Ein feines Glas vom „Liebestrank“ in St. Margarethen

St. Margarethen im Burgenland

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Die Premiere der heurigen Oper im Steinbruch St. Margarethen ging trocken über die Bühne. Das ist angesichts der Vorjahres-Situation (man musste wegen heftigen Regens über eine Stunde mit dem Start der Vorstellung zuwarten) ein erleichterndes Faktum. Gegeben wurde im Steinbruch, auf der Ruffinibühne, „Der Liebestrank“ von Gaetano Donizetti. Zentrum der Bühne war ein Musikabspielgerät, welches (noch) ein Geheimnis war. Kein Geheimnis hingegen ist, dass die Intendantin Maren Hofmeister, die Leitung der Festspiele abgibt. Man munkelte, der neue Intendant könnte sich bereits unter den Festspielgästen befunden haben…Es bleibt spannend.

Spannend ging es auch zwischen den beiden Protagonisten, der reichen Gutsbesitzerin Adina (mit viel Tempo gesungen von Elena Sancho Pereg) und dem armen, sehr schüchternen Bauern Nemorino (der trotzdem feurig agierende Tamas Tarjáni) zu.

Der einfältige, genusssüchtige Verführer Belcore (Andrei Bondarenko, in Folgevorstellungen auch alternierend: Mathias Hausmann) wird von Adina abgewiesen. Aber das kränkt ihn nur kurz…

Für (nur) zwei Flaschen Rotwein (der ihm als allumfassender wirkungsvoller „Liebestrank“ serviert wird) gibt sich der junge Bauer fast selbst auf, um dem Schwindel eines windigen Mannes (nämlich dem honorigen Uwe Schenker-Primus als Doktor Dulcamara) zu erliegen, nur um seine Liebe zu betören.

Und obwohl die Oper (nur) zwei Akte hat, dauert es im Steinbruch inklusive Pause knappe drei Stunden, bis sich…Nun ja, finden Sie es auch heraus!

Es gibt ein Happy End, soviel ist sicher. Aber nicht in allen Opern ist es so, wie man als Kenner weiß.

 

In St. Margarethen wird diese spritzige Komödie von Donizetti sehr modern und dennoch nicht gänzlich kitschbefreit umgesetzt. Ein riesiger Wurlitzer nimmt die doch eher schmale Ruffinibühne ein, und die Personen gehen doch ein wenig im Getümmel unter. Die sängerischen Leistungen sind an diesem Premierenabend mit einem „Gut“ zu beurteilen, der Eine oder die Andere war den Tönen nach zu urteilen sicherlich etwas nervös.

Fazit: Eine sehenswerte Oper.