Figaro hat geheiratet: trocken, aber hübsch

Theater an der Wien. Wien                                                                                    08. März 14

Die mit Spannung erwartete konzertante „Nozze di Figaro“ von Mozart nach dem Singspiel „Der tolle Tag“ (Beaumarchais) findet unter der musikalischen Leitung von Nikolaus Harnoncourt im Theater an der Wien statt. Schon die Ouvertüre ist seltsam verlangsamt. Ganz akribisch und genau verlangt er die Töne, so wie sie eben gespielt werden sollen. Ein wenig mehr Tempo hätte an dieser Stelle schon einmal sicher nicht geschadet. Weil der Dirigent es aber so will, gehorchen die Musiker und so wirkt der Auftakt ein bisschen lahm.

Andre Schuén ist in der Titelpartie des tollen Figaro ein guter Sänger. Das muss man schon sagen.

Als souveräner und (fast) unerschütterlicher Graf Almaviva (szenisch und konzertant) zeigt sich der dänische Bariton Bo Skovhus. Gut, darzustellen ist hier nicht sonderlich viel. Aber er bemüht sich um eine korrekte Abwicklung und um emotionales Mienenspiel. Er singt hier ohne Noten, was von manchen seiner Kolleginnen nicht behauptet werden kann. Christine Schäfer versucht sich an der Rolle der Gräfin, im Jahr 2006 in Salzburg noch als Cherubin. Beide Rollen liegen ihr auf gewisse Weise, aber genau betrachtet: Der Cherubin doch deutlich mehr. Elisabeth Kulman ist in dieser Rolle sicher gelandet und zeigt vokal und darstellerisch angemessenen Gesang und gutes Spiel. Ildiko Raimondi tut es ihr gleich, ihre „Marcellina“ ist eine Glanzpartie für die arrivierte Sopranistin.

Musikalisch wäre da schon zu bemerken, dass nicht jedes noch so ausformulierte „Nötchen“ von Nöten gewesen wäre, um die Aufführung wirklich zu genießen. Aber die akribische Arbeit zahlt sich schlussendlich aus.

-Martina Klinger-