Michael Dangl

Scheint die Sonne noch so schön, einmal muss sie untergehn….

Dernièren – Schlussapplaus und letzter Vorhang für „Der Bauer als Millionär“ in der Regie von Josef E. Köpplinger von F. Raimund am Theater in der Josefstadt.

„Der Bauer als Millionär“ – allerletzter Vorhang – mit Michael Dangl, Alexander Pschill, Alexandra Krismer, Alexander Strömer, Julia Stemberger, Lisa Carolin Nemec, Theresa Dax, Wolfgang Hübsch am 28.06.2019 um 21:45

(c) Klingers Kulturpavillon

„Im Rausch“ auf der Josefstädter Probebühne

Schauspieler und Autor Michael Dangl und Schauspielerin Sandra Cervik lesen heute, 18. Mai, um 19:30 h aus Dangls neuem Roman „Im Rausch“ auf der Probebühne des Theaters in der Josefstadt.

Für Kurzentschlossene gibt es noch Karten unter

http://www.josefstadt.org

Telefon: +43 1 42700 300

Eine ekstatische Stunde mit Schauspieler Michael Dangl in der Seniorenresidenz Bad Vöslau

Rauschhaftes durften die Bewohner und Bewohnerinnen der Seniorenresidenz im niederösterreichischen Bad Vöslau erleben: Josefstadt-Ensemblemitglied und Autor Michael Dangl beehrte das Haus mit einer erlebbaren, nahezu greifbaren Lesung.

Eines kann man vorweg konstatieren: Die trainierte Stimme zieht die Zuhörer in den Bann der Geschichten. Sanft fragt sie zu Beginn nach einem bescheidenen „stillen Wasser“. Dangl las aus seinem neuesten, packenden Werk „Im Rausch“.

Im Rausch

Die Aufmerksamkeit zieht zunächst eine gewisse Amelie auf sich, welche der Protagonist des Buches, ein junger Schauspieler (Ich-Erzähler), heftigst adoriert. Brennend vor Liebe versucht er ihr brieflich zu erklären, dass es gar keine Alternative zu einer gemeinsamen Zukunft gäbe. Aber, das große Aber: Sie ist vergeben. Und das war immer schon, ist und bleibt wohl der mächtigste Stolperstein eines Begehrens, welches zielgerichtet ist.

Der junge Mann versucht verzweifelt (und sehr, sehr selbstreflexiv) nachzuverfolgen, ob Amelie denn seinem Werben nachgeben würde. „Überflüssige Beteuerungen“ macht er dabei. Zitat: „Vielleicht vernahm sie ihn (den Vortrag auf dem Anrufbeantworter) im Halbschlaf und durfte nach dem Erwachen feststellen, dass alles Wirklichkeit war.“ Was die Liebe nicht hervorbringt!

Der Mann verbringt seine ersten Engagements am Theater (als vertraglich gebundener „Jugendlicher Held und Liebhaber, Charakterdarsteller) in einem Tage und Nächte andauernden Rauschzustand, nicht allein alkoholisch gemeint. Der Rausch der Einsamkeit, der Rausch der Verwandlung, der Gesellschaft, die Suche nach Wahrhaftigkeit, das alles beschäftigt ihn. Nicht nur, dass die ihm nach und nach anvertrauten Rollen von Cherubin in Der tollste Tag von Turrini bis hin zu Kostja in Die Möwe von Tschechow zur probetechnischen Herausforderung in der Fremde werden, hat er auch amouröse Abenteuer oder spielt bis in die Morgenstunden Klavier. Oder bemitleidet sich auch mal selbst mit einem vulgären italienischen Ausdruck: Porca miseria, als ihm Wasser aus einem defekten Hahn auf eine – sagen wir – heikle Körperstelle schießt.

Es ist das Werk keine Autobiographie, es handelt sich um einen Roman, eigentlich sind es Erzählungen aus dem Leben eines jungen Auftretenden.


Michael Dangl ließ das Publikum – gentlemanlike – entscheiden, ob es denn noch mehr Passagen aus dem Buch sein sollten oder lieber sein selbst verfasstes Gedicht Canto Veneziano, welches das Ankommen in der verklärten Stadt der Kanäle per Flugzeug beschreibt. Dieses war bisher erst einmal im Hörfunk zu erleben. Das Publikum entschied zugunsten von Venedig.

Eine lyrische und sehnsüchtige Schilderung – CANTO VENEZIANO

La Serenissima verlangt von Dir, dass Du Dich demütig beugst, schon bei der Anreise. Als gewähre Dir die Stadt gütig, Dich aufzunehmen. Nichts ist vergleichbar mit dem Ankommen in Venedig, jede Pore wird mit der eigentümlichen Luft geflutet. Die Vaporetti, die Wasserbusse (klingt eingedeutscht wesentlich geringschätziger), warten auf Kunden, Touristen und schaukeln ihres Weges. Das Wasser ist launisch. Das Memento Mori schwebt jedoch überall. Erinnere Dich, dass Du sterben wirst. Die barocke Vanitas macht auch vor Venedig nicht halt. Aber der Autor betont: Du siehst die Dinge nicht nur auf Fotos, sie stehen wirklich vor Dir und sind da. Und sie sind immer noch da, als wollten sie sagen: Ich überdauere was auch immer.

Der Autor lädt die Bewohner und Bewohnerinnen noch zu einer gedanklichen Reise ein: „Jetzt steigen wir alle in den Bus, um Mitternacht sind wir in Venedig, und dann in eine Bar.“ Herrlich.

Michael Dangl hat Freude. Daran, die Leser und Leserinnen auf die Reise zu schicken, die Menschen nicht nur zuhören, sondern auch wahrhaftig erleben zu lassen. Man ist gefesselt, man steht mit ihm auf der Piazza San Marco, man blickt auf das Wasser, welches die Gondeln umspielt, man schmeckt den Fisch, man hört die Signori sich angeregt unterhalten.

Ein freudiger Nachmittag – von dem noch bis zum Jahr 2021 einige bereits fixierte folgen sollen.

Info:

„Im Rausch“ von Michael Dangl

Roman, erschienen bei Braumüller

https://www.braumueller.at/t?isbn=9783992002269

Heiteres rund um das Tier vom Duo Karawane Salzburg.

„Tierisch“ geht es im aktuellen Programm des Duos Karawane Salzburg, Christa und Agilo Dangl zu. Eine Stunde lang unterhielten die beiden Künstler mit tierischen Geschichten und Anekdoten, es wurde viel gelacht.

„Wir sind auch wieder einmal da!“, so eine launige Begrüßung war von dem aus Salzburg nach Wien und Niederösterreich angereisten Duo zu hören. Von der kleinsten Laus über die Maus, von der Katze über das Schwein bis zum Nilpferd – alle unterhaltsamen Tiere waren vertreten. Mit einer großen Sorgfalt wurden Texte, Gedichte und Geschichten ausgewählt und auf lebhafte Weise dargebracht.

Überlegungen einer Schnecke zum Beispiel lauteten: „Sull i aus mein Haus raus, oder sull i nit raus?“, wohingegen ein Elefant bei der Begegnung mit einem Menschen, der keine Hose trägt, ganz andere Probleme hat. Elefanten essen ja bekanntlich mit dem Rüssel. Er tut sich schwer zuzuordnen, wie der Mensch denn dieses Instrument zum Essen verwenden will. Das ist doch „viel zu klein“.

Vom großen Heinz Erhardt war die „polyglotte Katze“ zu hören. Auch von einer „Kuh“ aus der Feder desselben, war die Rede. Und natürlich die Maus namens Zizibe, die gerne viel Käse isst und danach selber schwer im Magen liegt, diese durfte auch nicht fehlen.

Schön anzuhören war auch eine Geschichte, die sich – anrührend voller Menschlichkeit- um die Rettung von Katzenleben drehte (nämlich von lauter weißen Kätzchen mit schwarzen Schwänzchen).

Es waren Texte, die zwar viel Humor enthielten, wo viel gelacht werden durfte. Aber auch Elemente mit Tiefgang befanden sich darunter.

Zu den Künstlern:

Das Ehepaar Christa und Agilo Dangl aus Salzburg (Eltern von Josefstadt-Schauspieler Michael Dangl) verkörpert das Duo Karawane Salzburg. Ursprünglich als Schauspielgruppe geführt, treten die beiden heute nach langjähriger Theatererfahrung in dieser Formation auf. Beide sind Träger des Ehrenbechers der Stadt Salzburg. Agilo Dangl ist außerdem Träger des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Salzburg und des Salzburger Stadtsiegels in Gold. Das Ehepaar trat 22 Jahre lang bei der Eröffnung des Salzburger Rupertikirtages als Hanswurst und dessen weibliches Pendant auf.

Gemeinsam mit ihrem Sohn Michael schreiben sie auch Theaterstücke. Etwa „Tiramisu“ oder „Winterrose – Denn das Glück ist immer da.“ Mit ihrem aktuellen Programm besuchen sie auch Senioreneinrichtungen und sorgen für Heiterkeit.

 

NEUES von…Michael Dangl

Gerade ist der gebürtige Salzburger und Josefstadt-Schauspieler in der ORF-Serie „Vorstadtweiber“ als Journalist Dieter West den Serientod gestorben. Im wahren Leben ist er aber gottlob sehr lebendig und steht die nächsten Monate als Professor Higgins, welcher Eliza Doolittle korrektes Sprechen beibringt, auf der Bühne des Münchner Gärtnerplatztheaters. Gut vorstellbar, dass ihm diese Rolle in der Gesellschaft der FAIR LADY liegt.

Auf einmal verheiratet – „Der Gockel“ (G. Feydeau)/THEATER IN DER JOSEFSTADT

Wien

Theater in der Josefstadt

Der vielbeachtete „Gockel“, eines der eher verworrenen Stücke des Komödienschreibers Georges Feydeau, fand seinen Weg auf den Spielplan des Theaters in der Josefstadt. Drei Ehepaare, eine freiberufliche Kokotte (was mag man sich heute darunter vorstellen) und ein Junggeselle. Und natürlich hängen, sonst wäre es ja langweilig, alle irgendwie miteinander zusammen. In der Regie von Josef E. Köpplinger wird sogar „aus künstlerischen Gründen“ geraucht. Sympathisch, dass dies extra erwähnt wird.

Feydeau meinte über sein eigenes Werk, dass er beim „Komponieren“ der Zutaten eigentlich keine entfesselnde Freude empfinden würde. Sein „Zusammenrühren“ würde eher der nüchternen Arbeit eines lange im Geschäft verharrenden Apothekers gleichen: Eine Prise Verwicklung, Pikanterie, Beobachtung, ein Quäntchen Heimlichtuerei. Das alles würde dazu beitragen, dass das Werk schlussendlich unter seinem wachsamen Auge zusammenkäme.

Der eine ist seiner Frau überdrüssig, der andere hat betrogen, die nächste will betrügen. Affären, Intrigen und Geheimnisse stehen hier „ebenbürtig“ auf der Bühne. MICHAEL DANGL und ALEXANDRA KRISMER als Vatelin und Maggy Soldignac, die vor Jahren miteinander „schmusten“, geben sich auf einmal sehr bedeckt und heimlich. Sie zeichnen ausdrucksstarke Porträts ihrer Figuren. Die Damen im Spiel haben einen Joker, den sie sich hernehmen wollen: Den Junggesellen Rédillon, schüchtern aber triebhaft verkörpert von ROMAN SCHMELZER. Dieser ist aber bald von einer Liaison mit der koketten Kokotten (sehr kokett: SUSA MEYER) fix und fertig und kann so Lucienne (zuerst noch artig: PAULINE KNOF), die ihm ein unwiderstehliches Angebot macht, nicht mehr zufriedenstellen.

SILVIA MEISTERLE als Clothilde Pontignac und DOMINIC OLEY als Pontignac sind auch nur nach außen das, was sie scheinen. „Innen“ werden schon wieder neue Fäden gesponnen. Ein liebes, köstliches Pärchen geben MARTIN ZAUNER und SUSANNA WIEGAND als die Pinchards ab. Man könnte absolut sagen, ein gelungenes Stück!

Der Gockel - das Ensemble (c) Theater in der Josefstadt

Der Gockel – das Ensemble
(c) Theater in der Josefstadt