Das ist so eine Sache. Vec Makropulos (Leos Janáček) an der Wiener Staatsoper.

Wiener Staatsoper

Wien

Heute, 13. Dezember, feierte eine weitere Oper aus dem Janáček-Zyklus an der Wiener Staatsoper Premiere: Vec Makropulos, Die Sache Makropulos. Das Libretto ist ursprünglich auf Tschechisch verfasst, kein Wunder, stammt doch Leos Janacek von hier. Ihren Namen hat die Oper von einem gewissen Hieronymos Makropulos, dem Leibarzt von Kaiser Rudolf II. Es dreht sich alles um ein lebensverlängerndes Mittelchen, das an des Kaisers 16-jähriger Tochter ausprobiert wurde. Sie lebt seit 337 Jahren. Janacek schreibt in einem Brief an eine Geliebte, kurz vor seinem Tod: „Wir sind glücklich, weil wir wissen, dass unser Leben nicht ewig dauert.“

Emilia Marty muss in diesem Werk erkennen, dass auch das ewige Leben nicht zur Seligkeit führen muss. Sie entscheidet sich am Ende, ihr Leben doch nicht mehr durch das Mittel zu verlängern, sondern zu sterben.

In der Wiener Oper geht man mit dem Stoff sehr vorsichtig um. In einer Regie von Peter Stein tummeln sich die Sängerin Emilia Marty, gesungen mit einem Hauch von Melancholie und einer großen Anmut von LAURA AIKIN und Albert Gregor, der sich bei einer Testamentsuntersuchung unsterblich in sie verliebt, gesungen mit Schmelz von LUDOVIT LUDHA, einem guten slowakischen Tenor. Eine riesige Bibliothek wurde von Bühnenbildner Ferdinand Wögerbauer auf die Bühne der Staatsoper gestellt.

Schwer hat es als Prozessgegner Emilias der Düsseldorfer Bassbariton MARKUS MARQUARDT, findet zwar in die Tiefe, aber muss noch in diese Rolle hineinwachsen. Als ehemalige Flamme Gregors, Kristina, glänzt MARGARITA GRITSKOVA, die junge Staatsopern-Sängerin im fixen Ensemble. CARLOS OSUNA ist ein strenger „Prus“. Staatsoperngröße KS WOLFGANG BANKL ist achtbar als Dr. Kolenaty. Nicht zuletzt: Ein entzückend facettenreicher Herr von Hauk-Sendorf (Kavalier) wird von KS HEINZ ZEDNIK abgeliefert.

Eine moderne, sogar teilweise progressive Inszenierung steht hier der brodelnden, über die Maßen schnell komponierten Musik, Takt an Takt, gegenüber. Der junge Jakub Hrusa meistert bravourös die Partitur und gibt sein Staatsopern-Debüt.