Machthungriger König. OTTONE, RE DI GERMANIA (G.F.Händel) mit Cencic, Hallenberg, Idrisova am Theater an der Wien.

Ein Dramma per Musica in drei Akten, ein Juwel, eine Kriegsgeschichte, ein listiger Eroberungsfeldzug. Man mag Ottone nennen, wie man nur möchte. Bei der neuen, konzertanten Aufführung in italienischer Sprache setzt man auf Reduktion. Die Umsetzung ist aber durchaus ansprechend.

Ottone war in früherer Zeit ein sehr beliebtes Werk, heute ist es von Spielplänen weitgehend verschwunden. In dieser Inszenierung ist der Ottone ein etwas zurückgenommener, dennoch in einem gewissen Rahmen leidenschaftlich agierender Max Cencic.

Vielleicht möchte man kein Risiko eingehen. Schwere Opernkost wird auch manchmal bewusst konzertant serviert, wie man möglicherweise schon erahnt hat. Inhaltlich hat der „Plot“ keine Schwächen. Heiratsbestreben als Eroberungsstrategie. Teofane als Tochter des oströmischen Kaisers wird überzeugend dargestellt von Dilyara Idrisova (Bashkir State Opera and Ballet Theatre).

Ann Hallenberg glänzte als Witwe des italienischen Königs, Gismonda, und versprühte List und gleichzeitig Charme. Pavel Kudinov als Emireno, Anna Starushkevych (verkühlt!) als Matilda, und Xavier Sabata als Adelberto machten ebenso die Aufführung zu einer kleinen, besonderen Perle am Theater an der Wien. Großartige Gesangsleistungen sowie eine durchdringende Stimmung, geprägt von Enthusiasmus und das Ganze dargelegt für eine glänzende Saisoneröffnung.

Das runde und harmonische Dirigat lag bei George Petrou.