LA TRAVIATA-Worum es sich handelt:

 

Oper (Melodramma) in 3 Akten von Giuseppe Verdi. Nach dem Schauspiel La Dame aux camélias von Alexandre Dumas (1852). Uraufführung: 06. März 1853 in Venedig, Teatro La Fenice.

Die Protagonisten dieser Oper sind:

Violetta Valery*****Flora Bervoix*****Alfredo Germont*****Giorgio Germont*****Gaston*****Baron Douphol

Die Oper spielt in Paris und Umgebung, um 1850. (1. Akt im Oktober, 2. im Januar, 3. im Februar)

Die Sprache der Oper ist Italienisch.

 

1. Akt

Die Halbweltdame Violetta Valery feiert in ihrem Haus ein Fest. Eingeladen ist Gaston, der seinen Bekannten, den Studenten Alfredo Germont, vorstellt. Alfredo bewundert die Dame seit langem. Sie bittet ihn, ein Trinklied vorzubringen. Plötzlich ereilt Violetta ein Schwächeanfall. Sie zieht sich zurück, während die anderen Gäste sich in den Ballsaal begeben. Alfred aber kommt zu ihr und nützt den Augenblick, um ihr seine Liebe zu gestehen. Violetta warnt Alfredo, er solle sie besser nicht lieben. Sie sollten nur Freunde sein. Sie reicht ihm eine Kamelie und erlaubt ihm, wiederzukommen, sobald sie verblüht ist. Alfredo weiß, dass das morgen der Fall ist. Violetta, nach dem Fest benommen, denkt über Alfredos Worte nach. Sie sehnt sich nach einer stabilen, reinen Beziehung, weiß aber insgeheim, dass sie für ein Leben im Lusttaumel gemacht ist.

2. Akt

Violetta und Alfredo finden einander in Liebe. Sie ziehen in ein Landhaus bei Paris und leben drei Monate in trauter Zweisamkeit. Mittlerweile aber verdient Violetta kaum noch Geld und sieht sich gezwungen, ihre Habseligkeiten zu veräußern, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Alfredo erfährt das und reist sofort ab nach Paris, um seiner Liebe zu helfen. Ihre Schwindsucht ist jedoch besser geworden. Inzwischen läutet es bei Violetta an der Tür. Sie denkt, es sei der bestellte Notar. Doch Alfredos Vater, Giorgio Germont, tritt ein. Sie beweist ihm, dass das Paar von ihrem, nicht von Alfredos Geld lebt. Doch trotzdem möchte der Vater, dass sie seinen Sohn freigibt. Denn Violetta hat nicht den besten Ruf, und eine Verbindung zwischen ihr und Alfredo bringt wiederum eine mögliche Heirat von Alfredos Schwester in Gefahr. Überredet, ist sie bereit, Alfredo freizugeben. Sie schreibt zwei Briefe, einen an Baron Douphol und einen zweiten an Alfredo, der sie aber hierbei überrascht. Leidenschaftlich umarmt sie ihn und läuft davon. Alfredo liest den Brief und ist verzweifelt. Er sucht Trost bei seinem gerade zurückgekehrten Vater, der ihn heimholen will. Doch Alfredo ist gebrochen.

Violettas Freundin, Flora, veranstaltet einen Maskenball. Alfredo besucht die Veranstaltung, um Violetta zu finden. Er setzt sich an einen Spieltisch und gewinnt eine große Summe. Schließlich, auf dem Fest, trifft er auf Violetta am Arm des Barons Douphol. Sie bittet Alfredo, zu gehen, doch er will nur gehen, wenn sie ihm folgt. Sich an das Versprechen an Giorgio erinnernd, lehnt sie ab. Sie erklärt Alfredo, sie würde den Baron lieben. Außer sich wirft Alfredo ihr das gesamte gewonnene Geld vor den Zeugen des Balles vor die Füße. Er habe ihr nun alles zurückgegeben, was sie ihm finanziert hätte. Der ebenfalls anwesende Vater Alfredos ist fassungslos, die Gesellschaft raunt.  Alfredo kommt zur Besinnung und es reut ihn fürchterlich. Violetta sagt ihm nun, dass sie nur ihn liebe. Douphol verlangt ein Duell von Alfredo.

3. Akt

Violetta, sehr kränklich, wird von einer Hausdame gepflegt. Sie erhält einen Brief Giorgio Germonts, in dem er ihr die Rückkehr seines Sohnes zu ihr ankündigt. Violetta ist sehr glücklich, weiß aber, dass es für sie nicht mehr viel Hoffnung gibt. Sie leidet an ihrer Schwindsucht. Draußen ist Karnevalstrubel zu vernehmen. Alfredo tritt vor die todkranke Violetta. Sie träumt noch einmal den Traum vom gemeinsamen Glück in Paris. Sie sinkt zusammen. Giorgio Germont tritt ein, voll Mitgefühl für die Frau, die seinen Sohn so sehr liebt. Violetta reicht Alfredo ein Medaillon mit ihrem Porträt. Sie richtet sich auf, ruft „Ich lebe!“ und sinkt tot zurück.

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Stimmlagen der Figuren:

  • Violetta               Sopran
  • Alfredo                Tenor
  • Giorgio                Bariton
  • Flora                    Mezzosopran
  • Douphol              Bariton
  • Gaston                 Tenor

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Berühmte Arien:

Libiamo ne´ lieti calici (Brindisi, Trinklied)                   deutsch: Auf, trinket in durstigen Zügen

Alfredo und Violetta, 1. Akt

Un dí felice                                                                                         deutsch: Eines glücklichen Tages

Alfredo und Violetta, 1. Akt

E strano!                                                                                              deutsch: Wie seltsam!

Violetta, 1. Akt

Sempre libera!                                                                                   deutsch: immer frei!

Violetta, 1. Akt

O mio rimorso                                                                                    deutsch: Weh mir, im Traume!

Alfredo, 2. Akt

Un di, quando le veneri                                                                 deutsch: Wenn mit der Zeit (deine Schönheit vergeht!)

Giorgio, 2. Akt

Parigi, o cara                                                                                   deutsch: teures Paris, (lass uns fliehen!)

Alfredo und Violetta, 3. Akt

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Hintergründiges:

La traviata bedeutet eigentlich „Die vom rechten Weg Abgekommene“. Eine solche Dame gab es tatsächlich, sie war Marie Duplessis, eine Wäscherin aus der Normandie. Bald fand sie einen reichen Gönner und wohnte edel in Frankreich. Sie hatte eine Affäre nach der anderen.

Das Trinklied (Libiamo) aus dem 1. Akt (Brindisi) ist weit über die Oper hinaus bekannt. Es wird gerne bei Hochzeiten gesungen.

Verdi bezeichnete die Figur Violetta auch als Kameliendame, nach der ihr zugeordneten Blume, der Kamelie.

Eine legendäre Aufführung brachten die Salzburger Festspiele im Jahr 2005. (Regie Willy Decker). Die Violetta gab Anna Netrebko, den Alfredo Rolando Villazón und der Vater Giorgio war Thomas Hampson.

 

Hier können Sie das Trinklied hören, gesungen von Anna Netrebko und Rolando Villazón ((c)Salzburger Festspiele 2005)

 

E strano….Sempre libera! gibt es hier, gesungen von Renata Scotto:

 

Parigi, o cara singen hier Angela Gheorghiu und Roberto Alagna: