Die Seefestspiele Mörbisch mit „Das Land des Lächelns“ (F. Lehár)

Künstlerischer Direktor: Peter Edelmann

Romantische Operette in 3 Akten

Premiere: 11. Juli 2019 Derniere: 24. August 2019

http://www.seefestspiele.at

„Das Land des Lächelns“ im Sommer 2019 bei den Seefestspielen Mörbisch – die Besetzung der Operette

Der Künstlerische Direktor der Seefestspiele Mörbisch, Peter Edelmann, will traditionelle Operette erhalten, setzt aber trotzdem auch auf Kinderoperette und junge Talente. Der Mix macht´s.

Die jungen Besucher von heute stellen das Publikum von morgen. Und das will vor allem eines: Unterhalten werden. Peter Edelmanns Konzept der Teamarbeit und der XXL-Dimensionen (man erinnere sich an die „Größte Geige der Welt“ bei Gräfin Mariza) mischt sich mit der sehnsuchtsvoll-dramatischen Musik einer Operettenära.

Im Sommer 2019 stehen ambitionierte, aufstrebende und arrivierte Künstler auf der Bühne, um ins ferne China zu entführen.

Unter der musikalischen Leitung von Thomas Rösner singt Elissa Huber alternierend mit Sophia Brommer die Hauptrolle der Lisa. Wenn sie ihr Reitturnier gewinnt, darf man wohl vielleicht auch mit einem echten Pferd auf der Bühne rechnen? Ihr geliebter Prinz Sou Chong wird verkörpert von Robin Yujoong Kim, alternierend: Won Whi Choi. Die Mi singt Da-Yung Cho, alternierend mit Katerina von Bennigsen. Graf Gustav von Pottenstein ist Martin Friedrich Lechleitner, er teilt sich diese Rolle mit Maximilian Mayer. Graf Ferdinand von Lichtenfels erwacht durch Benno Schollum zum Leben. Den Obereunuchen spielt KS Harald Serafin. Als Sekretär Fu Li betätigt sich Gernot Kranner. Und Onkel Tschang wird Koichi Okugawa Leben einhauchen.

Sie alle vertrauen sich der Regie von Leonard C. Prinsloo (bereits bekannt aus Bad Ischl) an. Um das Bühnenbild wird sich Walter Vogelweider kümmern, Cristof Cremer kleidet die Wiener Gesellschaft und den chinesischen Hof ein.

Info:

Das Land des Lächelns – Operette von Franz Lehár

Seefestspiele Mörbisch 2019

Premiere: 11. Juli 2019, gespielt wird bis 24. August

Karten: http://www.seefestspiele-moerbisch.at

Neuer Operndirektor bei den Esterházy-Betrieben im Burgenland: Daniel Serafin, Kulturmanager und Sänger

Daniel Serafin wird künftig die Opern-Geschicke bei den Esterházy-Betrieben lenken. Damit ist er innerhalb dieses Rahmens für alle Opernproduktionen, unter anderem im Steinbruch St. Margarethen, verantwortlich.

Serafin wird nun auch zum „Künstlerischen Direktor Oper“. Er hatte bereits die Position des Leiters für Kooperationen und Kulturmarketing in der Esterházy Unternehmensgruppe inne. Außerdem ist er Vorstand der Freunde des Schlossquartiers Eisenstadt und der Freunde der Oper im Steinbruch St. Margarethen.

Die Oper im Steinbruch St. Margarethen bringt im Jahr 2019 „Die Zauberflöte“ von W.A.Mozart in der Regie von Cornelius Obonya und Carolin Pienkos zur Aufführung. Die Premiere findet am 10. Juli statt. Aufführungsdauer: stattliche 3,5 Stunden.

Nach dem Kultursommer folgt die halbszenische Aufführung im Herbst: „Orfeo ed Euridice“(Haydns letzte Oper) am 19. September im Schloss Esterházy in Eisenstadt.

Das Festival Herbstgold 2019 steht unter dem Motto: „Über alle Grenzen“ und findet von 11.-22. September in Eisenstadt statt.

Info:

http://www.esterhazy.at

http://www.operimsteinbruch.at

http://www.herbstgold.co.at

http://www.danielserafin.com

Seefestspiele Mörbisch 2019: „Wird man in diesem Lande lächeln können? Das Zugpferd kommt als Wallach wieder.“

Intendant Peter Edelmann präsentierte seine Pläne für „Das Land des Lächelns“, das große opernhafte Meisterwerk von Lehár. Ganz ohne Reisepass kann man also vom Burgenland aus nächstes Jahr „nach China reisen“. Es wird aber Station im Wiener Prater gemacht….

Wieder einmal gibt es Musik, die jeder mitsummen kann, und die romantische Operette in 3 Akten wird stimmungsvoll den Neusiedler See in Szene setzen. Nicht zuletzt lautet ein neuer Slogan „Wir geben dem See eine Bühne.“ 

Das Leading Team für 2019 besteht aus Thomas Rösner als musikalischer Leiter, Leonard Prinsloo kümmert sich um Regie und Choreographie, das Bühnenbild gestaltet Walter Vogelweider. Cristof Cremer macht die Kostüme. „Von Apfelblüten einen Kranz“, wird ein koreanischer Tenor der umjubelten Volksopern-Sängerin Elissa Huber als Lisa „ans Fenster legen“ wollen. Soviel ist sicher. Nicht nur einen Blickfang, für den man gerne ein Erinnerungsfoto machen wird, verspricht Edelmann. Es soll eine spektakuläre Inszenierung werden. 

Zu einem riesigen Comeback kommt es auch: Da hat sich wohl jemand gedacht: „Wo du nicht bist, kann ich nicht sein.“ Kammersänger und Ex-Intendant Harald Serafin kehrt nach sieben Jahren Mörbischer Bühnenabstinenz wieder an seine ehemalige Wirkungsstätte zurück. Einst im Burgenland auf Grund seiner Forderungen für die Festspiele als „Waunsinniger“ betitelt, belehrte er die Skeptiker eines Besseren. Und jetzt wird es untypisch: „Danilo vom Dienst“ nannte man ihn, stets hat er virile Rollen gespielt, Liebhaber und Fürsten, Barone und Helden der Mythologie. Nächstes Jahr wird er – und nun bitte festhalten – zum Ober-Eunuchen. Umgangssprachlich könnte man meinen: „Ein kleiner Schnitt, ein großer Schritt.“ Gewehrt hat er sich anfangs, doch jetzt wird er selbstbewusst „beispielgebend für alle Eunuchen sein“. Und wer diesen Mann kennt, der weiß: Mit einer Rikschafahrt gibt der einstige Genius loci sich nicht zufrieden…. Diese Rolle (laut Otto Schenk eine der besten!) braucht wahre Größe.

Peter Edelmann selbst hat noch keine Lust, auf der Bühne zu stehen, er will „sehen, wie das Werkel läuft.“ Er sollte Acht geben, damit ihn nicht die Rikscha überfährt.

„Das Land des Lächelns“ feiert seine Premiere am 11. Juli 2019. Gespielt wird bis 24. August. 

Sommeroper (3): Der Hofnarr verzweifelt an der Psyche – RIGOLETTO im Steinbruch St. Margarethen

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Der Wettergott hatte nicht wirklich ein Einsehen mit dem Hofnarren und dessen Tochter. Wie auch schon bei „Tosca“ musste die Premiere verspätet starten. Doch die künstlerischen Leistungen boten eine tolle Show!

In St. Margarethen fand man schon eine perfekte Bühne mit Installationen und einzigartiger Formensprache von Künstler Philippe Arlaud aufgebaut. Dieser „Rigoletto“ sollte eine Innovation werden: Modern und doch widersprüchlich. Ist doch im Original seine Sprache sehr verschlungen, betitelt er doch den Auftragsmörder Sparafucile mit „Pari siamo!“. Was dieser nicht sofort versteht, aber der Hofnarr ist klug: Er stellt einen Vergleich an und stellt fest: Wir beide sind gleich. Doch die Formensprache von Arlaud ist klar, leuchtet auch in vielen verschiedenen Farben. Die fortschrittlichen Operninszenierungen der letzten Jahre sind in St. Margarethen deutlich bemerkbar. Schon bei „Tosca“ (2015) versuchte man sich am „Big Screen“, der in die Oper integriert werden sollte. Auch beim heurigen Rigoletto bedient man sich einiger Lichtinstallationen. So sieht man immer wieder Charaktere riesengroß über das Bild huschen, ein Vorteil auf der riesigen Bühne.

Ursprünglich sollte das Stück „La Maledizione“, also „Der Fluch“ heißen. Die von Victor Hugo entlehnte Figur des Hofnarren kam erst später hinzu.

Die erste Frau, die im Steinbruch dirigiert: Anja Bihlmaier aus Stuttgart, nimmt das Zepter in die Hand. Eine klare Personenführung, Orchestrierung und Ausführung ist klanggewaltig erkennbar. Klar in der Linie der Inszenierung bleibt auch Andrea Uhmann mit den Kostümen. Neben dem art+event Theaterservice Graz zeichnete auch ein italienisches Unternehmen für diese verantwortlich: Casa d´arte Fiore Milano.

Da trägt Rigoletto, übrigens gut gesungen von Vladislav Sulimsky, eine schlichte Halskrause, sieht damit fast eher schick als lachhaft aus. Der Lächerlichkeit wird hier nicht wirklich Raum gegeben. Puristisch und doch fesselnd, so ist das Rezept. Das psychische Gefängnis, das sich gleichsam der Herzog (Yosep Kang als abgründig-lüsterner Held), Rigoletto und seine Tochter Gilda bauen, wird dennoch deutlich. Niemand kann weg von sich. Es versuchen aber alle: Es wird geklettert, gerannt und gehüpft, stolziert und gedroht. Für Damen ist es keine angenehme Umgebung. Das weiß auch Monterones – eindrucksvoll und stimmsicher: Staatsopern-Bariton Clemens Unterreiner – Tochter alias Julia Reiff, die vor dem Herzog und dessen böser Tat flieht. Die Gilda von Elena Sancho Pereg indes, strahlt in der Höhe, beeindruckt nicht nur bei der vielerwarteten Arie Caro nome, sondern auch mit ihrer Präsenz. Beklemmend böse und psychologisch wertvoll: Sparafucile, der atemlose Auftragsmörder von Staatsopern-Bass Sorin Coliban. Dessen gutherzige Schwester Maddalena, eine der tollen Frauenrollen bei Verdi, wird verkörpert von Annely Peebo, die sich in Schale wirft. Simon Duus und Manuela Leonhartsberger verkörpern Graf und Gräfin Ceprano auf ihre Art und Weise. Seine Tochter Gilda wurde ihm entrissen, wie reagiert ein liebender Vater? Seinem übergroßen Schmerz verleiht Rigoletto Ausdruck in der Abrechnungsarie Cortigiani, vil razza dannata. Der Philharmonia Chor Wien unterstützt wo er kann, die Chorleitung liegt bei Walter Zeh.

Die dominierende Farbe des Abends ist Rot. Auch die höfischen Damen werden dem Herzog „zur Auswahl“ in Rot präsentiert. Einen größeren „Schürzenjäger“ gibt es bei Verdi kaum. Unter ihm haben im Laufe der Handlung fast alle zu leiden. Vor allem Gilda, die sich Hals über Kopf als Unberührte in ihn verliebt. Wie leicht beeinflussbar sie ist, zeigt sich an ihrer Zerbrechlichkeit.

Das Publikum muss trotz aller Ernsthaftigkeit, bestehend aus Mord und Totschlag, Eifersucht, Rage, bitteren Abgründen der Seele, nicht auf das Schlussfeuerwerk (bereitgestellt von Mc Pyro) verzichten.

 

 

Caro nome in St. Margarethen: Rigoletto wird konkret!

 

 

 

rigoletto

(c) Arenaria

 

 

Oper im Steinbruch St. Margarethen/Burgenland

Wie schon einigen Aufmerksamen bekannt ist, wird nächstes Jahr (2017) im Steinbruch die große Verdi-Oper „Rigoletto“ gegeben. Ein Klassiker der Opernliteratur, immer wieder auf den Spielplänen großer Häuser zu finden. Die immer noch rührende Thematik wird in der gigantischen Naturkulisse von St. Margarethen wieder ZuhörerInnen zum Schwärmen bringen.

Auf der Besetzungsliste sind einige sehr Steinbruch-erprobte Namen zu finden. Auch Newcomer werden hoch herausgehoben. So wird etwa Tatjana Larina, Gewinnerin des Österreichischen Musiktheaterpreises, die Gilda geben, alternierend mit Elena Sancho Pereg (bekannt aus dem Margarethener „Der Liebestrank“ als Adina). Die Titelrolle teilen sich Vladislav Sulimsky und der bekannte Scarpia von 2015, Davide Damiani. Der liebestolle Herzog wird alternierend dargestellt von Yosep Kang und Arthur Espiritu, sollten alle Stricke reißen, steht Jesus Leon zur Verfügung. In der Doppelrolle der „Schwester“ Maddalena und Giovanna sind abwechselnd Annely Peebo (Volksoper Wien) und Jordanka Milkova (Schweizerisches Opernstudio) zu erleben. Den Grafen von Monterone wird Staatsopern-Held Clemens Unterreiner (hier schon 2015 als „Angelotti“ engagiert gewesen) verkörpern. Den bösen, zahnlosen Sparafucile singt Luke Stoker. Graf Ceprano sind abwechselnd Karl Huml und Simon Duus. Noch eine Doppelrolle, die vergeben wird, und zwar die der Gräfin Ceprano und des Pagen, teilen sich Eva Bordova und Arina Alexeeva. Borsa geben Kirlianet Cortes und David Jagodic.

Als Chor werden die Sänger und Sängerinnen unterstützt vom Philharmonia Chor Wien. Es spielt das Symphonieorchester des Slowakischen Rundfunks unter Dirigentin Anja Bihlmaier, Philippe Arlaud führt Regie. Walter Zeh ist für die Chorleitung zuständig, und die Kostüme unter anderem für den Buckligen Narren wird Andrea Uhmann gestalten.

 

Happy Birthday, Kurt Michael Strametz!

strametz

Kurt M. Strametz

 

 

Ein umtriebiger und vielschichtiger Künstler feiert heute Geburtstag. Es handelt sich um ein Faktotum für die Kultur, ganz besonders im Burgenland. Er sorgt mit Kabarettprogrammen für Lachsalven und ist als Organisator sehr gut unterwegs. Kurt Michael Strametz, lebt in Neufeld im Burgenland und steht dem Kulturzentrum Fred Sinowatz Neufeld (www.kuz-neufeld.at) vor.

Im Jahre 2000 wurde der dortige alte Stadtsaal umgebaut und es entstand das moderne Zentrum mit einem großen Veranstaltungssaal, benannt nach einem der berühmtesten Söhne Neufelds, Dr. Fred Sinowatz. In der Dr. Karl Renner Straße 1 finden sich immer wieder Größen aus dem Kulturbusiness ein, von 2003 – 2015 fand bereits die bekannte Serie „Bühne frei“ statt, es wurden Frank Hoffmann, Robert Meyer (Volksoper Wien), Karl Merkatz, Elfriede Ott, Heinz Zednik, die operettts, Alfons Haider und Natalia Ushakova bereits zu Darbietungen eingeladen.

Kurt Michael Strametz kann bereits auf einige Auszeichnungen zurückblicken. So etwa wurden ihm schon die Ehrenurkunde der Internationalen Robert Stolz Gesellschaft für Verdienste um den Künstler Robert Stolz, Dank und Anerkennung für Kulturtätigkeit in Neufeld und der Sonderpreis Fred Sinowatz für außerordentliche Leistung im Kultursektor verliehen.

Strametz war erst Marketing- und PR-Leiter bei einer österreichischen Großbank, ehe er unter anderem bei KSch. Elfriede Ott darstellerischen Unterricht nahm. Seit dem Jahr 2008 ist er selbständiger Unternehmensberater, Kommunikations- und Wirtschaftstrainer und ist auch als Kabarettist tätig. Er nennt sich hier auch „Michael Silba“.  Als Vortragender und Moderator für Veranstaltungen ist er gefragt. Strametz unterrichtet auch Stimme und Sprechtechnik und schult Personen beim Auftritt.

Am Wiener Metropol, Gloria Theater und in vielen österreichischen Gemeindezentren ist er gern gesehener Gast.

Sein eigenes Kabarettprogramm heißt „Sachen zum Lachen“. Er ist wieder am 09. September in „seinem“ Kulturzentrum Neufeld zu erleben, und zwar mit einem „Best of Comedy und Kabarett“.

Alles Gute zum Geburtstag wünscht der Kulturpavillon!

Sportliche Theaterfahrten: Lust auf Kobersdorf – Bike mit Böck.

Schlossspiele Kobersdorf

Burgenland

Die Schlossspiele Kobersdorf sind bekannt für ihre innovative Stückauswahl. Aber genauso für die außergewöhnlichen Anfahrts-Erlebnisse: An zwei Vorstellungs-Tagen bietet der Intendant Wolfgang Böck sogenannte Theaterfahrten an. Die Individualanreise zu einem Treffpunkt erfolgt entweder mit dem Motorrad oder an einem anderen Tag mit dem eigenen Oldtimer. Dann geht es unter der Leitung von Wolfgang Böck kurvig nach Kobersdorf, durch eine wunderschöne Landschaft und mit viel Elan. Anschließend steht ein Besuch der heurigen Vorstellung „Otello darf nicht platzen“ von Ken Ludwig auf dem Programm. Klingers Kulturpavillon begleitete beide Touren, die zu einem Erlebnis wurden. Bei der Motorradausfahrt hatte man mit dem Wetter zu kämpfen.  Es regnete bereits bei der Abfahrt. Am 16. sowie 24. Juli war es soweit.

Die theaterbegeisterten Biker trafen sich am 16. Juli in Mattersburg/Burgenland. Leider mussten sie in „Doppelpanier“ ausrücken, denn das Wetter spielte nicht so ganz mit. Am 24. Juli war Treffpunkt Katzelsdorf/Leitha in Niederösterreich, beim Schloss Katzelsdorf. Wunderbare Oldtimer waren zu bestaunen, die danach über die hügelige Landschaft der buckligen Welt in Richtung Kobersdorf rollten.

Dass Komik aus Not und Verzweiflung entstehen kann, zeigt das Stück „Otello darf nicht platzen“ von dem Erfolgsautor Ken Ludwig, der das Stück im West End Theatre in London 1986 uraufführen ließ. Seitdem entwickelte sich das Stück zum beliebten Kassenschlager, der auch in den Wiener Kammerspielen für Lachsalven sorgte.

Nun also Open Air, in einer wunderbaren Atmosphäre im Grünen, im Schloss Kobersdorf. Unter der Regie von Theaterprofi Michael Gampe und in Kostümen von Gerti Rindler spielen der Intendant selbst, weitere Darsteller sind Alexander Braunshör, Sarah Jung, Gerhard Kasal, die aus „Vorstadtweiber“ bekannte Gertrud Roll, Erich Schleyer und Elfriede Schlüsseleder.

Ein lustig-unterhaltsamer Theaterabend in Kobersdorf!

Tito Merelli, der italienische Startenor und Max, der tollpatschige, aber bemühte Assistent des Operndirektors, geben sich die Klinke in die Hand.

 

Fotos von den Theaterfahrten gibt es hier:

 

Theaterfahrt mit Bike am 16. Juli

IMG_2157

Ein lustiger Schnappschuss von Intendant Wolfgang Böck  (c) Klingers Kulturpavillon

 

IMG_2165

Viele begeisterte Biker folgten Böcks Aufruf zur Theaterfahrt (c) Klingers Kulturpavillon

 

Sehen Sie hier das Youtube-Video vom Start der Theaterausfahrt zu den Schlossspielen Kobersdorf:

 

 

Theaterfahrt mit Oldtimer am 24. Juli

 

Alle Bilder (c) Klingers Kulturpavillon

Die Schlossspiele Kobersdorf führen „Otello darf nicht platzen“ noch bis zum 31. Juli auf.

Nähere Informationen unter http://www.kobersdorf.at

 

 

A STORY ABOUT…Dagmar Schellenberger & MÖRBISCH

small_24890296

KS Dagmar Schellenberger (c) lichtstark.com

Die deutsche Sopranistin ist eine hierzulande mittlerweile bekannte Sängerin und Darstellerin. Ist sie doch im September 2012 zur neuen Intendantin der Seefestspiele Mörbisch im östlichsten Bundesland Österreichs, dem Burgenland, bestellt worden.

das-feuerwerk-feierte-premiere-in-baden iduna schellen

Schellenberger als Iduna mit Fernsehclown Enrico in Baden (c) Erich Wellendorfer

Sie sang bereits in den Jahren 2004 und 2005 auf dieser Bühne zwei große weibliche Operettenpartien: Einmal die Gräfin Mariza und einmal die Hanna Glawari. Ihre darstellerische Disziplin und Präzision sowie eine deutliche Artikulation hat sie sich auch in der Intendanz bewahrt. Im ersten Jahr ihrer „Amtsperiode“ stand sie zwar im „Bettelstudenten“ noch nicht selbst auf der Bühne. Doch schon bei „Anatevka“ im Jahr 2014 war sie als strenge, aber auch gutherzige „Golde“ zu sehen und zu hören. Ein hinreißender Erfolg ging im selben Jahr im kleinen Badener Theater auf ihr Konto: Die Iduna im „Feuerwerk“ von Paul Burkhard.

Dagmar Schellenberger trägt den Titel Kammersängerin und genoss ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik   „Carl Maria von Weber“ in Dresden/Deutschland. Etwas mehr als in der Operette (sie singt seit 20 Jahren überall auf der Welt etwa die Rosalinde aus der „Fledermaus“) ist sie aber in der Oper beheimatet.

Intendantin Dagmar Schellenberger „zwischen den Stühlen“ auf dem Gelände der Seefestspiele Mörbisch/Burgenland (c) Standard

dagmar schellenberger

Dagmar Schellenberger in der Titelrolle der „Gräfin Mariza“ bei den Seefestspielen 2004 (c) lichtstark.com

An der komischen Oper Berlin interpretierte sie das ganze Mozart-Spektrum von Figaro-Gräfin, Pamina, Fiordiligi.  Sie wurde als Top-Sängerin des Jahres 1998 gefeiert. Sie arbeitete schon sehr früh mit namhaften Dirigenten wie Franz Welser-Möst und Fabio Luisi zusammen. Sie sang in Amerika, Japan, Jerusalem.

Also kennt sie sich in der Welt der Musik bestens aus und möchte auf „ihrer“ Bühne nicht nur Klassiker der Operette wie aktuell 2015 „Eine Nacht in Venedig“ bringen, sondern auch Abstecher in das Musical („Anatevka“ 2014) machen oder auch wie für die Zukunft geplant, weniger bekannte Operetten wie im nächsten Jahr 2016 „Viktoria und ihr Husar“ von Paul Abraham dem nicht nur burgenländischen, sondern auch seit Dekaden internationalen Publikum näherbringen.

 

Sittlich-feuriger Mörbisch-Klassiker

Seefestspiele Mörbisch 2011                                      TV-Kritik

Ein Strauss-Klassiker, der – so könnte man meinen – perfekt in die Landschaft rund um die burgenländische Seebühne passt, ist Der Zigeunerbaron. Der Titelheld wird von der Frau nur akzeptiert, wenn er ein Baron ist. Mindestens. Er wird es auch, allerdings geht die Geschichte bekanntlich anders aus, als erwartet.

Die Regie (Brigitte Fassbaender) fasst die Darsteller und Darstellerinnen stellenweise nicht gerade mit Samthandschuhen an. So muss etwa Mirabella auf dem Bühnenboden robben, bevor sie von ihren Abenteuern bei einem türkischen Pascha erzählt. Alles in allem jedoch zeichnet die Regisseurin ein abenteuerliches Bild der Atmosphäre und streicht die stringente Handlung hervor. Die musikalische Leitung liegt bei Manfred Mayrhofer, der eher sensibel als draufgängerisch zur Sache geht.  Das Bühnenbild von Rolf Langenfass ist wandelbar und zeigt etwa im 1. Akt das Haus des Zsupan mit der nett auf Ungarisch gestalteten Aufschrift „Kálmán Zsupan Diszno Tenyeszet es Husgyar“ was soviel heißt wie „Schweinezucht und Fleisch Kálmán Zsupan“.

Nun, Sándor Barinkay, der nun die Güter seines Vaters übernehmen soll, wird auf eine impulsive Art und Weise dargestellt von Lucian Krasznec. Der junge Tenor holt sich die Spitzentöne heraus und stilisiert sie. Auf eine gute Nachbarschaft mit dem Schweinezüchter Zsupan (imposant und auf dem Kopf mit einem Schwein bemalt: Wolfgang Bankl) hoffend, schlägt er die Hochzeit mit dessen Tochter Arsena (etwas zu grell gesungen von Iva Mihanovic) vor. Saffi schließlich, als seine wirkliche Auserwählte, kann sich recht profilieren. Die Sopranistin Evelin Novak zeigt in dieser Rolle ihr vokales Können. Schwach bleibt der Ottokar von Gernot Heinrich, der aber schauspielerisch mehr punkten kann. Die strenge Sittlichkeit verkörpert als honoriger Conte Carnero mit gestrenger Härte und wachsamem Auge Harald Serafin. Das amüsante, hier dreistrophige Sittenkommissionscouplet mit aktuellen Themen wie Arnold Schwarzenegger oder Silvio Berlusconi ist zweifelsohne ein humoriger Höhepunkt der Operette. Die „alte“ Zigeunerin Czipra wird von Monika Bohinec mit einem mittelmäßigen Mezzosopran brav, in einem Pelzmantel und Kriegsbemalung interpretiert. Als hartherziger „Werber“ zieht Daniel Serafin ein, auf einem Wagen mit Holzfass stehend. Stimmlich geht er mit dem kräftig-sensitiven Bariton voll in der Rolle auf, darstellerisch ist er von diesem Kriegsmann nicht ganz so überzeugt. Eine köstliche Nebenrolle ist auch die Mirabella, von Linda Plech als eine lebenslustige ältere Frau, die immer wieder ein Auge auf Zsupan wirft, gezeichnet.

Aufführung der Seefestspiele Mörbisch 2011

-Martina Klinger-